Sonntag, 9. April 2017

Donnerstag, 6. April 2017

Des Frühlings Wiederkehr

Im Aufkeimen des Frühlings erkenne ich die unsterbliche Kraft des Lebens. Eine Energie die sich mir vor allem im verborgenen Leben der Pflanzen offenbart. Sie- die ewig gleichbleibenden Gestalten, die im Herbst vergehen und im Frühling wieder Auferstehen- stimmen mir das Lied der ewigen Wiederkehr in jedem Frühling aufs Neue an.
hukwa

Mittwoch, 5. April 2017

Schauende Seele

Wenn die klaren Wasser sprechen
tritt das Schöpferwort zur Welt
aus der Dunkelheit wird Helle
Nacht wird zur Geborgenheit
fern dem Horizont der Tage
summt die Moosalb hier ihr Lied
wacht die Welt aus ihrem Schlafe
klingt der Tag uns wie ein Lied
singt die Amsel Sinfonien
Bäume rauschen Götterwort
und im tiefen Waldesschweigen
fliegt die Seele mit dem Winde fort.
hukwa

Samstag, 1. April 2017

Dompfaffhaiku

Im Frühlingsgarten
lockt nun der Dompfaff
den ganzen Tag.
hukwa

Der Dompfaff ist
wenn er in der Erle singt
der Erle Stimme.
hukwa

Freitag, 24. März 2017

Mittwoch, 22. März 2017

Freitag, 10. März 2017

Jetzt geh in die Wälder

Jetzt zieh hinaus
der Märzgeist ruft
sein Ton ertönt
im Vogelruf
der Dompfaff lockt
im Fichtenhain
und über dir
ein Kranichzug
jetzt ist die Zeit
jetzt muss es sein
verpass es nicht
geh in den Wald
er führt dich hin
zu deinem wahren Sein.
hukwa

Freitag, 17. Februar 2017

Der Keltendolch von Trippstadt II

Bereits im Jahre 2014 fand Martin Behrendt in der Nähe von Johanniskreuz einen keltischen Ritualdolch. Der Fund wurde auf Trippstadter Gemarkung gemacht und befindet sich im Fundus des Historischen Museums in Speyer. Wahrscheinlich wurde das Fundstück von Forstmaschinen der Erde entrissen.
Die Bedeutung dieses Fundes ist für die Gemeinde Trippstadt historisch äusserst wertvoll.
Da der Dolch rituell gebogen ist handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um eine Grabbeigabe aus keltischer Zeit.
Herr Behrendt, der selbst Heimatforscher ist, zeigte mir Fotos von seinem Fund und wollte meine Meinung dazu wissen, da ich mich schon sehr lange mit der Geschichte der Kelten im Landkreis Kaiserslautern beschäftige.
Man kann davon ausgehen, dass sich höchstwahrscheinlich auf Trippstadter Gemarkung ein Keltengrab befindet.

Neben der Gräberreihe von Johanniskreuz sowie dem Depotfund von Schmalenberg (Depotfund unter einem Felsblock, mit zwei doppelpyramide förmigen Eisenbarren; 1936), sowie dem Gräberfund von Queidersbach im Jahre 1933 (Körpergrab mit zwei Bronzearmringen , zwei bandförmig verzierten Bronzeringen und einem Napf), erhärtet dies eine von mir seit Jahren verfolgte These, das sich im Bereich Trippstadt einst zumindest ein keltisches Gehöft befand. Da die Kelten intensive Schweinezucht betrieben, kann man davon , dass auch Höhenlagen des Pfälzerwaldes intensiv genutzt wurden. Vorwiegend wegen der Eichel- und Buchenmast.
Von großer Wichtigkeit ist vor allem die alte Höhenstrasse bei Johannniskreuz die wahrscheinlich schon zu keltischer Zeit genutzt wurde. Die enge Nachbarschaft Trippstadts zu dieser Altstrasse macht die Gemarkung Trippstadt als keltischen Siedlungsraum interessant. Von Johanniskreuz aus führen Altstrassen zur Heidelsburg (Waldfischbach), nach Bad Dürkheim (keltische Siedlung) und zum Donnersberg (Siedlung) sowie in die „Kaiserslauterer Senke“, also dorthin wo sich keltische Siedlungen oder Gehöfte befanden.
Auch tiefer im Pfälzerwald wurden immer wieder Gelegenheitsfunde aus keltischer Zeit gemacht.
Gerade in diesen Wäldern pflegte man die alten heiligen Kultplätze. Wir finden diese in unseren Mitttelgebirgen von den Vogesen über den Pfälzerwald, den Hunsrück bis zu Eifel und den Ardennen.
So z.B. die Tempelanlage Gutenborn bei Kindsbach (Kaiserslautern) gerade bei diesem Quellheiligtum sehen wir wie sich keltische Naturheiligtümer während der Latene Zeit mit römischen Steinbauten verbanden.
In den Wäldern um Eppenbrunn fand man Spuren der Hallstatt Zeit, so am Kettrichhof Keltengräber sowie bei der ehemaligen St. - Wendelins- Kapelle zwischen dem Hochsteller- und Imbsbacherhof auch bei Hilst, Schweix und Walschbronn. Bei Haspelschied stand einst eine Fliehburg.
Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt der Name Eppenbrunn von der Göttin Epona, der populären Schutzgöttin der Pferde. Diese Göttin war eine Verkörperung der Muttergottheit, die in ihrer besonderen Eigenschaft als Herrin der Pferde bei Stämmen verehrt wurde die Pferdezucht betrieben.
Dass die Kelten auch karge und weniger fruchtbare Böden landwirtschaftlich nutzten wissen wir von Plinius. Auch Varro hatte schon in seiner Schrift vom Landbau eine der Personen des Gesprächs sagen lassen: „ Als ich in Gallien jenseits der Alpen tief im Binnenland das Heer an den Rhein führte, bin ich in einige Gegenden gekommen, wo die Bewohner die Felder mit einer weißen, ausgegrabenen Tonerde düngten“.
In Nordgallien und auch bei den benachbarten Germanen war der Mergel ein bevorzugtes Düngemittel, man unterschied eine Reihe von Qualitäten, die Gegenstand eines regen Handels waren.
Die gewiß wichtigste gallische Erfindung war der Pflugmesser das dem einfachen aratrum der Südvölker weit überlegen war, und der Räderpflug, der im französischen seinen keltischen Namen noch beibehalten hat ( charrue = carruaca). Mit diesem Pflug, der oft von mehreren Ochsenpaaren gezogen wurde, konnten steinige und schwere Böden, die heute als unrentabel angesehen werden, bestellt werden. So berichtet uns Plinius: „Ich will auch einen Fall der Art aus jüngster Vergangenheit nicht unerwähnt lassen, der jetzt vor zwei Jahren im Trevererland vorkam. Als nämlich dort die Saat durch sehr strengen Frost gelitten hatte, besäten die Bauern im Monat März die Felder aufs Neue und erzielten eine überreiche Ernte“.
Die Kelten kannnten also schon das Wiederumpflügen der schon aufgegangenen Saat.
Die Treverer die gemeinsam mit den Mediomatrikern in der Pfalz siedelten waren bekannt für ihre hervorragende Pferdezucht.
Vor allem in der La Tene Zeit wurde nicht mehr in jedem Einzelgebiet alles produziert was für die Ernährung der Bevölkerung notwendig war, sondern jede Region begann sich auf eine besondere Produktion zu konzentrieren, um durch Tausch und Handel, die nicht auf lokaler Ebene erzeugten Nahrungsmittel zu erwerben.
Dies sind Fakten die für eine keltische Besiedelung des Pfälzerwaldes sprechen.
Mit dem Ende der Bronzezeit wurden die ersten großen keltischen Höhensiedlungen erbaut. In unserem Raum waren dies der „Große Berg“ bei Kindsbach, mit seinem Quellheiligtum sowie die Heidelsburg bei Waldfischbach. Weitere Fliehburgen waren die Heidenburg bei Kreimbach-Kaulbach sowie der allseits bekannte Donnersberg. Auf diesen Höhenburgen war einst eine mit Pferd und Wagen ausgestattete Herrenschicht ansässig. Sie scheinen die politische Macht in den Händen gehalten zu haben. Von diesen Siedlungen aus wurden nun auch die Höhenlagen des Pfälzerwaldes wirtschaftlich genutzt. Man benötigte die Eichelmast zur Viehhaltung, das Holz zu Bauzwecken und zur Köhlerei. Man weiß aus Depotfunden das auch in unserem Gebiet ein schwunghafter Handel mit Eisenbarren betrieben wurde. Die Altstrasse von Johanniskreuz steht in direkter Verbindung zur Salzstrasse die von Lyon kommend über die Sickinger Höhe wieder in diese Altstrasse einmündet. Salz war für die Kelten lebenswichtig da sie mit ihm ihr Fleisch haltbar machten. Es müssten sich also eine Anzahl von Gehöften im Pfälzerwald vorgefunden haben.
Die Friedhöfe befanden sich immer in höher gelegenen Gebieten wie z.B. Johanniskreuz!
Charakteristisch war die Beisetzung der Toten in Baumsärgen, wobei diese in Gruben hinabgelassen und oberirdisch mit einem Steinkranz umgeben wurden. Anschließend schüttete man einen hohen Hügel an. Diese Erdhügel die stets in Gruppen oberhalb des Hochwasser gefährdeten Terrains lagen, beinhalten meist mehrere Bestattungen. In solche Gräber wurden oft die Waffen des Verstorbenen mitgegeben. Sie waren zuvor „unbrauchbar“ gemacht worden in dem man sie verbog.
Wie eben beim Keltendolch von Trippstadt.
Im Jahre 1975 wurde in Gournay-sur-Aronda ein bedeutendes Heiligtum ausgegraben, das dem keltischen Stamm der Belger zugeschrieben wird, die ursprünglich aus Mitteleuropa stammen, zu Beginn des 3. Jahrhunderts vor Chr. hier eingewandert waren. Das Heiligtum erstreckte sich über ein Areal von etwa 40m Seitenlänge und war von einem Graben und einer Palisade umgeben. In diesem Heiligtum fand man eine ganze Reihe von kultisch gebogenen Schwertern und Dolchen.
Dass man am Fundort des gebogenen Dolches in Trippstadt bisher kein Hügelgrab fand könnnte auch damit zusammenhängen dass es sich um einen Fund aus einem Flachgrab handelt, deren Stelle heute nicht mehr auszumachen ist. Gegen Ende der vorchristlichen Zeit traten Flachgräberfelder an Stelle der Grabhügelgruppen die von der keltischen Oberschicht künden; sie waren gekennzeichnet mit drei- oder viereckigenkleinen Findlingen. Bei einem nachträglichen Beobachtungsgang am Fundplatz wurde ein solcher Stein aufgefunden, der womöglich zum Grab gehören könnte.
Was die frühe Besiedelung des inneren Pfälzerwaldes betrifft kann man von einer langsamen sich aber immer mehr verdichtenden Besiedelung sprechen.

hukwa


Literaturhinweise:
Jacques Moreau: Die Welt der Kelten; Phaidon – Verlag.
K. Schumacher: Siedlungs und Kulturgeschichte der Rheinlande I. Mainz 1921.
J. Steinhausen: Archäologische Siedlungskunde des Trierer Landes; Trier 1936.
K. Kaiser: Der Raum K;aiserslautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit; J.B.z.Gesch. KL-1982.
E. Christmann: Von Wotans- und Donarsbergen in der Pfalz.
A. Krause: Die Welt der Kelten; Nikol-Verlag; 2007.
D.Wilson: Die Welt der Kelten, Germanen und Slawen; München 1980.
B. Maier: Kleines Lexikon der Namen und Wörter keltischen Ursprungs; München 2003
Dolch/Greule: Die Westricher Hochfläche als galloromanische Reliktzone: J.B.z.Gesch. Kl-1986.

Der Keltendolch von Trippstadt I


Montag, 13. Februar 2017

Es naht der Lenzing

Es ist die Zeit zwischen Winter und Frühling. Der Frühling will kommen und der Winter nicht weichen. Ich empfinde diese Zeit immer als Erwartung. In den lauen Lüften die schon vor der Tür warten liegt viel Energie.
Es ist das Merkmal des Lenzing das er uns antreibt zu neuem Schaffen.
hukwa

Samstag, 21. Januar 2017

Historisch reflektierendes Bewusstsein und moderne Migration

Wenn man die heutigen Migrationsprobleme betrachtet die Europa hat und sich einmal die Mühe macht historisch zu reflektieren, wird einem schnell bewusst das im Lauf der Geschichte solche Zustände immer wieder aufkamen. Man muss doch nur einmal über die sogenannte „Völkerwanderung“ des 3. bis 6. Jahrhunderts im Gebiet des römischen und späteren fränkischen Reiches nachdenken.
Fast hundert Jahre lang hat man in den Schulen die „Völkerwanderung“ gelehrt. Kein Geschichtsbuch, kein Atlas ohne die berühmte „Völkerwanderungskarte“. Aber die großen Völkerungsbewegungen verliefen ganz anders als es uns diese alten Geschichtsbücher und Atlanten suggerieren wollen. Wenn wir uns nur ein wenig in historischer Imagination üben und eine Zeitreise unternehmen und die heutigen Migrationsprobleme einem historischen Verglöeich unterziehen als historisch denkender Betrachter im Hier und Jetzt erscheint diese „Völkerwanderung“ dem Betrachter in einem neuen Licht.
In jener „Völkerwanderungszeit“ gab es schon die gleichen Probleme die wir auch heute kennen:
Ständige Emigration, Regionalkriege durch die es zu Fluchtbewegungen kam, Plünderungen durchziehender kriegerischer Horden, Zwangsumsiedlungen, Wanderungsbewegungen nomadischer Völker, Expertenemigration ins römische Reich.
Goten und Vandalen wanderten durch halb Europa ähnlich den heutigen Migrationsbewegungen aus Afrika.
Um die riesige Kriegs- und Verteidigungmaschinerie am Laufen zu erhalten war das römische Imperium auf Expertenemigration sogar angewiesen um spezialisierte Handwerker ins Imperium zu integrieren. Die Ökonomie von damals suchte wie die Ökonomie von heute Experten und Spezialisten.
Zweifelsohne hat das römische Reich durch seine expansive Eroberungspolitik selbst Migration ausgelöst. Aber auch Frieden und Sicherheit fanden Völker immer wieder im römischen Imperium der antiken Welt. Die hohen Kulturleistungen der Römer lockten viele Migranten ins Reich.
Das „Mangelgesellschaften“ ins Imperium eindrangen war einfach ökonomisch logisch.
Der sogenannte „barbarische Stil“, sowie plündernde Kriegerhorden gab es natürlich, allerdings nicht in der Dimension wie sie uns die „alte“ Geschichtsschreibung auftischen will. Schon damals gab es wie heute auch politische Fluchtbewegungen sowie- und vor allem- große Armuts- und Wirtschaftsmigrationen. Wenn wir das Phänomen der damaligen Völkerbewegungen mit unseren heutigen Migrationsproblemen vergleichen, kann man schnell eine Ähnlichkeit feststellen.
hukwa

Dienstag, 17. Januar 2017

Von Wald und Herrschaft im Wilensteiner Land und im Holzland

Das Holzland grenzt in Teilen an das Wilensteiner Land. In alten Zeiten hatten auch die Ritter und Adligen der Burg Wilenstein Hoheitsrechte im Holzland.


Aus alten Urkunden können wir entnehmen, dass das Kloster Hornbach das Holzland nach Huben
(ahd. „huoba“) besiedeln ließ. Die Siedler im Holzland hießen in diesen Urkunden „sant pirmans lute“ (Sankt Pirmins Leute), sogenannt nach dem heiligen Pirminius (gest.753), dem Stifter des Klosters Hornbach.
Die Ansiedler waren zwar rechtlich keine freien Leute, sondern „Hörige“, doch man muss her bedenken, dass der Unterschied zwischen unfreien „Liten“ und freien „Hintersassen“ seit dem 10.Jahrhundert nicht mehr ganz so groß war. Aus diesen beiden Ständen entwickelte sich im Lauf der Geschichte der stand des sogenannten „grundholden“ Bauern, der sich nach und nach Eigentum aneignete. Allerdings hatte die Herrschaft des Adels weiterhin das Sagen, die Forderungen die der Grundherr geltend machte also großer und kleiner Zehnt, Frondienste, Besthaupt- und Mannssteuer u.a. hatten weiterhin bestand.
In den alten Urkunden und Weistümern des Gerichtes Fischbach aus den Jahren 1369, 1418, 1536, 1565, 1592 sowie 1617 finden wir die Regelung der herrschaftlichen Rechte an Gefällen, Abgaben und Steuern bestätigt hier finden wir auch Aufzeichnungen über die Rechtslage der Bauern.
Vor allem im „Saal und Lagerbuch des Oberamtes Lautern“ aus dem Jahre 1601 gibt uns sehr aufschlußreiche informative Einblicke in die Zeit vor dem 30jährigen Krieg. Aus diesen Aufzeichnungen können wir ersehen welch drückende Abgaben auf den Bauern und Siedlern im Holzland lasteten. Diese waren aufgeteilt in die Herrschaften von Kurpfalz, das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken sowie die Rechte die die Flersheimer von der Burg Wilenstein in Trippstadt innehatten.
Solche Urkunden und Aufzeichnungen sind nicht nur ein Spiegel der mittelalterlichen Welt, sie sind auch Zeugnisse von Unmenschlichkeit und Ausbeutung.
Seit Beginn der größeren Rodungen im 12. und 13. Jahrhundert bestimmten die Weite und Tiefe dieser Wälder die lebensbedingungen der dort siedelten Menschen, prägten die besonderen Lebensumstände und die Möglichkeit der vielfältigen Nutzung des Waldes die Entwicklungsgeschichte des Holzlandes als auch des Wilensteinerlandes und die wirtschaftliche Situation seiner Bewohner.
Auch schon in der vorgeschichtlichen Eisenzeit müssen Menschen im Holzland gelebt haben, wir wissen das in Schopp eine alte Gräbersiedlung ist. Auch in der Umgebung der Geiselbergermühle fand man vorgeschichtliche Relikte unter anderem einen bronzenen Beinring.
Und auf dem Dreisommerberg bei Waldfischbach steht mit der Heidelsburg eine der wichtigsten gallo-römischen Stätten in unserem Gebiet.
Nach dem Rückzug der Römer war das Holzland für einige Jahrhunderte wahrscheinlich Siedlungsleer gewesen. Die Neubesiedelung begann wahrscheinlich ende des 7.Jahrhunderts durch die Franken. Hierbei leisteten die Klöster wertvolle Hilfe, die darum teilweise auch als „Rodungsklöster“ bezeichnet wurden. Im Holzland hatten das bereits erwähnte Benedikinerkloster Hornbach, das Zisterzienserkloster Eußertal und das Prämonstratenserkloster Wadgassen Besitz.
Am Nordrand des Holzlandes besaß das Kloster Eußertal das Gut „Loyben“, nach welchem noch heute der Lauberwald seinen Namen hat. Bei diesem Gut handelt es sich um den 905 Hektar großen Lauberwald westlich von Johanniskreuz, in welchem die Moosalb entspringt. Diesen Wald schenkte- vermutlich im Sommer des Jahres 1174- Graf Ludwig der Jüngere von Saarwerden dem Abte und den Brüdern dieses Klosters. Bei dieser Schenkung finden wir übrigens Kaiser Friedrich I. Barbarossa als Zeugen, eine Urkunde wurde jedoch erst im Jahre 1179 ausgestellt. In der Geschichte des Holzlandes finden wir einige Wüstungen (untergegangene Dörfer).
Der Forstmeister Kurt Aderhold, der einer der besten Kenner der Holzlandwälder war, schrieb in seinen „Anmerkungen zur Vellmannnschen Beforschung“ über das verhältnis des Menschen zum Wald folgendes:
„Das Leben der Menschen im Wald war gestuft. Als Sammler von Früchten und als Jäger störte er das Gleichgewicht des Naturwaldes kaum. Erst als er seßhaft wurde, begann der Kampf mit Feuer, Axt und Rodehaue und später mit der Säge gegen den Wald, der damit seinen natürlichen Aufbau mehr und mehr verlor. Die Staatsverwaltungen waren sich bereits lange vor 1600 bewusst, das der Einschlag von Hölzern zum Bauen, Brennen, Verkohlen, Aschebrennen, zur Lohrinde- und Harzgewinnung neben unzäligen anderen Nutzungen nicht ungemessenen fortgeführt werden konnte und dass ohne Hege und Pflege, ohne Schonung und Schutz kein dauernder Fruchtgenuss, ohne den Kreislauf des Aufbaues, der Erziehung und schließlich der Ernte keine Nachhaltige Erzeugung mehr möglich war.
Alle Beforschungen und Waldordnungen früherer Zeit dienten daher der Verbesserung des Waldzustandes und damit der Erhöhung der Holzerzeugung. Der Durchführung der Verordnungen waren damals Grenzen gesetzt. In den Waldgebieten fehlten vorgebildete Forstleute, und die Zuverlässigkeit der übrigen Bediensteten ließ oft sehr zu wünschen übrig“.

Über das Aussehen der Holzlandwäldereien zu Beginn des 30jährigen Krieges gibt es eine alte Waldbeschreibung, die bekannte „Velmannsche Waldbeforschung“ aus dem Jahre 1600,sie gibt in aller Ausführlichkeit Aufschluss. Die bestockung des Holzlandes- so ist daraus zu entnehmen- bestand zur Zeit des 30jährigen Krieges hauptsächlich aus lichten Laubholzmischwäldern, die mit zahlreichen, durch menschliche Eingriffe geschaffenen Lücken, Blößen und verwilderten Flächen, durchsetzt waren, auf denen Ginster, Heide, Birken, Espe und Kiefernanflüge wuchsen.
Die natürliche Verjüngung der Eichen- und Buchenhochwaldbestände war im Holzland dadurch erschwert, dass der vom Landesherrn geschützte Bestand an Rot-, Reh- und Schwarzwild und die in die Waldungen eingetriebenen Schweineherden (Schmalzweide) die Eicheln und Bucheln aufnahmen. Die wenigen zur Entwicklung kommenden Eichen und Buchenpflanzen und die Verjüngung der übrigen Laubhölzer und Kiefern fielen den gemischten herden von Rindern, Pferden, Ziegen und Schafen (Rauhweide) und dem Schalenwild zum Opfer. Die einzige Beschränkung dieses dem Wald nachhaltige Schäden zufügenden Weidestriches scheint eine im Fischbacher Vertrag (Absatz VIII) von 1692 aufgeführte Verordnung darzustellen, die besagt.... „dass ein jeder, welcher Rindvieh zu halten vermag, seine geißen unverzüglich abschaffen und künftig keine mehr annehmen, denjenigen aber so armuth halber rindvieh zu halten unmöglich aus meist zwo geißen und nit drüber zu halten erlaubt und gestattet werden solten...“ Diese Anordnung war ein Versuch, die großen Weideschäden im Holzland zu mildern, wenn auch nicht zu verhindern.

Wenige Jahrzehnte nach Velmanns Beforschung vernichtete der 30jährige Krieg die von den Siedlern unter schweren Opfern geschaffene Kultur. Das sinnlose Morden und Töten das die Menschen überkommen hatte, bedeutete aber für die Wälder eine gewisse Zeit der Ruhe, der Erholung und des ungestörten Wachstums. Die Holznutzungen nahmen drastisch ab, die viehherden waren fast gänzlich verschwunden und das sich ungehindert vermehrende Raubwild hielt die Wildbestände im natürlichen Gleichgewicht. Im Schutze der lichten oft, aus forstlicher Sicht- schlecht geformte Laubbestände, verjüngten den Wald auf natürliche Art. Nach dem Krieg setzte nur sehr langsam eine neue Wald- und Siedlungskultur ein.







Die Gefälle der Kurpfalz:
Landesherr war der Kurfürst und als solcher bezog er, nach dem Weistum von 1617 von jedem Hausgesäß, was bedeutet, von jeder Familie mit eigener Feuerstelle, ein halb Malter Hafer und ein Fastnachtshuhn (muss an Fasnacht geliefert werden). Desweiteren das Schafft- und Manngeld, hiermitt bezeichnete man die herkömmlichen Heiratsgebühren.
Die kurfürstliche Pfalz hatte auch wie man dem „Saal- und Lagerbuch des Oberamtes Lautern“ entnehmen können: „in dieser Pflege, die hohe Obrigkeit, Gebott und Verbott, samt allen derselben anhängigen Gerechtigkeiten“, die 1617 folgend festgehalten wurden:


Schatzung: ist das Recht Steuern auszuschreiben.
Zoll: Zollstationen befanden sich in Steinalben, Schopp und an der Geiselberger Mühle. Hier stand
einst die untergegangene Siedlung Hertlingsweiler.
Geleit: das Geleitgeld wurde bezahlt für die Sicherheit der Personen auf den Geleitstrassen.
Ungeld: eigentlich Ohmgeld, dies ist der Oktroy auf Wein.
Weinschank: betraf das Recht der Konzessionserteilung zum Betrieb einer Gaststätte.
Beet (Leibbede): die Kopfsteuer der Untertanen.
Folge, Reiß, Musterung: Heeresfolge, Kriegsdienst, Anwerbung.
Besetzung des Proviants: Beschlagnahme der vorhandenen Vorräte im Kriegsfall.
Leibeigenschaft: die damalige Untertänigkeit.
Inventation: Inventaraufnahme in Todesfällen.
Teilung: Vollzug der notariellen Geschäfte.
Wildfänge: Menschen ohne Heimstatt, Haushalt und Anhang.
Nachfolge: Zuständigkeitsrecht auf Kinder aus Ehen mit „Ausländern“.
Behäupter: Recht auf das beste Stück Vieh, Kleidung und Hausgerät bei Besitzveränderung, Tod
oder bei der Veräußerung der Habe.
Frevel, Bußgelder: stand eine Hälfte Kurpfalz die andere Pfalz-Zweibrücken zu.
Bastardfälle: uneheliche Kinder.
Ungemesssener Fron: Spann- und Treiberdienste bei der Jagd.
Maulvieh: Besteuerung der Maulesel.
Findlinge: Anspruch auf verirrtes oder herrenloses Vieh.
Angriff der mißtheidigen Personen: die Verhaftung von Rechtsbrechern.
Hals-und Beingericht: Todesstrafe.
Hoher u.niederer Wildbann: Jagdgerechtigkeit.
Fischen in den Bächen: Fischjagd.
Beholzung und Daubenmachung: Holzeinschlag und Fassdaubenherstellung.

Abgaben an Pfalz-Zweibrücken:
Die wichtigsten und einträchtigsten Steuern bezog um 1617 nicht der Kurfürst, sondern der Herzog von Pflaz-Zweibrücken als Rechtsnachfolger des Kloster Hornbachs.
Der große Zehnt: der zehnte Teil der Hafer-und Kornernte.
Der kleine Zehnt (Krautzehnt): Viehfutter, Gartenfrüchte, Obst, Rüben, Gemüsse usw. Ein Anteil
hiervon erhielt der Pfarrer von Waldfischbach.
Der Fleischzehnt (Blutzehnt): jeweils und jährlich der zehnte Teil des Viehbestandes.

Der herzog übte auch die Patronatsrechte aus, also die Wahl des Pfarrers und die Besetzung der Pfarrstelle. Zudem stand ihm „mit und neben des Kurfürsten Schultheiß“, die Einsetzung der gerichtsschöffen zu, die demgemäß beiden Herrschaften schwören mussten.
Zu den herzoglichen Gefällen zählte auch die Hälfte der Frevel- und Bußgelder, welche als besonders einträgliche quellen galten, sowie die Anordnung von „Gesteige, Aich, Maß und Gewicht“.

Die traditionellen Rechte der Holzlandbauern.

Nicht nur die Pflichten sondern auch die Rechte der Bauern und Siedler des Gerichts Fischbach sind im Weistum von 1617 festgehalten. Wir lesen dort: „Nicht weniger ist das Kloster Hornbach denen, Unterthanen auf ihre zuvor geschehene Ansuchung und des Klosters Meyers oder Waldförsters Anweisung die Nothdurft an Bauholz wie von Alters her geschehen zu geben und das ganze Jahr über in des KlostersWäldern die Rauh- und Schmalzweide zu gestatten schuldig...
Wenn es im Hornbacher Wald, der dem Kloster (später Pfalz-Zweibrücken) unmittelbar gehörte, ein „Volläckern“ gab, damit ist gemeint, wenn Buchen- und Eichen gleichzeitig reiche Früchte trugen, konnten die Untertanen auch dorthin ihre Schweine treiben, mussten hierfür aber dem Herzog für jedes gemästete Schwein 4 Pfennige oder auch 8 Heller zahlen. Ernst Bilfinger berichtet das auf diese Weise im Jahre 1604, einem besonders gutem Eckerichjahr 1025 Schweine aus den 6 Holzlandgemeinden in den Hornbacher Wald getrieben wurden.
Andere Waldrechte der Holzlandbauern bezogen sich auf die Nutzung von, Reiserholz, totem Stockholz, Raff- und Leseholz sowie Streuwerk. Das Jagdrecht in diesen Waldungen stand dem Kurfürsten und beschränkt auch dem Herzog zu. Nur in einem einzigen Bezirk, in dem forstlich und jagdlich fast unbedeutetenden Gebiet „Langdell“ durften auch die Untertanen die Jagd neben den beiden Fürsten ausüben.


Fremde Lehen und Besitztümer im Holzland.
Das „Saal- und Lagerbuch des Oberamtes Lautern“ von 1601 von dem nur noch Kopien aber kein Original mehr existiert, da es im 2.Weltkrieg verloren gegangen ist gab auch Auskunft darüber, welche weltlichen und geistlichen Herrschaften aus der Nachbarschaft des Holzland Besitztümer und Lehen hatten, oder, wie es wörtlich heißt „nachfolgende Herrn von Adel an Hubzinßen und anderen gefällen deßgleichen an güthern als äckern, Wißen, Wäldern und Wilderungen darin liegen und davon jährlich zu erheben haben, wie unterschiedlich folget“.



Besitztümer:
Die Flersheimer (Flörsheimer) Herren der nahe gelegenen burg Wilenstein bei Trippstadt, besaßen den Haderwald (gehört heute zu Trippstadt), südlich vom Karlstal gelegen. Graf Sebastian von Falckenstein besaß die Moßerwiesen und den Moßerwald (Meiserwald und Meisertal) im oberen Moosalbtal. Das Kloster Wadgassen besaß einen Wald, den Bitscher Dingelsberg genannt (Dinkelsberg in der Gemarkung Heltersberg.

Schopp: Reinhard von Sickingen, die Comenturei Einsiedel (Einsiedlerhof) und etliche Sickinger Untertanen zu Mittelbrunn bekamen je 5 Malter Hafer und von jedem Einwohner sechs Pfennige für ein Huhn. Die flersheimer erhielten je Hausgesäß 7 Pfennige.

Schmalenberg: Den Flersheimern fielen in Schmalenberg 7 Simmer Korn und 7 Schilling zu. Das Kloster Hornbach hatte dort 24 Simmer Korn und 24 Schilling zugute.

Heltersberg: Die „Juncker von Honecken“ (Hohenecken), die hier zeitweise mit dem Büchelgut und den Wilredal-Huben ein großes aus Wald, Wilderungsland und Feldern bestehendes Lehen hatten, erhielten als Zins 11 Simmer Korn, 10 Simmer Hafer und 10 Schilling, 7 Heller. Das Kloster Hornbach bekam 8 Simmer Korn und 8 Schilling. Die Hanauischen Erben durften 12 Simmer Hafer und 8 Schilling fordern. Die Flersheimer erhielten 10 Schilling.

Geiselberg: Die Grafen von Hanau erhielten 12 Simmer Hafer und 7 Schilling. Die Flersheimer bekamen 19 Schilling. Die Flersheimer durften auch von jedem der 27 Tiefenthaler Huber, der eine Fuhr hatte, anderthalb Malter Hafer und ein Huhn fordern, von jedem, der kein Gespann hatte, nur einen halben Malter Hafer.

Steinalben: Die Flersheimer bekamen je Hausgesäß einen Schillling jährlich. Die Hanauer hatten 9 Simmer Hafer und 4 Schilling, 8 Pfennig zugute. Die Grafen von Sickingen erhielten 2 Schilling.

Waldfischbach: Das Kloster Hornbach konnte 4 Malter Korn und 2 Schilling einnehmen.

Für die Weid,- Holz- und Eckernrechte in einzelnen Waldungen hatten die Bewohner des Gerichts- so lesen wir im „Verzeichnis aller Wälder des Ambzs lautern“ von 1579- in ähnlicher Weise Abgaben zu entrichten, wobei neben Getreide- und Geldgefällen für die weidenutzung auch Zinsen in der Art von „Käslaibern“ erhoben wurden.









Lit. Hinweise:
Friedländer, Leo: Die Hembachgemeinde.
Lamprecht, Karl: Deutsche Geschichte.
Widder, J.: Geogr. Historische Beschreibung der Kurpfalz. 1774.
Ernst Bilfinger: Das Holzland vor 300 Jahren und jetzt.
Ernst Christmann: Dorfuntergang und Wiederaufbau im Oberamt Lautern.
Pöhlmann-Doll: Regesten der Grafen von Zweibrücken. Speyer 1962.
Gerber Fr.: Urkunde zur Geschichte des Holzlandes, besonders der dortigen Waldberechtigung.
PfGBI. S. 10-12.
Daniel Häberle: Alte Strassen und Wege in der Pfalz.
Vellmann Ph.: Beforschung des Lauberwaldes.
Vellmann Ph.: Beforschung des ehemaligen Gerichtes Waldfischbach. Hg. Ernst Bilfinger.
Albert Zink: Pfälzische Dorfbilder: Schopp. Pfälzer Feierowend Jg. 1961.
Kurt Aderhold: Anmerkungen zur Vellmannschen Beforschung des Holzlandes.
Walter Brückner: Die Waldmark des Holzlandes im 17. Jahrhundert. Heimatkalender Pirmasens.
Walter B rückner: Hoheitsrechte und Feudallasten im Holzland um 1600. Heimatkalender. PS.
Staatsarchiv Speyer: Akte Kurpfalz 278,P. 278, 49-56.
Heinz Friedel: Schopp.
A. Doll: Kloster Hornbach und Königshof Lautern. Pfälz.Heimat 4. 1953.
A.Doll: Beobachtungen zu den Anfängen des Zisterzienserklosters Eußertal und zur
Entwicklung der Haingeraiden. Mittt.d. Hist.V.d.Pfalz. Bd.68. 1970.


hukwa

Sonntag, 15. Januar 2017

Der Landauer Weg in Trippstadt

In Trippstadt gibt es eine Strasse die Landauer Weg heißt. Wie der Name aussagt führte dieser Weg einst nach Landau. Von Kaiserslautern kommend führte einst eine alte Geleitstrasse nach Landau. Diese Strassenverbindung die umgekehrt von Landau über Albersweiler, Eußertal, „Hochstett“ Hochstätten), „Tribstatt“ (Trippstadt) und „Honeck“ (Hohenecken) nach „Kayserslautern“ führte ist in einigen alten Urkunden benannt. In der Dorfchronik von Albersweiler kann man lesen, dass die Gründung des Kloster Eußertal in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts an dieser Strasse erfolgte.
Das Kloster Eußertal hatte im Lauberwald der zu Trippstadt gehört bereits im 12. Jahrhundert Eigentum. Mit Sicherheit kamen die Mönche wenn sie den Lauberwald aufsuchten über diese Strasse nach Trippstadt. In Trippstadt erfolgte eine weitere Abzweigung nach Kaiserslautern. Über Hohenecken führte die alte Geleitstrasse über den Einsiedlerhof (Deutschordenskomturei mit Hospital und Herberge) nach Kaiserslautern. In diese alte Geleitstrassse mündeten wieder eine Reihe von anderen Strassen und Wege ein, die vor allem für den Handel im Mittelalter wichtig waren. Unter anderem ein Weg von der alten Wüstung im Mosisbruch der in direkter Verbindung nach Trippstadt führte. Das Mosisbruch liegt zwei Kilometer nördlich von Hofstätten. Beide Ansiedlungen waren durch einen alten Weg verbunden. Dieser Weg ist in einem Plan von 1730 , der sich im landesarchiv von speyer befindet, als Weg von Hofstätten nach Trippstadt eingezeichnet. Von Hofstätten führte nach diesem Plan in südöstliche Richtung ein Weg nach Eußertal, in südlicher Richtung nach Annweiler und in westlicher Richtung zur Falkenburg und nach Merzalben. Auf diesem Weg ritten die Hohenecker wohl in der Zeit als sie die Reichskleinodien auf dem Trifels verwalteten. Ebenso ritt hier Wenz vom Berg Reichsministerialer vom Trifels nach Lautern wenn er dort urkundete.
Schon ernst Bilfinger brachte die Wegstrecke über die Schächerdell, den Mosisberg über Hofstätten, hinab ins Wellbachtal und die Steige wieder hinauf zum Taubensuhl, mit der 1369 als Gaustrasse genannten Hochstrasse in Verbindung.

Lit. Hinweise:

Landesarchiv Speyer. Best.B2 Nr.1393/4
G. Biundo: Annweiler Geschichte einer alten Reichstadt.
W. Abel: Die Wüstungen des ausgehenden Mittelalters.
Heintz: Verschollene pfälzische Ortsnamen. In Mitt.d.hist.V.d.Pfalz 1875; S.106. 

hukwa




Freitag, 13. Januar 2017

Ein verlassenes Dorf und eine vergessene Burg

Zwischen der einstigen Bergmannssiedlung Erzhütten und dem Dorf Erfenbach liegt der Kohlberg der zur Erfenbacher Gemarkung gehört. Hier stand im 12.Jahrhundert das dorf Kollenbach. Wenig weiß man über diese einstige Siedlung. Im Jahre 1323 wurden Erfenbach, Siegelbach und Kollenbach in einer alten Urkunde gemeinsam erwähnt. Die Gründe der Aufgabe dieses ehemaligen Dorfes im Reichswald könnte eine Pestepedemie gewesen sein. Vielleicht lag der Grund auch in der sich veränderten Waldwirtschaft und der damit verbundenen Aufgabe der Waldweide. Die verminderten Viehbestände führten zu Düngerausfall dadurch gingen die Erträge der Äcker zurück. Der Name Kollenbach später Kohlbach leitet sich von Kohlberg ab, so heißt der berg noch heute auf dem die alte Siedlung stand.
Mit größter Wahrscheinlichkeit hatte zuerst ein Köhler dort seine Hütte, denn Kohlberg leitet sich von „Kohlen“ ab, also eine Stelle an der Holzkohle hergestellt wurde. Nacheinander zogen andere Menschen auf den Berg so entstand wohl die Siedlung.
Wie die Dörfer, Erfenbach, Siegelbach und Stockborn, die in der Nachbarschaft liegen, gehörte Kollenbach zum Besitz der Ritter von Hohenecken, dieses Geschlecht stellte lange Zeit die Schultheißen von Lautern.
Die „Hohenecker“ besaßen in Erfenbach eine Burg die Heute ebenso verschwunden ist wie das Dorf Kollenbach. Dass es diese Burg einmal gab davon zeugen einige sehr alte Urkunden.
Es ist durchaus möglich dass diese Burg die den Namen Huneburg hatte, schon vor Erbauung der Burg Hohenecken (etwa 1160) vorhanden war und sich ursprünglich im Besitz der Grafen von Saarbrücken befand, zumal aus anderen alten Urkunden hervorgeht, das diese mit den „Hoheneckern“ verwandt waren.
Die nachstehenden Auszüge aus den alten Urkunden können als Nachweis für den Bestand der huneburg noch im 14. Jahrhundert angeführt werden.

12.März 1372.
Reyner von Hohenecken bekennt, dass seine Differenzen mit dem Grafen von Saarbrücken beigelegt sind und verspricht ihm und seinen Leuten drei Jahre nacheinander seine Burgen Hohenecken und Huneburg zu öffnen.

3.August 1401. Heidelberg.
Reinhart von hohenecken erhält als Reichslehen von König Rupprecht „Honeck das Haus und das gericht zu Honeck und zum Espenstege; item die halbe Bach zum Espenstege und Vorunde (Vronau= Breitenau) onweig Wag (Woog) und das Lichte Bruch (Einsiedlerhof) und den kleinen Zoll zu Lautern und das Geleit bei Lautern und die armen Leute (Leibeigene) die da heißen des Reichs Leute und einen Born liegt zwischen Lautern und Hohenecken und heißt der Lauterborn und Himburg das Haus mit Zugehör und ein Burglehen zu Lautern, Haus und Hof.
In einer alten Ausgabe der „Mitteilungen des historischen Vereins der Pfalz“ kann man folgendes lesen:
Himburg und Huneburg wahrscheinlich nur verschiedene Namen Für die selbe Burg. Als Reinhart von Hoheneck mit dem Grafen Johann II. von Saarbrücken eine unglückliche fehde geführt hatte, war er 1372 genöthigt, dem Grafen seine Burgen Hoheneck und huneburg auf drei jahre zu öffnen
(Öffnungsrecht= die Burg im Kriegsfall zu öffnen).
Zu dem erwähnten Besitz der Huneburg sind auch die damaligen Erfenbacher Waldungen zu rechnen.

hukwa

Sonntag, 8. Januar 2017

Ein Wanderer ist zu ehren

Wanderer! Ich liebe diese Bezeichnung. Ein Wanderer ist zu ehren. Sein Beruf das beste Sinnbild unseres Lebens. Von einem ort, aufbrechen, unterwegs zu einem anderen, das ist die Geschichte eines jeden von uns.
Thoreau

Über Geschichtsforschung

Die Aufgabe des Heimatforschers ist zu Sammeln und zu bewahren. Forschung und Quelllenstudium zu betreiben. Der heimatkundliche Geschichtsforscher trägt somit zur Pflege des historischen Bewusstseins bei, auch bei Menschen die selbst keine Geschichtsforschung betreiben.
In der Geschichtsforschung begegnen wir immer wieder dem Geheimnis, dem Mysterium. jede neue Menschengeneration macht aufs Neue Geschichte, doch sie können sie weder nach Plan beherrschen, noch können sie das Schicksal lenken. Geschichte ist immer Fakt und somit wird die Beschäftigung mit der Geschichte zur Erfahrungswissenschaft. Sich mit Geschichte zu beschäftigen ist ein solides Geschäft aus dem der Geschichtsforscher immer einen geistigen Gewinn ziehen kann.
hukwa

Sonntag, 25. Dezember 2016

Dienstag, 13. Dezember 2016

Die alten Wege

Oft wenn ich auf meinen Waldgängen entlang der ganz alten Wege wandere geht mir durch den Kopf wer in sehr frühen Zeiten wohl auf diesen Wegen gegangen ist? Einige dieser alten Wege bestanden schon zur Keltenzeit, wahrscheinlich schon zur Bronzezeit. Geschichtlich greifbar werden sie aber erst in der Zeit der römischen Besiedlung unseres Gebietes. Die Römer waren die Planer und Ausbauer dieser alten Wege. Neben militärischen Gesichtspunkten spielte vor allem der Handel die wichtige Rolle bei dem Ausbau dieser Wege. Dieses alte Wegenetz ist uns heute nur noch in groben Zügen bekannt. Im Mittelalter wurden aus den alten Römerwegen Geleitwege- und Strassen. Was mag wohl alles unter ihnen verborgen sein? Legionen zogen über sie hinweg. Was hat sich wohl vor über 2ooo Jahren auf ihnen abgespielt?
Sie sind sehr Geschichteträchtig diese alten Wege, man spürt es wenn man auf ihnen wandert.
hukwa

Samstag, 10. Dezember 2016

Samstag, 5. November 2016

Die Waldaxt

Von der Waldaxt der Römer zur Waldaxt der Freiherren von Hacke

Doppelsinnigkeit bei gallo – römischen Grabsteinen am Beispiel der Axtdarstellungen auf der Heidelsburg bei Waldfischbach – Burgalben und der Heidenburg in Oberstaufenbach bei Kusel.

Die symbolische Waldaxt ist uns vor allem aus der Literatur über die pfälzischen Haingeraiden bekannt. Axtdarstellungen finden wir schon bei den Kelten, wie etwa dem tau gallicum, Symbol der Doppelaxt, die auch als Abwehrmittel gegen den bösen Blick und die Pest verwendet wurde. Noch in christlicher Zeit wurden solche Zeichen auf den Mauern der Stadt Clermont abgebildet, um die Bewohner vor der Pest zu schützen. Die bekannteste Axtdarstellung sind die beiden Steinreliefs von der Heidelsburg bei Waldfischbach. Der Großteil der pfälzischen Heimatforscher ging bisher davon aus dass es sich bei den Axtdarstellungen von der Heidelsburg um die einzigen Steindenkmäler dieser Art in unserem Raum handelt.
Vor einiger Zeit entdeckte ich einen weiteren Stein, bei dem es sich ebenfalls, wie bei den Denkmälern von der Waldfischbacher Heidelsburg um einen Grabstein mit Grabinschrift sowie zwei Ritzzeichnungen von einer Axt und einem Dechsel handelt. Der Stein der sich Heute im Historischen Museum in Speyer befindet, stand einst auf dem Friedhof der Heidenburg bei Oberstaufenbach im Landkreis Kusel. Während der Römerzeit wurde die Dechsel als Attribut der Zimmerleute dargestellt. Die Axt hingegen war das Attribut des römischen Försters, eines saltuarius.
Der Stein von Oberstaufenbach enthält neben den Werkzeugdarstellungen nur noch ein Inschriftenfragment, welches ihn als Grabdenkmalfragment erkennen lässt, da die Mutter als Stifterin in der Inschrift erwähnt wird. Zusätzlich zur Inschrift trägt der Stein die bereits erwähnten Attribute der Werkzeuge die anzeigen dass der Verstorbene in der Holzverarbeitung tätig war.
Darstellungen von Äxten auf Grabdenkmälern gelten auch als apotropäische (Übel abwehrende) Zeichen. Auch in der Antike wurde schon Grabräuberei und Grabschändung betrieben.
Mit der römischen Okkupation des gallisch – germanischen Raumes gelangt auch die Sitte, Garbinschriften zu setzen, in diese Region. Für die Römer war es von großer Bedeutung zu zeigen wem dieses Grabmal errichtet wurde und wer es errichten ließ. Dadurch findet man Informationen die allein durch das Bildmaterial nicht erschlossen werden können.



Als Beispiel hier die Grabschrift für den Dendrophoren L. Sabinius Cassianus in Lyon:
D/is) M(anibus) et quieti aeternae / L(uci) Sabini Cassiani / dendrophoro Au/ gustal(i) q(uaestori) corporis e/iusd(em) duplicario ex/ consensu univer/sorum omnibus ho/noribus apud eosd (em)/ functo homini op/timo et incompara/ bili Flavia Livia/ coniugi rarissi/ mi exempli er/ Priscius Eustochius/ collliberto sans/ tissimo inscriben/dum curaverunt / Priscius Eustochius/ colliberto sanc/tissimo inscriben/dun curaverunt/ et sub ascia dedi/ caverunt.



Den Manen und der ewigen Ruhe des Lucius Sabinius Cassianus, aus dem Collegium der Dendrophori Augustales, Quaestor desselbem Collegiums, mit Einverständnis aller Mitglieder mit doppelter Besoldung, der alle Ehrenämter bei ihnen durchlaufen hat, dem besten und unvergleichlichen Menschen, Flavius Livia, ihrem Gatten seltenen Beispieles, und Priscius Eustochius, seinem makellosestem Mitfreigelassenen. Sie haben dafür gesorgt, dass ihm die Inschrift geschrieben wurde und haben ihn unter der Axt geweiht.

Die Grabschrift des Freigelassenen L. Sabinius Cassianus wurde von seiner Gattin Flavia Livia und von seinem Mitfreigelassenem Priscius Eustochius besorgt. Sabinius war Quaestor des Vereines der augustalischen Dendrophoren gewesen, einer Handwerkerzunft die mit dem Magna – Mater – Kult in Lyon verbunden war. Er hatte in diesem Verein alle Chargen durchlaufen und war von den Mitgliedern zum Vereinskassierer mit doppelter Besoldung gewählt worden, eine besondere Auszeichnung für die Ehrlichkeit des Verstorbenen. Was die religiöse Formel sub ascia dedicare bedeutet, welcher Ausdruck auf vielen galllo – römischen Grabsteinen vorkommt, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Einige sehen in dieser Axt das Symbol des gallischen Unterweltgottes, andere halten sie für eine Androhung göttlicher Strafe gegen Grabschänder.
Bemerkenswert ist auch noch dass Eseus der bei verschiedenen keltischen Stämmen als ein Unterweltsgott gilt in der Regel ebenfalls mit einer Axt dargestellt wird.

Die Axt als Symbol des Försterberufes dürfte wohl eindeutig aus den beiden Steinreliefs von der Heidelsburg bei Waldfischbach - Burgalben zu erkennen sein. Die Inschrift saltuarius bestätigt diese Annahme. Was verwunderlich ist das ist der Vergleich mit heutigen Äxten, die unseren Äxten gleicht nur ein wenig schwerer ist. Otto Roller schreibt zu recht: „Der Nachweis weiterer solcher Beispiele technischer Kontinuität scheint mir ein gewichtiger Beitrag zu unserer noch immer relativ geringen Kenntnis vom Vorgang der Landnahme zu sein, der wohl häufig ein Prozess der Übernahme bestehender Einrichtungen, wie Grenzen, Siedlungsstellen und vor allem Anwendungstechniken aus den Bereichen Landwirtschaft und Handwerk war“.
Gerade die Hortfunde von Werkzeugen auf der Heidenburg bei Kreimbach und auf der Heidelsburg bei Waldfischbach bestättigen die Annahme von Roller.
Der Hortfund von Waldfischbach zeigt gemischtes Inventar, darunter Werkzeuge, Geräte aus der Landwirtschaft, Beschläge für Wagen oder Küchengerät. Während in dem Waldfischbacher Fund Werkzeuge zur Holzbearbeitung überwogen, fanden sich im Kreimbacher Depot vorwiegend Schmiedewerkzeuge. Die Grabungsleiter verwiesen damals auf die Ähnlichkeit des gefundenen Werkzeuges mit dem der Gegenwart. Der formale Unterschied sei so gering, dass ein Laie, der die Fundumstände nicht kenne, zur Meinung komme, er habe moderne Eisensachen gefunden.

Eine weitere kontinuierliche Symbolik lässt sich bei der Waldaxt auch als Statussymbol erkennen.
Irgendwie hat die Waldaxt zu den Haingeraidenschultheißen der frühen fränkischen Siedlungen gefunden und war schließlich bis in die Neuzeit Forstsymbol. Eine Möglichkeit wäre das nach dem die Römer die Pfalz verlassen hatten in der Abgeschiedenheit einiger Walddörfer einige gallo-römische Siedlungen weiterexistierten und diese Bewohner ihr Wissen um die Symbolhaftigkeit der Waldaxt an die Franken weitergaben. Ihre besondere Symbolik fand die Waldaxt ja in den Haingeraidenwäldern der fränkischen Eroberer der Pfalz.
Zu jeder fränkischen Ansiedlung gehörte ein ungeteilter Anteil an der gemeinen Mark, der das Recht auf Nutzung von Wald, Weide und Jagd umfasste. Dadurch bildeten sich im 7. Jahrhundert Markgenossenschaften die man „Haingeraide“ nannte. Auch das Gebiet dieser Genossenschaften nannte man Haingeraide. Jeder Genosse besaß das gleiche Maß des Nutzungsrechtes und der allgemeine Nutzen reichte hin, um sämtliche Bedürfnisse der in den Geraidedörfern wohnende Einwohner zu decken.
Zur Aufrechterhaltung der Geraideordnungen wuren Geraideschultheißen, Zentmeister, Waldmeister und Waldknechte ernannt. Das Geraidegericht oder der Geraidestuhl setzte sich aus dem Geraideschultheiß oder Zentschultheiß, dem Ortsschultheiß und einer Anzahl von Schöfffen zusammen. An bestimmten Geraidelagen wurde vom Geraidegericht am Geraidestuhl nach der Geraideordnung in Geraidedingen verhandelt und der Geraidespruch gefällt. Als wichtigstes Symbol der Geraideordnung überhaupt galt die Geraide – oder Loogaxt. Der Geraideschultheiß war berechtigt die Waldaxt zu tragen und zu nutzen, also damit Bäume zu markieren. Die Axt wurde niemals am Ort aufbewahrt wo der Geraideschultheiß wohnte sondern immer in einem anderen Dorf. Benötigte der Schultheiß die Axt musste er sie nach der Geraideordnung anfordern.
Die Auflösung der Haingeraiden geschah um 1825.

Bis in die Zeit hinein wo vermehrt Grenzsteine gesetzt wurden, war die Loog- oder Lochaxt das unentbehrliche Werkzeug des Försters und seiner zuständigen Herrschaft. Als Loch – oder Loogbäume, auch Markbäume genannt, bezeichnete man auf oder an der Grenzlinie stehende Bäume, die beiderseits mit der Lochaxt gefitscht, angeschalmt wurden, indem man ein Stück Rinde entfernte. Auf die Lache, die freigelegte Stelle, wurde das Symbol der jeweiligen Herrschaft eingeschlagen. Wenn man auch bevorzugt wegen ihrer langen Lebensdauer Eichen als Lochbäume aussuchte, hatten diese Grenzzeichen dennoch eine beschränkte Dauer und mussten immer wieder durch neue Lochbäume ersetzt werden.
Dass Recht eine eigene Waldaxt zu führen, stand nicht jeder Herrschaft zu. Auch durfte der jeweilige Loogaxt Inhaber nicht einfach ausserhalb seines Waldes seine eigene Loogaxt zum Bäumezeichnen nutzen. Ein Beispiel dafür erwähnte der Heimatforscher Karl Munzinger aus Trippstadt in seiner Abhandlung über die „Trippstadter Waldungen der Freiherren von Hacke“ hier schreibt Munzinger: „Im Dezember 1777 ordnete die kurpfälzische Verwaltung an, dass künftig im Meiser und Harderwald, beides Hackescher Wald, aber im Amte Fischbach und damit im Kurpfälzischen Hoheitsgebiet gelegen, künftig die kurpfälzische und nicht die Hackesche Axt zu verwenden sei“.
Franz Karl Joseph v. Hacke richtete daraufhin im Januar 1778 eine Bittschrift an den Kurfürsten, in der er bat, das uralt hergebrachte Recht der eigenen Waldaxtung bestehen zu lassen und ihm zu gestatten, weiterhin ruhig und ungestört wie seine Vorfahren in seinem „adeligen, ritterschaftlichen Meißer- und Haderwald“ seine eigene Waldaxt gebrauchen zu dürfen, „wann einiges Holtz“ darin gefällt werden sollte. Dass dies immer so gehandhabt wurde, könnte der kurpfälzische Forstmeister zu Lautern, Herr Rettig, bestätttigen, nicht alleine für seine Amtszeit, sondern auch für die Zeiten seines Vaters, Groß- und Urgroßvaters. Auch andere Adelsgeschlechter, die Waldungen in kurpfälzischen Gebieten besäßen, würden ihre eigenen Waldäxte gebrauchen, ebenso die Herzöge von Zweibrücken im Holzland, obwohl es kurpfälzisches Gebiet sei. Bei Keiper können wir nachlesen, dass in der kurpfälzischen Zeit die Oberforstmeister, also auch die Freiherren von Hacke,
als Zeichen ihrer Würde eine Waldaxt aus Elfenbein trugen, die von der linken Schulter zur rechten Hand herabhing.
Hukwa


Lit. Hinweise:
W. Liebenam: Zur Geschichte und Organisation des römischen Vereinswesens. Leipzig 1890.
Otto Roller: Axtdarstellungen auf den Förstergrabsteinen der Heidelsburg. Mitteilungen des
Historischen Vereins der Pfalz. Band. 84.
Karl Moersch: Geschichte der Pfalz.
Hans Wagner: Die pfälzischen Haingeraiden.
Karl Munzinger: Die Trippstadter Waldungen der Freiherren von Hacke 1716 – 1833
Blätter z. Heimatgeschichte v. Tripppstadt Sonderheft.
Bilfinger,E. Johanniskreuz eine Pfälzerwaldgeschichte. 1904
Eitelmann, W. Rittersteine im Pfälzerwald.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Montag, 17. Oktober 2016

Zeit

Zeit ist nie verloren.
Und noch die Stunden
da wir nichts tun
außer zu atmen
kann die
Vorbereitungszeit
für ein Wunder sein.
hukwa

Samstag, 15. Oktober 2016

Fallendes Herbstlaub - Haikus

Das Fallen der Herbstblätter
erinnert
an die Lebensreise.
hukwa

Fallendes Herbstlaub
erinnert
an Träume aus der Vergangenheit.
hukwa

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Samstag, 8. Oktober 2016

Lehrstück - Haiku

Das Fallen der Herbstblätter
und die Katzen am Fenster
lehren mich den Zen.
hukwa

Freitag, 7. Oktober 2016

Winterhaiku

Der alte Weidepfosten weist
vom Herbstreif vereist
in den Winter.
hukwa

Montag, 3. Oktober 2016

Samstag, 1. Oktober 2016

Oktobermond

Des Waldes tiefes Schweigen
durchleuchtete Baumkronen
vom Licht des weißen Mond 
Gestirn des Unbewussten
dringst du n die Stätten
meiner eigenen Tiefen ein
Mond
ewiger Beweger
der mich in Zauber bannt
tief in mir das Wort fand
uralte Dämmerung
wie Ebbe und Flut
schenkst du der Seele ihre Glut.
hukwa

Sonntag, 25. September 2016

Freitag, 23. September 2016

Waldgott

Krähiger Blick
im Fichtentann
der alte Waldgott
für die Dauer
einer Amselfeder Fall
kehrt wieder
im erdigen Wurzeldickicht
der Weißdornhecke
versteckt er seine Welt
lehrt Gräser und Pilze das Reden
im Gezwitscher der Tannenmeisen 
kehrt seine Stimme wieder
Nebel über den Wassern
darinnen
des Waldgott dunkles Wesen.
hukwa

Sonntag, 18. September 2016

Willkommen Einsamkeit ich lausche deinen Liedern

Jetzt schlafen alle Nymphen
der Herbst hat es vollbracht
die Sommerträume ruhen
in alt verinnerlichter Nacht
der winterliche Greis wartet
lässt sich in Waldschluchten nieder
Willkommen Einsamkeit
ich lausche deinen Liedern.
hukwa

Freitag, 16. September 2016

Die Heimat der Göttin oder am Quell der Diana

Es gibt Historiker die haben zwei Geschichtsbilder im Kopf. Das eine ist das Reale der Geschichte, wie wir sie aus Urkunden, archäologischen Funden und aus den Geschichtsbüchern kennen. Ich nenne es das blutige Bild unserer geschichtlichen Vergangenheit. Mord, Krieg und Totschlag. Ein Bild von Schlachten und Kriegen die oft genug in den Büchern noch heroisch dargestellt werden. Das zweite Bild das ich von der Geschichte in meinem Geist mit mir trage ist der Mythos. Er ist die Alternative zu jenem realen Geschichtsbild, das mir oftmals den Weg aus der Geschichte zeigt und in gewißen Sinne eine Art Hoffnung in mir aufkeimen lässt.
Auch in der Heimatforschung kommt zu dem Forschenden der Moment, wo das historisch-wissenschaftliche sich mit dem Mythos verbindet.
Nach Jahren des Studiums historischer Bücher, nach Forschungen in Urkunden und vor Ort, beginnt der Mythos selbst im Heimatforscher zu leben. Man kann den Mythos weder bestellen noch abbestellen, irgendwann beginnnt er in uns zu leben. Es ist wohl der Moment, da die Göttin ihre Energie in einem entfaltet. Gewiß, hat der Forschende durch seine intensive Beschäftigung mit dem Geist der Vergangenheit das große Geheimnis des Mythos in seiner Seele erweckt und nun muss er dem Mythos dienen, wie ein alter keltischer Priester, der er vielleicht in einem früheren Leben einmal war.
Der Mythos hat nichts mit Esoterik oder Religion zu tun, er ist ein Fluss der in uns fließt, wir können von seinen klaren Wassern kosten doch bis zu seinen Quellen werden wir wohl nie gelangen, denn diese Quelle ist jene unendliche Kraft die das ganze Universum durchzieht. Der Mythos ist die Verbrüderung mit der Allseele. So wie sich der Historiker mit dem Stammbaum eines adligen Geschlechtes beschäftigt, so sucht der Mythologe seine Wurzeln im Mythos. Die Beschäftigung mit ihm ist Realität und Traum zur gleichen Zeit. Dieses Gefühl Teil eines großen Wirklichkeitserlebnisses zu sein hat Jorge Louis Borges in wunderbaren Worten ausgesprochen:

Wenn nämlich die Welt der Traum eines Jemand ist, wenn es Jemanden gibt, der uns in diesem Augenblick träumt und der die Geschichten der Welten träumt... dann hat die Vernichtung der Religionen und der Künste, dann hat die Allgemeine Verbrennung der Bibliotheken nicht viel mehr zu bedeuten als die Verbrennung der Einrichtungsgegenstände eines Traumes. Der Geist der sie einmal geträumt hat, wird sie abermals träumen. Und so lange dieser Geist zu Träumen fortfährt, so lange ist nichts verloren“.
Heidelsburg bei Waldfischbach Fotos© Ute Knieriemen-Wagner


Der Pfälzerwald in dem ich lebe ist altes Keltenland. Zahlreiche längst vergessene Höhenheiligtümer verbirgt dieser dunkle Wald, der einst von den Vogesen bis in die Eifel reichte. „Wassichin“, nannten die Kelten dieses große Waldgebiet was soviel bedeutet wie „Auerochsengebirge“, die Römer nannten es „Vosagus“, nach einem alten Waldgott der hier hauste. Die realistische Geschichtsforschung hat uns die Kelten und Römer als Völker dargestellt wie sie auch tatsächlich waren: Kriegslüsterne Eroberer!
Doch es gibt noch eine „zweite Geschichte in der Geschichte“, nämlich jene der Muttergottheiten die in diesen Wäldern an vielen Quellen verehrt wurden, Plätze die das Volk zum Teil heute noch aufsucht. Und die Verehrung dieser Matronen das ist der Mythos von dem ich hier schreibe.
Diese Landschaft mit seinen dunklen Wäldern, seinen geheimnisvollen Woogen und Wildbächen, die von der Natur erschaffenen steinernen Gebilde, die Menhire von denen es hier noch einige gibt und die geheimnisvollen Felsbilder versteckt im Dickicht der Wälder das ist die Heimat der großen Göttin und es ist die Heimat des dunklen Waldgottes Vosegus – im Mythos existieren beide immer noch.
Es sind noch nicht einmal 2000 Jahre vergangen, seit man der Göttin hier Opfer brachte und sie an den heiligen Quellen verehrte. Was sind schon 2000 Jahre im Lauf der Geschichte; es ist noch nicht einmal der halbe Wimpernschlag des alten Vogesengottes.
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, der Mythos hat die Geschichtsschreibung immer begleitet und immer wieder werden wir ihm begegnen.
Gerade in diesem Gebiet der Mediomatriker und Treverer, deren Hauptstätte Trier und Metz waren, pflegte man die alten heiligen Kultplätze. In der Regel lagen sie in den weiten Wäldern der Mittelgebirge, von den heutigen Vogesen über den Pfälzerwald in den Hunsrück bis hinein in die Eifel und Ardennen. Die alten keltischen Naturkulte verbanden sich mit römischen Steinbauten, Stelen und Steinreliefs aus Buntsandstein, wie wir sie aus dem Pfälzerwald kennen. Noch heute findet der Kundige Reste dieser alten Weihedenkmäler von denen der alte Zauber der Göttin noch auszugehen scheint. So errichteten sie die Treverer für Diana, die römische Göttin der Jagd und des Wildes, die man mit der keltischen Arduinna gleichsetzte, der Gottheit des Gebirges der Ardennen, ähnlich wie eben Vosegus der Waldgott des Pfälzerwaldes und der Vogesen war.
Ein besonderer Kult genossen die Matronen (Mütter) die man vorwiegend an Quellheiligtümern, wie beim Gutenborn im pfälzischen Kindsbach verehrte. Diese Fruchtbarkeitsgötttinen genossen eine herausragende Verehrung. Gerade der Kult dieser Quellgottheiten war unter den romanisierten Germanen und Kelten stark verbreitet und stellte eine Vermischung aus römischen mit keltischen und germanischen Traditionen dar.
Auch der Name Pfalz stammt letztendlich von einer Göttin ab. Die Sprachforschung sagt uns dass „Pfalz“ aus dem lateinischen Wort „Palatium“ abgeleitet sei. Das „Palatium“ oder die „Pfalz“ steckt auch in dem Wort Palst oder Haus in dem die Herrscher wohnten, der Regierungssitz denn das Mittelalter als „Königspfalz“ bezeichnete. Aber auch andere festummauerte Wohnsitze nannte man damals Pfalz. Vom römischen Altertum haben sich die Abwandlungen des Wortes „Palatium“ allesamt weit entfernt. „Palatium“ so nannten die Römer in Rom einen Hügel. Nämlich einen der sieben Hügeln auf denen Rom erbaut war hieß so. Der älteste Siedlungsteil der „ewigen Stadt“ stand genau auf diesem Hügel. In vorrömischer Zeit stand auf diesem Hügel ein Tempel der der altitalischen Schutzgöttin „Pales“ geweiht war. „Pales“ war ähnlich der „Diana“ eine Naturgöttin.


In seinen „heroischen Leidenschaften“ schreibt Gordano Bruno über die Göttin Diana:

Die Wahrheit wird gesucht wie ein unzugängliches Ding, wie ein Gegenstand, der nicht nur unbegreiflich, sondern auch nicht zu vergegenständlichen ist, denn niemand hält es für möglich, in die Sonne zu schauen, den allerleuchtenden Apollo, in das durch seine höchste und vorzüglichste Wesensgestalt absolute Licht; wohl aber in ihren Schatten, ihre Diana,die Welt, das Universum,die Natur, die in den Dingen ist, das Licht, das in der undurchsichtigen Materie ist, jenes nämlich,das in der Finsternis leuchtet. Von den vielen also,die auf den genannten und auf noch vielen anderen Wegen in diesem wüsten Walde dahineilen, lassen sich nur ganz wenige am Quell der Diana nieder.Viele geben sich mit der Jagd auf wilde und unedle Tiere zufrieden; der größte Teil aber fängt gar nichts, denn er stellt die Netze nach dem Wind und hat schließlich nichts als Fliegen in der Hand. Selten gibt es, meine ich, einen Aktaion, dem vom Schicksal gewährt ist, Diana nackt zu schauen und dahin zu kommen, dass die schöne Liebesgestalt der Natur ihn ganz verzaubert, und der dann, durch die beiden Augen, durch die er den Glanz göttlicher Güte und Schönheit wahrgenommen, in den Hirsch verwandelt wird und fortan nicht mehr Jäger, sondern gejagtes Wild ist. Denn das letzte und endgültige Ziel dieser Jagd ist eben das, jene flüchtige und wilde Beute zu erreichen, durch die der Erbeuter selbst zur Beute, der Jäger zum gejagten Wild wird. Denn bei allen anderen Arten der Jagd, die man auf einzelne Dinge richtet, gelangt der Jäger schließlich dazu, diese anderen Dinge an sich zu reißen,indem er sie mit dem Munde der eigenen Erkenntnis erfaßt; bei jener göttlichen und allumfassenden Jagd aber vollzieht sich das Fangen so,dass auch er notwendigerweise gefangen,aufgesogen und geeint wird. Dadurch wird er aus einem gewöhnlichen,durchschnittlichen und dem alltäglichen Volk angehörenden Menschen zu einem wilden Wesen, wie ein Hirsch oder ein Bewohner der Wildnis; gleichsam göttlich lebt er in der erhabenheit des Waldes, in den nicht nur Menschenkunst gestaltezten Gemächern höhlenreicher Berge, wo er den Ursprung der großen Ströme bewundert, wo er von den gewöhnlichen Begierden unberührt und rein dahinlebt, wo die Gottheit freier umgeht...So verschlingen die Hunde, die Gedanken göttlicher Dinge, diesen Aktaion, töten ihn für das rohe Volk und die Menge, lösen ihn aus den Verstrickungen der verwirrten Sinne, befreien ihn aus dem Leibeskerker der Materie, so dass er nun nach seiner Diana nicht mehr wie durch Ritze und Fenster zu spähen braucht, sondern die trennende Wände niederwirft und angesichts der ganzen Weite des Horizonts ganz Auge wird. So schaut er das ganze wie ein Einziges und sieht nicht mehr durch Unterscheidung und Zählung, wie sie sich aus der Verschiedenheit der Sinne ergibt, durch die man wie durch Ritzen nur in verworrener Weise wahrnehmen kann. Er sieht Amphitrite, denn Urquell aller Zahlen, aller Arten, aller Begriffe: Sie ist die Monade, die wahre Wesenheit im Sein aller Dinge; und wenn er sie auch nicht in ihrer Wesenheit selbst, in absolutem Lichte sieht, so sieht er sie in ihren Hervorbringungen, welche ihr ähnlich, ihre Abbilder sind. Denn aus jener Monade, welche die Gottheit ist, geht diese Monade hervor, welche die Natur, das Universum, die Welt ist...

Es ist nur eine der vielen Metamorphosen der großen Göttin die Giordano Bruno hier beschreibt. Wir finden sie versteckt in den Märchen und Sagen, aber auch als christliche Heilige kennen wir sie. So nahm die alte Göttin im Laufe der Jahrtausende viele Gesichter und Persönlichkeiten an. Auf einigen der Steinreliefs auf denen die Göttinnen abgebildet sind, erkennt man auch Pflanzen und Bäume. Dies führt in die Zeiten zurück da die Göttin noch kein „Gesicht“ hatte, und die Kelten sie noch in den heiligen Baumhainen verehrten.

hukwa

 

Dienstag, 13. September 2016

Herbst im Pfälzerwald

Eine naturphilosophische Betrachtung

 
Foto © Ute Knieriemen-Wagner
Der naturkundige Wanderer kennt die Stimmung, wenn im Herbst am Morgen der Nebel noch Tal und Hügel, Wälder und Fluren wie mit einem feinen Schleier verhüllt, den die heraufsteigende Sonne allmählich durchdringt und auflöst. Millionen von Spinnweben funkeln in Gebüsch und Bäumen und verzaubern die Landschaft. Es ist die Zeit der gedämpften Farben und des mystischen Lichts.

Die letzten Zugvögel werden unruhig, weil es bald auf große Reise geht. Auf den Feldfluren ist nun Ruhe eingekehrt und am Waldrand reifen die schwarzen Schlehen, warten auf den ersten Frost, der etwas Süße in sie senkt. Die letzten Früchte des Holunders funkeln in der Sonne und die überreifen Brombeeren laden zum Verweilen ein. Ein letztes Mal verwöhnt uns die Natur mit ihrer herbstlichen Fülle. Mensch und Tier wissen, dass nun bald die dunkle Jahreszeit Einkehr hält und wollen ein letztes Mal von der Natur verwöhnt werden.

Im Wald erscheint uns nun die Stille noch intensiver, als wir sie im Hochsommer empfunden haben. Jene, die Altmutter Natur lieben, zieht es nun wie unter einem Zwang hinein in die Wälder, ihre Geheimnisse und Schönheiten aufsuchend. Man fühlt in sich Momente, in denen man spürt, dass wir mit dieser erhabenen Natur verwandt sind.

Der Schrei des Habichts in den Lüften, das plötzliche Aufbrechen von Wild im Gebüsch, das Schimpfen des Eichhörnchens vom Baum herab oder das einsame Fallen einer Eichel erscheinen uns wie ein Gebet, das Mutter Natur zu uns spricht. Der ganze Wald spricht zu uns in seiner großen Stille.

Indem wir ihm zu hören, schauen wir in uns selbst hinein. Ist uns die Natur eine Mutter, so ist der Wald uns Vatergestalt, seine Bäume sind uns Brüder und die verwunschenen Weiher sind uns Schwestern.


Fern vom Getöse der Menschen erwartet uns im Wald reine Beschaulichkeit.
Kurz ist der „Goldene Oktober“, der ein einziger Herbststrauß zu sein scheint. Kommt der Wanderer durch Buchenwald, versinkt er bis zu den Knöcheln im sanften Laub.
In einem Laubwald dauert es mitunter bis zu fünf Jahre, bis ein Buchenblatt als solches nicht mehr zu erkennen ist. Bis dahin geht es in Teilen durch Dutzende von Mägen der sogenannten Zersetzer. Also von Tieren, die vom „Abfall“ der Natur leben. Im Laubwald fallen jährlich pro Hektar vier Tonnen Pflanzenmasse an, die es zu verwerten gilt. Mutter Natur bewältigt diese Mengen mit einem Heer von hungrigen Mäulern. Die Erstverwerter der Laubstreu sind Spring-schwänze, Asseln, Milben, Regenwürmer und Tausendfüssler. Diese kleinen Bodentiere können jedoch die pflanzlichen Reststoffe nur durchlöchern. Das weitere Zerkleinern obliegt winzigen Bodenbewohnern, die insgesamt noch einmal das Hundertfache der Regenwürmer auf die Waagschale bringen. Diese Mikrowelt ist mit mehreren Milliarden Tieren pro Quadratmeter so groß, dass sie der Mensch bisher kaum erfassen und bestimmen kann. Diese Winzlinge stellen das Bindeglied zwischen der toten Pflanzenmaterie und den größeren Zersetzern der Streu dar. Einige wenige aus diesem Mikrokosmos sind in der Lage, die schwer verdaulichen Teile wie Zellulose und Lignin zu knacken. Sie besitzen hierfür Enzyme, über die nur wenige Abfallverwerter verfügen. Anschließend machen sich Mikroorganismen über den Nahrungsbrei her. Sie verdauen ihren eigenen Kot mit den darauf lebenden Kleinstlebewesen. Die Energieausbeute erhöht sich damit um mehr als das Doppelte. Entgegen der Welt der Menschen kann die Natur ihre „Abfallprobleme“ äußerst nachhaltig regeln.

Der Wald strahlt zu dieser Zeit in den herrlichsten Farben!
Es sind nicht nur die Buchen, die im Herbst in purpurner Farbe zu brennen scheinen. Auch der wilde Kirschbaum entfaltet um diese Jahreszeit eine üppige Strahlkraft. Erfreut er im Frühling das Herz des Wanderers mit seinen schneeweißen Blüten, so wirkt nun das Rot seines Herbstkleides fast magisch auf uns. Aber auch ein Nadelbaum wirft seinen Zauber über uns: wie brennende Fackeln stehen die Lärchen am Bergeshang. In den frühen Morgenstunden funkeln tausende von silberfarbenen Spinnweben in den Büschen. Wie versponnene Elfenlocken scheinen die Fruchtstände des Waldweidenröschens ineinander verwoben, wenn man Mitte Oktober durch die Trippstadter Wälder streift.
Die unruhig schlanke Birke in ihrem gelbfarbenen Herbstkleid fällt dem Wanderer besonders auf. In ihrer Nähe befinden sich oft die roten Fruchtknollen des Fliegenpilzes. Beide, Baum und Pilz, sind durch Symbiose verbunden.
An den Abenden ist es nun schon sehr kühl geworden. Ein Blick in den Herbststernenhimmel zeigt uns, dass der Winter bald seinen Einzug hält. Tief im Norden werden schon die ersten Vorboten des Winterhimmels sichtbar, insbesondere in Gestalt des Sternbildes Stier, das zumindest für Mittel- und Nordeuropa bereits vollständig aufgegangen ist. Sein Hauptstern heißt Aldebaran, wie ein großes Juwel funkelt er nun am nächtlichen Sternenhimmel.

Herbstzeit ist Wanderzeit!

hukwa

Herbst - von Nikolaus Lenau (1802-1850)
Rings ein Verstummen, ein Entfärben: Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln, Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde Sterben.
Von hinnen geht die stille Reise, Die Zeit der Liebe ist verklungen, Die Vögel haben ausgesungen, Und dürre Blätter sinken leise.
Die Vögel zogen nach dem Süden, Aus dem Verfall des Laubes tauchen Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen, Die Blätter fallen stets, die müden.
In dieses Waldes leisem Rauschen Ist mir als hör' ich Kunde wehen, daß alles Sterben und Vergehen Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

Vergangenes Handwerk und erloschene Berufe in Trippstadt

Der vorliegende Text versucht eine Gesamtschau auf das alte Handwerk in Trippstadt und Berufe von „einst“ zu werfen. Er beschränkt sich auf die Zeit von ca. 1670 bis 1890. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt in einem Zeitraum von ungefähr 200 Jahren. Die Gründe dafür liegen zum einen in der größeren Literatur– und Quellenbasis aus dieser Zeit, doch vor allem in der Tatsache, dass in diesem Zeitraum Handwerksberufe, als auch andere Berufssparten, eine enorme Entwicklung erfahren. Dieser Text will keine sentimentale Rückschau auf eine vergangene „heile Welt“ beschreiben, die es ja eh nicht gab, sondern es ist der Versuch, dem Leser ein Stück Heimatgeschichte aus alter Trippstadter Zeit zu vermitteln.
Es ist der Versuch, ein Bild zu entwerfen über verschiedene Berufe und Tätigkeiten die noch vor etwa 100 Jahren in unserem Ort angesiedelt waren und ausgeübt wurden.
Natürlich gab es diese Berufe auch in anderen Orten der Region. Trippstadt habe ich aus dem Grund ausgewählt, weil für den Ort reichliches Quellenmaterial zur Verfügung steht. Hier möchte ich besonders auf das Bürgerbuch von Heinrich Haas und die Glöckner Datei hinweisen.
Doch Trippstadt ist für eine solche Publikation noch aus anderen Gründen geeignet. Der Ort hatte eine blühende Eisenindustrie, was natürlich unterschiedliche Berufsgruppen anzog; Trippstadt ist waldreich und hat eine Jahrhunderte alte Tradition bei den Waldberufen, auch die Landwirtschaft in Form des Waldbauerntums spielt eine Rolle. Hinzu kommen noch jene „Hausberufe“ wie Leineweber, Seiler, Seifensieder, Korbflechter, usw., die hier ausgeübt wurden. Sämtliche Berufe die hier beschrieben werden kann man in den beiden erwähnten Bürgerbüchern finden und nachlesen.
Es versteht sich als obligatorisch, dass man bei einer solchen heimat-geschichtlichen Recherche immer wieder mal über den „Kirchturm hinaus“ in benachbarte Orte schauen muss, um Vergleiche anzustellen aber auch um ein Gesamtbild zu erreichen. Doch der Hauptinhalt dieses Textes ist Trippstadter Ortsgeschichte.
In den Notzeiten der beiden Weltkriege lebten verschiedene alte Berufe noch einmal auf, wie z.B. die Köhlerei und die Herstellung von Holzschuhen. Wie Forstrat W. Albert berichtet, wurde Holzkohle aus Trippstadt und Kaiserslautern bis in die 1920er Jahre nach Spanien exportiert. In Kaiserslautern gab es bis in die fünfziger Jahre noch eine Holzschuhfabrik. Auch eine Holzschuhmacher Innung, in der Holzschuhmacher und Schindelmacher organisiert waren, existierte bis in diese Zeit in der Pfalz.
Die hier beschriebenen Berufe zeichnen auch das Bild einer Region, eines Ortes nach. Bei vielen dieser Berufe bildete eine kleine Landwirtschaft eine zusätzliche Erwerbsquelle für die Familie. Zu gewissen Zeiten, vor allem aber während der Aussaat und Erntezeiten, wurde für Tage oder Stunden das Handwerkszeug mit dem Ackergerät vertauscht. In Kriegs– und Notzeiten war diese Neben-beschäftigung oft ein lebenserhaltender Faktor.
Bevor ich nun einige Berufsgruppen beschreibe, hier eine Auflistung dieser heute zum Teil nicht mehr existierenden Berufe:
Schindelmacher, Bürstenbinder, Seiler, Leineweber, Ziegler, Bierbrauer, Ölmüller, herrschaftlicher Geldheber, Bader, Tagner, Wolfsjäger, Daubenhauer, Büglerin, Wagner, Schuster, Küfer, Feldschütz, Hammerschmied, Steuereinnehmer, Churpfälzischer Zöllner, Köhler, Korbmacher, Kammacher, Kesselschmied, Blaufärber, Stuhlmacher, Barbier, Pottaschbrenner, Almosenpfleger, Faßbinder, Tuchmacher, Hirte Waldhüter, Pudler, Holzsetzer, Fuhrmann, Färber, Kuhhirte, Hufschmied, Schneider, Einnehmer, Webermeister, Gemeindeschreiber, Blechschmied, Platzknecht, Pflasterer, Hafner, Steinhauer, Steinbrecher, Einleger, Postillion-Kutscher, Schäfer, Seifensieder, Wollspinner, Bordschnitter, Messerschmied, Rotgerber, Papiermacher, Nagelschmied, Nachtwächter, Glasschleifer, Dienstmädchen.


Der approbierte Bader:
In einer einfachen Rasierstube übte er seinen Beruf als Friseur, Wundpfleger und Zahnzieher aus, sofern er nicht seine Kundschaft zu Hause besuchte. Aber auch für andere Schmerzen wusste er oft Rat. Manche Ärzte zogen bei Hausoperationen den Bader als Gehilfen hinzu. Auch für die Leichenschau war er verantwortlich. Er hatte eine Lehrzeit zu absolvieren und musste, in der Regel nach Ableistung seines Militärdienstes, zu einem mehrmonatigen medizinischen Kursus nach Frankenthal, wo die pfälzischen Bader unter der Leitung von Ärzten geschult wurden. Nach Beendigung des Kurses erhielten sie neben einem Diplom die sogenannte Approbation, mit der sie ihr Geschäft betreiben durften.
Mein Großvater, der auf dem Wiesenthalerhof wohnte, erzählte mir, dass er zum Zahn ziehen in den Nachbarort Erfenbach zum dortigen Bader ging. Einen Zahn ziehen zu lassen kostete damals eine Reichsmark.
Im Trippstadter Bürgerbuch finden sich mehrere Bader.

Blechschmied:
Er war mit allen Blecharbeiten vertraut. Neben größeren Arbeiten wie der Herstelllung von Dachrinnen und deren Anbringung reparierte er auch Kochtöpfe und den Wasserkessel. In Trippstadt gab es viele Blechschmiede und man kann davon ausgehen, dass die meisten von ihnen in den Trippstadter Eisenhüttenwerken in den dortigen Eisenberufen gearbeitet haben.

Die Büglerin:
Die besser gestellten Geschäftsleute und Bürger ließen einmal die Woche die Büglerin in ihr Haus kommen, die ihre Wäsche glättete. Sie stärkte und bügelte Vorhänge, Deckchen und Herrenhemden.
Eine bekannte Trippstadter Büglerin war „das Felsenweib vom Karlstal“, mit bürgerlichem Namen Anna Katharina Kaiser, geboren am 13. Februar 1777.

Der Leineweber:
Flurnamen wie Brechkaut, Hanfdelle und Hanfacker erinnern noch heute in Trippstadt an das alte Handwerk der Leineweber. Hauptberufliche Leineweber arbeiteten immer als „Heimarbeiter“. In vielen bäuerlichen Haushalten stand auch ein Webstuhl der den Tagnern und Ackerern ein Zubrot gab. Die meisten Bauern hatten ihren Hanfacker der besonders gepflegt wurde. Sobald geriffelt, gröstet, gebrochen und wieder getrocknet war, besorgten die Frauen das „Schwingen“, dann kam der „Hechelmacher“ und durchzog auf der „Hechelbank“ die Hanfbündel. Nach einigen weiteren Arbeitsvorgängen wurde dann der Flachshanf versponnen. In Trippstadt waren einige Leineweber tätig. Trippstadt hatte 3 Brechkauten: 1. Wo Mandel- und Brotdeich zusammenstoßen, 2. in der Nähe der Schanz, 3. am Friedhof.

Gerber, Schindelmacher, Korbflechter:
Im ehemaligen „Häusschen“ am Ertl, wirkte lange Zeit ein Gerber, daher auch der Name Gerbfeld, eine Gewanne die sich in der Nähe dieses Hauses befindet. Auch der Schindelmacher Johann Kallenbach und der Korbflechter Heinrich Rösel hatten hier ihre Werkstatt.

Der Küfer:
Fässer, Fleisch- und Waschbütten, kleinere Bütten für Sauerkraut und saure Bohnen, Bütten und Fässer in allen Größen, stellte der Küfer her. Es war eine, große Genauigkeit erfordernde Arbeit, ein Fass herzustellen. Aus dem Rohholz, in der Regel Eiche, die Dauen so zu bearbeiten, dass sie sich millimetergenau zu einem Fass zusammenfügten.Am Ende versah man sie mit den Fassböden durch Einklemmen in eine gefräste Nut. Die dann aufgezogenen Fassreifen pressten die Dauen zusammen und nach Einbohren des Füll- und Zapfloches war das Fass fertig. Als Dichtungsmittel wurde Pech oder auch Liesch, eine Sumpfpflanze verwendet.

Der Schweinehirt:
Dieser Beruf ist einer der ältesten Berufe und wird schon in der Odyssee Homers erwähnt. Im Volksmund sagte man einfach „Sauhirt“.
Er trieb die Tiere, die vielen Besitzern gehörten, mit Beginn des Frühjahrs an Feldwege und abgeerntete Felder, bis der Herbst durch nasses und kaltes Wetter den Austrieb beendete. Der Hirt bekam seinen Lohn wöchentlich ausbezahlt und im Herbst bekam er nochmals Naturalien als Entlohnung.
In jeder größeren Ortschaft stand ein Hirtenhaus in dem der Hirte wohnte.

Der Seifensieder:
Der Seifensieder stellte vor allem Kernseife her.

Der Stuhlmacher:
Eigentlich müsste es Stuhlsitzflechter heißen, denn er hat die Stuhlsitze geflochten und repariert.

Der Ziegler:
Unterhalb des Wilensteinerhofes befand sich eine Ziegelei. Der dortige Brunnen heißt noch heute Ziegelbrunnen. In den „Blättern zur Heimatgeschichte von Trippstadt“ - Sonderheft Tripppstadter Flurnamen kann man lesen: „Der für die Ziegelei benötigte Lehm wurde auf dem Wilensteiner Feld abgebaut. In dem Waldhang zwischen Kaltenborner Tal und Wilensteiner Feld ist jetzt noch die Stufe eines diagonal den Hang heraufziehenden ehemaligen Weges zu erkennen. Die Ziegelproduktion dürfte in der Zeit um 1800 eingestellt worden sein, nachdem die Familie von Hacke ihr Eigentum abgeben musste. Ein Gebäude wurde weiterhin zu Wohnzwecken genutzt, über die Zeit des Abrisses, legen keine Unterlagen vor“.

Der Pflasterer:
Mit dem Aufkommen von Teer- und Asphalt für Straßendecken war auch das Geschäft des Pflasterers notleidend geworden und nur noch in Höfen, Ställen und Rinnen beansprucht. Der im Volksmund gebrauchte Ausdruck „Poweier“ für den Pflasterer war kein Schimpfwort, sondern nur eine Verballhornung des französischen Wortes Paveur = Pflasterer oder Steinsetzer, das über die französisch-lothringische Grenze seinen Weg zu uns gefunden hat.

Der Schmied:
Das Berufsbild des Schmiedes bedarf einer etwas längeren Abhandlung in diesem Artikel. Gab es doch in Trippstadt fast sämtliche Vertreter dieser Berufsgruppe: Huf-, Gesenk-, Rad-, Nagel-, Büchsen (Waffen)-, Waagen (Gewicht)-, Kunst und Goldschmied-, Kessel-, Messer-, Blechschmied.
Eine Spezialisierung griff oft in die andere über, so das mehrere solcher Berufszweige von einem Schmied ausgeübt wurden. Auch war es wohl die Eisenindustrie in Trippstadt die viele Schmiedegesellen in unsere Gemeinde lockte. Noch heute sagt ein altes Sprichwort, das man aus einem Schmied einen Schlosser machen kann, aber nicht umgekehrt aus einem Schlosser einen Schmied. Das galt wohl auch für die Eisenverhüttung. Das Berufsbild des Schmiedes ist so umfangreich, das man im Schmied den Mutterberuf für das gesamte Metallhandwerk sehen kann. Doch auch mit vielen anderen Berufszweigen stand das Schmiedehandwerk in enger Verwandtschaft: Schlosser, Klempner, Wagner, Schreiner, Maurer, Müller, Schiffsbauer, Brunnenbauer, Bergmann, Steinmetz, Steinbrecher, Zimmermann, aber vor allem mit dem Landwirt und dem Winzer. Den Schmied zog man bei vielem hinzu, so z.B. wegen seiner tierärztlichen Kenntnisse (Hufschmied), bei der Geburt von Kälbern oder Fohlen. Der Schmiedemeister oder Geselle legte seine Prüfung vor der Handwerkskammer ab, der Hufschmied vor einer staatlichen Prüfungsstelle, so wie das auch vom Apotheker und vom Schornsteinfeger verlangt wurde. Der Hufschmied hatte es ja mit einem Tier, also mit einem lebendigen Wesen zu tun und die Voraussetzung für diesen Beruf war auch das Wissen über Tierheilkunde. In den alten Hufbeschlagsschulen wurden immer auch Tierärzte als Lehrer beschäftigt. Die Vorläufer unserer Tierärzte waren tatsächlich die Schmiede und Schäfer.

Jedes Pferd hat seine eigene Gangart, darauf musste der Hufschmied achten. Auch ob eine Krankheit, ein Senkfuß oder eine Druckstelle vorhanden war. Demgemäß musste er das Eisen anfertigen und anpassen. Voraussetzung für das Anpassen eines Hufeisens ist und war handwerkliches Können. Es wurde nicht groß gemessen, sondern nach Augenmaß gearbeitet. Alle zwei Monate musste ein Pferd neu beschlagen werden.

Mein Großvater erzählte mir, dass noch in den 1920zigern Jahren in Kaiserslautern zwei Nagelschmiede tätig waren. Dies hatte einen einfachen und logischen Grund. Damals gab es noch einige Wagnereien in Stadt und Umland. Es gab zwar schon maschinell hergestellte Drahtstifte, doch die handgeschmiedeten Nägel hatten einen enormen Vorteil: es platzten keine Köpfe ab. Solche handgearbeitete Nägel wurden für die Beschläge an landwirtschaftlichen Wagen und Geräten benutzt aber vor allem an der Deichsel und an den Mück- oder Bremsklötzen.

Eine weitere Spezialisierung im Schmiedehandwerk war der Bergschmied. Ein solcher war tätig im Bergwerk der Gienants auf Erzhütten–Wiesenthalerhof. Seine Aufgabe war es, die zum Bergbau (Erzabbau) erforderlichen Gerätschaften aus Eisen zu schmieden. Er unterstand der Berggerichtsbarkeit, was ihm neben besonderen Privilegien, auch besondere Pflichten einbrachte. Diese waren in der Bergschmiedeordnung geregelt. Legte er die Meisterprüfung ab, musste er eine Kratze und einen Keil anfertigen. Dann musste er vor dem Bergamt den Bergschmiedeeid sprechen. Er gelobte, dass er die Grubengerätschaften in bestem Zustand liefern würde und weder altes noch neues Eisen veruntreuen würde. Ein besonderes Privileg war, dass er eine beschränkte Schank-genehmigung besaß. Er durfte den Bergleuten und den Fuhrknechten Bier und Branntwein als „Labetrunk“ ausschenken.

Oft musste der Bergschmied auch die Arbeit des Kuhschmieds übernehmen. Er musste also Kühe, Ochsen und Bullen beschlagen. Das Erz, das nach Trippstadt transportiert wurde, kam mit Esel- und Ochsenkarren hier an. Vor allem im Winter mussten die Tiere beschlagen werden.

Zimmermann:
Die Arbeit des Zimmermanns ist bekannt. Weniger bekannt ist vor allem die Winterarbeit der Zimmerleute das sogenannte Holzbeschlagen. Dies war eine harte und anstrengende Arbeit. Im Wald wurden die Stämme zu verschiedenen Balken zurecht geschlagen. Manchmal wurde auch ein ganzer Dachstuhl im Wald gezimmert.
So schreibt Johann Keiper über Oberstjägermeister Karl Theodor von Hacke, den Trippstadter Schloss- und Waldbesitzer: „Man erzählt sich heute noch, dass in dem Jahrzehnt 1780 – 1790 Oberstjägermeister Karl Theodor von Hacke seinen Holzanfall vorteilhafter als früher verwertete dadurch, dass er viel Eichenbauholz schlagen ließ, das an Ort und Stelle im Walde zimmermannsmäßig bearbeitet wurde. Deshalb seien die Landleute von weither in den Trippstadter Wald gefahren, da sie dann für ihre Hausneubauten daheim das Eichengebälke nur mehr richtig zusammenzusetzen und zum Dachstuhl aufzuschlagen hatten“.


Literaturhinweise:
Hans Grandke: Untersuchungen über die Lage des Handwerks in Deutschland mit besonderer Berücksichtigung gegenüber der Großindustrie – Leipzig 1897
Paul Hagger: Handwerk zwischen Idealbild und Wirklichkeit – Stuttgart 1991
Wilhelm Weidmann: Streiflichter durch die Wirtschaftsgeschichte von Stadt- und Landkreis Kaiserslautern – 1976
Rudolf Zorn: Handbuch der Sozialwissenschaftler – 1965
Fritz Schellack
Günter Schifferer: Geschichte des pfälzischen Handwerks

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