Freitag, 29. November 2013

An die heimatkundlichen Cherusker

Ich meide die Enge
die ihr so liebt
ich fliehe vor der Menge
die euch so beliebt
ich suche die Weite
die ihr streng vermeidet
das Traumland der Heiden
dort in der Antike
fühl ich mich geborgen
ich bin ein Kelte
ihr übt nur Schelte
so bin ich ein Grieche
ein alter Etrusker
doch keinesfalls
ein idiotischer Cherusker.
hukwa

Montag, 25. November 2013

Ich bin ein Teil des Waldes

Ich bin
die Erde unterm Pflug
das Korn das man mit Flegel schlug
Ich bin
des Dompfaffs Lied
Krähenschrei und Reiherflug
Ich bin
der Stein am Wegesrand
der Efeu der darum sich rankt
die Eichel die vom Ast abfällt
der Rehbock der den Mond anbellt
Ich bin
ein Windgeräusch im Baum
die Wurzel die aussieht
wie Gorgonenhaupt und Kentaurengestalt
ein Gräserlied
das in den Binsen singt 
Ameisenkönigin und Lerchenlied
Ich bin
als Form im Bernstein drinn
Ich bin
im rauschen der Bäume als Ton mit drinn.
hukwa

Sonntag, 24. November 2013

Traumwanderer

Es ist verborgen in einem Traum
Ein Schwert ein Schild ein Wanderstab
Die waren in grauer Vorzeit mein
Genommen hat sie mir die Zeit.

So such ich heut im Traume noch
nach Dingen die mir die Zeit nahm
den Kelch den Krug und meinen Druidenhut
das alte Buch und meinen Zauberstab.

Auch weiß ich noch von einer Burg
und einem Fräulein wunderschön
in meinen tiefsten Traumesnächten
reise ich dort wieder hin.
hukwa

Sonntagmorgen im Karlstal

Wie weiße Schlangen winden sich die Nebel um die Bäume
das Echo steigt auf aus dem Tal
mit dem Laut des Fuchses
ein kurzes Bellen
und es verliert sich im Wald
die Erde hier ist heute nicht malbar
dafür die Stille sonderbar
einige sind da
aber keiner nimmt etwas wahr.
hukwa

Donnerstag, 21. November 2013

Ich habe seltsame und geheimnisvolle Dinge erlebt

"Ich habe seltsame und geheimnisvolle Dinge erlebt" sagte sie zu ihrer Schwester.
"Die sind alle nicht wirklich und nicht wahr" antwortete ihre Schwester.
"Nein, wirklich und wahr sind sie vielleicht nicht" sagte Alice,
"aber erlebt habe ich sie trotzdem".
Lewis Caroll in
Alice im Wunderland.

Stille der Wälder

Blattlos die Bäume
Die Eichen wirken wie Kentaurengestalten
Uralte Wurzelstöcke mit Gorgonenhaupt
Medusa schaut aus Felsgestein
der Teich ein glatter Spiegel
Wolkenschatten spiegeln darauf
In jeder Stille liegt eine Antwort.
hukwa

Mittwoch, 20. November 2013

Herbstabend im Aschbacherwald

Jetzt naht des Herbstes Abend
der Winter wird wohl kalt
schon mächtig streicht der Westwind
über das feuchte Gras
lang werden nun die Schatten
der Sommer ist dahin
der letzte Kranichzug
wie Kampfschrei ist ihr Ruf.
hukwa

Dienstag, 19. November 2013

Tagesspruch von Leonardo da Vinci

Der Tag wird kommen,
wennn das Töten eines Tieres
genau so als Verbrechen betrachtet wird
wie das Töten eines Menschen.
Leonardo da Vinci

Früher Morgen im Karlstal

Der Tag bricht an
feuchter Nebel
der leichte Flug des Reihers
über den See
ein kurzer Schrei
der Tag bricht herein.
hukwa

Samstag, 16. November 2013

Winterlicher Wald

Rosenzeit ist vorüber
Frau vermißt den Flieder
Zugvögel ziehen wieder
Wildgänse Schreibens nieder
in Keilschrift
Himmelüber
Teich ist bald vereist
Sumpfrohrsänger verreist
Holunder steht ganz bleich
Eberesche hat ausgeglüht
Winter kehrt eiskalt
in die Wälder ein.
hukwa

Freitag, 15. November 2013

Das spirituelle Ganze

Bei meiner heutigen Raureifwanderung am frühen Morgen gingen mir folgende Gedanken durch den Kopf: In meinen Vorstellungen gehe ich schon immer von einer dunklen nicht - sichtbaren Materie aus, die das "Ganze" das uns umgibt nicht nur zusammenhält, sondern die all dem einen Sinn gibt. Was ist das für ein armseliges Leben das nur auf der rationalen Ebene gelebt wird? Ich selbst bin kein besonders religiöser Mensch doch ich weiß um die Rückbindung. Eine Verbindung des Einzelnen zum Gesamten - Urganzen. Einstein schrieb zu recht: "Das Geschehen in der Natur scheint einen viel höheren Grad von gesetzlicher Gebundenheit zu zeigen als in der von uns gedachten Kausalität liegt".
hukwa

Donnerstag, 14. November 2013

Das Denk – mal bei der Amseldell

Immer wenn ich vor dem Denkmal auf der Amseldell bei Trippstadt stehe, dass vom einstigen fürstlichen Besuch kündet, beginnt auch in mir ein Denk – mal. Und ich frage mich wo ist eigentlich das Denkmal des Hüttenarbeiters der am Hochofen stand, des Schmiedes, des Waldarbeiters, des Köhlers, des bettelarmen Tagelöhners, der armen Frau die im Karlstal in einer Höhle lebte, des Manns an der Walze, am Schmiedeofen, der unbekannten Arbeitermutter die ihre Kinder allein groß ziehen musste weil ihr Mann in einem der unsäglichen Kriege, die ja nicht die kleinen Leute begonnen hatten, gefallen ist?
Die Geschichte ist nicht allein die Geschichte einiger Feudalherren, sondern jener die diese Geschichte mit ihrem Blut geschrieben haben. In keinem Denkmal in Trippstadt spiegelt sich dies. Hier wäre eine Lücke zu füllen.
Da finden wir im Karlstal das Denkmal des „Erbauers“ der Karlsstraße, obwohl es Arbeiter waren die diese Straße gebaut haben.
Die letzten zweihundert Jahre unserer Geschichte, sowie der Heimatgeschichte von Trippstadt wurden nicht von Adel und Kirche geprägt, sondern von der Industrialisierung. Sie hat vielseitige Spuren und Bauten in Trippstadt hinterlassen, vor allem die „Spur des kleinen Mannes“ oder eben der „kleinen Frau“, diese sollten hervorgehoben werden. Gerade Heimatgeschichte ist immer auch Sozialgeschichte und nicht nur Feudalgeschichte.
hukwa

Raureif Haiku

Die Schlehe
ummantelt vom Raureif
Geist der Stille.

Bedeckt vom Raureif
das Sein
des alten Zaunpfostens.
hukwa

Mittwoch, 13. November 2013

Bioregionalismus und Geomantie als Teil der ganzheitlichen Heimatkunde

Die Berge, Flüsse, Seen und Wälder sind Teile einer Region und gehören zu ihr, wie die Bäume, Kräuter und Tiere dieser Landschaft. Und Gary Snyder schreibt zu recht. "In alten Gebräuchen sind Flora und Fauna ebenso wie Landschaftsformationen Teile der Kultur. Die Summe der Kräfte eines Feldes wird zu dem, was wir gemeinhin "den Geist des Ortes" nennen. Kennt man den Geist eines Ortes begreift man, dass man ein Teil eines Teiles und das Ganze aus teilen zusammengesetzt ist, von denen wiederum jeder für sich genommen ganz ist".
Dieses Gefühl einer Ganzheit und einer "dazu - gehörigkeit" ist moderne, ganzheitliche Heimatkunde, die ja nichts anderes ist als Bioregionales Bewusstsein. In dem ich in einer Landschaft heimisch werde, bin ich ein Wiedergeborener, ja, ein "Eingeborener". Ich werde in etwas hineingeboren und bin fortan Teil der großen Kette.
hukwa

Der Wald ist mein Tempel

Es gibt Wälder die betrete ich wie ein gläubiger Hindu einen Shiva Tempel betritt. Denn was ist der Wald anderes als ein großer Tempel? Wer die Wälder oberflächlich behandelt ist in meinen Augen ein Tempelbeschmutzer. Wer sie rodet ist ein Tempelräuber und Tempelzerstörer. Wenn ich in den Wäldern schlafe gleicht mein Schlaf einem Tempelschlaf. der Wald ist der grüne Tempel der alten Erdmutter.
hukwa

Herbststimme Haiku

Der Wind
raunt in den entlaubten Bäumen
Stimme des Herbstes.
hukwa

Dienstag, 12. November 2013

Reinkarnation und Geschichte

Es gibt die rationale, historische Geschichte und es gibt jene Geschichte die in den Gewölben unseres Unbewussten verborgen ist. Goethe sagte einmal, dass nur der nicht im Dunkel lebt, der sich von 3000 Jahren Rechenschaft zu geben weiß. Wie eine schattenhafte Wirklichkeit lebt die Geschichte in uns tief drinnen. In dem wir sie in unserem Unbewussten aus dem Zauberschlaf der Vergessenheit erwecken, tauchen wir in uns selbst hinab und können jene Existenten wieder finden, die wir einst selbst waren. Die Vergangenheit, die so neues Leben gewinnt kann nicht völlig verschwinden. Als gestaltende Macht wirkt sie in uns weiter. Und wenn wir einen Zugang in uns selbst zu ihr finden, beginnt sie zu sprechen.
hukwa

Eisvogel Haiku

Beim Wehr am vereisten Bach
ein Edelstein
der Eisvogel.
hukwa

Montag, 11. November 2013

Auf heimatgeschichtlichen Pfaden

Heimatgeschichte, Geomantie, Mythos und Sage - eine Symbiose
von Hans Wagner

Jetzt im Herbst wandere ich gerne entlang der kahlen Felder und Äcker. Es ist die mystische Stimmung die mich hierher treibt. Es gibt immer etwas neues zu entdecken. Vor allem in der Feldflur wird man oft fündig, wenn man nur sucht. Scherben, Münzen oder bearbeitete kleine Steine aus alter und uralter Zeit finden sich immer wieder. Was die Erde vor Jahrhunderten verschlungen hat, gibt sie irgendwann auch wieder heraus. Aber auch in den Wäldern kann man vieles entdecken. Seltsame Steinformationen, uralte aufgeschüttete Erdhügel und man fragt sich was verbirgt sich darunter?
Hier treffen sich dann Heimatgeschichte und Geomantie, beide zusammen ergeben dann Heimatkunde. Man kann eine Ortsgebundene sage viel besser verstehen, viel mehr aus ihr herauslesen, wenn man auch die alte Wissenschaft der Geomantie mit einbezieht. Schließlich klärt sie uns über die Strukturen einer Landschaft auf. Für viele Menschen ist Heimatkunde ein trockenes Steckenpferd doch in Verbindung mit der Geomantie wird sie lebendig und pulsierend. Sie gibt uns ein Gespür für die Landschaft und somit auch für Geschichte.
Schon als Kind habe ich dieses innige Verhältnis von Landschaft und Geschichte die mich umgab gespürt. Und immer waren es große Momente für mich wenn die Landschaft zu mir sprach.
Die Landschaft in der ich aufwuchs war das Gebiet das man in unserer Regionalgeschichte das alte Reichsland nannte. Ein Landstrich der sehr geschichtsträchtig ist. Auf solchen Wanderungen spüre ich oft dass mich nur eine dünne Nebelwand vom Dunkel der Geschichte trennt.
Landschaft will erwandert sein. Mit Sicherheit nehme ich die Landschaft bewusster auf, wenn ich sie erwandere, als wenn ich mit dem Auto durch sie fahre. So ist es auch mit der Geschichte, damit sie nicht abstrakt wirkt, muss ich Geschichte versuchen zu erfahren.
Als Schliemann seine großen Entdeckungen machte folgte er nicht seinem rationalen Verstand – er folgte einem Mythos, einer Sage, und wurde fündig.
Bei einer Sage stellt sich immer die Frage, was entspricht der Wahrheit, was der Phantasie. Also was ist die ätiologische Funktion einer Sage? Das soll heißen liefert die Erzählung eine „Erklärung?“ eine solche Erklärung können augenfällige Wahrzeichen der örtlichen Umgebung sein, wo die Sage entstanden ist, es können Felsen, Quellen oder Gebäude sein die in der Sage eine Bedeutung gewinnen.
Die Sage ist eine Orts- oder Landschaftsbezogene Erzählung, sie will uns über die Landschaft und die Menschen die dort gelebt haben etwas sagen.
Wir Wissen das in jeder Sage eine kleine Wahrheit steckt, etwas historisches dass irgendwann einmal wirklich war.
Diesen einstmals „echten Kern“ der Sage herauszufinden bedarf einer intensiven Forschung. Dabei nutzen uns Flurnamen, volkskundliche Überlieferungen, Heimatgeschichte und Hermeneutik. In einer Sage befindet sich immer etwas „überliefertes“ dieses „Überlieferte“ ist nicht immer gleich erkennbar bedingt durch den Lauf von Jahrhunderten und Jahrtausenden. Auch finden sich in Sagen immer wieder unterschiedliche, kulturelle Strömungen.
Da sich viele Sagen ähnlich sind, wissen wir das der Mythos eine wichtige Rolle in der Sage innehat. 
hukwa 



Wandern und Geschichtsbewusstsein

Während einer Wanderung soll man die Augen auch für die Wunder am Wegesrand offenhalten. Erzählen sie uns doch Geschichte und Geschichten. Sei es ein Menhir, ein Grenzstein, eine Ruine, eine alte Höhle um die sich eine Sage rankt oder ein besonders alter Baum. Treffe ich auf solche geschichtliche Orte und Wahrzeichen dann kann es passieren das sich in mir mein "radikales Geschichtsbewusstsein" meldet. Ich versuche dann aus jenen Mythen, Sagen, Märchen und Legenden die sich darum ranken dass uranfängliche herauszuschälen. So kann eine Wanderung auch zu einer heimatgeschichtlichen Zeitreise werden. Man muss nur radikal und tief genug denken. Manchmal ist es nötig Geschichte nicht nur in ihrem zeitlichen Aspekt sondern auch in ihrem überzeitlichen Sinn zu fassen. Im Sinne von Nietzsche der schrieb: "Im Schlaf und Traum machen wir das Pensum früheren Menschtums noch einmal durch. der Traum bringt uns in ferne Zustände der menschlichen Kultur wieder zurück und gibt uns ein Mittel an die Hand, sie besser zu verstehen". und Goethe schrieb:..."dass nur der nicht im Dunkel lebt, der sich von 3000 Jahren Rechenschaft zu geben weiß".
hukwa

Schnee Haiku

Der Schnee auf den Bäumen
erzählt mir
vom Werden und Vergehen. 

Im Schneekristall
verborgen
ein Universum.
hukwa


Sonntag, 10. November 2013

Herbstvollmond - Haiku

Im Herbstvollmond
leuchtet das Sein
des alten Zaunpfostens.

Vollmond im Nebel
es schrie in der Nacht
der Dachs.
hukwa

Paläontologie der Seele oder das überzeitliche in der Geschichte

Wenn man sich der Geschichte überzeitlich nähert wird einem sehr schnell klar das es so etwas wie eine "Paläontologie der Seele" gibt. Die Einzelseele ist keine tabula rasa auf der nur das Einzelschicksal aufgezeichnet ist. Sie ist vielmehr beladen mit den Erfahrungen einer ganzen Stammesentwicklung von menschlicher Art, mit Instinkten,Trieben und Ideen, mit Archetypen. Durch sie entstehen die Mythen und Märchen. In den Träumen des Tiefschlafs tritt die Urvergangenheit wieder in uns hervor. Solche Ideen kann man nicht beweisen, doch der Einzelne weiß es durch die Erfahrung.
hukwa

Donnerstag, 7. November 2013

Herbstlaub Haiku

Ein letztes welkes Blatt
entfällt der Buche
Spätherbst.

Das Rot der Abendsonne
leuchtet
im rotbraunen Herbstlaub.
hukwa

Mittwoch, 6. November 2013

Dienstag, 5. November 2013

Montag, 4. November 2013

Über die Schlacht bei Morlautern

von Hans Wagner

„Die Geschichte ist ein Alptraum aus dem ich zu erwachen versuche“
James Joyce

Die herrschende Geschichtsschreibung ist die Geschichtsschreibung der Herrschenden.
Hans Wagner

Wenn man die Niederschrift von Samuel Christoph Wagener liest, wird einem schnell bewusst was Joyce mit obigen Satz meinte.

Wenn es nach dem Großteil der Heimatforscher ginge, dann gäbe es außer einigen großen Namen keine Menschen, sondern lediglich ameisenähnliche Bewegungsteilchen als eine willenlose, lenkbare Masse, die in die Schlachten geworfen wird und wie die Schweine im Schlachthaus namenlos und naturwüchsig verblutet. Die Aufzeichnungen von Wagener zur „Schlacht bei Morlautern“, zeigen uns das wahre Gesicht dieser mörderischen Kriege.


Diese Schlachten die zu den Revolutionskriegen gehörten wurden zu Beginn des ersten Koalitionskrieges (1792 bis 1797) durch die Kriegserklärung Frankreichs an Österreich ausgelöst. Da dieser Krieg nicht dem Heiligen Römischen Reich galt, sondern gegen den „König von Böhmen und Ungarn“ ausgerufen wurde, glaubte sich damals Kurpfalz aus dem Konflikt und den Kampfhandlungen heraushalten zu können. Kurpfalz erklärte strikte Neutralität. Das hinderte natürlich die französische Revolutionsarmee nicht daran, mehrmals durch die linksrheinische Kurpfalz zu ziehen.

In meiner Kindheit auf Erzhütten – Wiesenthalerhof, wo ich aufgewachsen bin, haben wir Kinder beim spielen im Wald immer wieder Gewehrkugeln aus Blei, Koppelschlösser und einmal sogar ein verrostetes Steinschlossgewehr mit abgebrochenem Bajonett gefunden. Als ich älter wurde begann ich mich für die Schlacht von Morlautern zu interessieren, da sie ja im direkten Zusammenhang mit meinem Heimatort stand.
Als am 1. Dezember 1793 die Franzosen sämtliche Stellungen bei Kaiserslautern und Morlautern geräumt hatten registrierte die Koalitionsarmee nach offizieller Zählung 384 Tote, darunter 19 Offiziere. Die Franzosen sollen über 2300 Mann verloren haben, etwa 700 seien in Gefangenschaft gegangen.
Was mich interessierte war – wo befanden sich die Grabstätten der gefallenen Soldaten. Wir wissen bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr wo diese Soldaten begraben wurden, doch es gibt in der Literatur ungefähre Angaben wo diese Soldaten beerdigt wurden.
Man kann davon ausgehen das die meisten Gefallenen im Bereich des Ruhetals (Morlautern) und am Rand des Röschwaldes, also nördlich des Morlauterer Schlachtenfeldes bestattet wurden. Carl Hollensteiner der noch Zeitzeugen befragen konnte und seine Schlachtbeschreibung 1847 in Kaiserlautern veröffentlichte gibt an, dass Zeitzeugen das „Büchelloch“ (Buchenloch) links vom Thierhäusschen angaben, wo die gefallenen regelrecht aufgestapelt wurden. Weiter nennt er den „Hölzengraben“, der an der Straße nach Winnweiler liegt. Julius Küchler weist uns darauf hin dass bei der Galgenschanze ein Massengrab freigelegt worden sei. Bei der evangelischen Kirche in Frankenstein befindet sich der Grabstein eines Offiziers der bei Morlautern schwer verwundet wurde und auf dem Rücktransport verstarb.
Besonders bewegt hat mich die „Klage und Anklage auf dem Schlachtfeld von Morlautern“ des Theologen und Feldpredigers, Samuel Christoph Wagener. In seiner Schrift über „die Pfalz am Rhein und deren Nachbarschaft“ schreibt er:

...„der Wahlplatz war, besonders in den Gegenden bei Morlautern dicke mit Leichen besäet. Mensch und Pferde lagen in ihrem Blute vertraulich nebeneinander, und oft umschlang das gewaltsam herausgerissene Gedärme des Rosses seinen Reiter. Die Gewinnsucht der Marodeure, der Marketender und des andersweitigen Trosses hatte, wie gewöhnlich, unmittelbar nach Beendigung der Schlacht alle menschlichen Körper entkleidet und ihnen selbst das zerrissendste, blutgefärbte Hemd nicht gelassen, weil zuweilen Geld darin genähet ist. Der niedrigste Mutwille dieser gefühllosen Unmenschen hatte mit den französischen Amazonen, die hier an der Seite ihrer Geliebten ausbluteten, den sichtbarsten Unfug getrieben.

Hier, Ihr Großen der Erde, die ihr kriege beschließet, als gelte es das Leben einer schädlichen Insektenart – hier, ihr kleinen Wichte und Sklaven des blutdürstigsten Eigennutzes, die ihr Kriege wünschet und zum Ausbruch der selbigen das Eurige beizutragen nur zu gut versteht - hier solltet Ihr unter Leichen hinwandeln, Euer Werk betrachten und den gewaltsamen Kriegertod in allen seinen scheußlichen Gestalten erblicken. Sehet, wie hier ein Kartätschenschuß die Brust des hingestreckten Kriegers durchwühlte oder ihm Arme und Beine zerschmetterte! Sehet – wie dort, Einer von denen, die ihr geopfert habt, selbst ohne Kopf noch um Vergeltung oder gar noch um Rache rufet! - Hier zwar liegt ein Glücklicher, den eine wohltätige Musketenkugel in der Gegend des Herzens rasch vom Leben zum Tode erlöste: aber dort zehn andere, deren Eingeweide sie brennend durchwühlte und die Ihr so mit dem langsamsten schmerzhaftesten Tode gemordet habt!-

Hier haben Säbelhiebe ein Gesicht zerfetzt und einen Kopf gespalten oder vom arme eine Hand getrennt und einen Bauch aufgerissen, der nun sein Gedärme verschüttet; dort liegt das Blut welches aus euren Degen und Bajonettstichen dahinfloß und euch anklagt, in geronnnener Masse neben dem Erblassten. O, es kann für Euch, die Ihr diese Blutgestalten auf eine oder die andere Art auf Eurem Gewissen habt, unmöglich einen schauderhafteren und schreckensvolleren Anblick geben als diesen hier! Und wenn je eine Zeit kommen sollte, wo ein so tausendfaches Morden nach Würden vergolten wird, dann wehe Euch, die Ihr sie fürchten müsset! -

Allle umliegenden Bauernschaften wurden vom Militär herbeigetrieben und angehalten, die steif gefrorenen Blutgestalten unter die Erde zu bringen und die Lauter von ersoffenen Franzosen zu reinigen. So groß die Zahl dieser Tastengräber auch war, so vergingen doch mehrere Tage, bevor sie das ihnen aufgegebene Geschäft zu vollenden im Stande waren. Zwar waren die Gruben welche sie allenthalben für die Kriegsopfer bereiteten, sehr geräumig, aber eine solche Gruft- gewöhnlich zwölf Schritte lang, halb so breit und ebenso tief,- ist doch immer bald angefüllt, da Mann und Roß gemeinschaftlich hinein geschleppt wurden. Die Eilfertigkeit stürzt dann oft zu viele Leichen hinein und schüttet, zum größten Nachteil für die Bewohner der Nachbarschaft, nur wenig Erde darauf. Kein Wunder daher, wenn ich hier und da aus der Oberfläche einer solchen Grabstätte einen Pferdefuß oder eine Menschenhand hervorragen sah. Aber das Empörendste von allen empörenden Hergängen dieser Tage bleibt in meinen Augen doch immer der Gedanke, dass unter diesen Leichen mancher sein mag, denn bei einer bloßen Verblutung und Ohnmacht einer jener kalten Nächte überfiel, in welchen beide kriegsführende Teile von dem Schlachtfelde sich etwas zurückzogen, und wo dann der Wiedererwachende, ohne Labung und Hilfe, vollends erfrieren musste“. 
hukwa