Donnerstag, 30. Oktober 2014

Die Wurzeln von Halloween

Inzwischen ist Halloween auch bei uns zu einem modernen Brauchtumsfest geworden. Inwiefern Halloween keltische Wurzeln hat, dürfte umstritten sein. Das Fest wurde ursprünglich in Irland, Schottland und Wales gefeiert und gelangte etwa Mitte des 19. Jahrhunderts mit irischen Einwanderern in die USA.

Wie viele Brauchtumsfeste hat auch Halloween heidnisch-christliche Wurzeln. Der Nacht vor Allerheiligen, also dem Fest der christlichen Märtyrer und Heiligen ging nach dem Volksglauben eine Nacht voraus, in der die Seelen von Verstorbenen, sowie Gespenster und Geister das Jenseits verlassen und ihren Spuk treiben. Eine Verbindung zum keltischen Samhain ist nicht direkt nachweisbar. Die irischen und amerikanischen Wurzeln von Halloween gehen allerdings auf die Sage von „Jack -o- Lantern“ zurück. Samhain war ja kein „Lichterfest“, im Gegenteil, in der Nacht auf Samhain wurde auf Anweisungen der Druiden im vorchristlichen Irland sämtliche Feuer- und Fackelstellen gelöscht bis zum frühen Morgen. Erst dann wurden die „Neujahrsfeuer“ angezündet. Samhain, das am 1. November gefeiert wurde war das keltische Neujahrsfest, mit ihm begann das neue Jahr. Die keltischen Priester (Druiden) rechneten mit aller Wahrscheinlichkeit mit dem Mondjahr, nach dem ihnen der Lauf des Nachtgestirns als Grundlage für die zwölf Monate und die notwendigen Schaltmonate galt.

Die sagenhafte Überlieferung des „Jack-o-Lantern“ berichtet uns folgendes:
Dieser war ein stets betrunkener Schmied der seine Seele an den Teufel verkauft habe. (Ein typisch christliches Bild des Mittelalters). In der Gaststätte, die Jack immer besuchte, überlistete dieser den Satan, der nun auf die Seele des Trunkenbolds verzichten musste. Nach seinem Tod wollte aber auch der Himmel nichts mit dem Sünder zu tun haben, so dass Jack nun dazu verdammt war als Untoter bis in die Ewigkeit umher zu irren. Allerdings hatte ihm der Teufel, als er von Jack überlistet wurde, ein Stück glühende Kohle nachgeworfen. Jack steckte diese in eine ausgehöhlte Rübe, die dem Verdammten nun ein wenig Licht in der ewigen Finsternis spendete. An die Stelle der Rübe trat in Amerika der Kürbis, beide gelten im alten Volksbrauch als Symbol der verdammten Seele.

In meiner Kindheit in den 60ziger Jahren wusste man noch nichts über Halloween. Dennoch schnitzten wir Kinder am Abend des 31. Oktober aus Rüben unsere „Feuerteufel“. Eine Rübe wurde ausgehöhlt, ein Gesicht hinein geschnitzt, eine Kerze hineingestellt, angezündet und bei Dunkelheit zogen wir mit unseren „Feuerteufeln“ durch unser Dorf.

Wenn wir uns nun ein wenig tiefer in den „Glauben und Sitten der Völker“ (Frazer) vertiefen, bemerken wir alsbald, dass auch die alten Ägypter ein „Allerheiligenfest“ zu Ehren ihres Gottes Osiris im November begingen.
Wir können also davon ausgehen, dass verschieden Völker unabhängig voneinander jeweils im November ein „Jenseitsfest“ feierten. Wahrscheinlich waren alle diese Völker davon überzeugt, dass im Neblung, wie unsere Altvorderen den November nannten, die Seelen der Verstorbenen für eine Nacht an ihren ehemaligen Heimatort zurückkehrten. Das Christentum hat schon immer heidnische Festtage für die eigene Glaubensüberlieferung zu nutzen gewusst, so entstand Allerheiligen, dessen Wurzeln zweifelsohne heidnischer Herkunft sind.
In seinem „goldenen Zweig“ schreibt Frazer: „……..Nicht nur bei den Kelten, sondern auch in ganz Europa scheint Halloween der Abend, der den Übergang vom Herbst zum Winter bildet, von alters her die Jahreszeit gewesen zu sein, da die Seelen der Verstorbenen ihre alte Heimat wieder aufsuchen sollen, um sich an dem Feuer zu erwärmen und an der Heiterkeit zu erfreuen, die ihnen ihre liebevollen Angehörigen in Küche und Wohnstube bereiteten. Es war vielleicht ein natürlicher Gedanke, dass das Herannahen des Winters, die armen, klappernden, hungrigen Gespenster aus den kahlen Feldern und entlaubten Wäldern in den Schutz des Hauses mit seinem behaglichen Feuer trieb…..“

Im modernen Volksglauben wurde Halloween zu einem Fest, bei dem man durch das Anzünden von Feuern oder das Erleuchten von Kürbissen, die Hexen und Geister vertreiben will.
Aber letztendlich war es in früheren Zeiten doch so, dass man diese anlocken wollte.
hukwa

Literatur Hinweise.
James George Frazer: Der goldene Zweig
Arnulf Krause: Die Welt der Kelten

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