Montag, 11. November 2013

Auf heimatgeschichtlichen Pfaden

Heimatgeschichte, Geomantie, Mythos und Sage - eine Symbiose
von Hans Wagner

Jetzt im Herbst wandere ich gerne entlang der kahlen Felder und Äcker. Es ist die mystische Stimmung die mich hierher treibt. Es gibt immer etwas neues zu entdecken. Vor allem in der Feldflur wird man oft fündig, wenn man nur sucht. Scherben, Münzen oder bearbeitete kleine Steine aus alter und uralter Zeit finden sich immer wieder. Was die Erde vor Jahrhunderten verschlungen hat, gibt sie irgendwann auch wieder heraus. Aber auch in den Wäldern kann man vieles entdecken. Seltsame Steinformationen, uralte aufgeschüttete Erdhügel und man fragt sich was verbirgt sich darunter?
Hier treffen sich dann Heimatgeschichte und Geomantie, beide zusammen ergeben dann Heimatkunde. Man kann eine Ortsgebundene sage viel besser verstehen, viel mehr aus ihr herauslesen, wenn man auch die alte Wissenschaft der Geomantie mit einbezieht. Schließlich klärt sie uns über die Strukturen einer Landschaft auf. Für viele Menschen ist Heimatkunde ein trockenes Steckenpferd doch in Verbindung mit der Geomantie wird sie lebendig und pulsierend. Sie gibt uns ein Gespür für die Landschaft und somit auch für Geschichte.
Schon als Kind habe ich dieses innige Verhältnis von Landschaft und Geschichte die mich umgab gespürt. Und immer waren es große Momente für mich wenn die Landschaft zu mir sprach.
Die Landschaft in der ich aufwuchs war das Gebiet das man in unserer Regionalgeschichte das alte Reichsland nannte. Ein Landstrich der sehr geschichtsträchtig ist. Auf solchen Wanderungen spüre ich oft dass mich nur eine dünne Nebelwand vom Dunkel der Geschichte trennt.
Landschaft will erwandert sein. Mit Sicherheit nehme ich die Landschaft bewusster auf, wenn ich sie erwandere, als wenn ich mit dem Auto durch sie fahre. So ist es auch mit der Geschichte, damit sie nicht abstrakt wirkt, muss ich Geschichte versuchen zu erfahren.
Als Schliemann seine großen Entdeckungen machte folgte er nicht seinem rationalen Verstand – er folgte einem Mythos, einer Sage, und wurde fündig.
Bei einer Sage stellt sich immer die Frage, was entspricht der Wahrheit, was der Phantasie. Also was ist die ätiologische Funktion einer Sage? Das soll heißen liefert die Erzählung eine „Erklärung?“ eine solche Erklärung können augenfällige Wahrzeichen der örtlichen Umgebung sein, wo die Sage entstanden ist, es können Felsen, Quellen oder Gebäude sein die in der Sage eine Bedeutung gewinnen.
Die Sage ist eine Orts- oder Landschaftsbezogene Erzählung, sie will uns über die Landschaft und die Menschen die dort gelebt haben etwas sagen.
Wir Wissen das in jeder Sage eine kleine Wahrheit steckt, etwas historisches dass irgendwann einmal wirklich war.
Diesen einstmals „echten Kern“ der Sage herauszufinden bedarf einer intensiven Forschung. Dabei nutzen uns Flurnamen, volkskundliche Überlieferungen, Heimatgeschichte und Hermeneutik. In einer Sage befindet sich immer etwas „überliefertes“ dieses „Überlieferte“ ist nicht immer gleich erkennbar bedingt durch den Lauf von Jahrhunderten und Jahrtausenden. Auch finden sich in Sagen immer wieder unterschiedliche, kulturelle Strömungen.
Da sich viele Sagen ähnlich sind, wissen wir das der Mythos eine wichtige Rolle in der Sage innehat. 
hukwa 



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