Sonntag, 14. Januar 2018

Der Menhir von Martinshöhe


Menhir Martinshöhe
Die Menhire auf der Sickinger Höhe scheinen in irgendeiner kultischen Beziehung miteinander in Verbindung zu stehen. Diese Linie zieht sich westwärts zum Menhir von Rentrich im Saarland und schließlich zum Gollenstein bei Blieskastel. Man kann bei den Menhiren der Sickinger Höhe von einem Alignement (Menhirreihe) sprechen. Einem Ensemble von Menhiren, die auf einer oder mehreren, parallelen oder sich kreuzenden Linien gestelllt wurden.
hukwa

Donnerstag, 11. Januar 2018

Der Menhir von Bann

Viele Menhire wurden, vor allem während des Mittelalters, vom heidnischen Kultmal zum weltlichen Grenzmal – Grenzstein umfunktioniert. Da man in der Bevölkerung von der Unantastbarkeit der Kultsteine wusste blieben einige bis heute stehen. Natürlich hat man nicht vergessen ein christliches Kreuz daran anzubringen, wie bei dem Menhir von Bann. Ein weiteres Zeichen das man oft in Menhire eingeritzt vorfinden ist der sogenannte „Hühnerfuss“. Dieses Zeichen ist zur Römerzeit das Sternzeichen Jupiters gewesen, des Beschützers der Grenzen und Wahrer des Rechts. Im Mittelalter aber war es ein apotropäisches Zeichen, das die bösen Geister von der Grenze abhielt, die nach mittelalterlichen Glaubensvorstellungen in der Nacht ihr Unwesen auf der Grenze trieben. Menhire sind vorkeltischen Ursprungs, gehören also nicht zur keltischen Kultur. Ihr wirklicher Ursprung liegt in der Vorgeschichte verborgen.

Menhir von Bann
 hukwa

Montag, 8. Januar 2018

Zur Geschichte des Blechhammers bei Kaiserslautern

 
Der Blechhammer von 1920


Um 1620 gab es nachweislich 44 Wooge in und um Kaiserslautern. Heute existieren davon nur noch zwei nämlich der Blechhammerweiher auch Fischerwoog genannt oder Langenwoog und der in der Nähe des Blechhammerweihers gelegene Vogelwoog. Der Blechhammer wurde im Mittelalter von Mönchen als Fischzuchtweiher angelegt.
Er steht in einer gewissen Verbindung mit den Eisen- und Schmelzhütten im Karlstal bei Trippstadt.
Schon vor 1500 wurde am Fischereck in Kaiserslautern ein Fischweiher von etwa 700 Meter Länge angelegt und als Langenwoog oder Fischerrückerwoog bezeichnet. Das Gebiet am Fischereck ist sehr wasserreich so dass sich in der Nähe schon sehr früh einige Mühlen ansiedelten. Früher standen in der näheren Umgebung die Kaisermühle, die Dammmühle, die Neumühle und die Kaisermühle, die Gegend war sehr Wald und Wiesenreich. Aus einem Protokoll vom April 1662 geht hervor dass die Stadt Kaiserslautern einen Schweinehirten angeklagt hat, weil er an der Neumühle am Hang des Fischerecks den Ginster angezündet hatte. Dadurch war ein Waldbrand entstanden. Der Hirte gab zu seiner Verteidigung an,, er habe im Ginster einen Wolf vermutet, der ihm drei Ferkel aus der Herde geholt hatte. Diese Gegend unterhalb des Alberichsberges ist sehr Geschichtsträchtig. Ganz in der Nähe des Fischerecks befand sich die bereits erwähnte Kaisermühle mit dem „neuen“ Kaiserwoog angelegt um 1388. Um diesen Woog zu errichten baute man einen großen Damm, heute führt über diesen ehemaligen Damm die Strasse hoch in die ehemalige Bergarbeiterenklave Erzhütten – Wiesenthalerhof. In diesen wasserreichen Woog flossen die Zuflüsse von Lauter, Eselsbach und Vogelbach. Direkt der Kaisermühle gegenüber stand die alte Dammmühle die im Jahre 1950 abgerissen wurde.
In den „Pfälzischen Geschichtsblättern“ von1912, Ausgabe 8, berichtet uns Theodor Zink von einem alten Morlauterer Weistum aus dem Jahre 1601 in dem über den alten Damm berichtet wird. 

 
Zeichnung von Etienne Blechhammer und Kaisermühle
Interessant ist auch das der Kaiserwoog auch als Richtstätte diente. So berichtet Martin Dolch im „Kaiserslauterer Jahrbuch für Pfälzische Geschichte und Volkskunde“ 2001: „Den pfälzischen Amtleuten in Kaiserslautern diente der von Vellmannn als „Hauptwoog zur Burgvogtei“ bezeichnete Kaiserwoog auch als Exekutionsstätte für Ehebrecherinnen. Ein solcher Fall ist urkundlich aus dem Jahre 1578 bezeugt, als sich der Junker Friedrich von Flersheim empört über den Eingriff in seine Gerichtsbarkeit zu Alsenbrück durch die Lauterer Amtleute beschwerte, weil sie ohne sein Wissen nachts die Frau des Alsenbrücker Wirtes Hans Dorn, die mit ihrem Knecht Ehebruch trieb, verhaftet, in Kaiserslautern peinlich befragt und verurteilt hatten, die Frau wurde im Kaiserwoog ertränkt, der Knecht mit 50 Talern bestraft“.
Nach diesem kurzen geschichtlichen Ausflug in die Nachbarschaft des Fischerrückwoogs kehren wir nun wieder zu diesem zurück.
Im Jahre 1739 gründete ein aus dem französischen Heeresdienst zurückgekehrter Leutnant Schwarz unterhalb des großen Woog – Dammes einen Wappenhammer. Er produzierte hier in der Hauptsache Messer, Äxte, Kuchenbleche, Sensen und Sicheln. Interessant sind auch hier wieder die Verbindungen nach Trippstadt. Das lutherische Kirchenbuch nennt 1740 „Friedrich Jacob Wagner, Director auf der Eisenschmelz“ als Pate bei einer Kindtaufe der Familie Schwarz. Im Jahre 1740 vernichtete ein Unwetter große Teile des Hammerwerkes, als es zu einem Dammbruch kam. Damals hieß es der Kaisermüller Fleck, Besitzer der Kaisermühle, der in Feindschaft mit Schwarz stand, hätte „seine Finger bei dem Dammbruch mit ihm Spiel gehabt“. Durch dieses Unglück war Schwarz gezwungen zu verkaufen. Erwähnt sei hier übrigens, das bei den Arbeitern, die ab 15.April 1741 mit der Wiederherstellung des zerstörten Dammes des Schwarz`schen Waffenhammers eingesetzt waren, außer den Leuten der nahen Mühlen und Höfe (so z.B. der im Jahre 1769 bei einem Jagdunfall im Stiftswald umgekommene Joh: Nicolaus Assenmacher) auch Personen vorkommen, die auf den „Hütten“ gewohnt haben. (1.)
Gleich nach dem Dammbruch verkaufte Schwarz das Werk an den Unternehmer Perpente aus Alzey. Schwarz kehrte wieder in die französischen Heeresdienste zurück. Perpente führte nun fünf Jahre lang erfolgreich das Hammerwerk am Fischereck, um dieses dann 1745 an den Posthalter Didier aus Kaiserslautern abzutreten. Dieser konnte den Betrieb jedoch nie richtig aufrechterhalten. Als Didier starb ging der Betrieb an den Schwiegersohn, den Kaiserslauterer Hofgerichtsrat Rügemer.
Schließlich erwarb die Familie Gienanth, denen die Trippstadter Hüttenwerke damals gehörten, den Wappenhammer. Unter den Gienanths hatte das Hammerwerk, dass sie in einen „Blechhammer“ umwandelten bis 1848 Bestand. In der Umgebung vom Fischereck, bauten die Gienanths Erz ab und waren somit maßgeblich an der Entstehung der ehemaligen Bergarbeitersiedlung „Im Reichswald“, heute Erzhütten Wiesenthalerhof, beteiligt.
Der Landwirt Schalk der den Hahnbrunnerhof ganz in der Nähe des Fischerecks bewirtschaftete kaufte nach 1848 den Blechhammer wie er jetzt genannt wurde und errichtete hier einen Ultramarienbetrieb. Im Jahre 1867 ertranken während eines Unfalls im Blechhammer sechs Seminaristen, die dort Schwimmunterricht erhielten. Nach dem deutsch – französischen Krieg 1870 / 71 kaufte der Kaiserslauterer Bierbrauer Karl Orth das Anwesen. Eine wahre Blütezeit erlebte der Blechhammer mit Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Familie Henn hier ein Sägewerk errichtete und einen Holzhandel betrieb. Die Orth`sche Gaststätte wurde damals zum beliebten Ausflugsziel der Lauterer Bürger und als 1883 die Lautertalbahn in Betrieb genommen wurde bekam der Blechhammer sogar eine eigene Haltestelle in der Nähe der heutigen Kläranlage von Kaiserslautern. Um 1900 wurde am Blechhammer ein bedeutender Fund aus der Bronzezeit (1000 v. Ch.) gemacht, er enthielt Sichel, Beile und Schmuck. Heute ist aus dem ehemaligen Wappenhammer das Hotel Blechhammer geworden.

hukwa

Sonntag, 7. Januar 2018

Das Erzbergwerk der Gienanths am Wiesenthalerhof/Erzhütten

 
Die alte Schule von Erzhütten war einstmals das Verwaltungsgebäude der Firma Gienanth


Im Mai 1725 begann der Trippstadter Hüttenbesitzer Freiherr von Hacke mit dem planmäßigen Abbau von Eisenerz im Reichswald bei Kaiserslautern.
Am 5. Januar 1771 schloss der Sohn des Bergwerkgründers, Freiherr Theodor von Hacke mit Johann Jacob von Gienanth aus Hochstein einen Pachtvertrag über das Trippstadter Eisenwerk ab, zu dem auch das Erzbergwerk Reichswald gehörte. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von zunächst zwölf Jahren. Darin wurde Gienanth das Recht eingeräumt, Arbeiter nach seinem Gutdünken einzustellen oder zu entlassen und Streitigkeiten unter den Arbeitern zu schlichten.
Den Bergarbeitern wurden an Rechten zugestanden: Fronfreiheit, Freiheit von Kriegslasten, freier Zu- und Wegzug, Nutzung von Gärten und dergleichen mehr.
Seit dem Mittelalter wurde den Berg- und Hüttenarbeitern in den Bergordnungen ein Sonderstatus, die „Berg- und Hüttenfreiheit“ garantiert. Die kurpfälzische Bergordnung (1781) und die Bergordnung für das Herzogtum Pfalz–Zweibrücken (1743, 1782, 1790) regelten die Belange der fremden, d.h. nicht ortsansässigen Arbeiter. Sie hatten das Recht auf eine Wohnung auf dem Werksgelände, bestehend aus einer Küche, einer Stube und einer Kammer, einem Stall für eine Kuh sowie ein Stück Garten und Wiese. Sie genossen wie oben erwähnt freien Zu- und Abzug, die Befreiung von Fron, Dienst und Schatzung, die Freiheit Güter zu kaufen, die Erlaubnis beim Berg- und Hüttenwerk gegen die Einrichtung eines Rauchhuhnes (3 Batzen) Häuser zu bauen, den Weidegenuss auf der Gemeindeweide für ihr Vieh und das Recht auf Holzeinschlag für den privaten Gebrauch.

Für die Leibeigenen Untertanen galt die Hüttenfreiheit allerdings nur in eingeschränkter Form. So wurden diese nicht von den Fronabgaben befreit und da sie ja Leibeigene waren, am freien Abzug gehindert. Weil ein ununterbrochener Grubenbetrieb gewährleistet sein musste, entfielen die Handdienste für die Herrschaft und die Einberufung zum Militärdienst.
Mit Beginn des Abbaus von Erz im Reichswald entstand die älteste Stadtrandsiedlung von Kaiserslautern, Erzhütten–Wiesenthalerhof, die also letztendlich eine Gründung von Hacke war. Hacke erlaubte seinen Grubenarbeitern sich Lehmhütten zu bauen. Unter Gienanth wurde die Siedlung immer größer.
Wenn wir heute Erzhütten besuchen erkennen wir rechts und links der Straße, zwischen dem Teil der Katholischen Kirche und des oberen Wiesenthalerhofs, die tiefen Gruben, wo einst im Tagebau das Raseneisenerz gewonnen wurde. Der Straßennamen „Am Stollen“ erinnert an einen hier um 1790 betriebenen Erzabbau. Das diese Arbeit nicht ungefährlich war, erfahren wir aus einem Eintrag im Kirchenbuch „Höfe und Mühlen“ der reformierten Gemeinde Kaiserslautern: „Peter Schopper Bergmann aus dem Reichswald, wurde den 13. Juny 1798 in der Bergwand von einem losgerissenen Stück Erde erdrückt und ist den 14. Juny begraben worden, alt 32 Jahr“.

In „Eine Siedlung im Reichswald, die Erzhütten“ schreibt Heinz Friedel: „Im Jahre 1777 verstarb Bergrat Gienanth. Dessen Witwe und sein Sohn Gideon vereinbarten 1780 einen auf 30 Jahre vorgesehenen Temporalbestand mit v. Hacke. Dieses Vertragsverhältnis sollte aber durch die spätere Nationalgüterversteigerung erlöschen, da ja Eigentum des Adels in den neugewonnenen Landen Frankreichs am Rhein dem Staat zugefallen war. Man erkennt auch in dieser vorliegenden Sache die neue Lage da ein „Herr von Babo“, ein Spekulant wohl, als Verkäufer für das einstige Eigentum der v. Hacke auftritt. 1804 erwarb Ludwig v. Gienanth als „wohlfeiler Kauf“ das Trippstadter Werk und für das Bergwerk im Reichswald hatte er 20 Gulden zu zahlen“.
Gienanth kaufte nicht das Land sondern nur das Schürfrecht im Reichswald.
Ab 1805 verringerte sich die Erzförderung. Die Gruben waren langsam ausgeschöpft. Im Jahre 1810 förderte man mit 9 Arbeitern 4.000 Zentner Erz. 1811 waren für Gienanth noch 11 und 1812 noch 6 Arbeiter tätig. Diese förderten in diesem Jahr 3.992 Zentner Raseneisenerz. Aus einem Bericht des Bergbauinspektors Simon vom Bergamt Kaiserslautern geht hervor dass 1814 in der „Reichswalder Grube“ noch 1 Steiger, 4 Hauer und 3 Karrenläufer arbeiteten. Zu dieser Zeit war nur noch der im Jahre 1798 angelegte Stollen in Betrieb. Er hatte eine Länge von etwa 140 m und verlief zum Teil unterirdisch. Im Jahre 1825 wurde der Bergbaubetrieb im Reichswald eingestellt.

Seit 1775 erfolgte durch Johann Jakob Gienanth die Erschließung neuer Erzvorkommen auf kurpfälzischem Gebiet: in Jettenbacher und Rothselberger Gemarkung (Oberamt Lauterecken bzw. Lautern), seit 1781 auch in Kreimbach und Roßbach. Seit Beginn der 20ziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurden verstärkt Erze aus rheinhessischen Gruben bezogen: ab 1822 aus Gauheppenheim und ab 1828 aus Wißberg. Von 1840 an wurde der Erzbedarf in allen pfälzischen Hütten durch Nassauer Erze aus Gruben bei Limburg, Usingen und Diez gedeckt. Dies gilt auch für die Hütte Schönau, die für ihre Erze vom 16. bis 18. Jahrhundert hauptsächlich aus Nothweiler und der Petronell bei Bergzabern, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch aus Birkenhördt und Dörrenbach und seit 1810 aus der Niederschlettenbacher Grube bezogen hatte.

Es gab immer wieder Zu- und Umzüge von Trippstadter Arbeitern nach Erzhütten und umgekehrt. Dies kann man zum Teil auch nachschlagen im „Trippstadter Bürgerbuch“ von Heinrich Haas.
In den Kirchenbüchern von 1730 findet man Einträge, die auf eine ständige Besiedelung im Gebiet von Erzhütten-Wiesenthalerhof hinweisen. 1729 heiratet Ludwig Preis „ex silva prope Kaysermühl (= aus dem Wald nahe bei der Kaysermühl). Mit „silva“ (=Wald) werden einige Einträge auf Erzhütten bezeichnet. Im Jahre 1735 vermerkt das lutherische Kirchenbuch den Tod der Ehefrau des Bergmanns Ludwig Müller. 1737 finden wir einen Johannes Keßler dessen Kind getauft wird. Mit der Notiz „Johannes Keßler ein Bergmann unweit der Kysermühl“.

Als erste Bewohner der Erzhütten sind zu nennen: Die Katholiken Johann Martin Fuchs (1747), Hubert Glaser (1747), Michael Kläßer (1746), Anton Hessel (1746), Gallus Molitor (1746), Conrad Regener (1746), Anna Maria Reichener (1746), die Reformierten Heinrich Schoppert, Anna Elisabetha Schoppert (1746 Patin bei Johann Georg Diehl), der Lutheraner Christian Wormser.
Sowie Verwandte der Familie Diehl. Johann Jacob Diehl war der Sohn des Christian Diehl aus Rutsweiler, der im Schatzungsregister des Oberamtes Lautern aus dem Jahre 1683 erwähnt wird.
Ein neuer Strom von Arbeitern und Bergleuten erfolgte um das Jahr 1752. Hier sind zu nennen:

Franz Daniel Anstoß (aus Siegelbach, 1753), Johann Beul (1752), Johann Brühl (1754), Andreas Berck (1752), Michael Fuchs (1754), Johann Jacob Fuchs (1754), Martin Fuchs (1754), Anton Schmidt (1752), Philipp Schmidt (1754), (sämtliche Katholiken).
Um 1765 kam es zu einer erneuten Zuwanderung:
Carl Lantz (1765), Abraham Metzger (1765), Conrad Mosman (1764), Johann Schweikhardt Reiger (1765), Wilhelm Boulliong (1768), diese Familie siedelte 1800 in die Eisenhütte nach Trippstadt.
1765 erscheint in einer Beurkundung im reform. Kirchenbuch Erfenbach, Philipp Peter Lüll und 1761 wird im lutherischen Kirchenbuch Georg Wendel aus Frankelbach genannt, dieser verschwägerte sich mit der Erzgräberfamilie Diehl. Diese Familie hatte eine führende Rolle in der Erzgräbersiedlung inne. Sie kam aus der Umgebung von Wolfstein.



Literatur Hinweise:
Theodor Zink: Der Blechhammer bei Kaiserslautern
Johann Wagner: Briefe, Tagebuchaufzeichnungen
Helmut Weyand: Niedergang des Arbeiterbauerntums
Hans Wagner: Gab es auf Erzhütten – Wiesenthalerhof ein Bergmannsbauerntum
Heinz Friedel: Eine Siedlung im Reichswald, die Erzhütten.
Theodor Zink: Der Blechhammer bei Kaiserslautern.
Heinrich Haas: Trippstadter Bürgerbuch
Hans Wagner: Zur Geschichte des Blechhammers Kaiserslautern


hukwa

Montag, 1. Januar 2018

Der Menhir von Hochspeyer

 
Menhir von Hochspeyer

Der Menhir von Hochspeyer ist nur wenigen Leuten bekannt. Er ist der Mittelpunkt eines abgeflachten Hügels wahrscheinlich eines Grabhügels aus der Bronzezeit. Auf dem Kopf des Steines befinden sich zwei Kreuze 12x12 cm, wahrscheinlich von frühen Christen angebracht um dem Menhir seine „heidnische, magische Zauberkraft“ zu nehmen. Ein weiterer Menhir befindet sich etwa 100m östlich.
Der Stein steht ganz in der Nähe der alten Kelten- und Römerstrasse, diese alte Strasse gab es wahrscheinlich schon als Weg in der Bronzezeit.
Die meisten Menhire wurden während des Mittelalters vom heidnischen Kultmal zum weltlichen Grenzmal- Grenzstein umfunktioniert. Da man in der Bevölkerung von seiner „Unantastbarkeit“ wusste versah man sie mit christlichen Zeichen.
Ein weiteres Zeichen das wir oft in Menhire eingeritzt vorfinden ist der sogenannte „Hühnerfuß“. Dieses Zeichen ist zur Römerzeit das Sternzeichen Jupiters gewesen, des Beschützers der Grenzen und Wahrer des Rechts. Im Mittelalter aber war es ein apotropäisches Zeichen, das die bösen Geister von den Grenzen abhalten sollte, die hier ihr Unwesen trieben. 

hukwa

 

Sonntag, 31. Dezember 2017

Silvesterblüte

Fotos©UteKW


Pünktlich zu Silvester blühte mal wieder der alte Rosenbusch im Trippstadter Schlosspark. Seit Jahren beobachte ich dieses Naturschauspiel.

hukwa

Freitag, 29. Dezember 2017

Zur Geschichte des Trippstadter Schlosses


Foto© UteKW

Wer sich für das Trippstadter Schloss interessiert wird nicht umhin kommen, sich mit jener Epoche zu beschäftigen in der das Gebäude und sein Park entstanden sind, dem Barock.
Ein Grundstreben des Barocks war die Größe. Man spürte aus innerem Drang dem unendlich Großen und unendlich Kleinem nach und kam zu neuen Begriffen von der Unendlichkeit.
Das große Anliegen dieses Zeitalters war es, wie sich der Mensch in diesen ungeahnten Größen behaupten und einordnen kann.
Bis in die Welt der Atome drang das unersättliche Forschen der damaligen Naturwissenschaftler,Künstler und Baumeister vor. Der Sinn der bewegten Zeit verlangte, alles in Kraft und Bewegung aufzulösen, selbst die Materie.
Der Barock erstrebte Einheit und Weite der Welt, großlinige, alles umfassende und durchgehende Harmonie alles Seienden.
In diesem Sinn kann man das Trippstadter Schloss und sein Park auch als Gesamtkunstwerk ansehen. Es gehört zu den wenigen guterhaltenen pfälzischen Profanbauten und wichtigeren Baudenkmälern aus der Zeit der politischen Kleinstaaterei Deutschlands vor Ausbruch der französischen Revolution. Es wurde 1766 erbaut und bereits 1767 fertiggestellt.
Bauherr war der damalige kurpfälzische Oberstjägermeister und Inhaber der Herrschaft Wilenstein,
Franz Karl Joseph Freiherr von Hacke (gest. 1780). Dessen Vater, Ludwig Anton Frh. v. Hacke (1682 – 1752), war 1716 in kurpfälzische Dienste getreten und wurde von Kurfürst Johann Wilhelm mit dem Falkensteiner Anteil des Amtes Wilenstein (so benannt nach der alten Burg Wilenstein in Trippstadt) belehnt. Als kurpfälzischer Oberstjägermeister erwarb er 1719 käuflich auch den Flörsheimer Anteil der lange Jahrhunderte hindurch zweiherrigen Herrschaft Wilenstein hinzu. Insgesamt umfasste dieses Amt damals den Hauptort Trippstadt, Stelzenberg und Mölschbach samt umliegenden Gehöften und Wäldern sowie die Wilensteiner Mühle (heute Klugsche Mühle im Karlstal). Hacke verfügte somit über einen Herrschaftsbereich von ungefähr 55 km². 1728 gründete Ludwig Anton von Hacke im Karlstal die Eisenhüttenwerke, an die heute noch die Benennungen
Ober-, Mittlerer- und Unterhammer erinnern. Seit 1731 wurden dort u.a. Ofenplatten gegossen.
Die dazu nötige Energie die er für seine Eisenwerke benötigte Holz, Wasser und Erz bezog Hacke mit Ausnahme des Erzes aus der Umgebung von Trippstadt. Das Erz kam zu einem Großteil von Erzhütten- Wiesenthalerhof. Hacke wurde somit indirekt auch Gründer der ältesten Stadtrandsiedlung von Kaiserslautern, der ehemaligen Reichswaldenklave Erzhütten – Wiesenthalerhof.
1750 zog sich von Hacke von seinem Amt als Leiter des gesamten kurpfälzischen Forst und Jagdwesens zurück. Er starb 1752 und wurde in der noch von ihm gestifteten und von seinem Sohn Franz Karl Joseph 1752 / 54 erbauten katholischen Pfarrkirche St. Joseph in Trippstadt beigesetzt. Franz Karl Joseph von Hacke folgte seinem Vater nicht nur in der Herrschaft Wilenstein, sondern auch im Amt des kurpfälzischen Oberstjägermeisters nach. Besondere Verdienste erwarb er sich durch seine Bemühungen um die Pflege des Waldes. Auf ihn geht die Einführung für einige zuvor im Pfälzerwald nicht vorkommende Nadelhölzer zurück so der Lärche, der Weymoutskiefer, der Fichte und der Weißtanne. Versuche mit diesen Pflanzungen hatte er zuerst in seinem Trippstadter Forstbezirk unternommen. So pflanzte er auch Maulbeerbäume an um Seidenraupenzucht zu betreiben, was aber bei unserem Klima nicht gelingen wollte. Für seine erfolgreiche forstdienstliche Tätigkeiten wurde ihm im Karlstal ein Denkmal gesetzt.
Die Weymoutskiefer und die Lärche führte Hacke mit großem Erfolg im Pfälzerwald ein.
Die aus Nordamerika als Zierbaum nach Europa gekommene Weißkiefer oder Tannenfichte (Pinius strobus) ließ der englische Lord Weymouth zuerst auf seinen Besitzungen im Größeren anbauen, etwa im ersten Drittel des achtzehnten Jahrhunderts- die älteste Beschreibung dieses raschwüchsigen, mehr Tannen- als Kiefernart zeigenden dekorativen Nadelholzes stammt aus dem Jahre 1700“, schreibt Johann Keiper in seinem Artikel über das Trippstadter Schloss.
Das 48m lange zweistöckige Schlossgebäude ist im Barockstil mit vollständiger Hausteinfassade aufgeführt,, der Sockel ist mit gehauenen Sandsteinquadern hergestellt und mit Bruchsteinen hinter mauert. Die Fenster- und Türeinfassungen sowie die Gurtgesimse bestehen aus profilierten gehauenen Steinen von gelblicher Farbe. Nach Keiper stammt das Steinmaterial aus dem das Schloss errichtet ist aus den Steinbrüchen der Umgebung von Trippstadt. Wahrscheinlich wurde das Schloss von dem Pfalz – Zweibrückischen Architekten und Ingenieur Siegmund Jacob Haecker erbaut. Das Innere des Gebäudes ist heute um einiges umgestaltet. Ursprünglich befanden sich im Erdgeschoss der Große Salon, Vorzimmer, Schlafzimmer, Flur, Gesindezimmer, Kabinette, Staatszimmer, Speisesaal, Garderobe, Gang und große Treppe. Im Obergeschoss befanden sich ebenfalls ein Salon, Rastplätze, Kabinette, Schlafzimmer, Garderoben, Gang und große Treppe. Vorratsraum und große Küche waren im ausgedehnten Souterrain untergebracht.

In den Giebelfeldern sind Reliefs angebracht. Auf der Rückseite, dem Schlossgarten zugewandt, ist in einer Muschel das Auge Gottes dargestellt. Die vordere Seite zeigt das Wappen der Hacke. 

 
Foto©UteKW

 
Von dem alten im französischen Stil angelegten Park, ist nichts mehr erhalten. Die Brunnenschale ist eine Neuschaffung, aber der Trippstadter Schlosspark ist auch in seinem „neuzeitlichen Stil“ eine
meditative Oase in unserer heutigen hektischen Welt. An Schloss und Garten fügte sich noch ein „weiterer Park“ an, der sich bis zum Karlstal hin erstreckte. Dieser wurde von dem bekannten Gartenarchitekten Friedrich Ludwig Sckell (1750 – 1823) geplant, er war lange Zeit Hofgärtner im Schlosspark von Schwetzingen.
Im April des Jahres 1776 ließ Hacke auf dem Dach seines Schlosses den ersten der von dem Horbach stammenden Physiker und Meteorologen Johann Jacob Hemmer (1733 – 1790) entwickelten Blitzableiter, den damals sogenannten Fünfspitz, anbringen. Diese Blitzschutzanlage wurde im Juli 1794 während der Kämpfe zwischen preußischen und französischen Truppen zerstört, als der Westflügel des Schlosses durch Geschützfeuer stark beschädigt wurde.
Bereits 1793 flüchtete die Familie von Hacke vor der französischen Revolutionsarmee nach Mannheim.
Im Jahre 1804 kauft Ludwig Gienanth die Besitzungen von K.Th von Hacke.
Ein neues Zeitalter beginnt.

 
Foto©UteKW


hukwa





Mittwoch, 27. Dezember 2017

Vom Stephanstag und der Wilden Jagd

Die „Wilde Jagd“ in der Pfalz.

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war „wilde Jagd“ im Volksglauben der ländlichen Bevölkerung der Pfalz fest verankert und lebte in verschiedenen Regionen noch lange in den Zwölften oder Rauhnächten fort, in der Zeit vom Weihnachtstag bis zu der Dreikönigsnacht. Die Zwölften entsprechen astronomisch der Zahl von Tagen, welche die Differenz zwischen dem Mondjahr (354 Tage) und dem Sonnenjahr (366 Tage) ausmachen. Den Altvorderen galt diese Zeit als Spukzeit in der man überall Geister und Seelen vermutete. Zwerge, Hausgeister und Werwölfe trieben ihr Unwesen. Es ist auch die Jahreszeit einer oft entfesselten und feindlichen Natur von der sich der Mensch bedrolht fühlte. Wenn in den Rauhnächten der Sturm übers Land fegte und aus den Bäumen das Geheule des Windes erklang sah darinnen der Volksglauben die „wilde Jagd“.


Der Stephanstag

Für den Brauchtum- Heimat und Volkskundler sind auch Namenstage, Patronstage von Heiligen sehr interessant. In der Verehrung dieser Heiligen der Kirche hat sich sehr viel Brauchtum und Volkskundliches angesammelt oft vermengt mit altem heidnischen Gebräuchen. Heute am 26. 12. ist das Patronsfest des hl. Stephan, also der Stephanstag.
Stephan war der erste Märtyrer der Christenheit deshalb zählt man ihn auch zu den Erzmärtyrern.
Stephan wurde wahrscheinlich im gleichen Jahr wie Jesus geboren, allerdings in Jerusalem. Sein Fest feiert man schon so lange wie das Weihnachtsfest. Doch ist es bei Christus die Freude über seine Geburt so ist der Stephanstag ein trauriger Gedenktag er wurde in seiner Heimatstadt zu Tode gesteinigt. An diesem grausamen Martyrium soll auch Saulus, der spätere Apostel Paulus, beteiligt gewesen sein. Das Todesjahr Stephans war wahrscheinlich das Jahr 40.
Die Stephansverehrung ist im osten seit dem 4. Jh. nachweisbar, im westen seit dem 5.Jh. Der kult um diesen Heiligen gewann besondere Bedeutung nach der Auffindung seiner Reliquien in Jerusalem. Große Bedeutung hatte Stephan als Pferdepatron, noch heute werden in verschiedenen Orten in Bayern am 26. Dezember die Pferde gesegnet.

hukwa


Dienstag, 26. Dezember 2017

Das Matronenheiligtum von Kindsbach

Das keltische Matronenheiligtum von Kindsbach aus gallo-römischer Zeit ist einer der bestens erhaltenden Kultstätten der Antike im Pfälzerwald. Dieses Felsenrelief folgt einem feststehenden Schema. In der Regel sind es drei weibliche Gestalten ( bei manchen Reliefs wie in Kindsbach sind noch einige Gottheiten hinzugefügt) in feierlicher Haltung nebeneinander thronend, auf einem Schoß eine Früchteschale oder ein junges Tier haltend.. Mütterverehrung kennen wir von allen Völkern und Kulturen des Altertums. Die Matronen tragen stets eine kunstvolle hochgesteckte Haarfrisur oder eine große Haube. Diese hat in den keltischen als auch germanischen Stammes- und Volkstrachten eine besondere Bedeutung, deren Ursprung, bis zum Beginn der Bronzezeit reicht, wahrscheinlich noch tiefer in die Vorgeschichte hinein. Es dürfte wohl auch kaum ein Zufall sein das der Marienkult in Deutschland so verwurzelt ist.
Im Biedenbachtal bei Kindsbach entspringt der Gutenborn. In diesem Quellbereich sind seit 1821 gallo-römische Funde bekannt. In der Antike stand hier eine Tempelanlage die wohl von der Bevolkerung der näheren und weiteren Umgebung besucht wurde. Münzfunde ergaben das dass Heiligtum noch bis in das 4. nachchristliche Jahrhundert aufgesucht wurde. Terrakotten mit Matronendarstellungen sowie Bronzebleche mit Phallusverzierungen die am Gutenborn gefunden wurden weisen auf den Fruchtbarkeitscharakter des Quellheiligtums hin.
Das Wasser des Gutenborns wurde noch in neuester Zeit gegen Augenleiden verwendet. Eine chemische Analyse ergab spuren von Bor. Bei der vielzahl der dort verehrten Gottheiten dürften auf jedenfall die Matronen die Hauptrolle inne gehabt haben. 

Fotos©Hans Wagner
 hukwa

Sonntag, 24. Dezember 2017

Der Vogelwoog - über mittelalterliche Weiher und Wöge um Kaiserslautern

In seiner „Beforschung des Reichswaldes“ von Kaiserslautern schreibt der kurpfälzische Forstmeister Philipp Vellmann in den Jahren 1600 und 1601 auch über die Weiher und Wöge im Reichswald:
...Der Rodenbacher Woog ist ein Hauptwoog, besetzt mit 200 Karpfen und ziemlich Hechten. Die Zahl hat mir auf diesmal nicht angezeigt werden können. Folgen zu diesem Woog die Laichweiher: Der Ludwigswoog und der klein Vogelbach-Woog, dies sind Laichweiher. Speisweiher zu gemeltem Woog:Der Wooog auf der Heide bei Weilerbach ist besetzt mit Spännling an der Zahl=2000. Hat sein Wasser vom Mackenborn. Der Pfeifferwoog ist mit Spännlingen besetzt an der Zahl= 800. Dies sind nun die Laich und Speiswöög, so zum Rodenbacher Hauptwoog gehören.
Der kleine Bäumgeswoog ist besetzt mit Spännlingen= 600. Der kleine Biebergen liegt im Vogelthal. Der große Bäumgeswoog liegt unten an gemeltem Ort, besetzt mit 800 Spännling. Der Schmalzwoog unterhalb diesem, von einem Wasser gesättigt, ist besetzt mit 800 Spännling. Diese Wöög werden zum Kaiserwoog gebraucht, so ausserhalb dieses obgemeltem Weilerbacher Gerichts in der Burgvogtei gelegen. Ende der Wööge Weilerbacher Gerichts.“
Das hier von Velmann beschriebene Drei – Weihersystem war kennzeichnend für das späte Mittelalter und für die Fischzucht vor dem Dreißigjährigen Kriege. Es wurde also eine Unterteilung getroffen in Laichwöge – Speiswöge – und Hauptwöge.

Philipp Velmann (auch in der Schreibweise Velmannnn, Felmann, Vielmann) aus Germersheim war in den Jahren 1597 bis 1605 Forstmeister des Kurfürsten Friedrich IV, von der Pfalz. Die Geschichte des Pfälzerwaldes ist untrennbar mit seinem Namen verknüpft, denn kein anderer hat vor oder nach ihm in der Pfalz solch umfangreiche Beschreibungen weitgehend unerschlossener Gebiete geliefert wie er. Schon früh hat sich deshalb die Heimatforschung- insbesondere Häberle, Bilfinger, Keiper und Zimmer – mit seiner Person und seinem Werk befasst.
Velmann ein damaliger Spezialist für forstliche und topographische Aufgaben, nennnt die von ihm erarbeiteten Waldbeschreibungen < Beforschungen<. Diese Bezeichnung, die sich sprachlich von der >Grenzfurche< herleitet, bringt deutlich zum Ausdruck, das Velmann, in voller Übereinstimmung mit seiner Bestallungsurkunde (30.4.1597) und den ihm auferlegten dienstpflichten, seine Hauptaufgabe in der klaren Abgrenzung und Unterteilung der von ihm zu beschreibenden Waldgebiete gesehen hat. Miteinbezogen waren auch Wöge, Weiher, Bach- und Flussläufe. In den gesamten Beschreibungen nehmen auch die Grenz- und Rechtsstreitigkeiten zwischen den beiden größten pfälzischen Territorien (Kurpfalz und Pfalz – Zweibrücken) in Velmanns Arbeiten einen sehr breiten Raum ein.
Während des ganzen Mittelalters waren Fische eine bevorzugte Speise in den Bürgerhäusern, den Klöster und beim Adel. Die wirtschaftliche bedeutung der damaligen Fischzucht in und um Kaiserslautern kann man sich eine Vorstellung machen wenn man die „Besetzung“ des Hauptwooges des damaligen Oberamtes Lautern im jahre 1600 kennt. Dieser Woog war mit 12000 gemästeten Karpfen besetzt. Im Jahre 1616 wurde er abgelassen, damals war er mit 6000 – 8000 Karpfen besetzt. In den „Laichwögen“ wurden die Jungische herangezogen, je nach Größe als „Spännnlinge“, „Büblinge“ und „Fäustlinge“, so die damalige Bezeichnung. Von hier aus wurden sie als „Setzlinge“ in die Hauptwöge gebracht um sie später auszufischen.
Wir wissen aus alten Akten und Urkunden das im Jahre 1604 in Lautern 14 kurfürstliche Hauptweiher Hauptweiher vorhanden waren, zu deren Besetzung existierten nochmals 8 Forellen-, 36 Speis- und 14 Laichweiher. Daneben existierten zahlreiche weitere Weiher die im Besitz der Kirchen und Klöster waren. Desweiteren gab es noch zahlreiche Fischweiher ausserhalb des Stadtgebietes. Soweit diese kurze nicht vollständige Betrachtung der Kaiserslauterer Wöge.
Der Vogelwoog bestand wohl schon zu Zeiten Barbarossas. Im gesamtgebiet des Vogelwooges hatte man künstliche Dämme aufgeworfen so das im Mittelalter hier sieben Fischweiher vorhanden waren. Ihre Namen sind heute ausser denen des Vogelwooges, Schmalzwoooges und Blechhammers, nicht mehr bekannt. Auf einer alten Reichswaldkarte von Joseph Etienne aus dem Jahre 1783 erkennt man zwischen Vogelwoog und Blechhammer noch drei weitere Wöge. 1769 ist im „Renovations Protocolllum“ über den Cameral Erbbestand der sogenannten Vogelwöög und Schmalzwoog von zwei weiteren Wöögen die Rede: „...oberhalb dem Gräfl. Kolbischen, in Wasser stehenden Weyhers gelegen, welche beide Weyer zu Wiesengrund liegen.“
Diese beiden Weiher werden in dieser Akte Vogelwoog und Schmalzwoog genannt. Heute ist von diesen großen Wasserflächen um das Gebiet des Vogelwoogs nicht mehr viel übrig, lediglich Blechhammer und Vogelwoog sind die letzten Fischweiher aus dem Mittelalter die übrig geblieben sind. 
 

Lit. Hinweise:
Häberle. D.: Das Reichsland bei Kaiserslautern, Kaiserslautern 1907.
Häberle. D.: Scheidenberger Woog, Kaiserslautern 1914.
Velmann Ph.: Beforschung des Lauterer Reichswaldes. 1600-1601.
Zink. Th.: Kaiserslautern in Vergangenheit und Gegenwart.

hukwa

Samstag, 23. Dezember 2017

Winterweihnachtswaldstimmung

Es lichtet sich der Nebel des frühen Morgen
Gedanken steigen auf wie Träume
als hätte ein Gott sie zu sich befohlen
erstarrt die alte Weide
am Ufer des Wogs
ein leichter Wind im Schilf
es zucken die verdorrten Halme
nasskalt der Ginster
er träumt von gelben Blüten
Elster Schrei
schwarzes Krähengefieder
bald fällt der erste Schnee
Weihnachten kehrt wieder.
hukwa

Montag, 18. Dezember 2017

Schneehaiku

Im Schneewald
Auge in Auge
die einsame Krähe und ich.
hukwa

In kalter Winternacht
schrien die Elstern in der Fichte
die Eule flog vorüber.
hukwa 

Freitag, 15. Dezember 2017

Geschichtsspekulationen

Während meiner Heimatgeschichtlichen Forschungen versuche ich Fakten zu sammeln und bewege mich auf dem Gebiet der Logik und Realität. Bisweilen jedoch, immer zu bestimmten Zeiten, erlaube ich meinem Geist ins Reich der Imagination zu reisen (Zeitreise). Schon Spinoza nannte die unterste Stufe der Erkenntnis Imagination. Ohne das Spekulative kann man weder Geschichtsforschung noch Philosophie betreiben. Man kann Spinozas aussage zur Imagination auch so ausdrücken: Am Anfang steht die Spekulation.
hukwa

Montag, 11. Dezember 2017

Waldbeobachtungen

In den Wäldern findet man noch das Besondere und Geheimnisvolle. Der Wald spricht in wunderbaren Bildern zu uns, wir müssen nur die Augen offen halten dann erkennen wir bald jene Kraft die alle Wesen der Natur erfüllt. Auch wir sind eine Form dieser Kraft.
hukwa

Samstag, 9. Dezember 2017

Auf in die Wälder

Es ist die Freude an den Schöpfungen der Natur der wir jetzt in den Wäldern begegnen. Ruhe und Gelassenheit strahlen die Bäume im Winter aus. Es ist als öffne sich ein Vorhang und wir dürfen einen Blick in eine transzendente Wert tun. Es ist das Gespür einer mystischen Einheit die uns jetzt in den Wäldern begegnet.
hukwa

Freitag, 8. Dezember 2017

Allein in den Wäldern

Altvater Winter kam
mit Schnee
im Eichenwald
verborgen
lauernd
die Wildkatze
ihre Spur im Schnee
Stille
durchbrochen
vom Schreien der Krähen
Weide am Wasser
Schamanenbaum
Lichtmeer eines frühen Morgen
weiße Schneedecke
der Spur des Wiesels folgend
ziehe ich weiter.
hukwa

Sonntag, 19. November 2017

Zur Symbolik des Taufsteines in der evangelischen Kirche von Trippstadt

Seine Symbolik im Kulturvergleich

Neben dem sehr alten Taufstein in der katholischen Kirche von Trippstadt, steht ein weiterer sehr alter Taufstein in der evangelischen Kirche. Der achteckige Stein mit sehr interessanten Symbolen ist aus dem Jahre 1609 und stand früher wahrscheinlich in der Trippstadter Mutterkirche St. Blasius auf dem Aschbacherhof. Pfarrer Gerhard Vogel hat diesen Taufstein in den „Blättern zur Heimatgeschichte von Trippstadt“ Ausgabe 2009 sehr detailiert beschrieben.
Nachdem ich über die Symbolik dieses Steins nachgeforscht habe möchte ich hier nun weitere Einzelheiten zu dessen Symbolik veröffentlichen. Besonders hervorzuheben ist die achteckige Form und das „Sonnengesicht“. 

Foto © hukwa


Die achteckige Form des Taufsteins:

Der Taufstein besteht aus einem achtseitigen Sockel. Diese Achteckform des Taufbeckens, ist christliches Sinnbild für das neue Leben nach der Taufe. Durch die 8 Ecksäulen wird die Bedeutung der symbolträchtigen Zahl betont: nach frühchristlicher Auffassung geschieht die Auferstehung Christi am achten Schöpfungstag.
Bereits im alten Babylon hatte die Zahl Acht eine besondere Symbolik nämlich die einer „Zahl der Gottheit“. In den babylonischen Turmtempeln wohnte die Gottheit im achten Stockwerk, einem lichtleeren Raum. Von hier aus entwickelte sich die Acht zu einer religiösen Zahl die wir auch in vielen anderen Religionen wiederfinden. So glaubt man im Islam das es zwar sieben Hölllen, aber acht Paradiese gibt, weil die „Barmherigkeit Gotttes größer ist als sein Zorn“. Nach islamischer Auffassung tragen acht Engel den Gottesthron. Die Acht wurde als sakrale Zahl in die hebräische religiöse Überlieferung übernommen und fand so ihren Weg in den christlichen Glauben. So werden acht Menschen in die Arche aufgenommen und der Tempel wird acht Tage gereinigt. Diese Zahl steht für die Rückkehr zum Ursprung also zur erfüllung dessen was die Heptate (Heptateuch) vorbereitet. Es ist daher in der jüdischen Religion der Tag der Reinigung, doch vor allem der Tag der Beschneidung. Abraham als auch Obededon hattten jeweils acht Söhne.
Für die Theologen des Mittelalters standen Taufe, Auferstehung und Beschneidung in einem besonderen Zusammenhang: die Taufe ist nach Augustinus, die Beschneidung des Herzens denn am Tag der Taufe „werden wir dem Auferstandenen gleichgestaltet, da wir durch die Taufe im Geist gestorben und Mitgenossen an der Auferstehung geworden sind“ schrieb Cyrill von Alexandrien. Aus diesem Grund waren die Taufbecken vorwiegend achteckig gearbeitet. Denn Christen verhieß die Taufe die Gnade des ewigen Lebens. So deuten auch die acht Seligpreisungen der Bergpredigt auf diese Seligkeit hin. Wohl aus diesem Grund hat Dante die Triumphierende Kirche in den achten Himmel gesetzt. Aber auch im Buddhismus wird vom achtgliedrigen Pfad der zum N irwana führt gesprochen. Aber auch im Konfuzianismus steht die Acht für eine spirituelle Einheit.

Sol invictus:

Ein weiteres sehr mythologisches Symbol auf dem Taufstein ist der Sol invictus, der „unbesiegte Sonnengott“. In Rom bestand schon zu frühester Zeit ein sehr alter Sonnenkult der auf den Stadtgründer Romulus zurückgehen soll und den der sagenhafte Sabinerkönig Titus Tatius eigeführt haben soll. Dieser Sonnengott wurde gemeinsam mit der Mondgöttin Luna verehrt. Ihr gemeinsamer Tempel war im Circus Maximus. Der Geburtstag des Sonnengottes wurde am 25. Dezember begangen. Der Tag der Geburt von Jesus Christus ist nicht bekannt. Die Festlegung auf den 25. Dezember erfolgte ca. um die Mitte des 4. Jahrhunderts also nach der Konstantinischen Wende.

Da das Geburtstagsfest des Sol Invictus im 4. Jahrhundert allgemein bekannt war kann man davon ausgehen das dieses Datum von christlicher Seite bewusst auf diesen Tag gesetzt wurde. Auch hier kann man wieder beobachten dass das frühe Christentum zahlreiche Elemente aus dem alten Heidentum übernommen hat. Beim Trippstadter Taufstein in der evangelischen Kirche ist das
„Gesicht Christi“ in den Stein gemeißelt umgeben von einem Sonnenstrahlenkranz was auf das „Licht der Welt“ hindeuten soll. In alten christlichen Grabstätten aus der Zeit vor Konstantin tauchen bereits solche Ikonographien auf. Besonders bekannt ist das Mosaik des Christus als Sol Invictus in der Vatikanischen Nekropole das aus dem 3.Jahrhundert stammt.



Foto © hukwa



hukwa

Samstag, 11. November 2017

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Wildgänse ziehen wieder

Wildgänse ziehen wieder
am Abend ertönt das Herbstlied
des Rotkehlchens.
hukwa

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Gedanken über den Taufstein in der kath. Kirche von Trippstadt.


 
Taufstein kath. Kirche Trippstadt - Foto © hukwa



In der Frühzeit des Christentums fand die Taufe mit dreimaligen untertauchen des Täuflings in Flussläufen oder am Meer statt. Nach der Verlegung des Taufakts in geschlossene Räume machte die Versammlung vieler Täuflinge, deren Taufe nur dem Bischof oblag, und die Teilnahme von Klerus und Gemeinde, eigene Gebäude, sie sogenannten Baptisterien, notwendig. Diesen Ausdruck gab es schon in der Antike, gemeint war damit jener Teil eines Badehauses in der warm gebadet wurde.
Der Grundriss des christlichen „Taufhauses“, also des Baptisterien war im 5. und 6. Jahrhundert meist achteckig. In der Mitte der Zentralanlage befand sich das in den Boden versenkte Taufbecken. Seit dem 4. Jahrhundert stand der Täufling im Wasser, während das Taufwasser über seinen Kopf gegossen wurde.
Schon seit dem 13. Jahrhundert wird die Taufe auf die Einzeltaufe beschränkt und auf das übergießen des Kopfes mit Taufwasser. Mit diesem Ritus kamen die ersten Taufsteine auf.
In karolingischer Zeit stand der Taufstein inmitten des Kirchenschiffes. Im Mittelalter gab es keine festgelegte Plätze wo der Taufstein stehen sollte, man findet ihn oft in irgendeiner Ecke der Kirche.
Fast alle alten erhaltene Taufsteine besitzen keinen Deckel mehr. Jeder Taufstein musste verschlossen sein. Wir wissen nur von einem erhaltenen Taufstein mit Deckel der bis heute erhalten geblieben ist. Dabei handelt es sich um den Taufstein der um 1200 erbauten, sehr großen Dorfkirche St. Michael in Altenstadt am Lech.
Im 12. Jahrhundert waren die Taufsteine meist mit Ornamenten verziert. Zur gleichen Zeit tauchen aber auch die ersten Fabelwesen auf Taufsteinen auf, meist in Verbindung mit dem Ornament. So auf dem Taufstein der Stadtkirche von Freudenstadt. Neben dem Ornament finden wir hier Hirsch, Schlange und das heilige Einhorn wird von einem Löwen bedroht. Hirsch, Schlange und Einhorn entstammen der keltischen Mythologie und wurden von irischen Mönchen „christianisiert“.
Es waren vor allem irische Mönche die als erste versuchten in Deutschland das Christentum einzuführen und diese waren damals immer noch vom Keltentum inspiriert.
Zur Zeit des Frankenreiches kamen fromme Wandermönche von Irland, Schottland und England auf das Festland, um unter den heidnischen Stämmen zu missionieren. Um 600 n.Chr. Waren diese Heiden zum großen Teil durch die Missionare die Papst Gregor ausgeschickt hatte, Christen geworden. Wo die Mönche hinkamen gründeten sie Siedlungen. Zahlreiche Orte in der Pfalz erinnern daran (Orte mit St.= Sankt – heilig). Die Mönche, die später heilig gesprochen wurden, trugen auf ihren Wanderungen grob gewebte lange, wollene Röcke. Barhäuptig, mit Wanderstab, Reliuienkapsel und geweihten Hostien, zogen sie umher. In der Pfalz wirkten Disibodus, Pirminus und Philipp von Zell. Priminus hat vor allem in der Westpfalz große Bedeutung. Geht doch die Gründung des berühmten Klosters Hornbach auf ihn zurück. Mit größter historischer Wahrscheinlichkeit gehörte Pirminus zu jenen irischen Mönchsvätern die wie der hl. Columban (gest.615 in Oberitalien) oder der hl. Furseus (gest.649 in Nordfrankreich) zur Verkündung der christlichen Botschaft, insbesondere aber im Vollzug einer asketischen Bußleistung Irland verließen.
Das missionarische Wirken des hl. Pirmin erstreckte sich natürlich nicht nur auf die Gegend um das Kloster Hornbach sondern auf das ganze Umland und somit auch auf den Bereich des heutigen Landhreises Kaiserslautern.
Schon im 5. Jahrhundert begann diese irisch- christliche Glaubensexpansion mit der Mission des hl. Patrick. Die Mission dieses Heiligen war der erste Schritt zu jener bald darauf folgenden Glaubensexplosion die man als „irisches Wunder“ bezeichnet. So kam es, dass aus den irischen Klöstern, vor allem aus denen die von irischen Mönchen auf dem Festland gegründet wurden, ganz Europa mit Gelehrten versorgt wurde. Diese Mönche waren zweifelsohne von der keltischen Kunst geprägt wie uns das berühmte Book of Kells zeigt. Dieses ist mit kreativen Spirallinien, Schnörkeln und alllen möglichen Fabeltieren ilustriert und mit einer für die irische Kunst von ihren Anfängen bis ins 13. Jahrhundert charakteristischen Formenvielfalt, die wir auch in der romanischen Kunst wiederfinden, gezeichnet. Diese Formen, vom einfachen Fischgrätornament bis zu Spiralmustern, Palmetten, gedrehten Tauen, Zöpfen, schuppenartigen Verzierungen, die manchmal als Laub oder als der Natur nachempfundene oder phantastische Tiere, dann wiederum, auf dieselbe „abstrakte“ Weise gestaltet, als menschliche Antlitze erscheinen, sind auch heute noch in vielen kleinen Dorkirchen anzutreffen und haben mehr als sechshundert Jahre lang das gesamte künstlerische Schaffen in Europa – Bildhauerei, Malerei, Email- und Goldschmiedekunst beeinflußt.
Der Taufstein in der kath. Kirche zu Trippstadt hat solche „keltische Spiralmuster“, man kann zudem davon das er weitaus älter ist als angenommen wird (also vor 1500). Das ganze Mittelalter über stand dieser Taufstein in der ehemaligen Kirche St. Blasius b eim Aschbacherhof.



Lit. Hinweise:
H. Frank: Die Klosterbischöfe des Frankenreiches.
Pfeiffer: St. Pirminus in der Tradition der Pfalz.
Vita Pirmini.

Chr. Beutler: Die Entstehung des Altaraufsatzes. Studien zum Grab Willibords in Echternach.
Friedrich Prinz: Mönchtum und Gesellschaft im Frühmittelalter.
Regine Pernoud: Die Heiligen im Mittelalter. 


hukwa 

Spiritualität in der Natur

Der Gang in die Wälder ist mir auch immer ein spiritueller Spaziergang. In den Wäldern lasse ich das Profane hinter mir. Denn vor mir liegt dann eine transzendente Wirklichkeit. Die Natur ist mir immer auch eine spirituelle Führerin.
hukwa

Sonntag, 22. Oktober 2017

Dienstag, 17. Oktober 2017

Wanderer im Herbst - Prosagedicht

Der Herbst zog auf ohne Bitternis. Der Geruch von Äpfeln im kleinen Waldstück am Feldrand. Vermischt mit Hainbuchen stehen hier einige Wildäpfelsträucher. Letzter Wespentanz über faulendem Obst. Taubengurren und Meisengezwitscher tönt aus halb entlaubten Ästen. Manchmal ein sinkendes Blatt das Trost schenkt. Im Spinnenhaar des scheidenden Altweibersommers goldfunkene Tautropfen. Etwas weiter im Ried singt der Zilp-Zalp sein Reiselied. Ein Hauch von Trauer geht von den verblasssenden Wildrosen aus. Letzter Herbstrausch. Ein Igel schläft schon tiefe im Laub. Am Feldrand atmet die Zeit sich aus. Schwebende Distelsamen im kalten Wind. Zwischen Wolken Kraniche. Sie ziehen ins Exil. Schon winkt des Winters naher Schatten. Ein letztes mal weint der späte Mohn. Die Flockenblume am Waldrand schickt einen letzten Gruß. Als singe sie die alten Lieder. Ein einsamer Wanderer auf grauer Flur geht vorrüber.
hukwa




Fotos © Ute Knieriemen-Wagner

Dienstag, 3. Oktober 2017

Tao Wanderer

Ich bin überzeugt das Leben ist eine Wanderung zu unserem Mittelpunkt. dieser Mittelpunkt ist der Kern aller Dinge. Unser Selbst. Jene die diesen Mittelpunkt erreicht haben ruhen schwerelos und meditativ in sich und sind der Vergänglichkeit enthoben.

Verweilend am Wegrand
ganz tief in mich versunken
das Tao ahnend
Weg des Wu Wei
der Pfad führt in die Wälder
Spiegelbild des Mondes
auf dem Weiher
die Welle bin ich.
hukwa

Montag, 2. Oktober 2017

Baumspruch

Der Mensch muss seine Intelligenz,
angefangen bei den Bäumen,
langsam wieder aufrichten.
Joseph Beuys

Donnerstag, 28. September 2017

Rotkehlchen

Ein Rotkehlchen folgt mir
auf meiner Wanderung
durch den Herbstwald.
hukwa

Dienstag, 26. September 2017

Sonntag, 24. September 2017

Saat des Winters

Der Herbstwind treibt
die Blätter vor sich her
wie eine Saat des Winters.
hukwa

Freitag, 22. September 2017

Donnerstag, 21. September 2017

Mittwoch, 20. September 2017

Freitag, 15. September 2017

Merlin


Fotos © UteKW

Merlin in der Baumkunde

Wer sich mit der Mythologie und Geschichte des Baumkultes in Europa beschäftigt, wird unweigerlich auf die geheimnisvolle und sagenhafte Gestalt von Merlin treffen. Neben der Eiche gibt es drei weitere Baumarten die ihm zugewiesen werden. Der Weißdorn, die Kiefer und der Apfelbaum.
In dieser Abhandlung interessiert uns Merlin als „Waldmensch“ der untrennbar mit dem europäischen Baumkult verbunden ist, denn er scheint Seher und Prophet gewesen zu sein, der durch die Bäume sprach. Als solcher hatte er an der Seite von König Artus, dem er zur Einrichtung des Ordens der Tafelrunde geraten hatte, gegen die barbarischen Eroberer der Bretagne gekämpft.
Wegen des Todes seiner Brüder dem Wahnsinn verfallen und der Gesellschaft der Menschen überdrüssig, zog er sich in den Wald von Broceliande zurück, den er nur noch verließ um düstere Prophezeiungen zu machen über die dem Bösen verfallene Welt. Diesem Bösen muss Merlin zeitlebens begegnet sein, den der Mythos berichtet er sei ein Sohn finsterer Mächte und seine Mutter sei eine Nonne gewesen, der Vater der leibhaftige Teufel. Was wohl nichts anderes bedeuten kann, als das er zwei Seelen in sich trug, das gute und das Böse. An jenem Tag als er der Fee Vivianne begegnete, besiegte er das Böse in sich. Er der mächtigste aller Zauberer lehrte Vivianne seine ganze Zauberkunst und ließ sich zuletzt von ihr in einem „Glashaus“ einschließen, nach anderen Berichten verschwand er in einer Höhle hinter einem Weißdornbusch. Nach Jean Markale und seinem Buch „Merlin Enchanteur“ soll dieses „Glashaus“ eine geschlossene Welt in der Mitte des Waldes darstellen, die in ihren unsichtbaren Mauern eine jenseitige Welt einschließt wohl das keltische Autre Monde. Also eine Welt in einer anderen Sphäre, die Ähnlichkeit mit einem Obstgarten hat. Hier findet die Dyade statt, die heilige Vermählung des göttlichen Bruders, mit der göttlichen Schwester. Fern unserer Welt leben sie in vollkommener, harmonischer Liebe, die sie ihrem Wesen nach von der Gesellschaft trennt. Merlin und Vivianne genügen sich selbst und benötigen diese Welt nicht mehr, sie leben sozusagen in einer Noos- Sphäre. Sie stellen ähnlich wie Adam und Eva, die Welt vor dem Sündenfall dar, also bevor sich der Mensch der äußeren Welt bewusst war. Nach J. Brosse: „Merlin und Vivianne ziehen sich von einer profanvisierten, unwiderruflich dem Untergang verfallenen menschlichen Welt zurück und kehren miteinander zum Ursprung, zum Naturzustand zurück, in diesen Obstgarten, wo sie als Herren der Pflanzen und Tiere regieren, schützen, was noch zu retten ist, und, unsichtbar geworden, die Wiedergeburt des Heiligen vorzunehmen“.
Wir haben es hier mit einer Geschichte zu tun die weit über die keltische Welt hinausweist und ihre Ursprünge im prähistorischen hat.
Nach Robert von Ranke – Graves dürfte jener Obstgarten identisch sein mit der „Insel der Apfelbäume“, in der „weißen Göttin“, schreibt Graves:“Glastonbury oder Inus Gutrin, ist auch die Isle of Avalon (Insel der Apfelbäume)“.
Der Bezug Merlins zu den Bäumen, also zum europäischen Baumkult, seine Rolle als Waldmensch ist tief im Schamanimus verwurzelt, Brosse schreibt hierzu: „…Die Birke, der typischste der Schamanistischen Bäume, und die Apfelbäume, mit deren Zweigen die Feen Sterbliche, in ihr Reich, die jenseitige Welt locken. Manche texte präzisieren, das Merlin gelegentlich unter einem Apfelbaum lehrte. Noch wichtiger in seiner Geschichte, ist die Kiefer, die sich oberhalb des Brunnens von Barenton in der Mitte der Lichtung des memeton erhebt. Dieser Brunnen ist die Wohnstatt Viviannes, die also eine Nymphe ist. Vivianne die Verkörperung der Quelle, hat magische Kräfte. Sie lässt es regnen, mehr noch, wenn man Wasser auf die Treppe gießt die den Brunnen umgibt, kann man ein erhebliches Gewitter heraufbeschwören; im übrigen heilt das Wasser des Brunnens die Tollheit, wie Vivianne Merlin von seinem Wahn befreit hatte. J.Markale betont das der Brunnen von Barenton niemals wie die Mehrheit der bretonischen Quellen christianisiert wurde, sondern durch die Jahrhunderte heidnisch geblieben ist, was die Bewohner der Gegend allerdings nicht daran hindert, sich in Dürrejahren dorthin zu begeben, und Geistliche schreiten der Prozession zügig voran“.
Die Quelle, die Kiefer, die Nymphe Vivianne, alles spricht hier für das Reich der großen Mutter, der „weißen Göttin“, wie sie Ranke – Graves für uns erforschte. Mit den Worten von Heinrich Zimmer: „…Es ist die Stätte des ewig Weiblichen, Stätte der Zeitlosigkeit und des unerschöpflichen Lebens, Quelle des Todes, aus dem das leben sich ständig wiedergebiert. Es ist der geheimnisumwobene Ort, von zahllosen Helden in Märchen und Legenden der ganzen Welt aufgesucht, unter vielen historischen Verwandlungen wieder zu erkennen: er gehört zu unserem universalen Vorrat archetypischer Sinnbilder. Die Fassung, die uns die keltischen Märchen und der Artuszyklus übermitteln, stammt aus dem mythischen Bilderschatz der altertümlichen mutterrechtlichen Ordnung, wie sie der vorkeltischen Kultur des westlichen Frankreichs und der britischen Insel eigen war. Im Reich der Mütter findet das schweifende Mannkind heim zum Mutterstamm von der Urmutter her. Hierher ist er gekommen- zu diesem verborgenen Heiligtum des Urquells-, um das Rätsel von Leben und Tod zu lösen. Hier wird er die langersehnte, lang versagte Antwort finden. Durch sein Orakel wird er vom mütterlich –weiblichen empfangen, von der unausgesprochenen intuitiven Weisheit der Lebenskraft, in deren leibhaftiger Gegenwart ihm das Geheimnis ihrer ständig erneuerten Wiedergeburt von Generation zu Generation gewahr wird“.
Zweifelsfrei spielt Vivianne die Rolle der „großen Mutter“, sie holte Merlin aus dem Männerbund der Tafelrunde zurück ins Reich der Mutter- der alten Göttin Gaia. Nach meiner Ansicht war Merlin nicht der Sohn des Teufels, sondern der Sohn Pans. In der keltischen Mythologie gibt es gar keinen Teufel. Pan wurde ja von der Kirche verteufelt. Der Ur- Merlin, der nichts anderes als ein Schamane sein konnte, war eindeutig ein Initiierter des Waldes, der Teufel jedoch ist eine Gestalt der christlichen Zivilisation. Das keltische Gegenstück des Pans war der Gott Cernunnos. Erst Robert de Boron machte Merlin in seinem Merlinroman zum Sohn des Teufels. Merlin aber ist durch und durch heidnischer Natur. Er besitzt magische Macht über die Wesen der Natur, die Fähigkeit seine gestalt zu vertauschen und kann in die Zukunft schauen, all diese Dinge sind typisch für einen Schamanen, einen, Eingeweihten der Wälder. Doch vor allem sein Bezug zu Bäumen zeichnen ihn als Herr des Waldes aus. So lesen wir bei Brosse: „Die Kiefer von Barenton hat Merlin nach Art der Schamanen bestiegen; in ihren Wipfeln, hat er die höchste Erkenntnis erlangt, und hier wohnt er seit dem, denn das „Glashaus“ ist nichts anderes als die Spitze des grünen Baumes, wo Merlin schließlich die Gesamtheit all seiner Kräfte zuteil wurde: die Gabe des Hellsehens, die Verwandlung, die Unsichtbarkeit, die Allgegenwart der Macht über die Elemente, die Gabe die Sprache der Tiere (und der Orakelbäume) zu verstehen und ihnen zu befehlen, die Gabe der Heilkunst und manchmal der Wiedererweckung vom Tod, die Gabe, Quellen hervorzurufen, Wesen und Dinge erscheinen zu lassen, die nicht existieren, auf das Pflanzenreich einzuwirken und sich fliegend durch die Luft zu bewegen. Dieselben Kräfte schreibt aber die literarische Überlieferung in Irland und Wales, auch den Druiden zu, und die sibirischen Schamanen nehmen sie auch für sich in Anspruch“,
Jean Markale beschreibt in seinem Buch „die Druiden – Gesellschaft und Götter der Kelten“ folgendes. „So betrachtet, ist der Druide ein „Medizinmann“ in der Art des Schamanen, in dessen Nähe er vor allem durch seine magischen Inkanationen rückt, da der Schamane seine ekstatische Reise mit dem Ziel unternimmt, in den Grenzregionen der Autr Monde die Seelen eines Kranken, eines Verletzten, eines Sterbenden oder gar Toten aufzusuchen. Wir werden noch auf andere Analogien zwischen dem Druidentum und dem Schamanismus stoßen, auch wenn dafür gewisse Positionen der Schule von George Dumezil aufgegeben werden müssen, nach der die Wurzeln des Druidentums ausschließlich innerhalb des indoeuropäischen Bereichs liegen. Man sollte aber keine Informationsquelle ungenutzt lassen, vor allem weil bekannt ist, welche Bedeutung der Schamanismus in Zentralasien und Mitteleuropa gehabt hat- und von dort kamen ja auch die Kelten.“

hukwa

Foto © UteKW






Donnerstag, 14. September 2017

Mittwoch, 13. September 2017

Montag, 11. September 2017

Herbstmond

Im Licht des Vollmonds 
der rauhe Sandstein
glänzt wie ein Diamant.
hukwa

Samstag, 9. September 2017

Freitag, 8. September 2017

Samstag, 26. August 2017

Donnerstag, 24. August 2017

Tagesspruch - Verantwortung

Nur durch die Verantwortung für das Gegenwärtige
können wir verantwortlich
für die Zukunft werden.
Karl Jaspers

Mittwoch, 23. August 2017

Herbstferien in Trippstadt anno 1812

In den Jahren 1807 bis 1820 war Johann Peter Fabricius protestantischer Pfarrer in Trippstadt. Davor war Fabricicus lutherischer Freiprediger und Lateinlehrer in Pirmasens.
In Trippstadt besuchte ihn 1812 sein ehemaliger Schüler und späterer Professor für Theologie, Johann Friedrich Bruch. Dieser war der Verfasser einiger theologischer Werke. In seinen „Kindheits- und Jugenderinnerungen“ erinnert er sich u.a. an die Herbstferien im Jahre 1812, die er in Trippstadt verbrachte:


Die Herbstferien, welche der damaligen Ordnung nur den October durch dauerten, brachte immer bei meinen Eltern zu. Gewöhnlich machte ich während derselben einen Besuch bei Pfarrer Fabricius, der unterdessen nach Trippstadt bei Kaiserslautern war versetzt worden. Dort fand ich immer die liebevollste Aufnahme und verbrachte glückliche Tage. Die Familie des guten Fabricius und die Verhältnisse, in welchen sie lebte, hätte einem Dichter einen ebenso reichen und anziehenden Stoff dargeboten, als die von Sessenheim dem großen Goethe. Ihn selbst habe ich bereits nach seinen Kenntnissen und nach seiner Lehrgabe geschildert. Er war ein kleiner, etwas untersetzter Mann, mit einer echt oberdeutschen Physiognomie, sehr lebhaft und in der Unterhaltung nicht ohne Witz. Seine Frau, die in ihrer Jugend sehr schön gewesen, hatte noch in älteren Jahren eine ungemein anziehende, sanfte Physiognomie und etwas Wohltuendes in Stimme und Sprache. Der Kinder waren neun. Die älteste Tochter, Friedericke, ungefähr von gleichem Alter mit mir, war eine seelenvolle, anziehende Erscheinung. Man konnte sie nicht gerade schön nennen, allein ihre Züge waren sehr angenehm, ihr Bild treuherzig und geistreich. Sie hatte eine klangreiche Stimme und sang sehr schön, ob sie gleich nie Unterricht im Singen gehabt hatte. Die zweite Tochter, Carolina, war schöner: Sie hatte prachtvolles blondes Haar und regelmäßige feine Züge. Allein ihr Wesen war weniger ansprechend und ihre Bildung weiniger ausgezeichnet, als die ihrer älteren Schwester. Friedericke wirkte sehr anziehend auf mich. Sie teilte mir ihre poetischen Versuche mit, die von einer nicht geringen Anlage zeugten. Es blieb mir nicht verborgen, daß sie sich auch zu mir hingezogen fühlte und hätte es in meinem Geschicke gelegen, in Rheinbaiern eine Pfarrstelle zu erhalten, so würde ich unbedenklich meine Hand angeboten haben.
Diese Familie bewohnte nun ein erbärmliches Pfarrhaus: es bestand nur aus einem Bodengeschoß an das sich unmittelbar die Stallung anschloß. Daneben war ein kleiner Garten. Auch zeugte das Innere des Hauses, trotz der hier herrschenden Reinlichkeit und Ordnung davon, daß hier kein Reichtum zu finden war. Indessen herrschte in der Familie ein heiterer Geist, und fast den ganzen Tag hindurch ließ sich die sangreiche Stimme der beiden Schwestern vernehmen, während die jüngeren Geschwister sich munter in der Wohnstube herumtummelten.
Trippstadt liegt mitten in einer waldreichen Gegend auf einer Hochebene, die weinig Reize darbietet. Umso reizvoller ist das Carlsthal, das sich an der einen Seite der Höhe hinzieht. Herrlich bewachsen, mit interessanten Felsenpartien, wird es durch einen über Kieseln und Felsentrümmern hinbrausenden ziemlich breiten Waldbach durchschnitten. An dem einen Ende des Thales erhebt sich eine ansehnliche Bergruine, unterhalb welcher große Eisenwerke sich befinden. In dem Thale selbst, unter einem am Abhang des Berges sich erhebenden Felsen, hatte ein Einsiedler seine Klause erbaut. Dieses Thal war nun täglich das Ziel unserer Spaziergänge. Hier trug mir Friedericke ihre Gedichte vor; hier lasen wir zusammen gute Bücher; die beiden Schwestern ließen das Thal von ihrem Gesang ertönen; es wurden Blumen gepflückt. Nicht selten wurde ein bescheidenes Abendessen von Hause aus mitgenommen, das dort am rauschenden Bache, im Schatten herrlicher Buchen, eingenommen wurde. Die Tage, welche ich in jener guten, liebevollen Familie zubrachte, haben in mir ein überaus freundliches Andenken zurückgelassen. Sie bilden in meinem Leben wie ein Idyll. Alles ist mir nach langen Jahren noch gegenwärtig, wie wenn es sich erst vor wenigen Tagen zugetragen hätte, und ich muß gestehen, daß ich immer ein eigene Bewegung des Herzens empfinde, wenn ich mich in diese Familie und die in ihrem Schoße verlebten Tage zrückversetze.“

hukwa
Literaturhinweise:
Kindheits- und Jugenderinnerungen von Dr. Friedrich Bruch, aus seinen schriftlichen Aufzeichnungen mitgeteilt von Theodor Gérold 1889