Montag, 9. Mai 2011

Heilkräuterwanderung

Wer wandert, will auch erleben. Wandern bedeutet unter anderem sehen, kennenlernen, erfahren und entdecken. Der Pfälzerwald macht solche Erfahrungen leicht.

Der Juni ist der Monat in dem die meisten Heilpflanzen blühen. Die Sommerpflanzen entfalten nun ihre Blüten und die meisten Frühjahrsheilkräuter stehen im Zenit ihres Wachstums und ihrer Reife.

An den Wegrändern wächst nun die Apotheke der Natur. Ganz im Sinne des Paracelsus Satzes: „Eure Wiesen und Matten, alle Berge und Hügel sind Apotheken.“ Vor allem in der vielfältigen Trippstadter Landschaft zeigt Mutter Natur dem Wanderer ihren blühenden Reichtum. Akelei, Alant, Angelika, Habichtskräuter, Wildapfel, Schachtelhalm und Kornblume zieren mit vielen anderen Gewächsen nun die Feld- und Wiesenwege der Trippstadter Natur.

Übergangslos kann der Wanderer von der Feld- und Wiesenlandschaft in die Trippstadter Wälder laufen. Neben saftigen Waldkräutern findet der Naturliebhaber hier zusätzlich fruchtige Waldbeeren und heilkräftige Bäume. In den Wasser- und Sumpfgebieten wächst nicht nur der Dost, der Baldrian und die Sumpfschafgarbe, hier gedeihen auch das Lungenkraut, verschiedene Arten des Labkrautes und die Löffelkresse. Wir finden hier die weiße und die rote Taubnessel, den Giersch und die wilde Malve.

Geblendet vom medizinischen Fortschritt, wird der moderne und rational denkende Mensch oft blind gegenüber den Heilkräften der Pflanzen. Technik und Chemie jedoch können nur helfen, heilen kann allein die Natur.

Einen besonders gut gedeckten Tisch schenkt uns Mutter Natur im Monat Juni mit ihrem reichhaltigen Wildgemüseangebot. Diese „essbaren Heilkräuter“ unterscheiden sich von Kulturpflanzen dadurch, dass sie nicht als milde, zarte Salatkräuter oder Gemüsesorten gezüchtet werden. Sie sind also unveredelt und enthalten daher auch Stoffe, die den Gemüsesorten aus Kulturzucht oft fehlen. Dazu gehören vor allem Bitterstoffe. Zu diesen wilden Gemüsesorten gehören unter anderem: Der Dost, die Brunnenkresse, das Gänseblümchen, der Pastinak, die Nachtkerze, die Vogelmiere und der Schlehdorn, aber auch Breit- und Spitzwegerich, Brombeere, Löwenzahn, Löffelkraut und Knoblauchsrauke.

Ob Heilpflanze oder Wildgemüse und Wildsalate, jede einzelne Pflanze stellt eine Ganzheit dar und ein ganzheitliches Mittel wird einer ganzheitlichen Behandlung dienlich sein. Im Gegensatz zur synthetisch hergestellten Monosubstanz, einem Einzelwirkstoff, besteht die Heilpflanze aus einer von Mutter Natur kunstvoll zusammengesetzten Wirkstoffkombination die in ihrer Ganzheit mehr ist und anders wirkt als die Summe ihrer Bestandteile. Den Störungen, die ein künstlicher Einzelwirkstoff häufig im organischen Geschehen neben seiner beabsichtigten Wirkung hervorruft, steht die oft bessere Verträglichkeit der pflanzlichen Gesamtdroge gegenüber.

Aber bedrohliche Krankheitsfälle erfordern natürlich auch den Einsatz von synthetischen Medikamenten mit isolierten Wirkstoffen. Aber durch die frühzeitige Anwendung von Heilpflanzen ist im Zusammenhang mit gesundheitsbewusster Lebensweise, wie z.B. ausgiebiges Wandern, jedem die Möglichkeit gegeben, manche Störungen gar nicht erst aufkommen zu lassen.

So beschenkt uns Mutter Natur während einer Heilkräuterwanderung besonders reichhaltig: Wir sind in der frischen Natur, wir laufen, wir sehen viel und dürfen ein wenig aus der Schatzkammer der Natur entnehmen.

hukwa

Literatur Hinweise:

Kosmos Heilpflanzenführer

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