Freitag, 13. Januar 2017

Ein verlassenes Dorf und eine vergessene Burg

Zwischen der einstigen Bergmannssiedlung Erzhütten und dem Dorf Erfenbach liegt der Kohlberg der zur Erfenbacher Gemarkung gehört. Hier stand im 12.Jahrhundert das dorf Kollenbach. Wenig weiß man über diese einstige Siedlung. Im Jahre 1323 wurden Erfenbach, Siegelbach und Kollenbach in einer alten Urkunde gemeinsam erwähnt. Die Gründe der Aufgabe dieses ehemaligen Dorfes im Reichswald könnte eine Pestepedemie gewesen sein. Vielleicht lag der Grund auch in der sich veränderten Waldwirtschaft und der damit verbundenen Aufgabe der Waldweide. Die verminderten Viehbestände führten zu Düngerausfall dadurch gingen die Erträge der Äcker zurück. Der Name Kollenbach später Kohlbach leitet sich von Kohlberg ab, so heißt der berg noch heute auf dem die alte Siedlung stand.
Mit größter Wahrscheinlichkeit hatte zuerst ein Köhler dort seine Hütte, denn Kohlberg leitet sich von „Kohlen“ ab, also eine Stelle an der Holzkohle hergestellt wurde. Nacheinander zogen andere Menschen auf den Berg so entstand wohl die Siedlung.
Wie die Dörfer, Erfenbach, Siegelbach und Stockborn, die in der Nachbarschaft liegen, gehörte Kollenbach zum Besitz der Ritter von Hohenecken, dieses Geschlecht stellte lange Zeit die Schultheißen von Lautern.
Die „Hohenecker“ besaßen in Erfenbach eine Burg die Heute ebenso verschwunden ist wie das Dorf Kollenbach. Dass es diese Burg einmal gab davon zeugen einige sehr alte Urkunden.
Es ist durchaus möglich dass diese Burg die den Namen Huneburg hatte, schon vor Erbauung der Burg Hohenecken (etwa 1160) vorhanden war und sich ursprünglich im Besitz der Grafen von Saarbrücken befand, zumal aus anderen alten Urkunden hervorgeht, das diese mit den „Hoheneckern“ verwandt waren.
Die nachstehenden Auszüge aus den alten Urkunden können als Nachweis für den Bestand der huneburg noch im 14. Jahrhundert angeführt werden.

12.März 1372.
Reyner von Hohenecken bekennt, dass seine Differenzen mit dem Grafen von Saarbrücken beigelegt sind und verspricht ihm und seinen Leuten drei Jahre nacheinander seine Burgen Hohenecken und Huneburg zu öffnen.

3.August 1401. Heidelberg.
Reinhart von hohenecken erhält als Reichslehen von König Rupprecht „Honeck das Haus und das gericht zu Honeck und zum Espenstege; item die halbe Bach zum Espenstege und Vorunde (Vronau= Breitenau) onweig Wag (Woog) und das Lichte Bruch (Einsiedlerhof) und den kleinen Zoll zu Lautern und das Geleit bei Lautern und die armen Leute (Leibeigene) die da heißen des Reichs Leute und einen Born liegt zwischen Lautern und Hohenecken und heißt der Lauterborn und Himburg das Haus mit Zugehör und ein Burglehen zu Lautern, Haus und Hof.
In einer alten Ausgabe der „Mitteilungen des historischen Vereins der Pfalz“ kann man folgendes lesen:
Himburg und Huneburg wahrscheinlich nur verschiedene Namen Für die selbe Burg. Als Reinhart von Hoheneck mit dem Grafen Johann II. von Saarbrücken eine unglückliche fehde geführt hatte, war er 1372 genöthigt, dem Grafen seine Burgen Hoheneck und huneburg auf drei jahre zu öffnen
(Öffnungsrecht= die Burg im Kriegsfall zu öffnen).
Zu dem erwähnten Besitz der Huneburg sind auch die damaligen Erfenbacher Waldungen zu rechnen.

hukwa

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen