Mittwoch, 31. Januar 2018

Der Salingsmüller aus Kaiserslautern

Die Salingsmühle in Kaiserslautern wurde 1966 abgerissen


Die ehemalige Salingsmühle in Kaiserslautern hat ihren Namen von der Familie Salin aus Metz, die sich nach dem Dreißigjährigen Krieg in Lautern ansiedelte. Seit 1653 wird Pierre Salin, der Großvater von Johann Peter Saling, in den Ratsprotokollen der Stadt genannt, wo er als Ratsbürgermeister und kurpfälzischer Schultheiß wirkte. Johann Peters Vater, Johann Nikolaus, stand auch im Dienste der Stadt. Ihm gehörte die Salingsmühle, eine Mahl-, Loh-, - und Sägemühle. Er verkaufte die Mühle 1731. Mit diesem Geld wanderte sein Sohn Johann Peter nach Amerika aus wo er sich 1733 im Conestoga Tal in Lancaster County niederließ. Im Jahre 1740 zog er mit seiner Familie an den James River nach Virginia wo er unter Trappern und Waldläufern lebte. Zahlreiche Expeditionen führten ihn immer tiefer nach Westen ins Indianerland. Hier geriet er in die Gefangenschaft der Cherokee Indianer, die ihm den Namen „Menou“ gaben, dies bedeutet der „Schweigsame“. Lange Zeit lebte er unter Indianern, lernte deren Sprachen, Sitten und Gebräuche.
Der „weiße Indianer aus Kaiserslautern“ starb im Jahre 1755 gezeichnet durch ein hartes, entbehrungsreiches Grenzerleben.
Heimatgeschichtlich interessant ist auch der schon erwähnte Großvater von Peter Saling. Er verstarb am 7.9.1708 in Kaiserslautern. Um 1683 wird er als Gerber in Kaiserslautern erwähnt sowie als Handelsmann und Müller. 1683 wird sein Vermögen auf 810fl. geschatzt. Am 17.1.1685 wird er Stadtschultheiß und "reisiger" Amtsschultheiß in Lautern und soll "künftig an allen Rathsversammlungen teilnehmen". Er erhält am 28.4.1685 mit Genehmigung des Oberamtes Lautern von den Vormündern der Wentzel`chen Kindern zu Otterberg gegen "Verpfändung seiner Loh- und Malmühle, oben an der Papiermühle" mit aller Gerechtigkeit "samt 12 Morgen Acker ein Darlehen von 300fl." Er hat am 16.11. 1685 mit Jonas Morgenbaum, Bürger und Lederhändler in Frankfurt/M. einen "accord" in Sachen Leder abgeschlossen. Er ist am 29.3.1685 Pate von Maria Rosa Moll, Tochter des Joh.Philipp Moll, Stadtschreiber in Otterberg. Er war auch Mitinhaber der Kaisermühle in Kaiserslautern. Er war ein bekanntes Mitglied des sogenannten "pfälzischen Bachadels".
Lit. Hinweise:
Hans Wagner: Der weiße Indianer aus K-Town.
The Journal of Johann Peter Saling – Expeditionstagebuch- 1751. 
Hans Wagner: Zur Geschichte der Kaisermühle in Kaiserslautern.