Montag, 11. Dezember 2017

Waldbeobachtungen

In den Wäldern findet man noch das Besondere und Geheimnisvolle. Der Wald spricht in wunderbaren Bildern zu uns, wir müssen nur die Augen offen halten dann erkennen wir bald jene Kraft die alle Wesen der Natur erfüllt. Auch wir sind eine Form dieser Kraft.
hukwa

Samstag, 9. Dezember 2017

Auf in die Wälder

Es ist die Freude an den Schöpfungen der Natur der wir jetzt in den Wäldern begegnen. Ruhe und Gelassenheit strahlen die Bäume im Winter aus. Es ist als öffne sich ein Vorhang und wir dürfen einen Blick in eine transzendente Wert tun. Es ist das Gespür einer mystischen Einheit die uns jetzt in den Wäldern begegnet.
hukwa

Freitag, 8. Dezember 2017

Allein in den Wäldern

Altvater Winter kam
mit Schnee
im Eichenwald
verborgen
lauernd
die Wildkatze
ihre Spur im Schnee
Stille
durchbrochen
vom Schreien der Krähen
Weide am Wasser
Schamanenbaum
Lichtmeer eines frühen Morgen
weiße Schneedecke
der Spur des Wiesels folgend
ziehe ich weiter.
hukwa

Sonntag, 19. November 2017

Zur Symbolik des Taufsteines in der evangelischen Kirche von Trippstadt

Seine Symbolik im Kulturvergleich

Neben dem sehr alten Taufstein in der katholischen Kirche von Trippstadt, steht ein weiterer sehr alter Taufstein in der evangelischen Kirche. Der achteckige Stein mit sehr interessanten Symbolen ist aus dem Jahre 1609 und stand früher wahrscheinlich in der Trippstadter Mutterkirche St. Blasius auf dem Aschbacherhof. Pfarrer Gerhard Vogel hat diesen Taufstein in den „Blättern zur Heimatgeschichte von Trippstadt“ Ausgabe 2009 sehr detailiert beschrieben.
Nachdem ich über die Symbolik dieses Steins nachgeforscht habe möchte ich hier nun weitere Einzelheiten zu dessen Symbolik veröffentlichen. Besonders hervorzuheben ist die achteckige Form und das „Sonnengesicht“. 

Foto © hukwa


Die achteckige Form des Taufsteins:

Der Taufstein besteht aus einem achtseitigen Sockel. Diese Achteckform des Taufbeckens, ist christliches Sinnbild für das neue Leben nach der Taufe. Durch die 8 Ecksäulen wird die Bedeutung der symbolträchtigen Zahl betont: nach frühchristlicher Auffassung geschieht die Auferstehung Christi am achten Schöpfungstag.
Bereits im alten Babylon hatte die Zahl Acht eine besondere Symbolik nämlich die einer „Zahl der Gottheit“. In den babylonischen Turmtempeln wohnte die Gottheit im achten Stockwerk, einem lichtleeren Raum. Von hier aus entwickelte sich die Acht zu einer religiösen Zahl die wir auch in vielen anderen Religionen wiederfinden. So glaubt man im Islam das es zwar sieben Hölllen, aber acht Paradiese gibt, weil die „Barmherigkeit Gotttes größer ist als sein Zorn“. Nach islamischer Auffassung tragen acht Engel den Gottesthron. Die Acht wurde als sakrale Zahl in die hebräische religiöse Überlieferung übernommen und fand so ihren Weg in den christlichen Glauben. So werden acht Menschen in die Arche aufgenommen und der Tempel wird acht Tage gereinigt. Diese Zahl steht für die Rückkehr zum Ursprung also zur erfüllung dessen was die Heptate (Heptateuch) vorbereitet. Es ist daher in der jüdischen Religion der Tag der Reinigung, doch vor allem der Tag der Beschneidung. Abraham als auch Obededon hattten jeweils acht Söhne.
Für die Theologen des Mittelalters standen Taufe, Auferstehung und Beschneidung in einem besonderen Zusammenhang: die Taufe ist nach Augustinus, die Beschneidung des Herzens denn am Tag der Taufe „werden wir dem Auferstandenen gleichgestaltet, da wir durch die Taufe im Geist gestorben und Mitgenossen an der Auferstehung geworden sind“ schrieb Cyrill von Alexandrien. Aus diesem Grund waren die Taufbecken vorwiegend achteckig gearbeitet. Denn Christen verhieß die Taufe die Gnade des ewigen Lebens. So deuten auch die acht Seligpreisungen der Bergpredigt auf diese Seligkeit hin. Wohl aus diesem Grund hat Dante die Triumphierende Kirche in den achten Himmel gesetzt. Aber auch im Buddhismus wird vom achtgliedrigen Pfad der zum N irwana führt gesprochen. Aber auch im Konfuzianismus steht die Acht für eine spirituelle Einheit.

Sol invictus:

Ein weiteres sehr mythologisches Symbol auf dem Taufstein ist der Sol invictus, der „unbesiegte Sonnengott“. In Rom bestand schon zu frühester Zeit ein sehr alter Sonnenkult der auf den Stadtgründer Romulus zurückgehen soll und den der sagenhafte Sabinerkönig Titus Tatius eigeführt haben soll. Dieser Sonnengott wurde gemeinsam mit der Mondgöttin Luna verehrt. Ihr gemeinsamer Tempel war im Circus Maximus. Der Geburtstag des Sonnengottes wurde am 25. Dezember begangen. Der Tag der Geburt von Jesus Christus ist nicht bekannt. Die Festlegung auf den 25. Dezember erfolgte ca. um die Mitte des 4. Jahrhunderts also nach der Konstantinischen Wende.

Da das Geburtstagsfest des Sol Invictus im 4. Jahrhundert allgemein bekannt war kann man davon ausgehen das dieses Datum von christlicher Seite bewusst auf diesen Tag gesetzt wurde. Auch hier kann man wieder beobachten dass das frühe Christentum zahlreiche Elemente aus dem alten Heidentum übernommen hat. Beim Trippstadter Taufstein in der evangelischen Kirche ist das
„Gesicht Christi“ in den Stein gemeißelt umgeben von einem Sonnenstrahlenkranz was auf das „Licht der Welt“ hindeuten soll. In alten christlichen Grabstätten aus der Zeit vor Konstantin tauchen bereits solche Ikonographien auf. Besonders bekannt ist das Mosaik des Christus als Sol Invictus in der Vatikanischen Nekropole das aus dem 3.Jahrhundert stammt.



Foto © hukwa



hukwa

Samstag, 11. November 2017

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Wildgänse ziehen wieder

Wildgänse ziehen wieder
am Abend ertönt das Herbstlied
des Rotkehlchens.
hukwa

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Gedanken über den Taufstein in der kath. Kirche von Trippstadt.


 
Taufstein kath. Kirche Trippstadt - Foto © hukwa



In der Frühzeit des Christentums fand die Taufe mit dreimaligen untertauchen des Täuflings in Flussläufen oder am Meer statt. Nach der Verlegung des Taufakts in geschlossene Räume machte die Versammlung vieler Täuflinge, deren Taufe nur dem Bischof oblag, und die Teilnahme von Klerus und Gemeinde, eigene Gebäude, sie sogenannten Baptisterien, notwendig. Diesen Ausdruck gab es schon in der Antike, gemeint war damit jener Teil eines Badehauses in der warm gebadet wurde.
Der Grundriss des christlichen „Taufhauses“, also des Baptisterien war im 5. und 6. Jahrhundert meist achteckig. In der Mitte der Zentralanlage befand sich das in den Boden versenkte Taufbecken. Seit dem 4. Jahrhundert stand der Täufling im Wasser, während das Taufwasser über seinen Kopf gegossen wurde.
Schon seit dem 13. Jahrhundert wird die Taufe auf die Einzeltaufe beschränkt und auf das übergießen des Kopfes mit Taufwasser. Mit diesem Ritus kamen die ersten Taufsteine auf.
In karolingischer Zeit stand der Taufstein inmitten des Kirchenschiffes. Im Mittelalter gab es keine festgelegte Plätze wo der Taufstein stehen sollte, man findet ihn oft in irgendeiner Ecke der Kirche.
Fast alle alten erhaltene Taufsteine besitzen keinen Deckel mehr. Jeder Taufstein musste verschlossen sein. Wir wissen nur von einem erhaltenen Taufstein mit Deckel der bis heute erhalten geblieben ist. Dabei handelt es sich um den Taufstein der um 1200 erbauten, sehr großen Dorfkirche St. Michael in Altenstadt am Lech.
Im 12. Jahrhundert waren die Taufsteine meist mit Ornamenten verziert. Zur gleichen Zeit tauchen aber auch die ersten Fabelwesen auf Taufsteinen auf, meist in Verbindung mit dem Ornament. So auf dem Taufstein der Stadtkirche von Freudenstadt. Neben dem Ornament finden wir hier Hirsch, Schlange und das heilige Einhorn wird von einem Löwen bedroht. Hirsch, Schlange und Einhorn entstammen der keltischen Mythologie und wurden von irischen Mönchen „christianisiert“.
Es waren vor allem irische Mönche die als erste versuchten in Deutschland das Christentum einzuführen und diese waren damals immer noch vom Keltentum inspiriert.
Zur Zeit des Frankenreiches kamen fromme Wandermönche von Irland, Schottland und England auf das Festland, um unter den heidnischen Stämmen zu missionieren. Um 600 n.Chr. Waren diese Heiden zum großen Teil durch die Missionare die Papst Gregor ausgeschickt hatte, Christen geworden. Wo die Mönche hinkamen gründeten sie Siedlungen. Zahlreiche Orte in der Pfalz erinnern daran (Orte mit St.= Sankt – heilig). Die Mönche, die später heilig gesprochen wurden, trugen auf ihren Wanderungen grob gewebte lange, wollene Röcke. Barhäuptig, mit Wanderstab, Reliuienkapsel und geweihten Hostien, zogen sie umher. In der Pfalz wirkten Disibodus, Pirminus und Philipp von Zell. Priminus hat vor allem in der Westpfalz große Bedeutung. Geht doch die Gründung des berühmten Klosters Hornbach auf ihn zurück. Mit größter historischer Wahrscheinlichkeit gehörte Pirminus zu jenen irischen Mönchsvätern die wie der hl. Columban (gest.615 in Oberitalien) oder der hl. Furseus (gest.649 in Nordfrankreich) zur Verkündung der christlichen Botschaft, insbesondere aber im Vollzug einer asketischen Bußleistung Irland verließen.
Das missionarische Wirken des hl. Pirmin erstreckte sich natürlich nicht nur auf die Gegend um das Kloster Hornbach sondern auf das ganze Umland und somit auch auf den Bereich des heutigen Landhreises Kaiserslautern.
Schon im 5. Jahrhundert begann diese irisch- christliche Glaubensexpansion mit der Mission des hl. Patrick. Die Mission dieses Heiligen war der erste Schritt zu jener bald darauf folgenden Glaubensexplosion die man als „irisches Wunder“ bezeichnet. So kam es, dass aus den irischen Klöstern, vor allem aus denen die von irischen Mönchen auf dem Festland gegründet wurden, ganz Europa mit Gelehrten versorgt wurde. Diese Mönche waren zweifelsohne von der keltischen Kunst geprägt wie uns das berühmte Book of Kells zeigt. Dieses ist mit kreativen Spirallinien, Schnörkeln und alllen möglichen Fabeltieren ilustriert und mit einer für die irische Kunst von ihren Anfängen bis ins 13. Jahrhundert charakteristischen Formenvielfalt, die wir auch in der romanischen Kunst wiederfinden, gezeichnet. Diese Formen, vom einfachen Fischgrätornament bis zu Spiralmustern, Palmetten, gedrehten Tauen, Zöpfen, schuppenartigen Verzierungen, die manchmal als Laub oder als der Natur nachempfundene oder phantastische Tiere, dann wiederum, auf dieselbe „abstrakte“ Weise gestaltet, als menschliche Antlitze erscheinen, sind auch heute noch in vielen kleinen Dorkirchen anzutreffen und haben mehr als sechshundert Jahre lang das gesamte künstlerische Schaffen in Europa – Bildhauerei, Malerei, Email- und Goldschmiedekunst beeinflußt.
Der Taufstein in der kath. Kirche zu Trippstadt hat solche „keltische Spiralmuster“, man kann zudem davon das er weitaus älter ist als angenommen wird (also vor 1500). Das ganze Mittelalter über stand dieser Taufstein in der ehemaligen Kirche St. Blasius b eim Aschbacherhof.



Lit. Hinweise:
H. Frank: Die Klosterbischöfe des Frankenreiches.
Pfeiffer: St. Pirminus in der Tradition der Pfalz.
Vita Pirmini.

Chr. Beutler: Die Entstehung des Altaraufsatzes. Studien zum Grab Willibords in Echternach.
Friedrich Prinz: Mönchtum und Gesellschaft im Frühmittelalter.
Regine Pernoud: Die Heiligen im Mittelalter. 


hukwa 

Spiritualität in der Natur

Der Gang in die Wälder ist mir auch immer ein spiritueller Spaziergang. In den Wäldern lasse ich das Profane hinter mir. Denn vor mir liegt dann eine transzendente Wirklichkeit. Die Natur ist mir immer auch eine spirituelle Führerin.
hukwa

Sonntag, 22. Oktober 2017

Dienstag, 17. Oktober 2017

Wanderer im Herbst - Prosagedicht

Der Herbst zog auf ohne Bitternis. Der Geruch von Äpfeln im kleinen Waldstück am Feldrand. Vermischt mit Hainbuchen stehen hier einige Wildäpfelsträucher. Letzter Wespentanz über faulendem Obst. Taubengurren und Meisengezwitscher tönt aus halb entlaubten Ästen. Manchmal ein sinkendes Blatt das Trost schenkt. Im Spinnenhaar des scheidenden Altweibersommers goldfunkene Tautropfen. Etwas weiter im Ried singt der Zilp-Zalp sein Reiselied. Ein Hauch von Trauer geht von den verblasssenden Wildrosen aus. Letzter Herbstrausch. Ein Igel schläft schon tiefe im Laub. Am Feldrand atmet die Zeit sich aus. Schwebende Distelsamen im kalten Wind. Zwischen Wolken Kraniche. Sie ziehen ins Exil. Schon winkt des Winters naher Schatten. Ein letztes mal weint der späte Mohn. Die Flockenblume am Waldrand schickt einen letzten Gruß. Als singe sie die alten Lieder. Ein einsamer Wanderer auf grauer Flur geht vorrüber.
hukwa




Fotos © Ute Knieriemen-Wagner

Dienstag, 3. Oktober 2017

Tao Wanderer

Ich bin überzeugt das Leben ist eine Wanderung zu unserem Mittelpunkt. dieser Mittelpunkt ist der Kern aller Dinge. Unser Selbst. Jene die diesen Mittelpunkt erreicht haben ruhen schwerelos und meditativ in sich und sind der Vergänglichkeit enthoben.

Verweilend am Wegrand
ganz tief in mich versunken
das Tao ahnend
Weg des Wu Wei
der Pfad führt in die Wälder
Spiegelbild des Mondes
auf dem Weiher
die Welle bin ich.
hukwa

Montag, 2. Oktober 2017

Baumspruch

Der Mensch muss seine Intelligenz,
angefangen bei den Bäumen,
langsam wieder aufrichten.
Joseph Beuys

Donnerstag, 28. September 2017

Rotkehlchen

Ein Rotkehlchen folgt mir
auf meiner Wanderung
durch den Herbstwald.
hukwa

Dienstag, 26. September 2017

Sonntag, 24. September 2017

Saat des Winters

Der Herbstwind treibt
die Blätter vor sich her
wie eine Saat des Winters.
hukwa

Freitag, 22. September 2017

Donnerstag, 21. September 2017

Mittwoch, 20. September 2017

Freitag, 15. September 2017

Merlin


Fotos © UteKW

Merlin in der Baumkunde

Wer sich mit der Mythologie und Geschichte des Baumkultes in Europa beschäftigt, wird unweigerlich auf die geheimnisvolle und sagenhafte Gestalt von Merlin treffen. Neben der Eiche gibt es drei weitere Baumarten die ihm zugewiesen werden. Der Weißdorn, die Kiefer und der Apfelbaum.
In dieser Abhandlung interessiert uns Merlin als „Waldmensch“ der untrennbar mit dem europäischen Baumkult verbunden ist, denn er scheint Seher und Prophet gewesen zu sein, der durch die Bäume sprach. Als solcher hatte er an der Seite von König Artus, dem er zur Einrichtung des Ordens der Tafelrunde geraten hatte, gegen die barbarischen Eroberer der Bretagne gekämpft.
Wegen des Todes seiner Brüder dem Wahnsinn verfallen und der Gesellschaft der Menschen überdrüssig, zog er sich in den Wald von Broceliande zurück, den er nur noch verließ um düstere Prophezeiungen zu machen über die dem Bösen verfallene Welt. Diesem Bösen muss Merlin zeitlebens begegnet sein, den der Mythos berichtet er sei ein Sohn finsterer Mächte und seine Mutter sei eine Nonne gewesen, der Vater der leibhaftige Teufel. Was wohl nichts anderes bedeuten kann, als das er zwei Seelen in sich trug, das gute und das Böse. An jenem Tag als er der Fee Vivianne begegnete, besiegte er das Böse in sich. Er der mächtigste aller Zauberer lehrte Vivianne seine ganze Zauberkunst und ließ sich zuletzt von ihr in einem „Glashaus“ einschließen, nach anderen Berichten verschwand er in einer Höhle hinter einem Weißdornbusch. Nach Jean Markale und seinem Buch „Merlin Enchanteur“ soll dieses „Glashaus“ eine geschlossene Welt in der Mitte des Waldes darstellen, die in ihren unsichtbaren Mauern eine jenseitige Welt einschließt wohl das keltische Autre Monde. Also eine Welt in einer anderen Sphäre, die Ähnlichkeit mit einem Obstgarten hat. Hier findet die Dyade statt, die heilige Vermählung des göttlichen Bruders, mit der göttlichen Schwester. Fern unserer Welt leben sie in vollkommener, harmonischer Liebe, die sie ihrem Wesen nach von der Gesellschaft trennt. Merlin und Vivianne genügen sich selbst und benötigen diese Welt nicht mehr, sie leben sozusagen in einer Noos- Sphäre. Sie stellen ähnlich wie Adam und Eva, die Welt vor dem Sündenfall dar, also bevor sich der Mensch der äußeren Welt bewusst war. Nach J. Brosse: „Merlin und Vivianne ziehen sich von einer profanvisierten, unwiderruflich dem Untergang verfallenen menschlichen Welt zurück und kehren miteinander zum Ursprung, zum Naturzustand zurück, in diesen Obstgarten, wo sie als Herren der Pflanzen und Tiere regieren, schützen, was noch zu retten ist, und, unsichtbar geworden, die Wiedergeburt des Heiligen vorzunehmen“.
Wir haben es hier mit einer Geschichte zu tun die weit über die keltische Welt hinausweist und ihre Ursprünge im prähistorischen hat.
Nach Robert von Ranke – Graves dürfte jener Obstgarten identisch sein mit der „Insel der Apfelbäume“, in der „weißen Göttin“, schreibt Graves:“Glastonbury oder Inus Gutrin, ist auch die Isle of Avalon (Insel der Apfelbäume)“.
Der Bezug Merlins zu den Bäumen, also zum europäischen Baumkult, seine Rolle als Waldmensch ist tief im Schamanimus verwurzelt, Brosse schreibt hierzu: „…Die Birke, der typischste der Schamanistischen Bäume, und die Apfelbäume, mit deren Zweigen die Feen Sterbliche, in ihr Reich, die jenseitige Welt locken. Manche texte präzisieren, das Merlin gelegentlich unter einem Apfelbaum lehrte. Noch wichtiger in seiner Geschichte, ist die Kiefer, die sich oberhalb des Brunnens von Barenton in der Mitte der Lichtung des memeton erhebt. Dieser Brunnen ist die Wohnstatt Viviannes, die also eine Nymphe ist. Vivianne die Verkörperung der Quelle, hat magische Kräfte. Sie lässt es regnen, mehr noch, wenn man Wasser auf die Treppe gießt die den Brunnen umgibt, kann man ein erhebliches Gewitter heraufbeschwören; im übrigen heilt das Wasser des Brunnens die Tollheit, wie Vivianne Merlin von seinem Wahn befreit hatte. J.Markale betont das der Brunnen von Barenton niemals wie die Mehrheit der bretonischen Quellen christianisiert wurde, sondern durch die Jahrhunderte heidnisch geblieben ist, was die Bewohner der Gegend allerdings nicht daran hindert, sich in Dürrejahren dorthin zu begeben, und Geistliche schreiten der Prozession zügig voran“.
Die Quelle, die Kiefer, die Nymphe Vivianne, alles spricht hier für das Reich der großen Mutter, der „weißen Göttin“, wie sie Ranke – Graves für uns erforschte. Mit den Worten von Heinrich Zimmer: „…Es ist die Stätte des ewig Weiblichen, Stätte der Zeitlosigkeit und des unerschöpflichen Lebens, Quelle des Todes, aus dem das leben sich ständig wiedergebiert. Es ist der geheimnisumwobene Ort, von zahllosen Helden in Märchen und Legenden der ganzen Welt aufgesucht, unter vielen historischen Verwandlungen wieder zu erkennen: er gehört zu unserem universalen Vorrat archetypischer Sinnbilder. Die Fassung, die uns die keltischen Märchen und der Artuszyklus übermitteln, stammt aus dem mythischen Bilderschatz der altertümlichen mutterrechtlichen Ordnung, wie sie der vorkeltischen Kultur des westlichen Frankreichs und der britischen Insel eigen war. Im Reich der Mütter findet das schweifende Mannkind heim zum Mutterstamm von der Urmutter her. Hierher ist er gekommen- zu diesem verborgenen Heiligtum des Urquells-, um das Rätsel von Leben und Tod zu lösen. Hier wird er die langersehnte, lang versagte Antwort finden. Durch sein Orakel wird er vom mütterlich –weiblichen empfangen, von der unausgesprochenen intuitiven Weisheit der Lebenskraft, in deren leibhaftiger Gegenwart ihm das Geheimnis ihrer ständig erneuerten Wiedergeburt von Generation zu Generation gewahr wird“.
Zweifelsfrei spielt Vivianne die Rolle der „großen Mutter“, sie holte Merlin aus dem Männerbund der Tafelrunde zurück ins Reich der Mutter- der alten Göttin Gaia. Nach meiner Ansicht war Merlin nicht der Sohn des Teufels, sondern der Sohn Pans. In der keltischen Mythologie gibt es gar keinen Teufel. Pan wurde ja von der Kirche verteufelt. Der Ur- Merlin, der nichts anderes als ein Schamane sein konnte, war eindeutig ein Initiierter des Waldes, der Teufel jedoch ist eine Gestalt der christlichen Zivilisation. Das keltische Gegenstück des Pans war der Gott Cernunnos. Erst Robert de Boron machte Merlin in seinem Merlinroman zum Sohn des Teufels. Merlin aber ist durch und durch heidnischer Natur. Er besitzt magische Macht über die Wesen der Natur, die Fähigkeit seine gestalt zu vertauschen und kann in die Zukunft schauen, all diese Dinge sind typisch für einen Schamanen, einen, Eingeweihten der Wälder. Doch vor allem sein Bezug zu Bäumen zeichnen ihn als Herr des Waldes aus. So lesen wir bei Brosse: „Die Kiefer von Barenton hat Merlin nach Art der Schamanen bestiegen; in ihren Wipfeln, hat er die höchste Erkenntnis erlangt, und hier wohnt er seit dem, denn das „Glashaus“ ist nichts anderes als die Spitze des grünen Baumes, wo Merlin schließlich die Gesamtheit all seiner Kräfte zuteil wurde: die Gabe des Hellsehens, die Verwandlung, die Unsichtbarkeit, die Allgegenwart der Macht über die Elemente, die Gabe die Sprache der Tiere (und der Orakelbäume) zu verstehen und ihnen zu befehlen, die Gabe der Heilkunst und manchmal der Wiedererweckung vom Tod, die Gabe, Quellen hervorzurufen, Wesen und Dinge erscheinen zu lassen, die nicht existieren, auf das Pflanzenreich einzuwirken und sich fliegend durch die Luft zu bewegen. Dieselben Kräfte schreibt aber die literarische Überlieferung in Irland und Wales, auch den Druiden zu, und die sibirischen Schamanen nehmen sie auch für sich in Anspruch“,
Jean Markale beschreibt in seinem Buch „die Druiden – Gesellschaft und Götter der Kelten“ folgendes. „So betrachtet, ist der Druide ein „Medizinmann“ in der Art des Schamanen, in dessen Nähe er vor allem durch seine magischen Inkanationen rückt, da der Schamane seine ekstatische Reise mit dem Ziel unternimmt, in den Grenzregionen der Autr Monde die Seelen eines Kranken, eines Verletzten, eines Sterbenden oder gar Toten aufzusuchen. Wir werden noch auf andere Analogien zwischen dem Druidentum und dem Schamanismus stoßen, auch wenn dafür gewisse Positionen der Schule von George Dumezil aufgegeben werden müssen, nach der die Wurzeln des Druidentums ausschließlich innerhalb des indoeuropäischen Bereichs liegen. Man sollte aber keine Informationsquelle ungenutzt lassen, vor allem weil bekannt ist, welche Bedeutung der Schamanismus in Zentralasien und Mitteleuropa gehabt hat- und von dort kamen ja auch die Kelten.“

hukwa

Foto © UteKW






Donnerstag, 14. September 2017

Mittwoch, 13. September 2017

Montag, 11. September 2017

Herbstmond

Im Licht des Vollmonds 
der rauhe Sandstein
glänzt wie ein Diamant.
hukwa

Samstag, 9. September 2017

Freitag, 8. September 2017

Samstag, 26. August 2017

Donnerstag, 24. August 2017

Tagesspruch - Verantwortung

Nur durch die Verantwortung für das Gegenwärtige
können wir verantwortlich
für die Zukunft werden.
Karl Jaspers

Mittwoch, 23. August 2017

Herbstferien in Trippstadt anno 1812

In den Jahren 1807 bis 1820 war Johann Peter Fabricius protestantischer Pfarrer in Trippstadt. Davor war Fabricicus lutherischer Freiprediger und Lateinlehrer in Pirmasens.
In Trippstadt besuchte ihn 1812 sein ehemaliger Schüler und späterer Professor für Theologie, Johann Friedrich Bruch. Dieser war der Verfasser einiger theologischer Werke. In seinen „Kindheits- und Jugenderinnerungen“ erinnert er sich u.a. an die Herbstferien im Jahre 1812, die er in Trippstadt verbrachte:


Die Herbstferien, welche der damaligen Ordnung nur den October durch dauerten, brachte immer bei meinen Eltern zu. Gewöhnlich machte ich während derselben einen Besuch bei Pfarrer Fabricius, der unterdessen nach Trippstadt bei Kaiserslautern war versetzt worden. Dort fand ich immer die liebevollste Aufnahme und verbrachte glückliche Tage. Die Familie des guten Fabricius und die Verhältnisse, in welchen sie lebte, hätte einem Dichter einen ebenso reichen und anziehenden Stoff dargeboten, als die von Sessenheim dem großen Goethe. Ihn selbst habe ich bereits nach seinen Kenntnissen und nach seiner Lehrgabe geschildert. Er war ein kleiner, etwas untersetzter Mann, mit einer echt oberdeutschen Physiognomie, sehr lebhaft und in der Unterhaltung nicht ohne Witz. Seine Frau, die in ihrer Jugend sehr schön gewesen, hatte noch in älteren Jahren eine ungemein anziehende, sanfte Physiognomie und etwas Wohltuendes in Stimme und Sprache. Der Kinder waren neun. Die älteste Tochter, Friedericke, ungefähr von gleichem Alter mit mir, war eine seelenvolle, anziehende Erscheinung. Man konnte sie nicht gerade schön nennen, allein ihre Züge waren sehr angenehm, ihr Bild treuherzig und geistreich. Sie hatte eine klangreiche Stimme und sang sehr schön, ob sie gleich nie Unterricht im Singen gehabt hatte. Die zweite Tochter, Carolina, war schöner: Sie hatte prachtvolles blondes Haar und regelmäßige feine Züge. Allein ihr Wesen war weniger ansprechend und ihre Bildung weiniger ausgezeichnet, als die ihrer älteren Schwester. Friedericke wirkte sehr anziehend auf mich. Sie teilte mir ihre poetischen Versuche mit, die von einer nicht geringen Anlage zeugten. Es blieb mir nicht verborgen, daß sie sich auch zu mir hingezogen fühlte und hätte es in meinem Geschicke gelegen, in Rheinbaiern eine Pfarrstelle zu erhalten, so würde ich unbedenklich meine Hand angeboten haben.
Diese Familie bewohnte nun ein erbärmliches Pfarrhaus: es bestand nur aus einem Bodengeschoß an das sich unmittelbar die Stallung anschloß. Daneben war ein kleiner Garten. Auch zeugte das Innere des Hauses, trotz der hier herrschenden Reinlichkeit und Ordnung davon, daß hier kein Reichtum zu finden war. Indessen herrschte in der Familie ein heiterer Geist, und fast den ganzen Tag hindurch ließ sich die sangreiche Stimme der beiden Schwestern vernehmen, während die jüngeren Geschwister sich munter in der Wohnstube herumtummelten.
Trippstadt liegt mitten in einer waldreichen Gegend auf einer Hochebene, die weinig Reize darbietet. Umso reizvoller ist das Carlsthal, das sich an der einen Seite der Höhe hinzieht. Herrlich bewachsen, mit interessanten Felsenpartien, wird es durch einen über Kieseln und Felsentrümmern hinbrausenden ziemlich breiten Waldbach durchschnitten. An dem einen Ende des Thales erhebt sich eine ansehnliche Bergruine, unterhalb welcher große Eisenwerke sich befinden. In dem Thale selbst, unter einem am Abhang des Berges sich erhebenden Felsen, hatte ein Einsiedler seine Klause erbaut. Dieses Thal war nun täglich das Ziel unserer Spaziergänge. Hier trug mir Friedericke ihre Gedichte vor; hier lasen wir zusammen gute Bücher; die beiden Schwestern ließen das Thal von ihrem Gesang ertönen; es wurden Blumen gepflückt. Nicht selten wurde ein bescheidenes Abendessen von Hause aus mitgenommen, das dort am rauschenden Bache, im Schatten herrlicher Buchen, eingenommen wurde. Die Tage, welche ich in jener guten, liebevollen Familie zubrachte, haben in mir ein überaus freundliches Andenken zurückgelassen. Sie bilden in meinem Leben wie ein Idyll. Alles ist mir nach langen Jahren noch gegenwärtig, wie wenn es sich erst vor wenigen Tagen zugetragen hätte, und ich muß gestehen, daß ich immer ein eigene Bewegung des Herzens empfinde, wenn ich mich in diese Familie und die in ihrem Schoße verlebten Tage zrückversetze.“

hukwa
Literaturhinweise:
Kindheits- und Jugenderinnerungen von Dr. Friedrich Bruch, aus seinen schriftlichen Aufzeichnungen mitgeteilt von Theodor Gérold 1889

Sonntag, 20. August 2017

Mit Bäumen sprechen so mild

Ich möchte die Welt wieder
sehen wie ein Kind
mit Bäumen sprechen so mild
bemooste Steine warten auf mich
grüne Wälder erwandere ich
im Spiegelbild des Waldweiher
erkenne ich mich
Einssein mit dem Wald
das ist mein Ziel
immer tiefer
dringe ich in ihn ein.
hukwa

Samstag, 1. Juli 2017

Zur Geschichte des einstigen Auerwildes in den Trippstadter Wäldern

Das Auerhuhn bevölkerte einst recht erfolgreich den Pfälzerwald. Gegenüber von Wolf und Luchs ist es noch nicht allzu lang her, dass das letzte Auerwild im Pfälzerwald beobachtet wurde.

1976 wurde in einem Revier nahe Frankenstein nochmals eine Henne mit ihren Küken gesehen und bestätigt. Eine weitere Quelle nennt den Bereich Neustadt/Weinstraße. Hier soll ebenfalls 1976 eine Henne mit 4 Küken gesehen worden sein (Groh 1978). Seither ist das Auerhuhn in Rheinland-Pfalz ausgestorben! Somit ist unser Pfälzerwald einmal mehr um eine wunderschöne und interessante Wildtierart ärmer geworden.

Das Auerwild gehört zu der Gruppe der Raufußhühner und wird aus traditionellen Gründen dem Hochwild zugerechnet. Zoologisch bezeichnet man es als Auerhuhn.
Das Auerwild ist Kulturflüchter und benötigt einen ruhigen Lebensraum. Bei Gefahr gockt die Henne um ihr Gesperre (ihre Küken) zu warnen und zu locken. Allerdings nur ein bis zwei Mal, danach verstummt sie sofort und antwortet auch nicht auf das Rufen der Küken, die nicht sogleich unter sie geschlüpft sind. Diese sind dann meist schutzlos der Witterung (Nässe und Kälte), sowie Feinden ausgeliefert.
Das Auerhuhn bedarf eines besonderen Lebensraumes. Ruhige, lichte, naturnahe Nadelwälder werden gerne angenommen, mit reich entwickelter Krautschicht und viele Beerenfrüchte wie Heidelbeeren, dazu Schlafbäume mit festen, waagrechten Ästen, auch Trinkwasser und Ameisenhaufen müssen vorhanden sein.
Das Auerhuhn ist in der Forst- und Jagdliteratur unzählige Male bis in alle Einzelheiten beschrieben worden. Vor allem die Auerhahnenbalz! So wurde immer wieder von balztollen Auerhähnen berichtet, die alle Scheu vor den Menschen verlieren und ihn sogar angreifen. Die Hähne balzen mitunter auch im Oktober und November, wenn auch nicht immer an ihrem traditionellen Balzplatz.
Das Auerhuhn ist im Sommer ein Bodenvogel, das seine Nahrung wie Gras, Kräuter, Ameisenpuppen, Eicheln, Beeren aber auch Eidechsen und Blindschleichen am Boden findet. Nur zum Schlafen baumt es auf. Im Winter ist es dagegen überwiegend ein Baumvogel und kommt mit grünen Nadeln und Knospen als Notnahrung aus. Es verschluckt regelmäßig Steine, die im Muskelmagen bei der Verdauung mithelfen. Sie wurden früher als „Auerhahnperlen“ zu jagdlichem Schmuck verarbeitet.

Natürliche Feinde des Auerhuhns sind Schwarzwild, Dachs, Fuchs und Marder. Erwachsene Vögel sind Beutetiere von Habicht, Uhu, Fuchs und Marder. Sowie Luchs in Regionen wo er vorkommt, auch der Wolf sollte genannt werden. Schließlich ist es nur eine Frage der Zeit bis dieser wieder im Pfälzerwald heimisch sein wird. Althähne werden jedoch kaum vom Habicht geschlagen, auch nicht von einem starken Habichtsweibchen, es sei denn bei einem Überraschungsangriff von hinten. Der Hahn hält ihm in der sogenannten „Trutzhaltung“ stand. Auerhennen dagegen schlägt der Habicht ohne weiteres.
Das Balzlied des Auerhahns, das dieser in der Morgendämmerung von seinem Balzbaum aus im Frühjahr sang, ist lange schon verstummt.

Die wichtigsten Ursachen für den Rückgang der Auerhühner in der Vergangenheit im Pfälzerwald aber auch in der Gegenwart (in anderen Waldgebieten Deutschlands) sind die Intensivierung der Forstwirtschaft und die zunehmende Beunruhigung durch uns Menschen. Als forstliche Maßnahme wäre es erforderlich, auf großen Flächen einen möglichst vielseitigen Wald zu schaffen und zu erhalten, der die Habitatsansprüche der Auerhühner erfüllt. In Brandenburg gelang es 2012 erfolgreich wieder Auerhühner anzusiedeln, die inzwischen sogar dort brüten. Es handelt sich um eine Population von 30-40 Tieren. Wenn diese Population auch noch nicht stabil ist, besteht doch Zuversicht, dass das Auerhuhn in deutschen Waldgebieten wieder heimisch werden kann. Ein solches Pilotprojekt wäre wohl auch für den Pfälzerwald interessant. Eine zentrale Rolle bei der Wiedereinbürgerung der Tiere spielt das Vorkommen von Heidelbeeren, die einen Hauptanteil der Nahrungskette dieses Huhnes bilden.

Zu viele Faktoren haben in der Vergangenheit verhindert, dass sich das Auerhuhn im Pfälzerwald bis in unsere Zeit halten konnte. Einige der Hauptursachen (nicht abschließend), seien hier aufgezählt:

  • die Intensivierung der Forstwirtschaft (Kahlschlagwirtschaft, monotone Altersklassenbestände, Einsatz schwerer Maschinen und Motorsägen, Kulturgatter aus Drahtgeflecht).
  • Verlust an lebensnotwendigen Äsungsgrundlagen (Rückgang der Heidelbeeren durch Veränderung der Waldstruktur – Umwandlung Beerenreicher Nadelwälder in geschlossene Laubwälder.
  • Zunahme von Straßenbau und Verkehr (wertvolle Lebensräume wurden überbaut und zerschnitten. Die ehemals stillen Reviere wurden zunehmend beunruhigt, es häuften sich die Fälle von verunfalltem Auerwild).
  • Klimatische Einflüsse (fiel der Schlupftermin mit nasskalter Witterung zusammen, so häuften sich die Verluste).
  • Die zur Zeit des kalten Krieges erbauten US-Militäranlagen mit erheblichem Militärverkehr, Zerstörung von Heidelbeeranlagen durch den Bau von Anlagen und Gebäuden.


Nach allgemeinem Rückgang der Bestände sind heute Bergwälder der Alpen mitunter die letzten Rückzugsgebiete. Aus den Mittelgebirgen Deutschlands ist das Auerwild fast gänzlich verschwunden. Unterschiedlich starke Vorkommen gibt es noch im Bayerischen Wald, Schwarzwald, Thüringer Wald, Harz (erfolgreiche Wiedereinbürgerung), Spessart und Odenwald. Vielleicht befindet sich unter diesen Mittelgebirgen ja auch bald wieder der Pfälzerwald mit dem „Neubürger“ Auerhuhn.

Einst war das Auerhuhn in recht guten und starken Beständen fast über den ganzen Pfälzerwald verteilt. Eigens für die Landesherrschaft, zum Besuche der Auerhahnbalz, errichtete Jagdhäuser z.B. im Elmsteiner Wald (Jagdhaus Speckheinrich und Jagdhaus Breitscheid), künden noch von den Jagdvergnügen der einstigen pfälzischen Kurfürsten. Pfalzgraf Johann Casimir (Urbild des Jägers aus Kurpfalz) erlegte zur Brutzeit im Frühjahr des Jahres 1589 7 Auerhähne. Im März 1580 widmet sich der Pfalzgraf mit Passion der Jagd auf den Auerhahn. Aus seinem „Kalendertagebuch“ und seinem „Schießbuch“ geht hervor, dass er vor allem im Lauberwald bei Trippstadt und im Reichswald bei Kaiserslautern manchmal bis zu zwei Hähne täglich schoss. Besonders weidmännisch hat sich der Pfalzgraf nicht benommen studiert man seine Jagdaufzeichnungen.

Ende des 19. Jahrhunderts war das Auerhuhn bereits aus vielen Revieren des Pfälzerwaldes verschwunden, der berühmte Auerwildbestand um Johanniskreuz und Lauberwald ging bereits seit Mitte 1850 mit auffallender Schnelligkeit zurück.

Nachdem der Abschuss zeitweilig verboten war, erholte sich der Bestand Anfang des letzten Jahrhunderts kurzfristig wieder und erreichte eine hohe Dichte.
Ein erneuter Bestandsrückgang war nach dem 2. Weltkrieg zu verzeichnen, von Forstmeister Goepel damals auf Grund der Vermehrung von Schwarzwild, Fuchs und Dachs zurückgeführt. Die stärkere Bejagung dieser Wildarten und die schon damals ausgebrochene Schweinepest führten zu einer kurzfristigen Zunahme des Auerwildes, die jedoch bereits um 1950 wieder soweit rückläufig war, dass bestandsbedrohende Ausmaße (Groh 1978) erreicht wurden. Den Gesamtbestand an Auerwild im Pfälzerwald schätzte Groh 1963 auf noch ca. 150 Exemplare.

Um die Abschüsse der letzten Auerhähne im Revier zu verhindern, meldeten einige Revierförster ihre Hähne zu dieser Zeit schon nicht mehr. Die meisten zur Strecke gekommenen Auerhähne wurden jedoch nicht durch die Forstbeamten selbst, sondern durch geführte Jagdgäste (oftmals hochrangige Personen aus Politik und Wirtschaft) erlegt.



Literatur Hinweise:
Allgemeine Forstzeitschrift (AFZ), Auerwild und Waldbau Nr.39; 1974.
Frank Zeitz: Die Geschichte des einstigen Auerwildes im Pfälzerwald.
Erstes Brandenburger Auerhuhn nachgewiesen: Lausitzer Rundschau 2014.
Wieder balzende Auerhähne in Thüringen gesichtet: Ostthüringer Zeitung 2016.
Das Auerhuhn in Brandenburg vermehrt sich wieder: Berliner Zeitung 2014.

hukwa

Der Rote Fingerhut

Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) bildet in unseren Mittelgebirgen, besonders auf Waldlichtungen mit kalkarmen Boden, ausgedehnte Bestände. Seine großen, purpurroten Blüten, die zu auffallenden Trauben gehäuft sind, stellen hängende Glocken dar. Diese Blütenform erinnert an einen Fingerhut (lat. digitus = Finger). Die Flecken in der Blüte sollen Staubbeutel vortäuschen und die Attraktivität der Blüten für Insekten stark erhöhen. Allerdings überwinden nur größere Insekten wie Hummeln die bärtige Sperre auf dem Blütengrund, die kleinere unzuverlässige Blütengäste zurückhält.

Die giftige Pflanze aus der Familie der Rachenblütler ist mit mehreren Arten in Mitteleuropa und Westasien heimisch. Zu Heilzwecken verwendet man vorwiegend den Roten Fingerhut als auch seinen Verwandten, den wolligen Fingerhut (Digitalis lanata).

Im ersten Jahr entwickelt sich am Boden nur eine große Blattrosette, im darauffolgenden Jahr wächst der behaarte Stängel 60 – 120 cm empor. Er trägt runzlige, an der Unterseite grau-filzige, lanzettförmige Blätter. Von Juni bis September erscheinen dann die charaktertypischen Blüten. In Ziergärten gedeiht eine weniger giftige Sorte als Zierpflanze.

Den größten Heilwert hat der wildwachsende Fingerhut. Dieser ist dafür bekannt, dass sein Wirkungswert an den verschiedenen Standorten recht erheblich voneinander abweichen kann. Als besonders gut und reich an Inhaltsstoffen gilt der "Harzer Digitalis". Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Pflanze von dem englischen Arzt William Withering in die Therapie eingeführt. Auf seinen grundlegenden Arbeiten baut sich auch heute noch die gesamte Lehre der Digitalis auf. Man hatte den Fingerhut schon lange vorher in der Volksheilkunde angewandt, allerdings für ganz andere Erkrankungen, als jene für die er heute angewendet wird.



Foto © UteKW



Leonhart Fuchs ein bekannter deutscher Arzt und Botaniker, gab der Pflanze im Jahre 1542 den wissenschaftlichen Namen, eben wegen der Ähnlichkeit mit einem Fingerhut. Als einer der ersten Ärzte beschreibt er die Pflanze als Arzneikraut. Es sollte allerdings William Withering überlassen bleiben den Fingerhut ab 1775 in die Medizin einzuführen. Als erster hat er ihn bei Herz- und Kreislauferkrankungen angewandt. Er beschrieb die Heilpflanze in einer Monografie äußerst exakt.

Bei den britischen Kelten war die Pflanze eng mit dem „kleinen Volk“, den Elfen und Feen verbunden. Sie sollen die Blüten des Fingerhutes u.a. als Kopfbedeckung genutzt haben.
Die Pflanze bot Schutz vor Bösem und war gleichzeitig ein Bindeglied zu den Naturgeistern.

Der Fingerhut ist eine der stärksten heimischen Giftpflanzen und darf auf keinen Fall selbst zubereitet werden. Schon geringe Mengen wirken tödlich! Bei der Anfertigung eines jeden Digitalis-Blätterrezeptes ist der Apotheker verpflichtet, eine neue Ampulle zu öffnen und den nicht verbrauchten Rest fortzuwerfen. Der Arzt ist somit immer sicher voll wirksamen Digitalis zu erhalten.
In Gärten, in denen Kinder spielen, hat der Fingerhut also wegen seiner Giftigkeit nichts verloren!


Wohl aber in freier Natur, wo er mit seiner Blütenpracht die Vorbeikommenden grüßt.

hukwa

Samstag, 27. Mai 2017

Vom Wandern

Um die Erfahrung der realen Wirklichkeit zu machen muss ich mich täglich mehrere Stunden im freien Aufhalten. Der Aufenthalt unter Bäumen, bei Pflanzen und Tieren gibt mir die Gewissheit ein Teil der Gegenwart zu sein und nicht in Illusionen zu verweilen. Die Natur ist mir keine Fluchtburg sondern eine Zuflucht vor der Dumpfheit meiner Zeitgenossen. Bei meinen Wanderungen habe ich immer das Ziel vor Augen eins zu werden mit der erwanderten Natur.
hukwa

Montag, 22. Mai 2017

Grüner Gott des Pfälzerwaldes

Im grau-grünen Wasser der Bach 
steht einsam die Forelle
kurz des Sperbersschrei
die Meise rührt sich nicht
frühlingshaftes Zwitschern 
als singen sie für mich
es knackt im Holz
welches Wesen schleicht durchs Dickicht?
Am Hang der Rehbock
steht ganz still
ein einsamer Bussard zieht seine Kreise
ein grünes Angesicht
spiegelt sich im Dickicht.
ich lausche dem Laut der Vogelkehle
weiß um den grünen Gott
der durch die Wälder pirscht
im Moos und Farn erblicke ich ihn
von Angesicht zu Angesicht.
hukwa

Sonntag, 9. April 2017

Donnerstag, 6. April 2017

Des Frühlings Wiederkehr

Im Aufkeimen des Frühlings erkenne ich die unsterbliche Kraft des Lebens. Eine Energie die sich mir vor allem im verborgenen Leben der Pflanzen offenbart. Sie- die ewig gleichbleibenden Gestalten, die im Herbst vergehen und im Frühling wieder Auferstehen- stimmen mir das Lied der ewigen Wiederkehr in jedem Frühling aufs Neue an.
hukwa

Mittwoch, 5. April 2017

Schauende Seele

Wenn die klaren Wasser sprechen
tritt das Schöpferwort zur Welt
aus der Dunkelheit wird Helle
Nacht wird zur Geborgenheit
fern dem Horizont der Tage
summt die Moosalb hier ihr Lied
wacht die Welt aus ihrem Schlafe
klingt der Tag uns wie ein Lied
singt die Amsel Sinfonien
Bäume rauschen Götterwort
und im tiefen Waldesschweigen
fliegt die Seele mit dem Winde fort.
hukwa

Samstag, 1. April 2017

Dompfaffhaiku

Im Frühlingsgarten
lockt nun der Dompfaff
den ganzen Tag.
hukwa

Der Dompfaff ist
wenn er in der Erle singt
der Erle Stimme.
hukwa

Freitag, 24. März 2017

Mittwoch, 22. März 2017

Freitag, 10. März 2017

Jetzt geh in die Wälder

Jetzt zieh hinaus
der Märzgeist ruft
sein Ton ertönt
im Vogelruf
der Dompfaff lockt
im Fichtenhain
und über dir
ein Kranichzug
jetzt ist die Zeit
jetzt muss es sein
verpass es nicht
geh in den Wald
er führt dich hin
zu deinem wahren Sein.
hukwa

Freitag, 17. Februar 2017

Der Keltendolch von Trippstadt II

Bereits im Jahre 2014 fand Martin Behrendt in der Nähe von Johanniskreuz einen keltischen Ritualdolch. Der Fund wurde auf Trippstadter Gemarkung gemacht und befindet sich im Fundus des Historischen Museums in Speyer. Wahrscheinlich wurde das Fundstück von Forstmaschinen der Erde entrissen.
Die Bedeutung dieses Fundes ist für die Gemeinde Trippstadt historisch äusserst wertvoll.
Da der Dolch rituell gebogen ist handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um eine Grabbeigabe aus keltischer Zeit.
Herr Behrendt, der selbst Heimatforscher ist, zeigte mir Fotos von seinem Fund und wollte meine Meinung dazu wissen, da ich mich schon sehr lange mit der Geschichte der Kelten im Landkreis Kaiserslautern beschäftige.
Man kann davon ausgehen, dass sich höchstwahrscheinlich auf Trippstadter Gemarkung ein Keltengrab befindet.

Neben der Gräberreihe von Johanniskreuz sowie dem Depotfund von Schmalenberg (Depotfund unter einem Felsblock, mit zwei doppelpyramide förmigen Eisenbarren; 1936), sowie dem Gräberfund von Queidersbach im Jahre 1933 (Körpergrab mit zwei Bronzearmringen , zwei bandförmig verzierten Bronzeringen und einem Napf), erhärtet dies eine von mir seit Jahren verfolgte These, das sich im Bereich Trippstadt einst zumindest ein keltisches Gehöft befand. Da die Kelten intensive Schweinezucht betrieben, kann man davon , dass auch Höhenlagen des Pfälzerwaldes intensiv genutzt wurden. Vorwiegend wegen der Eichel- und Buchenmast.
Von großer Wichtigkeit ist vor allem die alte Höhenstrasse bei Johannniskreuz die wahrscheinlich schon zu keltischer Zeit genutzt wurde. Die enge Nachbarschaft Trippstadts zu dieser Altstrasse macht die Gemarkung Trippstadt als keltischen Siedlungsraum interessant. Von Johanniskreuz aus führen Altstrassen zur Heidelsburg (Waldfischbach), nach Bad Dürkheim (keltische Siedlung) und zum Donnersberg (Siedlung) sowie in die „Kaiserslauterer Senke“, also dorthin wo sich keltische Siedlungen oder Gehöfte befanden.
Auch tiefer im Pfälzerwald wurden immer wieder Gelegenheitsfunde aus keltischer Zeit gemacht.
Gerade in diesen Wäldern pflegte man die alten heiligen Kultplätze. Wir finden diese in unseren Mitttelgebirgen von den Vogesen über den Pfälzerwald, den Hunsrück bis zu Eifel und den Ardennen.
So z.B. die Tempelanlage Gutenborn bei Kindsbach (Kaiserslautern) gerade bei diesem Quellheiligtum sehen wir wie sich keltische Naturheiligtümer während der Latene Zeit mit römischen Steinbauten verbanden.
In den Wäldern um Eppenbrunn fand man Spuren der Hallstatt Zeit, so am Kettrichhof Keltengräber sowie bei der ehemaligen St. - Wendelins- Kapelle zwischen dem Hochsteller- und Imbsbacherhof auch bei Hilst, Schweix und Walschbronn. Bei Haspelschied stand einst eine Fliehburg.
Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt der Name Eppenbrunn von der Göttin Epona, der populären Schutzgöttin der Pferde. Diese Göttin war eine Verkörperung der Muttergottheit, die in ihrer besonderen Eigenschaft als Herrin der Pferde bei Stämmen verehrt wurde die Pferdezucht betrieben.
Dass die Kelten auch karge und weniger fruchtbare Böden landwirtschaftlich nutzten wissen wir von Plinius. Auch Varro hatte schon in seiner Schrift vom Landbau eine der Personen des Gesprächs sagen lassen: „ Als ich in Gallien jenseits der Alpen tief im Binnenland das Heer an den Rhein führte, bin ich in einige Gegenden gekommen, wo die Bewohner die Felder mit einer weißen, ausgegrabenen Tonerde düngten“.
In Nordgallien und auch bei den benachbarten Germanen war der Mergel ein bevorzugtes Düngemittel, man unterschied eine Reihe von Qualitäten, die Gegenstand eines regen Handels waren.
Die gewiß wichtigste gallische Erfindung war der Pflugmesser das dem einfachen aratrum der Südvölker weit überlegen war, und der Räderpflug, der im französischen seinen keltischen Namen noch beibehalten hat ( charrue = carruaca). Mit diesem Pflug, der oft von mehreren Ochsenpaaren gezogen wurde, konnten steinige und schwere Böden, die heute als unrentabel angesehen werden, bestellt werden. So berichtet uns Plinius: „Ich will auch einen Fall der Art aus jüngster Vergangenheit nicht unerwähnt lassen, der jetzt vor zwei Jahren im Trevererland vorkam. Als nämlich dort die Saat durch sehr strengen Frost gelitten hatte, besäten die Bauern im Monat März die Felder aufs Neue und erzielten eine überreiche Ernte“.
Die Kelten kannnten also schon das Wiederumpflügen der schon aufgegangenen Saat.
Die Treverer die gemeinsam mit den Mediomatrikern in der Pfalz siedelten waren bekannt für ihre hervorragende Pferdezucht.
Vor allem in der La Tene Zeit wurde nicht mehr in jedem Einzelgebiet alles produziert was für die Ernährung der Bevölkerung notwendig war, sondern jede Region begann sich auf eine besondere Produktion zu konzentrieren, um durch Tausch und Handel, die nicht auf lokaler Ebene erzeugten Nahrungsmittel zu erwerben.
Dies sind Fakten die für eine keltische Besiedelung des Pfälzerwaldes sprechen.
Mit dem Ende der Bronzezeit wurden die ersten großen keltischen Höhensiedlungen erbaut. In unserem Raum waren dies der „Große Berg“ bei Kindsbach, mit seinem Quellheiligtum sowie die Heidelsburg bei Waldfischbach. Weitere Fliehburgen waren die Heidenburg bei Kreimbach-Kaulbach sowie der allseits bekannte Donnersberg. Auf diesen Höhenburgen war einst eine mit Pferd und Wagen ausgestattete Herrenschicht ansässig. Sie scheinen die politische Macht in den Händen gehalten zu haben. Von diesen Siedlungen aus wurden nun auch die Höhenlagen des Pfälzerwaldes wirtschaftlich genutzt. Man benötigte die Eichelmast zur Viehhaltung, das Holz zu Bauzwecken und zur Köhlerei. Man weiß aus Depotfunden das auch in unserem Gebiet ein schwunghafter Handel mit Eisenbarren betrieben wurde. Die Altstrasse von Johanniskreuz steht in direkter Verbindung zur Salzstrasse die von Lyon kommend über die Sickinger Höhe wieder in diese Altstrasse einmündet. Salz war für die Kelten lebenswichtig da sie mit ihm ihr Fleisch haltbar machten. Es müssten sich also eine Anzahl von Gehöften im Pfälzerwald vorgefunden haben.
Die Friedhöfe befanden sich immer in höher gelegenen Gebieten wie z.B. Johanniskreuz!
Charakteristisch war die Beisetzung der Toten in Baumsärgen, wobei diese in Gruben hinabgelassen und oberirdisch mit einem Steinkranz umgeben wurden. Anschließend schüttete man einen hohen Hügel an. Diese Erdhügel die stets in Gruppen oberhalb des Hochwasser gefährdeten Terrains lagen, beinhalten meist mehrere Bestattungen. In solche Gräber wurden oft die Waffen des Verstorbenen mitgegeben. Sie waren zuvor „unbrauchbar“ gemacht worden in dem man sie verbog.
Wie eben beim Keltendolch von Trippstadt.
Im Jahre 1975 wurde in Gournay-sur-Aronda ein bedeutendes Heiligtum ausgegraben, das dem keltischen Stamm der Belger zugeschrieben wird, die ursprünglich aus Mitteleuropa stammen, zu Beginn des 3. Jahrhunderts vor Chr. hier eingewandert waren. Das Heiligtum erstreckte sich über ein Areal von etwa 40m Seitenlänge und war von einem Graben und einer Palisade umgeben. In diesem Heiligtum fand man eine ganze Reihe von kultisch gebogenen Schwertern und Dolchen.
Dass man am Fundort des gebogenen Dolches in Trippstadt bisher kein Hügelgrab fand könnnte auch damit zusammenhängen dass es sich um einen Fund aus einem Flachgrab handelt, deren Stelle heute nicht mehr auszumachen ist. Gegen Ende der vorchristlichen Zeit traten Flachgräberfelder an Stelle der Grabhügelgruppen die von der keltischen Oberschicht künden; sie waren gekennzeichnet mit drei- oder viereckigenkleinen Findlingen. Bei einem nachträglichen Beobachtungsgang am Fundplatz wurde ein solcher Stein aufgefunden, der womöglich zum Grab gehören könnte.
Was die frühe Besiedelung des inneren Pfälzerwaldes betrifft kann man von einer langsamen sich aber immer mehr verdichtenden Besiedelung sprechen.

hukwa


Literaturhinweise:
Jacques Moreau: Die Welt der Kelten; Phaidon – Verlag.
K. Schumacher: Siedlungs und Kulturgeschichte der Rheinlande I. Mainz 1921.
J. Steinhausen: Archäologische Siedlungskunde des Trierer Landes; Trier 1936.
K. Kaiser: Der Raum K;aiserslautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit; J.B.z.Gesch. KL-1982.
E. Christmann: Von Wotans- und Donarsbergen in der Pfalz.
A. Krause: Die Welt der Kelten; Nikol-Verlag; 2007.
D.Wilson: Die Welt der Kelten, Germanen und Slawen; München 1980.
B. Maier: Kleines Lexikon der Namen und Wörter keltischen Ursprungs; München 2003
Dolch/Greule: Die Westricher Hochfläche als galloromanische Reliktzone: J.B.z.Gesch. Kl-1986.

Der Keltendolch von Trippstadt I


Montag, 13. Februar 2017

Es naht der Lenzing

Es ist die Zeit zwischen Winter und Frühling. Der Frühling will kommen und der Winter nicht weichen. Ich empfinde diese Zeit immer als Erwartung. In den lauen Lüften die schon vor der Tür warten liegt viel Energie.
Es ist das Merkmal des Lenzing das er uns antreibt zu neuem Schaffen.
hukwa

Samstag, 21. Januar 2017

Historisch reflektierendes Bewusstsein und moderne Migration

Wenn man die heutigen Migrationsprobleme betrachtet die Europa hat und sich einmal die Mühe macht historisch zu reflektieren, wird einem schnell bewusst das im Lauf der Geschichte solche Zustände immer wieder aufkamen. Man muss doch nur einmal über die sogenannte „Völkerwanderung“ des 3. bis 6. Jahrhunderts im Gebiet des römischen und späteren fränkischen Reiches nachdenken.
Fast hundert Jahre lang hat man in den Schulen die „Völkerwanderung“ gelehrt. Kein Geschichtsbuch, kein Atlas ohne die berühmte „Völkerwanderungskarte“. Aber die großen Völkerungsbewegungen verliefen ganz anders als es uns diese alten Geschichtsbücher und Atlanten suggerieren wollen. Wenn wir uns nur ein wenig in historischer Imagination üben und eine Zeitreise unternehmen und die heutigen Migrationsprobleme einem historischen Verglöeich unterziehen als historisch denkender Betrachter im Hier und Jetzt erscheint diese „Völkerwanderung“ dem Betrachter in einem neuen Licht.
In jener „Völkerwanderungszeit“ gab es schon die gleichen Probleme die wir auch heute kennen:
Ständige Emigration, Regionalkriege durch die es zu Fluchtbewegungen kam, Plünderungen durchziehender kriegerischer Horden, Zwangsumsiedlungen, Wanderungsbewegungen nomadischer Völker, Expertenemigration ins römische Reich.
Goten und Vandalen wanderten durch halb Europa ähnlich den heutigen Migrationsbewegungen aus Afrika.
Um die riesige Kriegs- und Verteidigungmaschinerie am Laufen zu erhalten war das römische Imperium auf Expertenemigration sogar angewiesen um spezialisierte Handwerker ins Imperium zu integrieren. Die Ökonomie von damals suchte wie die Ökonomie von heute Experten und Spezialisten.
Zweifelsohne hat das römische Reich durch seine expansive Eroberungspolitik selbst Migration ausgelöst. Aber auch Frieden und Sicherheit fanden Völker immer wieder im römischen Imperium der antiken Welt. Die hohen Kulturleistungen der Römer lockten viele Migranten ins Reich.
Das „Mangelgesellschaften“ ins Imperium eindrangen war einfach ökonomisch logisch.
Der sogenannte „barbarische Stil“, sowie plündernde Kriegerhorden gab es natürlich, allerdings nicht in der Dimension wie sie uns die „alte“ Geschichtsschreibung auftischen will. Schon damals gab es wie heute auch politische Fluchtbewegungen sowie- und vor allem- große Armuts- und Wirtschaftsmigrationen. Wenn wir das Phänomen der damaligen Völkerbewegungen mit unseren heutigen Migrationsproblemen vergleichen, kann man schnell eine Ähnlichkeit feststellen.
hukwa

Dienstag, 17. Januar 2017

Von Wald und Herrschaft im Wilensteiner Land und im Holzland

Das Holzland grenzt in Teilen an das Wilensteiner Land. In alten Zeiten hatten auch die Ritter und Adligen der Burg Wilenstein Hoheitsrechte im Holzland.


Aus alten Urkunden können wir entnehmen, dass das Kloster Hornbach das Holzland nach Huben
(ahd. „huoba“) besiedeln ließ. Die Siedler im Holzland hießen in diesen Urkunden „sant pirmans lute“ (Sankt Pirmins Leute), sogenannt nach dem heiligen Pirminius (gest.753), dem Stifter des Klosters Hornbach.
Die Ansiedler waren zwar rechtlich keine freien Leute, sondern „Hörige“, doch man muss her bedenken, dass der Unterschied zwischen unfreien „Liten“ und freien „Hintersassen“ seit dem 10.Jahrhundert nicht mehr ganz so groß war. Aus diesen beiden Ständen entwickelte sich im Lauf der Geschichte der stand des sogenannten „grundholden“ Bauern, der sich nach und nach Eigentum aneignete. Allerdings hatte die Herrschaft des Adels weiterhin das Sagen, die Forderungen die der Grundherr geltend machte also großer und kleiner Zehnt, Frondienste, Besthaupt- und Mannssteuer u.a. hatten weiterhin bestand.
In den alten Urkunden und Weistümern des Gerichtes Fischbach aus den Jahren 1369, 1418, 1536, 1565, 1592 sowie 1617 finden wir die Regelung der herrschaftlichen Rechte an Gefällen, Abgaben und Steuern bestätigt hier finden wir auch Aufzeichnungen über die Rechtslage der Bauern.
Vor allem im „Saal und Lagerbuch des Oberamtes Lautern“ aus dem Jahre 1601 gibt uns sehr aufschlußreiche informative Einblicke in die Zeit vor dem 30jährigen Krieg. Aus diesen Aufzeichnungen können wir ersehen welch drückende Abgaben auf den Bauern und Siedlern im Holzland lasteten. Diese waren aufgeteilt in die Herrschaften von Kurpfalz, das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken sowie die Rechte die die Flersheimer von der Burg Wilenstein in Trippstadt innehatten.
Solche Urkunden und Aufzeichnungen sind nicht nur ein Spiegel der mittelalterlichen Welt, sie sind auch Zeugnisse von Unmenschlichkeit und Ausbeutung.
Seit Beginn der größeren Rodungen im 12. und 13. Jahrhundert bestimmten die Weite und Tiefe dieser Wälder die lebensbedingungen der dort siedelten Menschen, prägten die besonderen Lebensumstände und die Möglichkeit der vielfältigen Nutzung des Waldes die Entwicklungsgeschichte des Holzlandes als auch des Wilensteinerlandes und die wirtschaftliche Situation seiner Bewohner.
Auch schon in der vorgeschichtlichen Eisenzeit müssen Menschen im Holzland gelebt haben, wir wissen das in Schopp eine alte Gräbersiedlung ist. Auch in der Umgebung der Geiselbergermühle fand man vorgeschichtliche Relikte unter anderem einen bronzenen Beinring.
Und auf dem Dreisommerberg bei Waldfischbach steht mit der Heidelsburg eine der wichtigsten gallo-römischen Stätten in unserem Gebiet.
Nach dem Rückzug der Römer war das Holzland für einige Jahrhunderte wahrscheinlich Siedlungsleer gewesen. Die Neubesiedelung begann wahrscheinlich ende des 7.Jahrhunderts durch die Franken. Hierbei leisteten die Klöster wertvolle Hilfe, die darum teilweise auch als „Rodungsklöster“ bezeichnet wurden. Im Holzland hatten das bereits erwähnte Benedikinerkloster Hornbach, das Zisterzienserkloster Eußertal und das Prämonstratenserkloster Wadgassen Besitz.
Am Nordrand des Holzlandes besaß das Kloster Eußertal das Gut „Loyben“, nach welchem noch heute der Lauberwald seinen Namen hat. Bei diesem Gut handelt es sich um den 905 Hektar großen Lauberwald westlich von Johanniskreuz, in welchem die Moosalb entspringt. Diesen Wald schenkte- vermutlich im Sommer des Jahres 1174- Graf Ludwig der Jüngere von Saarwerden dem Abte und den Brüdern dieses Klosters. Bei dieser Schenkung finden wir übrigens Kaiser Friedrich I. Barbarossa als Zeugen, eine Urkunde wurde jedoch erst im Jahre 1179 ausgestellt. In der Geschichte des Holzlandes finden wir einige Wüstungen (untergegangene Dörfer).
Der Forstmeister Kurt Aderhold, der einer der besten Kenner der Holzlandwälder war, schrieb in seinen „Anmerkungen zur Vellmannnschen Beforschung“ über das verhältnis des Menschen zum Wald folgendes:
„Das Leben der Menschen im Wald war gestuft. Als Sammler von Früchten und als Jäger störte er das Gleichgewicht des Naturwaldes kaum. Erst als er seßhaft wurde, begann der Kampf mit Feuer, Axt und Rodehaue und später mit der Säge gegen den Wald, der damit seinen natürlichen Aufbau mehr und mehr verlor. Die Staatsverwaltungen waren sich bereits lange vor 1600 bewusst, das der Einschlag von Hölzern zum Bauen, Brennen, Verkohlen, Aschebrennen, zur Lohrinde- und Harzgewinnung neben unzäligen anderen Nutzungen nicht ungemessenen fortgeführt werden konnte und dass ohne Hege und Pflege, ohne Schonung und Schutz kein dauernder Fruchtgenuss, ohne den Kreislauf des Aufbaues, der Erziehung und schließlich der Ernte keine Nachhaltige Erzeugung mehr möglich war.
Alle Beforschungen und Waldordnungen früherer Zeit dienten daher der Verbesserung des Waldzustandes und damit der Erhöhung der Holzerzeugung. Der Durchführung der Verordnungen waren damals Grenzen gesetzt. In den Waldgebieten fehlten vorgebildete Forstleute, und die Zuverlässigkeit der übrigen Bediensteten ließ oft sehr zu wünschen übrig“.

Über das Aussehen der Holzlandwäldereien zu Beginn des 30jährigen Krieges gibt es eine alte Waldbeschreibung, die bekannte „Velmannsche Waldbeforschung“ aus dem Jahre 1600,sie gibt in aller Ausführlichkeit Aufschluss. Die bestockung des Holzlandes- so ist daraus zu entnehmen- bestand zur Zeit des 30jährigen Krieges hauptsächlich aus lichten Laubholzmischwäldern, die mit zahlreichen, durch menschliche Eingriffe geschaffenen Lücken, Blößen und verwilderten Flächen, durchsetzt waren, auf denen Ginster, Heide, Birken, Espe und Kiefernanflüge wuchsen.
Die natürliche Verjüngung der Eichen- und Buchenhochwaldbestände war im Holzland dadurch erschwert, dass der vom Landesherrn geschützte Bestand an Rot-, Reh- und Schwarzwild und die in die Waldungen eingetriebenen Schweineherden (Schmalzweide) die Eicheln und Bucheln aufnahmen. Die wenigen zur Entwicklung kommenden Eichen und Buchenpflanzen und die Verjüngung der übrigen Laubhölzer und Kiefern fielen den gemischten herden von Rindern, Pferden, Ziegen und Schafen (Rauhweide) und dem Schalenwild zum Opfer. Die einzige Beschränkung dieses dem Wald nachhaltige Schäden zufügenden Weidestriches scheint eine im Fischbacher Vertrag (Absatz VIII) von 1692 aufgeführte Verordnung darzustellen, die besagt.... „dass ein jeder, welcher Rindvieh zu halten vermag, seine geißen unverzüglich abschaffen und künftig keine mehr annehmen, denjenigen aber so armuth halber rindvieh zu halten unmöglich aus meist zwo geißen und nit drüber zu halten erlaubt und gestattet werden solten...“ Diese Anordnung war ein Versuch, die großen Weideschäden im Holzland zu mildern, wenn auch nicht zu verhindern.

Wenige Jahrzehnte nach Velmanns Beforschung vernichtete der 30jährige Krieg die von den Siedlern unter schweren Opfern geschaffene Kultur. Das sinnlose Morden und Töten das die Menschen überkommen hatte, bedeutete aber für die Wälder eine gewisse Zeit der Ruhe, der Erholung und des ungestörten Wachstums. Die Holznutzungen nahmen drastisch ab, die viehherden waren fast gänzlich verschwunden und das sich ungehindert vermehrende Raubwild hielt die Wildbestände im natürlichen Gleichgewicht. Im Schutze der lichten oft, aus forstlicher Sicht- schlecht geformte Laubbestände, verjüngten den Wald auf natürliche Art. Nach dem Krieg setzte nur sehr langsam eine neue Wald- und Siedlungskultur ein.







Die Gefälle der Kurpfalz:
Landesherr war der Kurfürst und als solcher bezog er, nach dem Weistum von 1617 von jedem Hausgesäß, was bedeutet, von jeder Familie mit eigener Feuerstelle, ein halb Malter Hafer und ein Fastnachtshuhn (muss an Fasnacht geliefert werden). Desweiteren das Schafft- und Manngeld, hiermitt bezeichnete man die herkömmlichen Heiratsgebühren.
Die kurfürstliche Pfalz hatte auch wie man dem „Saal- und Lagerbuch des Oberamtes Lautern“ entnehmen können: „in dieser Pflege, die hohe Obrigkeit, Gebott und Verbott, samt allen derselben anhängigen Gerechtigkeiten“, die 1617 folgend festgehalten wurden:


Schatzung: ist das Recht Steuern auszuschreiben.
Zoll: Zollstationen befanden sich in Steinalben, Schopp und an der Geiselberger Mühle. Hier stand
einst die untergegangene Siedlung Hertlingsweiler.
Geleit: das Geleitgeld wurde bezahlt für die Sicherheit der Personen auf den Geleitstrassen.
Ungeld: eigentlich Ohmgeld, dies ist der Oktroy auf Wein.
Weinschank: betraf das Recht der Konzessionserteilung zum Betrieb einer Gaststätte.
Beet (Leibbede): die Kopfsteuer der Untertanen.
Folge, Reiß, Musterung: Heeresfolge, Kriegsdienst, Anwerbung.
Besetzung des Proviants: Beschlagnahme der vorhandenen Vorräte im Kriegsfall.
Leibeigenschaft: die damalige Untertänigkeit.
Inventation: Inventaraufnahme in Todesfällen.
Teilung: Vollzug der notariellen Geschäfte.
Wildfänge: Menschen ohne Heimstatt, Haushalt und Anhang.
Nachfolge: Zuständigkeitsrecht auf Kinder aus Ehen mit „Ausländern“.
Behäupter: Recht auf das beste Stück Vieh, Kleidung und Hausgerät bei Besitzveränderung, Tod
oder bei der Veräußerung der Habe.
Frevel, Bußgelder: stand eine Hälfte Kurpfalz die andere Pfalz-Zweibrücken zu.
Bastardfälle: uneheliche Kinder.
Ungemesssener Fron: Spann- und Treiberdienste bei der Jagd.
Maulvieh: Besteuerung der Maulesel.
Findlinge: Anspruch auf verirrtes oder herrenloses Vieh.
Angriff der mißtheidigen Personen: die Verhaftung von Rechtsbrechern.
Hals-und Beingericht: Todesstrafe.
Hoher u.niederer Wildbann: Jagdgerechtigkeit.
Fischen in den Bächen: Fischjagd.
Beholzung und Daubenmachung: Holzeinschlag und Fassdaubenherstellung.

Abgaben an Pfalz-Zweibrücken:
Die wichtigsten und einträchtigsten Steuern bezog um 1617 nicht der Kurfürst, sondern der Herzog von Pflaz-Zweibrücken als Rechtsnachfolger des Kloster Hornbachs.
Der große Zehnt: der zehnte Teil der Hafer-und Kornernte.
Der kleine Zehnt (Krautzehnt): Viehfutter, Gartenfrüchte, Obst, Rüben, Gemüsse usw. Ein Anteil
hiervon erhielt der Pfarrer von Waldfischbach.
Der Fleischzehnt (Blutzehnt): jeweils und jährlich der zehnte Teil des Viehbestandes.

Der herzog übte auch die Patronatsrechte aus, also die Wahl des Pfarrers und die Besetzung der Pfarrstelle. Zudem stand ihm „mit und neben des Kurfürsten Schultheiß“, die Einsetzung der gerichtsschöffen zu, die demgemäß beiden Herrschaften schwören mussten.
Zu den herzoglichen Gefällen zählte auch die Hälfte der Frevel- und Bußgelder, welche als besonders einträgliche quellen galten, sowie die Anordnung von „Gesteige, Aich, Maß und Gewicht“.

Die traditionellen Rechte der Holzlandbauern.

Nicht nur die Pflichten sondern auch die Rechte der Bauern und Siedler des Gerichts Fischbach sind im Weistum von 1617 festgehalten. Wir lesen dort: „Nicht weniger ist das Kloster Hornbach denen, Unterthanen auf ihre zuvor geschehene Ansuchung und des Klosters Meyers oder Waldförsters Anweisung die Nothdurft an Bauholz wie von Alters her geschehen zu geben und das ganze Jahr über in des KlostersWäldern die Rauh- und Schmalzweide zu gestatten schuldig...
Wenn es im Hornbacher Wald, der dem Kloster (später Pfalz-Zweibrücken) unmittelbar gehörte, ein „Volläckern“ gab, damit ist gemeint, wenn Buchen- und Eichen gleichzeitig reiche Früchte trugen, konnten die Untertanen auch dorthin ihre Schweine treiben, mussten hierfür aber dem Herzog für jedes gemästete Schwein 4 Pfennige oder auch 8 Heller zahlen. Ernst Bilfinger berichtet das auf diese Weise im Jahre 1604, einem besonders gutem Eckerichjahr 1025 Schweine aus den 6 Holzlandgemeinden in den Hornbacher Wald getrieben wurden.
Andere Waldrechte der Holzlandbauern bezogen sich auf die Nutzung von, Reiserholz, totem Stockholz, Raff- und Leseholz sowie Streuwerk. Das Jagdrecht in diesen Waldungen stand dem Kurfürsten und beschränkt auch dem Herzog zu. Nur in einem einzigen Bezirk, in dem forstlich und jagdlich fast unbedeutetenden Gebiet „Langdell“ durften auch die Untertanen die Jagd neben den beiden Fürsten ausüben.


Fremde Lehen und Besitztümer im Holzland.
Das „Saal- und Lagerbuch des Oberamtes Lautern“ von 1601 von dem nur noch Kopien aber kein Original mehr existiert, da es im 2.Weltkrieg verloren gegangen ist gab auch Auskunft darüber, welche weltlichen und geistlichen Herrschaften aus der Nachbarschaft des Holzland Besitztümer und Lehen hatten, oder, wie es wörtlich heißt „nachfolgende Herrn von Adel an Hubzinßen und anderen gefällen deßgleichen an güthern als äckern, Wißen, Wäldern und Wilderungen darin liegen und davon jährlich zu erheben haben, wie unterschiedlich folget“.



Besitztümer:
Die Flersheimer (Flörsheimer) Herren der nahe gelegenen burg Wilenstein bei Trippstadt, besaßen den Haderwald (gehört heute zu Trippstadt), südlich vom Karlstal gelegen. Graf Sebastian von Falckenstein besaß die Moßerwiesen und den Moßerwald (Meiserwald und Meisertal) im oberen Moosalbtal. Das Kloster Wadgassen besaß einen Wald, den Bitscher Dingelsberg genannt (Dinkelsberg in der Gemarkung Heltersberg.

Schopp: Reinhard von Sickingen, die Comenturei Einsiedel (Einsiedlerhof) und etliche Sickinger Untertanen zu Mittelbrunn bekamen je 5 Malter Hafer und von jedem Einwohner sechs Pfennige für ein Huhn. Die flersheimer erhielten je Hausgesäß 7 Pfennige.

Schmalenberg: Den Flersheimern fielen in Schmalenberg 7 Simmer Korn und 7 Schilling zu. Das Kloster Hornbach hatte dort 24 Simmer Korn und 24 Schilling zugute.

Heltersberg: Die „Juncker von Honecken“ (Hohenecken), die hier zeitweise mit dem Büchelgut und den Wilredal-Huben ein großes aus Wald, Wilderungsland und Feldern bestehendes Lehen hatten, erhielten als Zins 11 Simmer Korn, 10 Simmer Hafer und 10 Schilling, 7 Heller. Das Kloster Hornbach bekam 8 Simmer Korn und 8 Schilling. Die Hanauischen Erben durften 12 Simmer Hafer und 8 Schilling fordern. Die Flersheimer erhielten 10 Schilling.

Geiselberg: Die Grafen von Hanau erhielten 12 Simmer Hafer und 7 Schilling. Die Flersheimer bekamen 19 Schilling. Die Flersheimer durften auch von jedem der 27 Tiefenthaler Huber, der eine Fuhr hatte, anderthalb Malter Hafer und ein Huhn fordern, von jedem, der kein Gespann hatte, nur einen halben Malter Hafer.

Steinalben: Die Flersheimer bekamen je Hausgesäß einen Schillling jährlich. Die Hanauer hatten 9 Simmer Hafer und 4 Schilling, 8 Pfennig zugute. Die Grafen von Sickingen erhielten 2 Schilling.

Waldfischbach: Das Kloster Hornbach konnte 4 Malter Korn und 2 Schilling einnehmen.

Für die Weid,- Holz- und Eckernrechte in einzelnen Waldungen hatten die Bewohner des Gerichts- so lesen wir im „Verzeichnis aller Wälder des Ambzs lautern“ von 1579- in ähnlicher Weise Abgaben zu entrichten, wobei neben Getreide- und Geldgefällen für die weidenutzung auch Zinsen in der Art von „Käslaibern“ erhoben wurden.









Lit. Hinweise:
Friedländer, Leo: Die Hembachgemeinde.
Lamprecht, Karl: Deutsche Geschichte.
Widder, J.: Geogr. Historische Beschreibung der Kurpfalz. 1774.
Ernst Bilfinger: Das Holzland vor 300 Jahren und jetzt.
Ernst Christmann: Dorfuntergang und Wiederaufbau im Oberamt Lautern.
Pöhlmann-Doll: Regesten der Grafen von Zweibrücken. Speyer 1962.
Gerber Fr.: Urkunde zur Geschichte des Holzlandes, besonders der dortigen Waldberechtigung.
PfGBI. S. 10-12.
Daniel Häberle: Alte Strassen und Wege in der Pfalz.
Vellmann Ph.: Beforschung des Lauberwaldes.
Vellmann Ph.: Beforschung des ehemaligen Gerichtes Waldfischbach. Hg. Ernst Bilfinger.
Albert Zink: Pfälzische Dorfbilder: Schopp. Pfälzer Feierowend Jg. 1961.
Kurt Aderhold: Anmerkungen zur Vellmannschen Beforschung des Holzlandes.
Walter Brückner: Die Waldmark des Holzlandes im 17. Jahrhundert. Heimatkalender Pirmasens.
Walter B rückner: Hoheitsrechte und Feudallasten im Holzland um 1600. Heimatkalender. PS.
Staatsarchiv Speyer: Akte Kurpfalz 278,P. 278, 49-56.
Heinz Friedel: Schopp.
A. Doll: Kloster Hornbach und Königshof Lautern. Pfälz.Heimat 4. 1953.
A.Doll: Beobachtungen zu den Anfängen des Zisterzienserklosters Eußertal und zur
Entwicklung der Haingeraiden. Mittt.d. Hist.V.d.Pfalz. Bd.68. 1970.


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