Ich meide die Enge
die ihr so liebt
ich fliehe vor der Menge
die euch so beliebt
ich suche die Weite
die ihr streng vermeidet
das Traumland der Heiden
dort in der Antike
fühl ich mich geborgen
ich bin ein Kelte
ihr übt nur Schelte
so bin ich ein Grieche
ein alter Etrusker
doch keinesfalls
ein idiotischer Cherusker.
hukwa
Freitag, 29. November 2013
Montag, 25. November 2013
Ich bin ein Teil des Waldes
Ich bin
die Erde unterm Pflug
das Korn das man mit Flegel schlug
Ich bin
des Dompfaffs Lied
Krähenschrei und Reiherflug
Ich bin
der Stein am Wegesrand
der Efeu der darum sich rankt
die Eichel die vom Ast abfällt
der Rehbock der den Mond anbellt
Ich bin
ein Windgeräusch im Baum
die Wurzel die aussieht
wie Gorgonenhaupt und Kentaurengestalt
ein Gräserlied
das in den Binsen singt
Ameisenkönigin und Lerchenlied
Ich bin
als Form im Bernstein drinn
Ich bin
im rauschen der Bäume als Ton mit drinn.
hukwa
die Erde unterm Pflug
das Korn das man mit Flegel schlug
Ich bin
des Dompfaffs Lied
Krähenschrei und Reiherflug
Ich bin
der Stein am Wegesrand
der Efeu der darum sich rankt
die Eichel die vom Ast abfällt
der Rehbock der den Mond anbellt
Ich bin
ein Windgeräusch im Baum
die Wurzel die aussieht
wie Gorgonenhaupt und Kentaurengestalt
ein Gräserlied
das in den Binsen singt
Ameisenkönigin und Lerchenlied
Ich bin
als Form im Bernstein drinn
Ich bin
im rauschen der Bäume als Ton mit drinn.
hukwa
Sonntag, 24. November 2013
Traumwanderer
Es ist verborgen in einem Traum
Ein Schwert ein Schild ein Wanderstab
Die waren in grauer Vorzeit mein
Genommen hat sie mir die Zeit.
So such ich heut im Traume noch
nach Dingen die mir die Zeit nahm
den Kelch den Krug und meinen Druidenhut
das alte Buch und meinen Zauberstab.
Auch weiß ich noch von einer Burg
und einem Fräulein wunderschön
in meinen tiefsten Traumesnächten
reise ich dort wieder hin.
hukwa
Ein Schwert ein Schild ein Wanderstab
Die waren in grauer Vorzeit mein
Genommen hat sie mir die Zeit.
So such ich heut im Traume noch
nach Dingen die mir die Zeit nahm
den Kelch den Krug und meinen Druidenhut
das alte Buch und meinen Zauberstab.
Auch weiß ich noch von einer Burg
und einem Fräulein wunderschön
in meinen tiefsten Traumesnächten
reise ich dort wieder hin.
hukwa
Sonntagmorgen im Karlstal
Wie weiße Schlangen winden sich die Nebel um die Bäume
das Echo steigt auf aus dem Tal
mit dem Laut des Fuchses
ein kurzes Bellen
und es verliert sich im Wald
die Erde hier ist heute nicht malbar
dafür die Stille sonderbar
einige sind da
aber keiner nimmt etwas wahr.
hukwa
das Echo steigt auf aus dem Tal
mit dem Laut des Fuchses
ein kurzes Bellen
und es verliert sich im Wald
die Erde hier ist heute nicht malbar
dafür die Stille sonderbar
einige sind da
aber keiner nimmt etwas wahr.
hukwa
Donnerstag, 21. November 2013
Ich habe seltsame und geheimnisvolle Dinge erlebt
"Ich habe seltsame und geheimnisvolle Dinge erlebt" sagte sie zu ihrer Schwester.
"Die sind alle nicht wirklich und nicht wahr" antwortete ihre Schwester.
"Nein, wirklich und wahr sind sie vielleicht nicht" sagte Alice,
"aber erlebt habe ich sie trotzdem".
Lewis Caroll in
Alice im Wunderland.
"Die sind alle nicht wirklich und nicht wahr" antwortete ihre Schwester.
"Nein, wirklich und wahr sind sie vielleicht nicht" sagte Alice,
"aber erlebt habe ich sie trotzdem".
Lewis Caroll in
Alice im Wunderland.
Stille der Wälder
Blattlos die Bäume
Die Eichen wirken wie Kentaurengestalten
Uralte Wurzelstöcke mit Gorgonenhaupt
Medusa schaut aus Felsgestein
der Teich ein glatter Spiegel
Wolkenschatten spiegeln darauf
In jeder Stille liegt eine Antwort.
hukwa
Die Eichen wirken wie Kentaurengestalten
Uralte Wurzelstöcke mit Gorgonenhaupt
Medusa schaut aus Felsgestein
der Teich ein glatter Spiegel
Wolkenschatten spiegeln darauf
In jeder Stille liegt eine Antwort.
hukwa
Mittwoch, 20. November 2013
Herbstabend im Aschbacherwald
Jetzt naht des Herbstes Abend
der Winter wird wohl kalt
schon mächtig streicht der Westwind
über das feuchte Gras
lang werden nun die Schatten
der Sommer ist dahin
der letzte Kranichzug
wie Kampfschrei ist ihr Ruf.
hukwa
der Winter wird wohl kalt
schon mächtig streicht der Westwind
über das feuchte Gras
lang werden nun die Schatten
der Sommer ist dahin
der letzte Kranichzug
wie Kampfschrei ist ihr Ruf.
hukwa
Dienstag, 19. November 2013
Tagesspruch von Leonardo da Vinci
Der Tag wird kommen,
wennn das Töten eines Tieres
genau so als Verbrechen betrachtet wird
wie das Töten eines Menschen.
Leonardo da Vinci
wennn das Töten eines Tieres
genau so als Verbrechen betrachtet wird
wie das Töten eines Menschen.
Leonardo da Vinci
Früher Morgen im Karlstal
Der Tag bricht an
feuchter Nebel
der leichte Flug des Reihers
über den See
ein kurzer Schrei
der Tag bricht herein.
hukwa
feuchter Nebel
der leichte Flug des Reihers
über den See
ein kurzer Schrei
der Tag bricht herein.
hukwa
Samstag, 16. November 2013
Winterlicher Wald
Rosenzeit ist vorüber
Frau vermißt den Flieder
Zugvögel ziehen wieder
Wildgänse Schreibens nieder
in Keilschrift
Himmelüber
Teich ist bald vereist
Sumpfrohrsänger verreist
Holunder steht ganz bleich
Eberesche hat ausgeglüht
Winter kehrt eiskalt
in die Wälder ein.
hukwa
Frau vermißt den Flieder
Zugvögel ziehen wieder
Wildgänse Schreibens nieder
in Keilschrift
Himmelüber
Teich ist bald vereist
Sumpfrohrsänger verreist
Holunder steht ganz bleich
Eberesche hat ausgeglüht
Winter kehrt eiskalt
in die Wälder ein.
hukwa
Freitag, 15. November 2013
Das spirituelle Ganze
Bei meiner heutigen Raureifwanderung am frühen Morgen gingen mir folgende Gedanken durch den Kopf: In meinen Vorstellungen gehe ich schon immer von einer dunklen nicht - sichtbaren Materie aus, die das "Ganze" das uns umgibt nicht nur zusammenhält, sondern die all dem einen Sinn gibt. Was ist das für ein armseliges Leben das nur auf der rationalen Ebene gelebt wird? Ich selbst bin kein besonders religiöser Mensch doch ich weiß um die Rückbindung. Eine Verbindung des Einzelnen zum Gesamten - Urganzen. Einstein schrieb zu recht: "Das Geschehen in der Natur scheint einen viel höheren Grad von gesetzlicher Gebundenheit zu zeigen als in der von uns gedachten Kausalität liegt".
hukwa
hukwa
Donnerstag, 14. November 2013
Das Denk – mal bei der Amseldell
Immer wenn ich vor dem Denkmal auf der
Amseldell bei Trippstadt stehe, dass vom einstigen fürstlichen
Besuch kündet, beginnt auch in mir ein Denk – mal. Und ich frage
mich wo ist eigentlich das Denkmal des Hüttenarbeiters der am
Hochofen stand, des Schmiedes, des Waldarbeiters, des Köhlers, des
bettelarmen Tagelöhners, der armen Frau die im Karlstal in einer
Höhle lebte, des Manns an der Walze, am Schmiedeofen, der
unbekannten Arbeitermutter die ihre Kinder allein groß ziehen musste
weil ihr Mann in einem der unsäglichen Kriege, die ja nicht die
kleinen Leute begonnen hatten, gefallen ist?
Die Geschichte ist nicht allein die
Geschichte einiger Feudalherren, sondern jener die diese Geschichte
mit ihrem Blut geschrieben haben. In keinem Denkmal in Trippstadt
spiegelt sich dies. Hier wäre eine Lücke zu füllen.
Da finden wir im Karlstal das Denkmal
des „Erbauers“ der Karlsstraße, obwohl es Arbeiter waren die
diese Straße gebaut haben.
Die letzten zweihundert Jahre unserer
Geschichte, sowie der Heimatgeschichte von Trippstadt wurden nicht
von Adel und Kirche geprägt, sondern von der Industrialisierung. Sie
hat vielseitige Spuren und Bauten in Trippstadt hinterlassen, vor
allem die „Spur des kleinen Mannes“ oder eben der „kleinen
Frau“, diese sollten hervorgehoben werden. Gerade Heimatgeschichte
ist immer auch Sozialgeschichte und nicht nur Feudalgeschichte.
hukwa
Raureif Haiku
Die Schlehe
ummantelt vom Raureif
Geist der Stille.
Bedeckt vom Raureif
das Sein
des alten Zaunpfostens.
hukwa
ummantelt vom Raureif
Geist der Stille.
Bedeckt vom Raureif
das Sein
des alten Zaunpfostens.
hukwa
Mittwoch, 13. November 2013
Bioregionalismus und Geomantie als Teil der ganzheitlichen Heimatkunde
Die Berge, Flüsse, Seen und Wälder sind Teile einer Region und gehören zu ihr, wie die Bäume, Kräuter und Tiere dieser Landschaft. Und Gary Snyder schreibt zu recht. "In alten Gebräuchen sind Flora und Fauna ebenso wie Landschaftsformationen Teile der Kultur. Die Summe der Kräfte eines Feldes wird zu dem, was wir gemeinhin "den Geist des Ortes" nennen. Kennt man den Geist eines Ortes begreift man, dass man ein Teil eines Teiles und das Ganze aus teilen zusammengesetzt ist, von denen wiederum jeder für sich genommen ganz ist".
Dieses Gefühl einer Ganzheit und einer "dazu - gehörigkeit" ist moderne, ganzheitliche Heimatkunde, die ja nichts anderes ist als Bioregionales Bewusstsein. In dem ich in einer Landschaft heimisch werde, bin ich ein Wiedergeborener, ja, ein "Eingeborener". Ich werde in etwas hineingeboren und bin fortan Teil der großen Kette.
hukwa
Dieses Gefühl einer Ganzheit und einer "dazu - gehörigkeit" ist moderne, ganzheitliche Heimatkunde, die ja nichts anderes ist als Bioregionales Bewusstsein. In dem ich in einer Landschaft heimisch werde, bin ich ein Wiedergeborener, ja, ein "Eingeborener". Ich werde in etwas hineingeboren und bin fortan Teil der großen Kette.
hukwa
Der Wald ist mein Tempel
Es gibt Wälder die betrete ich wie ein gläubiger Hindu einen Shiva Tempel betritt. Denn was ist der Wald anderes als ein großer Tempel? Wer die Wälder oberflächlich behandelt ist in meinen Augen ein Tempelbeschmutzer. Wer sie rodet ist ein Tempelräuber und Tempelzerstörer. Wenn ich in den Wäldern schlafe gleicht mein Schlaf einem Tempelschlaf. der Wald ist der grüne Tempel der alten Erdmutter.
hukwa
hukwa
Herbststimme Haiku
Der Wind
raunt in den entlaubten Bäumen
Stimme des Herbstes.
hukwa
raunt in den entlaubten Bäumen
Stimme des Herbstes.
hukwa
Dienstag, 12. November 2013
Reinkarnation und Geschichte
Es gibt die rationale, historische Geschichte und es gibt jene Geschichte die in den Gewölben unseres Unbewussten verborgen ist. Goethe sagte einmal, dass nur der nicht im Dunkel lebt, der sich von 3000 Jahren Rechenschaft zu geben weiß. Wie eine schattenhafte Wirklichkeit lebt die Geschichte in uns tief drinnen. In dem wir sie in unserem Unbewussten aus dem Zauberschlaf der Vergessenheit erwecken, tauchen wir in uns selbst hinab und können jene Existenten wieder finden, die wir einst selbst waren. Die Vergangenheit, die so neues Leben gewinnt kann nicht völlig verschwinden. Als gestaltende Macht wirkt sie in uns weiter. Und wenn wir einen Zugang in uns selbst zu ihr finden, beginnt sie zu sprechen.
hukwa
hukwa
Eisvogel Haiku
Beim Wehr am vereisten Bach
ein Edelstein
der Eisvogel.
hukwa
ein Edelstein
der Eisvogel.
hukwa
Montag, 11. November 2013
Auf heimatgeschichtlichen Pfaden
Heimatgeschichte, Geomantie, Mythos und
Sage - eine Symbiose
von Hans Wagner
Jetzt im Herbst wandere ich gerne
entlang der kahlen Felder und Äcker. Es ist die mystische Stimmung
die mich hierher treibt. Es gibt immer etwas neues zu entdecken. Vor
allem in der Feldflur wird man oft fündig, wenn man nur sucht.
Scherben, Münzen oder bearbeitete kleine Steine aus alter und
uralter Zeit finden sich immer wieder. Was die Erde vor Jahrhunderten
verschlungen hat, gibt sie irgendwann auch wieder heraus. Aber auch
in den Wäldern kann man vieles entdecken. Seltsame Steinformationen,
uralte aufgeschüttete Erdhügel und man fragt sich was verbirgt sich
darunter?
Hier treffen sich dann Heimatgeschichte
und Geomantie, beide zusammen ergeben dann Heimatkunde. Man kann eine
Ortsgebundene sage viel besser verstehen, viel mehr aus ihr
herauslesen, wenn man auch die alte Wissenschaft der Geomantie mit
einbezieht. Schließlich klärt sie uns über die Strukturen einer
Landschaft auf. Für viele Menschen ist Heimatkunde ein trockenes
Steckenpferd doch in Verbindung mit der Geomantie wird sie lebendig
und pulsierend. Sie gibt uns ein Gespür für die Landschaft und
somit auch für Geschichte.
Schon als Kind habe ich dieses innige
Verhältnis von Landschaft und Geschichte die mich umgab gespürt.
Und immer waren es große Momente für mich wenn die Landschaft zu
mir sprach.
Die Landschaft in der ich aufwuchs war
das Gebiet das man in unserer Regionalgeschichte das alte
Reichsland nannte. Ein
Landstrich der sehr geschichtsträchtig ist. Auf solchen Wanderungen
spüre ich oft dass mich nur eine dünne Nebelwand vom Dunkel der
Geschichte trennt.
Landschaft
will erwandert sein.
Mit Sicherheit nehme ich die Landschaft bewusster auf, wenn ich sie
erwandere, als wenn ich mit dem Auto durch sie fahre. So ist es auch
mit der Geschichte, damit sie nicht abstrakt wirkt, muss ich
Geschichte versuchen zu erfahren.
Als
Schliemann seine großen Entdeckungen machte folgte er nicht seinem
rationalen Verstand – er folgte einem Mythos, einer Sage, und wurde
fündig.
Bei
einer Sage stellt sich immer die Frage, was entspricht der Wahrheit,
was der Phantasie. Also was ist die ätiologische Funktion einer
Sage? Das soll heißen liefert die Erzählung eine „Erklärung?“
eine solche Erklärung können augenfällige Wahrzeichen der
örtlichen Umgebung sein, wo die Sage entstanden ist, es können
Felsen, Quellen oder Gebäude sein die in der Sage eine Bedeutung
gewinnen.
Die
Sage ist eine Orts- oder Landschaftsbezogene Erzählung, sie will uns
über die Landschaft und die Menschen die dort gelebt haben etwas
sagen.
Wir
Wissen das in jeder Sage eine kleine Wahrheit steckt, etwas
historisches dass irgendwann einmal wirklich war.
Diesen
einstmals „echten Kern“ der Sage herauszufinden bedarf einer
intensiven Forschung. Dabei nutzen uns Flurnamen, volkskundliche
Überlieferungen, Heimatgeschichte und Hermeneutik. In einer Sage
befindet sich immer etwas „überliefertes“ dieses „Überlieferte“
ist nicht immer gleich erkennbar bedingt durch den Lauf von
Jahrhunderten und Jahrtausenden. Auch finden sich in Sagen immer
wieder unterschiedliche, kulturelle Strömungen.
Da
sich viele Sagen ähnlich sind, wissen wir das der Mythos eine
wichtige Rolle in der Sage innehat.
hukwa
Wandern und Geschichtsbewusstsein
Während einer Wanderung soll man die Augen auch für die Wunder am Wegesrand offenhalten. Erzählen sie uns doch Geschichte und Geschichten. Sei es ein Menhir, ein Grenzstein, eine Ruine, eine alte Höhle um die sich eine Sage rankt oder ein besonders alter Baum. Treffe ich auf solche geschichtliche Orte und Wahrzeichen dann kann es passieren das sich in mir mein "radikales Geschichtsbewusstsein" meldet. Ich versuche dann aus jenen Mythen, Sagen, Märchen und Legenden die sich darum ranken dass uranfängliche herauszuschälen. So kann eine Wanderung auch zu einer heimatgeschichtlichen Zeitreise werden. Man muss nur radikal und tief genug denken. Manchmal ist es nötig Geschichte nicht nur in ihrem zeitlichen Aspekt sondern auch in ihrem überzeitlichen Sinn zu fassen. Im Sinne von Nietzsche der schrieb: "Im Schlaf und Traum machen wir das Pensum früheren Menschtums noch einmal durch. der Traum bringt uns in ferne Zustände der menschlichen Kultur wieder zurück und gibt uns ein Mittel an die Hand, sie besser zu verstehen". und Goethe schrieb:..."dass nur der nicht im Dunkel lebt, der sich von 3000 Jahren Rechenschaft zu geben weiß".
hukwa
hukwa
Schnee Haiku
Der Schnee auf den Bäumen
erzählt mir
vom Werden und Vergehen.
Im Schneekristall
verborgen
ein Universum.
hukwa
erzählt mir
vom Werden und Vergehen.
Im Schneekristall
verborgen
ein Universum.
hukwa
Sonntag, 10. November 2013
Herbstvollmond - Haiku
Im Herbstvollmond
leuchtet das Sein
des alten Zaunpfostens.
Vollmond im Nebel
es schrie in der Nacht
der Dachs.
hukwa
leuchtet das Sein
des alten Zaunpfostens.
Vollmond im Nebel
es schrie in der Nacht
der Dachs.
hukwa
Paläontologie der Seele oder das überzeitliche in der Geschichte
Wenn man sich der Geschichte überzeitlich nähert wird einem sehr schnell klar das es so etwas wie eine "Paläontologie der Seele" gibt. Die Einzelseele ist keine tabula rasa auf der nur das Einzelschicksal aufgezeichnet ist. Sie ist vielmehr beladen mit den Erfahrungen einer ganzen Stammesentwicklung von menschlicher Art, mit Instinkten,Trieben und Ideen, mit Archetypen. Durch sie entstehen die Mythen und Märchen. In den Träumen des Tiefschlafs tritt die Urvergangenheit wieder in uns hervor. Solche Ideen kann man nicht beweisen, doch der Einzelne weiß es durch die Erfahrung.
hukwa
hukwa
Donnerstag, 7. November 2013
Herbstlaub Haiku
Ein letztes welkes Blatt
entfällt der Buche
Spätherbst.
Das Rot der Abendsonne
leuchtet
im rotbraunen Herbstlaub.
hukwa
entfällt der Buche
Spätherbst.
Das Rot der Abendsonne
leuchtet
im rotbraunen Herbstlaub.
hukwa
Mittwoch, 6. November 2013
Herbstmond Haiku
Im Licht des Herbstmondes
wird der Kiesel im Fels
zum Edelstein.
hukwa
wird der Kiesel im Fels
zum Edelstein.
hukwa
Dienstag, 5. November 2013
Montag, 4. November 2013
Über die Schlacht bei Morlautern
von Hans Wagner
„Die Geschichte ist ein Alptraum aus
dem ich zu erwachen versuche“
James Joyce
Die herrschende Geschichtsschreibung
ist die Geschichtsschreibung der Herrschenden.
Hans Wagner
Wenn man die Niederschrift von Samuel
Christoph Wagener liest, wird einem schnell bewusst was Joyce mit
obigen Satz meinte.
Wenn es nach dem Großteil der
Heimatforscher ginge, dann gäbe es außer einigen großen Namen
keine Menschen, sondern lediglich ameisenähnliche Bewegungsteilchen
als eine willenlose, lenkbare Masse, die in die Schlachten geworfen
wird und wie die Schweine im Schlachthaus namenlos und naturwüchsig
verblutet. Die Aufzeichnungen von Wagener zur „Schlacht bei
Morlautern“, zeigen uns das wahre Gesicht dieser mörderischen
Kriege.
Diese Schlachten die zu den
Revolutionskriegen gehörten wurden zu Beginn des ersten
Koalitionskrieges (1792 bis 1797) durch die Kriegserklärung
Frankreichs an Österreich ausgelöst. Da dieser Krieg nicht dem
Heiligen Römischen Reich galt, sondern gegen den „König von
Böhmen und Ungarn“ ausgerufen wurde, glaubte sich damals Kurpfalz
aus dem Konflikt und den Kampfhandlungen heraushalten zu können.
Kurpfalz erklärte strikte Neutralität. Das hinderte natürlich die
französische Revolutionsarmee nicht daran, mehrmals durch die
linksrheinische Kurpfalz zu ziehen.
In meiner Kindheit auf Erzhütten –
Wiesenthalerhof, wo ich aufgewachsen bin, haben wir Kinder beim
spielen im Wald immer wieder Gewehrkugeln aus Blei, Koppelschlösser
und einmal sogar ein verrostetes Steinschlossgewehr mit abgebrochenem
Bajonett gefunden. Als ich älter wurde begann ich mich für die
Schlacht von Morlautern zu interessieren, da sie ja im direkten
Zusammenhang mit meinem Heimatort stand.
Als am 1. Dezember 1793 die Franzosen
sämtliche Stellungen bei Kaiserslautern und Morlautern geräumt
hatten registrierte die Koalitionsarmee nach offizieller Zählung 384
Tote, darunter 19 Offiziere. Die Franzosen sollen über 2300 Mann
verloren haben, etwa 700 seien in Gefangenschaft gegangen.
Was mich interessierte war – wo
befanden sich die Grabstätten der gefallenen Soldaten. Wir wissen
bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr wo diese Soldaten begraben
wurden, doch es gibt in der Literatur ungefähre Angaben wo diese
Soldaten beerdigt wurden.
Man kann davon ausgehen das die meisten
Gefallenen im Bereich des Ruhetals (Morlautern) und am Rand des
Röschwaldes, also nördlich des Morlauterer Schlachtenfeldes
bestattet wurden. Carl Hollensteiner der noch Zeitzeugen befragen
konnte und seine Schlachtbeschreibung 1847 in Kaiserlautern
veröffentlichte gibt an, dass Zeitzeugen das „Büchelloch“
(Buchenloch) links vom Thierhäusschen angaben, wo die gefallenen
regelrecht aufgestapelt wurden. Weiter nennt er den „Hölzengraben“,
der an der Straße nach Winnweiler liegt. Julius Küchler weist uns
darauf hin dass bei der Galgenschanze ein Massengrab freigelegt
worden sei. Bei der evangelischen Kirche in Frankenstein befindet
sich der Grabstein eines Offiziers der bei Morlautern schwer
verwundet wurde und auf dem Rücktransport verstarb.
Besonders bewegt hat mich die „Klage
und Anklage auf dem Schlachtfeld von Morlautern“ des Theologen und
Feldpredigers, Samuel Christoph Wagener. In seiner Schrift über
„die Pfalz am Rhein und deren Nachbarschaft“ schreibt er:
...„der Wahlplatz war, besonders in
den Gegenden bei Morlautern dicke mit Leichen besäet. Mensch und
Pferde lagen in ihrem Blute vertraulich nebeneinander, und oft
umschlang das gewaltsam herausgerissene Gedärme des Rosses seinen
Reiter. Die Gewinnsucht der Marodeure, der Marketender und des
andersweitigen Trosses hatte, wie gewöhnlich, unmittelbar nach
Beendigung der Schlacht alle menschlichen Körper entkleidet und
ihnen selbst das zerrissendste, blutgefärbte Hemd nicht gelassen,
weil zuweilen Geld darin genähet ist. Der niedrigste Mutwille dieser
gefühllosen Unmenschen hatte mit den französischen Amazonen, die
hier an der Seite ihrer Geliebten ausbluteten, den sichtbarsten Unfug
getrieben.
Hier, Ihr Großen der Erde, die ihr
kriege beschließet, als gelte es das Leben einer schädlichen
Insektenart – hier, ihr kleinen Wichte und Sklaven des
blutdürstigsten Eigennutzes, die ihr Kriege wünschet und zum
Ausbruch der selbigen das Eurige beizutragen nur zu gut versteht -
hier solltet Ihr unter Leichen hinwandeln, Euer Werk betrachten und
den gewaltsamen Kriegertod in allen seinen scheußlichen Gestalten
erblicken. Sehet, wie hier ein Kartätschenschuß die Brust des
hingestreckten Kriegers durchwühlte oder ihm Arme und Beine
zerschmetterte! Sehet – wie dort, Einer von denen, die ihr geopfert
habt, selbst ohne Kopf noch um Vergeltung oder gar noch um Rache
rufet! - Hier zwar liegt ein Glücklicher, den eine wohltätige
Musketenkugel in der Gegend des Herzens rasch vom Leben zum Tode
erlöste: aber dort zehn andere, deren Eingeweide sie brennend
durchwühlte und die Ihr so mit dem langsamsten schmerzhaftesten Tode
gemordet habt!-
Hier haben Säbelhiebe ein Gesicht
zerfetzt und einen Kopf gespalten oder vom arme eine Hand getrennt
und einen Bauch aufgerissen, der nun sein Gedärme verschüttet; dort
liegt das Blut welches aus euren Degen und Bajonettstichen dahinfloß
und euch anklagt, in geronnnener Masse neben dem Erblassten. O, es
kann für Euch, die Ihr diese Blutgestalten auf eine oder die andere
Art auf Eurem Gewissen habt, unmöglich einen schauderhafteren und
schreckensvolleren Anblick geben als diesen hier! Und wenn je eine
Zeit kommen sollte, wo ein so tausendfaches Morden nach Würden
vergolten wird, dann wehe Euch, die Ihr sie fürchten müsset! -
Allle umliegenden Bauernschaften wurden
vom Militär herbeigetrieben und angehalten, die steif gefrorenen
Blutgestalten unter die Erde zu bringen und die Lauter von ersoffenen
Franzosen zu reinigen. So groß die Zahl dieser Tastengräber auch
war, so vergingen doch mehrere Tage, bevor sie das ihnen aufgegebene
Geschäft zu vollenden im Stande waren. Zwar waren die Gruben welche
sie allenthalben für die Kriegsopfer bereiteten, sehr geräumig,
aber eine solche Gruft- gewöhnlich zwölf Schritte lang, halb so
breit und ebenso tief,- ist doch immer bald angefüllt, da Mann und
Roß gemeinschaftlich hinein geschleppt wurden. Die Eilfertigkeit
stürzt dann oft zu viele Leichen hinein und schüttet, zum größten
Nachteil für die Bewohner der Nachbarschaft, nur wenig Erde darauf.
Kein Wunder daher, wenn ich hier und da aus der Oberfläche einer
solchen Grabstätte einen Pferdefuß oder eine Menschenhand
hervorragen sah. Aber das Empörendste von allen empörenden
Hergängen dieser Tage bleibt in meinen Augen doch immer der Gedanke,
dass unter diesen Leichen mancher sein mag, denn bei einer bloßen
Verblutung und Ohnmacht einer jener kalten Nächte überfiel, in
welchen beide kriegsführende Teile von dem Schlachtfelde sich etwas
zurückzogen, und wo dann der Wiedererwachende, ohne Labung und
Hilfe, vollends erfrieren musste“.
hukwa
Dienstag, 22. Oktober 2013
Über den Trippstadter Galgen
Von Gerichten, Galgen und alten
Rechtsbräuchen
In den „Blättern zur
Heimatgeschichte von Trippstadt“, Heft 2. 1994 schreiben E. Brenk
und K. Munzinger: „Auf dem Wege von Trippstadt nach Kaiserslautern
erreicht man bereits nach kurzer Zeit eine Anhöhe die den Namen „Am
Galgen“ trägt und kurz danach, bei der Abzweigung zum Ortsteil
Langensohl findet man einen Ritterstein mit der Inschrift
„Hochgericht 1767“...
Hier stand der Galgen des Amtes
Wilenstein. Man weiß um den Standort dieser Richtstätte recht gut
Bescheid denn an der Bushaltestelle Langensohl wo der Wirtschaftsweg
zum Wilensteinerhof beginnt sind zwei mühlsteinartige
Sandsteinplatten vorzufinden, die wahrscheinlich die Fundamente des
Galgens waren.
Es gibt keine Dokumente die bezeugen
das die Todesstrafe, also dass Erhängen am Galgen, in Trippstadt
jemals vollzogen wurde.
Im Gedenkbuch der kath. Kirche von
Trippstadt findet sich allerdings der Hinweis, dass die Gerichteten
in der Nähe des Galgens verscharrt wurden. Hierzu schreiben Brenk
und Munzinger:
...in unserer Vermessungsskizze ist
nahe bei dem Galgen, in Richtung zum Dorf hin und etwas Abseits des
Weges ein Kreuz eingezeichnet, es ist wohl der Begräbnisplatz der
Delinquenten“.
In der Nähe des Galgens muss sich wohl
auch der Gerichtsplatz befunden haben. Das ein solches „Freigericht“,
(Gerichtsplatz im Freien) vorhanden war davon kann man ausgehen. Wir
kennen solche Gerichtsplätze aus anderen Ortschaften. Außerdem geht
dies wenn auch nur indirekt aus dem Trippstadter Gerichtsweistum von
1418 hervor.
Dieses hält fest, dass die Grafen von
Falkenstein und die Herren von Oberstein die Inhaber der
Teilherrschaft von Wilenstein sind. Sie bestimmten über:
- Gewalt und Vollmacht des Schultheißen.
2: Von der Haltung der
„Dingtage“.
- Von Gefangenen.
- Die Vollmacht der Schöffen über Leib und Leben.
Aus dem Jahre 1418 ist über das
Trippstadter Gericht folgendes überliefert:
„...Der Galgen und die Gerichtsstätte
ist oben an dem Dorf, neben dem Weg gegen den Gerichtsstein zu,
herrüber von dem Wald. Gerichtet wird über Hals, Halsbein (Leben
und Tod), Dieb und Diebinnen (denn Dieb an den Galgen, den Mörder
aufs Rad), Kindervertilgerin lebendig ins Grab (ein Rohr ins Maul,
ein Stekken durchs Herz). Geringere Vergehen wurden auf „Gnad und
Ungnad“ geahndet.
Der spätere Text des Weistums weist
dann noch folgendes auf:
- Einzug eines Fremden.
- . Bestimmungen über Zins, Umgeld (Steuern), Besthaupt (Erbschaftssteuer) bestehend in der Abgabe des besten Stücks Vieh des Verstorbenen.
- Das Recht an Wald (Holz), Wasser und Weide. (Ausnutzung der Wasserkraft und Ordnung der Viehweide), das Recht zu „hagen“ (Einzäunungen vorzunehmen und zu fischen.
- 8. Frondienst für die Herrschaft.
- Leibangehörige
- Strafen bei Schmähen, Diebstahl und Mord.
- Ahndung bei Aufruhr, Feuersbrunst und „Mißtätigen“.
Geregelt wurden weitere Nutzungsrechte
wie Rauh- und Schmalzweide im herrschaftlichen Wald. Weitere
Bestimmungen regelten Verhältnisse des zu „Hilsberg“
(Stüterhof), über die Tätigkeit des Büttels (Gerichtsdiener),
über Zins, Gebühren und über eine Appelation (Ersuchen) an die
Herrschaft.
Mit dem Übergang der Herrschaft
Wilensteins an die Kurpfalz im Jahre 1664 zog diese die hohe
Gerichtsbarkeit (Todesstrafe) an sich. Das Ortsgericht urteilte nun
über Vergehen kleinerer Art.
Aus den Bestimmungen des 18. Jh. (1776)
ist zu ersehen, dass die Richtstätte mit dem Galgen an der Stelle
der Strasse nach Trippstadt stand, wo heute der Linienbus bei
Langensohl hält, wie bereits anfangs erwähnt.
Als 1520 das Weistum neu geordnet
wurde, legte man fest, dass alle Bewohner jedes Jahr bei einem
„Jahresgeding“ sich zu versammeln haben, bei dem ihnen das
Weistum vorgelesen wurde.
Wir wissen wo der Galgen stand doch wir
wissen nicht wo der Gerichtsplatz war, also der Platz wo die
Gerichtsverhandlungen stattfanden, wohl ist anzunehmen das er ganz in
der Nähe des Galgens war und ganz sicherlich mit neun „Stühlen“
(Steinen) bestückt war. Auch wissen wir nichts über die Abhaltung
von Gerichtstagen, aber von anderen Gerichten der näheren Umgebung
wissen wir einiges daher kann man davon ausgehen, das dass
Trippstadter Gericht genau so vollzogen wurde.
Theodor Knocke hat uns über das
mittelalterliche Gerichtswesen einen sehr interessanten Bericht über
das Gericht des Queidersbacherhofes geliefert.
Unter dem Queidersbacherhof aus dem das
Dorf Queidersbach hervorging, darf man sich nicht einen einfachen Hof
vorstellen; es handelte sich vielmehr um den größten Teil der
Dorfflur, einen geschlossenen Komplex, der durch königliche
Schenkung im Jahre 976 Eigentum des Klosters Hornbach wurde. Fast 600
Jahre lang übten die Äbte des Klosters, hier die Grundherrschaft
aus; sie verpachteten das Land an Bauern, an „Pirminsleute“, die
damit als Leibeigene dem Kloster angehörten.
Zur Verwaltung wurde ein Meier
eingesetzt, er hatte richterliche Befugnis bei der Schlichtung von
Streitigkeiten und war zugleich der Schultheiß, der zu den
festgesetzten Terminen die an das Kloster zu liefernde Abgaben zu
organisieren und einzusammeln hatte.
Über dieses Gericht berichtet Theodor
Knocke: „Hinter dem Haus des Meiers fand an bestimmten Tagen des
Jahres das Schöffengericht statt: jeweils am ersten Dienstag zum
halben Mai, nach Remigiustag und nach dem 6. Januar. Vor Beginn des
Gerichts gab es Suppe mit Brot, zu Mittag nach altem Herkommen Speck,
Erbsen und trockenes Fleisch, hernach Fleisch in dunkler Brühe, dann
ein Huhn in gelber Brühe, endlich gebratenes Fleisch mit Zutaten,
zuletzt noch Käse mit Brot.
Bei so reichlicher Mahlzeit musste wohl
jeder satt werden. Zum Schluss des Tages empfingen die Teilnehmer den
Abschiedstrunk der in einem Krug der Runde gereicht wurde“.
Während der Verhandlungen saß der
Meier auf dem Richterstuhl; als Zeichen seiner Würde hielt er den
Richterstab in der Hand. Zur rechten des Stabhalters nahm der
Vertreter des Herzogs von Zweibrücken, der oberster Schutzherr des
Klosters und aller seiner Angehörigen war, Platz, und neben ihm fünf
bäuerliche Beisitzer oder Schöffen. Zur Linken des Stabhalters saß
ein Vogt der Grafen zu Daun Falkenstein mit zwei Schöffen. Auch
Schultheißen aus der Umgebung wurden bei gezogen. Ferner mussten die
zur Meierei Queidersbach gehörende Bauern anwesend sein. Wer
unentschuldigt fehlte, zahlte fünf Schilling Bußgeld.
Ähnlich muss auch die
Gerichtsversammlung des „Trippstadter Gerichts“ organisiert
gewesen sein.
Wir besitzen keine Aufzeichnungen von
vollstreckten Todesurteilen in Trippstadt.
Kleinere Vergehen wurden in der
Trippstadter Dorfmitte vollzogen, dort stand der Schandpfahl noch bis
ins 19. Jh. hinein sollen dort noch die Ringe zu sehen gewesen sein
an die, die Delinquenten angekettet wurden. Der Trippstatder
Heimatforscher Karl Munzinger berichtet kurz darüber in Heft 5. „der
Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt“.
Aus einer alten Lauterer Akte geht
folgendes hervor: „Im Jahre 1703, also während des spanischen
Erbfolgekrieges, lag das Regiment Isselbach in der Stadt
Kaiserslautern, von dem viele Soldaten desertierten. Wieder
eingefangen mussten sie um ihr Leben würfeln. Der jüngste
Deserteur, 14. Jahre alt, hatte den schlechtesten Wurf und wurde
hingerichtet. Das gleiche Schicksal traf einen weiteren jugendlichen
Deserteur, der bei Trippstadt ergriffen wurde. Ihm hieb man noch die
rechte Hand ab bevor man ihn auf hängte. Da nun der Trippstatder
Galgen gut sichtbar an der Strasse nach Lautern stand, kann man fast
davon ausgehen das der Ausreißer auch dort erhängt wurde.
Wenn der Henker gebraucht wurde holte
man ihn wohl aus Kaiserslautern heran. Dieser wohnte in der heutigen
Wagnerstraße, die damals „Schinnergasse“ hieß und natürlich
außerhalb der Lauterer Stadtmauer lag.
Im Mittelalter existierten eine Fülle
von kirchlichen und weltlichen Rechtsnormen und Rechtsvorschriften.
So gab es auch für verschiedene
Vergehen unterschiedliche Gerichtsstätten. Der Kaiserwoog in
Kaiserslautern war eine Exekutionsstätte für Ehebrecherinnen. Ein
solcher ist urkundlich aus dem Jahre 1578 bezeugt. Der
Kaiserslauterer Historiker Martin Dolch berichtet uns darüber
folgendes:
„... als sich der Junker Friedrich
von Flersheim empört über den Eingriff in seine Gerichtsbarkeit zu
Alsenbrück durch die Lauterer Amtleute beschwerte, weil sie ohne
sein Wissen nachts, die Frau des Alsenbrücker Wirtes Hans Dorn, die
mit ihrem Knecht Ehebruch trieb, verhaftet, in Kaiserslautern
peinlich befragt und verurteilt hatten: die Frau wurde im Kaiserwoog
ertränkt, der Knecht mit 50 Talern bestraft“.
Auch in Neuhemsbach besaßen die
Flersheimer das Recht auf die Ausübung der Halsgerichtsbarkeit
und der Rechtsprechung über Leib und
Leben. Friedrich von Flersheim hatte einen Galgen beim Randeckerhof
an der Billesohl errichten lassen. Im Zinsbuch von 1626 ist ein
Gerichtsverfahren aufgezeichnet dass mit diesem Galgen zusammenhängt.
Wegen eines begangenen Diebstahls in der Neuhemsbacher Gemarkung
sollte Hanß Velten Stubenrauch „mit Urteil und Recht mit dem
Strang vom Leben zum Tode“ gerichtet werden. Anna von Flersheim die
Frau Friedrich von Flersheim, die bei der Hinrichtung mit ihren
Kindern zugegen war bat um Gnade für den Deliquenten „wegen seiner
Jugend und erhofften Besserung“ der Angeklagte wurde daraufhin aus
dem Herrschaftsbezirk der Flersheimer ausgewiesen und durfte dieses
unter Androhung einer drastischen Strafe nie wieder betreten.
hukwa
Lit. Hinweise:
Ernst Assel: Chronik von Mölschbach
E. Brenk u. Karl Munzinger: Blätter
zur Heimatgeschichte von Trippstadt
K. Knebel: Flurnamen von Trippstadt-
Sonderausgabe der Blätter z. Heimatgeschichte
Martin Dolch: Kaiserwoog u. Kaisermühle
in: Jahrbuch für pfälzische Geschichte 2001.
Rudolf Bechberger: Die Burg der
Flersheimer: Heimatjahrbuch des LKR. KL 2008
Hans Wagner: Die Flersheimer- Hukwas
Wanderblog
Hans Wagner: Kaisermühle und Dammühle
bei Kaiserslautern- Hukwas Wanderblog.
Sonntag, 20. Oktober 2013
Über Trippstadter und Kaiserslauterer Familiennamen
Heinrich Riehl schrieb einmal zu Recht:
„Geschichtslosigkeit in der Familie
erzeugt Geschichtslosigkeit in Staat und Gesellschaft“.
Sich mit Heimatgeschichte zu
beschäftigen heißt ja auch: woher stamme ich? Wo und was sind meine
Wurzeln? Woher kommen meine Ahnen?
Für mich war es ein wunderbares
Erlebnis als ich in meiner eigenen Ahnenforschung im Jahre 1608
angekommen war. Auch Ernst Christmann war der Meinung dass
Familienforschung, Namensforschung und Heimatgeschichte in einem
großen Ganzen betrieben werden soll.
Auf die Idee der Mehrnamigkeit waren
die Etrusker gekommen, jenes Volk das Rom gegründet hatte.
Die Bevölkerung der Pfalz wurde
zwischen 700 und 500 v. Chr. keltisiert, danach unter den Römern
romanisiert. In Trier wird ein Reginus, Sohn des Troucetissa genannt.
Der Sohn trägt einen lateinischen Namen, der Vater noch einen
keltischen. Vom 2. bis 5. Jahrhundert sind sie nur noch lateinisch.
Nach dem ende der Römerherrschaft
wurden die Bewohner der Pfalz germanisiert. Im frühen Mittelalter
hatte die gesamte Bevölkerung nur jeweils einen Rufnamen.
Die Entwicklung der Familiennamen
begann im sich im Mittelalter langsam durchzusetzen. Man nannte sich
nach seiner Burg, seinem Hof, seinem Wohnort und seinem Beruf. Bis zu
unseren heutigen Familiennamen brauchte es natürlich eine große
Entwicklungszeit, über die hier aber nicht unbedingt berichtet
werden muss. Dieser Artikel ist als ein Anriss gedacht.
Über Familiennamen die von Flurnamen
abstammen:
Wenn wir das Trippstadter Bürgerbuch
nach Namen durchforsten finden wir eine Anzahl von Familiennamen die
eindeutig von Flurnamen abstammen. Vor allem bei den sogenannten
Wohnstätten- und Örtlichkeitsnamen. So wohnte ein Vogelsang an
einer Flur dieses Namens. Wir finden in der Gegend von Kaiserslautern
die Bezeichnung zum hohlen Stein, daraus entstand der Name Holstein,
Hollstein. Einwohner die an einem Brunnen wohnten tragen die Namen
Bornemann, Amborn. Die am Bach wohnten heißen Bach, Ambach, Bachmann
oder Bächle.
Ein Amberger, Emberger und Bergmann
wohnte am Berg. Ein Bicher oder Bühler hatte seine Wohnstätte am
Bükel, das ist ein Hügel. Blattmann wohnte auf der Platte= Anhöhe,
der Bruch hatte sein Zuhause am Sumpf oder Moor (Landstuhler Bruch).
Dahlmann wohnte im Tal, der Dell und Dellert in einer Delletalartigen
Niederung.
Der Imhof hatte seine Wohnstätte in
einem Hof. Eck, Ecke und Eckert wohnten an der Eck, das Haus vom Lin
stand an der Dorflinde. An der Straßengrenze wohnte der Scheid=
Grenze. Das Haus des Briegel stand an der Brühl= sumpfige Wiese.
Heckmann wohnte an der Hecke, meist am Dorfrand. Der Ortmann wohnte
am Ende des Dorfes. Der Reuter an einer reute= gerodete Stelle.
Schrank bezeichnet jemand der an einer Schranke, Gitter wohnte.
Oftmals sind es seltsam klingende Namen
die dem Heimatforscher auffallen und denen er im Verlauf seiner
Geschichtsforschung öfters begegnet.
So erging es mir mit dem Namen
Asemacher, Assemacher. Während meiner heimatkundlichen
Nachforschungen über die Siedlungen Kreuzhof bei KL und Dansenberg
sowie des Dorfes Hohenecken fiel mir dieser Name immer wieder ins
Auge. Es handelt sich dabei um eine bekannte Erbbeständerfamilie die
in unserer Gegend zum ersten mal auf dem Hahnbrunnerhof bei Kl-
Erzhütten auftaucht. Der Familienname Assemacher leitet sich von
Assertion= Behauptung, Festlegung lat. Assertioher, dies bedeutet das
jemand ein freier Mensch sei.
Eine weitere Namensgattung sind die
Berufsnamen also Wagner, Schreiner, Maurer, Fleischer, Metzger,
Schuster, Bäcker, Koch u.s.w. Diese Namen entstanden mit der
Entwicklung der Städte und der dortigen Zünfte. Der Eiselein war
Eisenschmied. Der Nadler verkaufte Nägel und Nadeln, war oft
Hausierer. Ein Vogt war einmal Beamter, und der Lersch war Hersteller
von Lersen, das sind Strümpfe. Ferg oder Fehr kommt von Fährmann.
Auch finden wir eine Reihe von Namen
die Volksetymologisch umgedeutet wurden. So muss der schon vor dem
dreißigjährigen Krieg in Trippstadt und dem Holzland bekannte Name
Schmalenberger nicht unbedingt in einem Flurnamen seine Wurzeln
haben, sondern kann auch christlicher Herkunft sein. Wie Essig und
Eisig auf Isaak zurückzuführen sind, so Schmal, Schemel auf Samuel.
Im 18. Jahrhundert finden wir den
Bürstenbinder Nikolaus in Trippstadt. Ein Name der einige Änderungen
erfuhr. Cola und Kohlhas gingen aus ihm hervor.
Spanier ist ein bekannter alter
Trippstadter Familienname. Allerdings handelt es sich nicht um jemand
der aus Spanien zu uns gezogen ist. Spanier nannte man einen Pilger
der nach Santiago da Compestella pilgerte und wieder zurückgekehrt
ist.
Wir finden im Bürgerbuch von
Trippstadt den 1850 in Kaiserslautern geborenen Franz Jost, ein
Schuster der nach Trippstadt gezogen ist. Jost ist die Kurzform von
Jodoeus der keltischen Ursprungs ist. St. Jodocus ist
Wallfahrtsheiliger in der Picardie. Der Name verbreitete sich vom
Niederrhein bis nach Süddeutschland. Er kommt in der Südpfalz und
im Elsaß recht häufig vor.
Franz Fickeisen, von Beruf Müller ist
im 18. Jh. von Lauterecken nach Trippstadt gekommen. Dieser Name
leitet sich ab von „feile das Eisen“.
Natürlich interessiert mich besonders
die Herkunft meines eigenen Familiennamens. Sicher ist es dass dieser
Name, Wagner, ein Berufsname ist. Im pfälzischen Bann dort wo meine
Vorfahren herkommen existiert dieser Name seit 1608.
Durch die bedeutendste Erfindung der
Menschheit – das Rad – ist der Beruf des Wagenbauers entstanden.
Schon im Zweistromland existierten zweirädrige Wagen. Die Räder
dieser Wagen bestanden schon aus Nabe und Speichen, so dass schon
damals das bis heute gültige Grundprinzip erfunden war. Das
Großreich der Römer gründete sich auf einem perfekten
Straßensystem von England bis nach Ägypten. Auf diesen Straßen
konnten die Kohorten mittels der weiterentwickelten Wagen sehr
schnell zu den jeweiligen Standorten befördert werden. Die
Wagenbauer gehörten zu dieser Zeit zu den bedeutendsten Handwerkern,
da sie nicht nur für das Militär, sondern vor allem für die
reichen Römer „Prunkwagen“ herstellten.
Mit dem Zerfall des römischen Reiches
erlahmte der Wagenbau.
Erst als die Ungarn einem französischen
König eine neuartige Konstruktion des Wagenkastens (schwingend mit
Riemen befestigt) schenkten, griffen andere Länder diese Bauweise
auf, und entwickelten daraus die bis heute bekannten K;Kutschen. Der
Berufstand des Wagenbauers bekam eine neue Blüte.
Abgeleitet vom Beruf des Wagenbauers,
ist er einer jener erhaltenen Familiennamen wie Bäcker, Schneider,
Fischer oder Müller hinter dem ein Beruf steht.
In Süddeutschland wurde der Namen
Wagner (ursprünglich Wagener) zuerst eingeführt. Am Rhein wurde der
berufe als „Esser“, und in Norddeutschland als „Rademacher“
bezeichnet. Da der Wagenbau erst im 16. und 17. Jahrhundert wieder
Bedeutung erlangte und zu dieser Zeit schon viele Menschen
Familiennamen trugen, gibt es vom Namen Wagner nur wenige
Mundartvarianten.
Im niederdeutschen Raum verbreitete
Varianten sind Wegner und Wegener. Daneben gibt es noch die Varianten
Wahner, Wehner und Weiner. In den USA ist dieser Name durch
deutschstämmige Auswanderer als Wagoner bekannt, so nannte sich ein
Vorfahr von mir der nach Amerika auswanderte „Jack Wagoner“.
hukwa
Lit. Hinweise:
Michael Grant: Rätselhafte Etrusker.
Ernst Christmann: Von der
Zusammenarbeit zwischen genealogischer und Familiennamensforschung,
in Pfälzische Familien- und Wappenkunde 1952.
Hans Bahlow: Deutsches Namenslexikon.
1976
Oskar Poller: Die Entstehung der
pfälzischen Familiennamen.
Hans Wagner: Stammbuch der Familie
Wagner.
Hans Wagner: Von Bann nach Erzhütten.
Trippstadter Bürgerbuch: Heinrich Haas
1993
Kurt Knebel: Trippstadter Flurnamen.
Sonderausgabe der „Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt“.
Einkehr beim Wildapfelbaum
Das schöne Wetter gestern musste man
zu einer größeren Wanderung nutzen. Nach einem Nachmittag in den
Wäldern kehrte am Abend bei meinem alten Freund, dem Wildapfelbaum
ein. Jedes Jahr verwöhnt er mich wieder mit seinen wundervoll
schmeckenden Früchten. Bevor man sie pflügt muss allerdings ein
wenig Frost über die kleinen Äpfel gezogen sein, dann bekommen sie
ihren süßlichen, natürlichen Geschmack. Als ich in seine Krone
geklettert war ging mir das wunderschöne Gedicht von Ludwig Uhland
durch die Gedanken:
Einkehr
Bei einem Wirte wundermild
Da war ich jüngst zu Gast
Ein goldener Apfel war sein Schild
An einem langen Ast.
Es war der grüne Apfelbaum
Bei dem ich eingekehret
Mit süßer Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.
Es kamen in sein grünes Haus
Vielleicht beschwingte Gäste
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das beste.
Ich fand ein Bett zur süßen Ruh
Auf weichen grünen Matten
Der Wirt, er deckte selbst mich zu
Mit seinem kühlen Schatten.
Nun frag ich nach der Schuldigkeit
Da schüttelt er den Wipfel
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel.
| Fotos Hans Wagner |
Samstag, 19. Oktober 2013
Herbstwinde
Ich lausche den Liedern des Herbstes
von den Winden zu mir getragen
ich höre die Abendglocke schlagen
vernimm der Amsel Klage
der Sommer ist vorbei
bald werden die Winde erstarken
werden goldbraune Blätter durch die Lüfte jagen
noch einmal lausch ich den Winden
will hören was sie mir sagen Herbstwinde sind immer Zeichen
man sollte mit ihnen reisen.
hukwa
von den Winden zu mir getragen
ich höre die Abendglocke schlagen
vernimm der Amsel Klage
der Sommer ist vorbei
bald werden die Winde erstarken
werden goldbraune Blätter durch die Lüfte jagen
noch einmal lausch ich den Winden
will hören was sie mir sagen Herbstwinde sind immer Zeichen
man sollte mit ihnen reisen.
hukwa
Montag, 14. Oktober 2013
Herbst Haiku
Entlang des Baches
folgt mir in der Herbstnacht
der Mond.
hukwa
folgt mir in der Herbstnacht
der Mond.
hukwa
Sonntag, 13. Oktober 2013
Herbst Haiku
Eine entlaubte Buche
eine einsame Krähe im Geäst
ein Abend im Herbst.
hukwa
eine einsame Krähe im Geäst
ein Abend im Herbst.
hukwa
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Dienstag, 8. Oktober 2013
Spruchweisheit von Thoreau
Wenn diese Welt nur Mensch wäre, könnte ich mich nicht entfalten. Ich verlöre alle Hoffnung. Er ist Zwang, die Wälder sind für mich Freiheit.
Thoreau
Thoreau
In den dunklen Wäldern
Wo in den dunklen Wäldern
einsam das grüne Einhorn wacht
wo Vollmond erhellt die Waldesnacht
gehe ich auf einsamen Pfaden
von Zwergen und Elfen eingeladen
zu alten Baumriesen
mit ihnen Zwiesprache zu halten
so entziehe ich mich einer profanen Welt
die mir überhaupt nicht gefällt.
hukwa
einsam das grüne Einhorn wacht
wo Vollmond erhellt die Waldesnacht
gehe ich auf einsamen Pfaden
von Zwergen und Elfen eingeladen
zu alten Baumriesen
mit ihnen Zwiesprache zu halten
so entziehe ich mich einer profanen Welt
die mir überhaupt nicht gefällt.
hukwa
Samstag, 5. Oktober 2013
Die Stille der Wälder – Herbst im Pfälzerwald
Eine
naturphilosophische Betrachtung
Der
naturkundige Wanderer kennt die Stimmung, wenn im Herbst am Morgen
der Nebel noch Tal und Hügel, Wälder und Fluren wie mit einem
feinen Schleier verhüllt, den die heraufsteigende Sonne allmählich
durchdringt und auflöst. Millionen von Spinnweben funkeln in Gebüsch
und Bäumen und verzaubern die Landschaft. Es ist die Zeit der
gedämpften Farben und des mystischen Lichts.
Die
letzten Zugvögel werden unruhig, weil es bald auf große Reise geht.
Auf den Feldfluren ist nun Ruhe eingekehrt und am Waldrand reifen die
schwarzen Schlehen, warten auf den ersten Frost, der etwas Süße in
sie senkt. Die letzten Früchte des Holunders funkeln in der Sonne
und die überreifen Brombeeren laden zum Verweilen ein. Ein letztes
Mal verwöhnt uns die Natur mit ihrer herbstlichen Fülle. Mensch und
Tier wissen, dass nun bald die dunkle Jahreszeit Einkehr hält und
wollen ein letztes Mal von der Natur verwöhnt werden.
Im
Wald erscheint uns nun die Stille noch intensiver, als wir sie im
Hochsommer empfunden haben. Jene, die Altmutter Natur lieben, zieht
es nun wie unter einem Zwang hinein in die Wälder, ihre Geheimnisse
und Schönheiten aufsuchend. Man fühlt in sich Momente, in denen man
spürt, dass wir mit dieser erhabenen Natur verwandt sind.
Der
Schrei des Habichts in den Lüften, das plötzliche Aufbrechen von
Wild im Gebüsch, das Schimpfen des Eichhörnchens vom Baum herab
oder das einsame Fallen einer Eichel erscheinen uns wie ein Gebet,
das Mutter Natur zu uns spricht. Der ganze Wald spricht zu uns in
seiner großen Stille.
Indem
wir ihm zu hören, schauen wir in uns selbst hinein. Ist uns die
Natur eine Mutter, so ist der Wald uns Vatergestalt, seine Bäume
sind uns Brüder und die verwunschenen Weiher sind uns Schwestern.
Fern
vom Getöse der Menschen erwartet uns im Wald reine Beschaulichkeit.
Kurz
ist der „Goldene Oktober“, der ein einziger Herbststrauß zu sein
scheint. Kommt der Wanderer durch Buchenwald, versinkt er bis zu den
Knöcheln im sanften Laub.
In
einem Laubwald dauert es mitunter bis zu fünf Jahre, bis ein
Buchenblatt als solches nicht mehr zu erkennen ist. Bis dahin geht es
in Teilen durch Dutzende von Mägen der sogenannten Zersetzer. Also
von Tieren, die vom „Abfall“ der Natur leben. Im Laubwald fallen
jährlich pro Hektar vier Tonnen Pflanzenmasse an, die es zu
verwerten gilt. Mutter Natur bewältigt diese Mengen mit einem Heer
von hungrigen Mäulern. Die Erstverwerter der Laubstreu sind
Spring-schwänze, Asseln, Milben, Regenwürmer und Tausendfüssler.
Diese kleinen Bodentiere können jedoch die pflanzlichen Reststoffe
nur durchlöchern. Das weitere Zerkleinern obliegt winzigen
Bodenbewohnern, die insgesamt noch einmal das Hundertfache der
Regenwürmer auf die Waagschale bringen. Diese Mikrowelt ist mit
mehreren Milliarden Tieren pro Quadratmeter so groß, dass sie der
Mensch bisher kaum erfassen und bestimmen kann. Diese Winzlinge
stellen das Bindeglied zwischen der toten Pflanzenmaterie und den
größeren Zersetzern der Streu dar. Einige wenige aus diesem
Mikrokosmos sind in der Lage, die schwer verdaulichen Teile wie
Zellulose und Lignin zu knacken. Sie besitzen hierfür Enzyme, über
die nur wenige Abfallverwerter verfügen. Anschließend machen sich
Mikroorganismen über den Nahrungsbrei her. Sie verdauen ihren
eigenen Kot mit den darauf lebenden Kleinstlebewesen. Die
Energieausbeute erhöht sich damit um mehr als das Doppelte. Entgegen
der Welt der Menschen kann die Natur ihre „Abfallprobleme“
äußerst nachhaltig regeln.
Es
hat etwas Tröstliches an sich, im Herbst durch den bunten Buchenwald
zu wandern. Der Dichter Sepp
Skalitzky
hat es uns vor einem halben Jahrhundert in den schönen Versen
mitzuteilen versucht.
Das
letzte Blatt, ein strahlender Gedanke,
schließt
ihm die Welt der schönen Träume auf,
vertönt
als Scheidegruß des wachen Lebens
im
Abendwind, der Gottes Harfen schlägt.
Ich
bin ein Blatt, nur an dem Weltenbaume,
bin
das Geringste, das der Schöpfer löst
mit
seinem Atem, der das Leben lieh,
als
Brücke in die ewigen Gefilde.
Es
ist so tröstlich wenn die Blätter fallen.
| Foto Hans Wagner |
Es
sind nicht nur die Buchen, die im Herbst in purpurner Farbe zu
brennen scheinen. Der wilde Kirschbaum entfaltet um diese Jahreszeit
eine üppige Strahlkraft. Erfreut er im Frühling das Herz des
Wanderers mit seinen schneeweißen Blüten, so wirkt nun das Rot
seines Herbstkleides fast magisch auf uns ein. Aber auch ein
Nadelbaum wirft seinen Zauber über uns: wie brennende Fackeln stehen
die Lärchen am Bergeshang. In den frühen Morgenstunden funkeln
tausende von silberfarbenen Spinnweben in den Büschen. Wie
versponnene Elfenlocken scheinen die Fruchtstände des
Waldweidenröschens ineinander verwoben, wenn man Mitte Oktober durch
die Trippstadter Wälder streift.
Die
unruhig schlanke Birke in ihrem gelbfarbenen Herbstkleid fällt dem
Wanderer besonders auf. In ihrer Nähe befinden sich oft die roten
Fruchtknollen des Fliegenpilzes. Beide, Baum und Pilz, sind durch
Symbiose verbunden.
An
den Abenden ist es nun schon sehr kühl geworden. Ein Blick in den
Herbststernenhimmel zeigt uns, dass der Winter bald seinen Einzug
hält. Tief im Norden werden schon die ersten Vorboten des
Winterhimmels sichtbar, insbesondere in Gestalt des Sternbildes
Stier, das zumindest für Mittel- und Nordeuropa bereits vollständig
aufgegangen ist. Sein Hauptstern heißt Aldebaran, wie ein großes
Juwel funkelt er nun am nächtlichen Sternenhimmel.
Herbstzeit
ist Wanderzeit!
hukwa
Sonntag, 18. August 2013
August
Bemooste Schädeldecke
vom Iltis
im Gebüsch
weißes Spinnenhaar
Weiderösschen blüht
Augustsonne brennt
im frisch gemähten Feld
das Rehkitz rennt
Sommers Fackel im Dickicht
des Dompfaffs rotes Kleid
Blaumeise singt ihr Leid
Habicht zieht seinen Kreis
sommerliches Geleit.
hukwa
vom Iltis
im Gebüsch
weißes Spinnenhaar
Weiderösschen blüht
Augustsonne brennt
im frisch gemähten Feld
das Rehkitz rennt
Sommers Fackel im Dickicht
des Dompfaffs rotes Kleid
Blaumeise singt ihr Leid
Habicht zieht seinen Kreis
sommerliches Geleit.
hukwa
Freitag, 9. August 2013
Der alte Taufstein in der katholischen Kirche Trippstadt
Der alte Taufstein in der katholischen Kirche von Trippstadt
Der alte Taufstein ist achteckig; alle acht Seitenflächen sind mit gotischen Ornamenten verziert. Zwei dieser Seitenflächen weisen Löcher auf, die jeweils vom Boden des Beckens nach außen führen. Ursprünglich war der Stein mit roter Ölfarbe bemalt; er besaß einen blau angestrichenen, hölzernen Deckel. Dieses Taufbecken stand einst in der Kirche zu Aspach (Aschbacher Hof). Der Taufstein wurde noch vor 1609 von einem unbekannten Steinmetz gehauen. Lange Zeit diente das Becken als Viehtränke auf dem Aschbacherhof bis es schließlich den Weg in die katholische Kirche nach Trippstadt fand.
hukwa
hukwa
Dienstag, 30. Juli 2013
Die Hochzeit Richards von Cornwall in Kaiserslautern
Eines der großen Ereignisse in der
Geschichte von Kaiserslautern war zweifelsohne die Hochzeit Richards
von Cornwall mit Beatrix von Falkenburg. Bevor ich über die Ereignis
des 16. Juni 1269 in der Stauferpfalz zu Kaiserslautern berichte gilt
es einen Blick zu werfen auf Gestalt und Persönlichkeit von Richard.
Er war der Sohn des englischen Königs
Johann Ohneland und dessen Frau Isabella von Angouleme. Er war der
Neffe von Richard Löwenherz und Enkel von Eleonore von Aquitanien.
Richard war dreimal verheiratet: 1231 mit Isabella von Pembroke
(gest. 1240),
1243 mit Sancha von der Provence (gest.
1261) und 1269 mit Beatrix von Falkenburg (gest. 1277).
Richard war der jüngere Bruder des
englischen Königs Heinrich III dieser übergab ihm die Verwaltung
von Kreuzzuggeldern und die Verantwortung für die königliche
Münzprägung.
Es gelang ihm sich ein großes Vermögen
aufzubauen.
Richard von Cornwall wurde im Juli 1235
durch die Hochzeit Friedrich II mit seiner Schwester Isabella zum
Schwager des Staufers. Er unternahm unter anderem einen Versuch, den
exkommunizierten Friedrich II mit Papst Gregor IX zu versöhnen. 1240
besuchte er seinen Schwager in dessen Königreich Sizilien, als er
dort auf dem Weg ins Heilige Land eine längere Rast einlegte.
Im September 1240 führte Richard ein
englisches Kreuzzugsheer ins Heilige Land. Ein französisches Heer
unter Theobald von Champagner war bereits 1239 dort eingetroffen und
auf die diplomatische Angebote der sich gegenseitig bekriegenden
muslimischen Ayyubiden- Reiche Kairo und Damaskus eingegangen. Zuerst
hatte Damaskus ihnen Galiläa abgetreten und schließlich hatte Kairo
ihnen zugesichert, ihnen sämtliche Gebiete westlich des Jordans über
Jerusalem bis Askalon zu überlassen. Theobald war kurz vor Richards
Ankunft abgereist und überließ so Richard die Umsetzung des
Abkommens. Es waren die größten Geländegewinne seit dem ersten
Kreuzzug ins Heilige Land. Richard organisierte auch die
Wiedereinrichtungder Zitadelle von Askalon und überwachte die
Freilassung der gefangenen und die Bestattung gefallener Kreuzfahrer
aus der Schlacht bei Gaza, die die Franzosen 1239 verloren hatten.
Nach seiner Rückkehr nach England
begleitete Richard seinen Bruder auf einen Feldzug gegen Frankreich
in der Saintonge. Dort mussten sie im Juli 1242 in der Schlacht bei
Taillebourg eine Niederlage gegen König Ludwig IX von Frankreich
hinnehmen.
Von Papst Innozenz IV wurde ihm 1252/53
das Königreich Sizilien angeboten, das er jedoch ablehnte.
In der Doppelwahl von 1256/57 eines
Römisch deutschen Königs nach dem Tod Wilhelms von Holland (1256)
wählte die englische Partei der deutschen Kurfürsten (Köln, Mainz,
Pfalz) Richard zum Römisch deutschen König. Die Krönung fand in
Aachen statt.
Wir wissen das seit Erbauung der
Königspfalz die in die ersten Regierungsjahre von Barbarossa fällt,
etwa um 1152/58, hier schon eine ganze Reihe prächtiger Hoftage
stattfanden. Bis ins Jahr 1234, also dem des letzten Besuchs eines
staufischen Herrschers in der Königspfalz, nämlich König Heinrich
VII kann man 21 Aufenthalte deutscher Kaiser und Könige nachweisen.
Ernst Christmann hat nachgewiesen das
bereits am 30. Oktober 822 Ludwig der Fromme auf dem Altenhof weilte.
Ein Kaplan der ihn begleitete führte damals die Reliquie, den Mantel
des hl. Martinus, mit sich.
Friedrich Barbarossa weilte mehrmals in
der Stadt und zwar zwischen 1158 und 1187.
Heinrich VI suchte Lautern 1184, 1189,
1190, 1193 und 1195 auf.
Friedrich II 1214 und 1215
König Heinrich VII war 1225 und 1234
in der Stadt
Richard von Cornwall 1269
Rudolf von Habsburg besuchte 1274,
1282, 1284 die Stadt.
Adolf von Nassau 1292 und 1294
Kaiser Heinrich VII 1309 und 1310
Das Lautern und das umliegende
Reichsland sehr wohlhabend war ist aus einem Tafelgüterverzeichnis
von 1188 zu ersehen. Lautern lieferte jährlich an den König 320
Schweine, 56 Ferkel, 400 Hühner, 40 Kühe, 4000 Eier, 40 Gänse, 40
Pfund Pfeffer, 720 Käse, 80 Pfund Wachs, sowie 32 große Fuder Wein.
1241 ertrug der Reichsgutbezirk an Bede 120 Mark Silber, was einen
Gegenwert von etwa 50 000 Goldmark entspricht.
Wir können also davon ausgehen dass in
Kaiserslautern zahlreiche Hoftage, Beratungen und Feierlichkeiten
abgehalten wurden.
Die Hochzeit Richards ist in mehreren
Werken deutscher und englischer Geschichtsschreiber festgehalten.
Allerdings besitzen wir keine direkte Beschreibung über die
Feierlichkeiten. In den Chroniken wird vor allem die Schönheit von
Beatrix von Falkenburg gepriesen, in diesen wird sie als „Kleinod
der Frauen“ sowie als von „unvergleichlicher Erscheinung“
gepriesen. Aus Anlass zu den Feierlichkeiten soll Richard viele
Fürsten und Herren an seinen Hof geholt haben. Allerdings existiert
keine Urkunde in Lautern aus der hervorgeht wer und wie viel Gäste
geladen waren. Eine am 19. Juni, drei Tage nach der Lauterer
Hochzeit, bei Neustadt ausgefertigte Urkunde des Bischofs von Bamberg
für Pfalzgraf Ludwig II zählt 37 Zeugen auf, darunter den
Burggrafen von Nürnberg und viele bayerische Adlige. Auch Pfalzgraf
Ludwig befand sich in diesen Tagen zwischen Neustadt und der
Kestenburg. Man kann also mit angrenzender Sicherheit davon ausgehen,
das sämtlich genannte Fürsten und Herren auch bei der Hochzeit
zugegen waren.
Eine besonders wichtige Rolle bei
dieser Hochzeit und den Vorbereitungen kam zweifelsohne Reinhard von
Hohenecken zu.
Die Hohenecker besetzten für lange
Jahrzehnte das Amt des Reichsschultheißen in Lautern. Rheinhard III
von Hohenecken hatte dieses Amt seit 1262 inne, wahrscheinlich auch
das Amt des Prokurators oder Landvogts im Speyergau. Da Philipp von
Falkenstein auf dem Reichstag in Worms im April 1269 aus
undurchsichtigen Gründen die Reichsinsignien an Richard ausgeliefert
hatte, erhielt Reinhard von Hoheneck als besonderen Gunstbeweis des
Königs wohl im Juni oder Juli 1269, vielleicht sogar bei seiner
Anwesenheit in Lautern, auch noch das ehrenvolle Amt des Bewahrers
der Reichskleinodien übertragen, das er dann bis zur
Regierungsübernahme König Rudolfs von Habsburg im Herbst 1273
innehaben sollte.
Am 8. August 1269 ist Richard wieder in
London. Er und seine Gemahlin kamen nie wieder nach Deutschland.
König Richard starb am am 2. April
1272.
Die Hochzeit König Richards in Lautern
gilt als einer der glanzvollen Höhepunkte der geschichtsträchtigen
Stadt.
hukwa
Montag, 29. Juli 2013
Auf dem großen Berg bei Kindsbach
Von weitem schon hör ich es raunen
was einstmals auf dem Berg geschah
wo Trümmer im Dickicht verborgen
aus alter Zeit ich sah.
Hier hatten Kelten ihren Hain
und Römer strömten hin zum Berg
hier oben wirst du selbst Geschichte
hier kehre in dich ein.
So oft ich komm um hier zu lauschen
dem Ruf aus der Vergangenheit
dem rauscht er zu aus starken Bäumen
den uralten Hauch der Ewigkeit.
hukwa
was einstmals auf dem Berg geschah
wo Trümmer im Dickicht verborgen
aus alter Zeit ich sah.
Hier hatten Kelten ihren Hain
und Römer strömten hin zum Berg
hier oben wirst du selbst Geschichte
hier kehre in dich ein.
So oft ich komm um hier zu lauschen
dem Ruf aus der Vergangenheit
dem rauscht er zu aus starken Bäumen
den uralten Hauch der Ewigkeit.
hukwa
Warum Heimatkunde?
"Um zu Wissen auf welchem Boden man steht und wohin man weitergehen möchte, sollte man sich Klarheit darüber verschaffen woher man gekommen ist ansonsten kann das Leben schnell zu einem umherirren in der Zeit werden", schrieb ein bekannter Heimatforscher, ich stimme ihm zu. Heimatkunde ist keine nostalgische Liebhaberei sondern sie ist eine Beschäftigung die mir dabei helfen kann, die eigenen Wurzeln zu finden um den weg in die Zukunft fruchtbarer Gestalten zu können. Geschichte ist immer auch Ein - sich - Wiedererinnern. Vor allem ein Erinnern wie sich der Mensch zu einem demokratischen Wesen entwickelte. So ist Heimatgeschichte immer mit der "großen Geschichte" verbunden denn was im Großen geschieht hinterlässt seine Spuren im kleinen.
hukwa
hukwa
Sonntag, 28. Juli 2013
Kindsbach - Eine heimatgeschichtliche Notiz zu einem Artikel über Kindsbach und Moosalb der am 17.8.2013 in der Rheinpalz erschien.
Die Geschichte von Kindsbach ist
untrennbar mit der „Hofstatt bei dem Dorfe Kunigesbach“,
Königsbach verbunden. Man darf sich aber unter dieser Bezeichnung
nicht ein einsames Gehöft vorstellen, sondern es handelt sich
vielmehr um den größten Teil der alten Dorfflur.
Auch dürfte Kindsbach älter sein als
bekannt ist. Nach Professor Christmann sind die Orte, deren Namen auf
„bach“ enden, im 9. - 12.Jh. Entstanden. Wir haben aus der
fühesten Zeit von Kindsbach nur keine Kunde.
Das die Hofstatt gar nicht so klein war
das geht eindeutig aus dem „Register der Deutschordenskommende
Einsiedel“ hervor, darinnen können wir lesen dass der Hof jährlich
u.a. Abgaben, „9. Malter Korn“ abliefern musste.
Auch muss bemerkt werden das zwei sehr
wichtige Fundorte aus dem Altertum auf Kindsbacher Gemarkung liegen,
nämlich, die Siedlung auf dem Großen Berg und das Quellheiligtum
Heidenfelsen.
Der Große Berg in Kindsbach ist die
einzige Siedlung dieser Art im pfälzischen Bereich mit
ausgezeichneter Verkehrslage, nämlich mit einer direkten Anbindung
an die wichtig keltisch – römische Fernstrasse Mainz- Worms- Metz.
Man kann also davon ausgehen das die Ortschaft Kindsbach auf sehr
altem Siedlungsgebiet errichtet wurde. Funde aus der Jungsteinzeit
(Steinbeil) in der Gemarkung sowie der 1896 an der Moordammühle
zutage gekommene Torso eines toga – bekleideten Mannes des 1./2.
Jh. n. Ch. Dürften Beweis genug sein.
Verwunderlich ist das sich immer noch
interessierte Heimatforscher nur auf Christmann und Häberle beziehen
(die zweifelsohne gute Arbeit geleistet haben) was die Flur- und
Gewässernamen betrifft. Doch es war der weit über die Pfalz hinaus
bekannte Kaiserslauterer Historiker Dr. Martin Dolch der die „alb“
Forschung auf den neuesten Stand brachte sowie wissenschaftlich
eindeutig nachgewiesen hat dass die Gewässernamen der Pfalz
größtenteils auf vor germanische Namen zurückgehen. Auch der
Historiker Alfred Greute hat hier hervorragende Arbeit geleistet. Ich
verweise hier nur auf die Schrift „Die Westricher Hochfläche als
gallorömische Reliktzone“ eine Gemeinschaftsarbeit beider Autoren.
Bisher hat die Heimatforschung zu wenig
mit der Möglichkeit gerechnet, dass versprengte gallorömische
Bevölkerungsreste nicht nur in den abgelegenen Wald- und Höhenlagen,
sondern auch im Dienst der neuen Landesherren (Franken) verblieben
und so durchaus alte Gewässer- und Ortsnamen überliefern konnten.
Ganz wichtig ist auch über die
Heimatgrenze hinaus zu forschen, vor allen Dingen ins Bliestal, weil
hier sowohl die römerzeitliche Erschließung als auch die
germanische Landnahme Bewegung ihre Ausgangsbasis hatten.
Man kann nicht oft genug darauf
hinweisen das der Begriff „alb“ keltischen Ursprungs ist. Er
leitet sich aus dem indogermanischen ab und bedeutet „Weißwasser“.
Die Moosalb aber auch die Steinalb werden 1180 in der Urkunde über
die Schenkung des Gutes „Loiben“ (Lauberhof bei Johanniskreuz) an
das Kloster Eußertal erwähnt. Erst im 16. Jh. erscheint für Teile
der Moosalb auch der Name Schwarzbach.
Man kann also davon ausgehen das „alb“
eine sprachliche Übernahme aus dem keltischen ist. Ähnlich wie
heute viele englische Wörter ins deutsche übernommen werden, wurden
auch keltische Ausdrücke von den Germanen übernommen.
hukwa
Die alte Weidenfrau
In den Wald ziehts mich auch heute
wo die Sommerschatten sind
wo der Specht als Feuerrose
in die Aschenwolken fliegt
dort wo ein Meer von Sonnen glüht
hier am wilden Gebirgsbache
wo die Wasseramsel haust
hier im Glanze sommerlicher Schatten
letzter Götter Aufenthalt
flimmern silberfarbene Weiden
eingekleidet in Spinnwebentraum
hier im Wurzelfilz der Bäume
gleich am Ufer zu meiner Seite
schläft die alte Weidenfrau.
hukwa
wo die Sommerschatten sind
wo der Specht als Feuerrose
in die Aschenwolken fliegt
dort wo ein Meer von Sonnen glüht
hier am wilden Gebirgsbache
wo die Wasseramsel haust
hier im Glanze sommerlicher Schatten
letzter Götter Aufenthalt
flimmern silberfarbene Weiden
eingekleidet in Spinnwebentraum
hier im Wurzelfilz der Bäume
gleich am Ufer zu meiner Seite
schläft die alte Weidenfrau.
hukwa
Sonntag, 21. Juli 2013
Das Moosalbtal früher und heute
Wer
heute das romantische Karlstal bei Trippstadt besucht, dem fällt es
schwer sich vorzustellen, dass diese idyllische Landschaft einmal zum
„Ruhrgebiet“ des Pfälzerwaldes gehörte! Das heutige
Naturschutzgebiet war viele Jahre lang eine Industrielandschaft. Die
Eisenverhüttung beann bereits im Jahre 1727 mit der freiherrlichen
Familie von Hacke.
Seit
1777 zunächst als Temporalbeständer und schließlich ab 1804, im
Zuge der Nationalgüterversteigerung als Eigner, hat die Familie von
Gienanth hier Industriegeschichte geschrieben.
Die
günstigen Grunderwerbsmöglichkeiten während der französischen
Besatzungszeit haben den Gienanths dazu verholfen, fast sämtliche
Teile der pfälzischen Eisenverhüttung (mit Hochstein, Eisenberg,
Altleiningen, Karlstal und Schönau) an sich zu bringen und einen
Großbetrieb mit etwa 1000 Beschäftigten aufzubauen. Für die
damalige Zeit gewiss eine einmalige unternehmerische Leistung im
deutschen Raum. Zweifelsohne waren die Gienanths eine weitsichtige
Unternehmerfamilie. Neben der Eisengewerbe bemühten sie sich auch um
die Verbesserung des Getreideanbaues und um die Viehzucht, hier im
Besonderen um die Schafzucht.
Das
Interesse der Unternehmerfamilie Gienanth an Ackerbau und Viehzucht
stand in Verbindung mit ihren Arbeitern. Mit dem Ziel, der im
Eisengewerbe tätigen Bevölkerung einen Nebenerwerb in der
Landwirtschaft zu geben, dies besonders in Trippstadt.
Werner
Weidmann schreibt in seinem Buch „Streiflichter durch die
Wirtschaftsgeschichte von Stadt und Landkreis Kaiserslautern“:
Dieses landwirtschaftliche Interesse der Familie Gienanth hat
auch im Trippstadter Raum mit dem am späteren Herrenhaus im Karlstal
stationierten „Gut Gienanth“ seine Spuren hinterlassen, hier
besonders mit dem Ziele, der im Eisengewerbe tätigen Bevölkerung
einen krisenfesten landwirtschaftlichen Nebenerwerb zu eröffnen.
Unter
Freiherr von Hacke wurden die Karlstal Werke nach und nach
ausgebaut... mit insgesamt wohl weniger als einem halben Hundert
Beschäftigten, die im allgemeinen in ärmlichen Verhältnissen
lebten. Erbarmungsloser als anderswo hatte der Tod dort Ernte
gehalten. Trostlos beschränkte Behausung, ungesund feuchtkaltes
Klima und pure materielle Not, wenn die Erzzufuhr zu den Werken
ausblieb und die Arbeitslosigkeit einzog, haben die Sterblichkeit
gemehrt, besonders die der Neugeborenen und der jungen Mütter“.
Wir haben hier die realistische Schilderung einer trostlosen
Industrielandschaft und eines Arbeiterghettos.
Unter Gienanth änderte sich diese Situation. Mehrere Holzstege
wurden über den Wasserlauf gebaut, Bänke aufgestellt und ein
Musikpavillon errichtet. Auf einer Anhöhe westlich der Moosalb
errichtete Gienanth die „Amseldelle“, einen kleinen, privaten
Vergnügungspark, der sogar von Fürstlichkeiten aufgesucht wurde. Er
versuchte also die Landschaft zu verschönern und einen Einklang
zwischen der Natur und den Industrieanlagen zu schaffen.
Gienanth war in der Pfalz der führende Kopf von etwa 200 Patrizier
Familien. Nach der Niederlage Napoleons kam die Pfalz zu Bayern. Im
Jahre 1816 beauftragte König Maximilian Josef I. den Hüttenherren
Ludwig Gienanth, als einflussreichsten Bürger der Pfalz, mit der
Durchführung der ersten demokratischen Wahl in der Pfalz. Ein
Wahlausschuss wählte in Kaiserslautern unter seinem Vorsitz den
ersten pfälzischen Bezirkstag (damals Landrat genannt). Er bestand
aus 20 Mitgliedern und stand dem Regierungspräsidenten beratend zu
Seite. Ludwig Gienanth wurde zum Reichsrat der Krone Bayerns ernannt
und später in den erblichen Freiherrenstand erhoben. In den nun
folgenden Jahrzehnten des Friedens wurden alle Werke gründlich
ausgebaut. Alle maschinellen Anlagen wie Gebläse, Hämmer und
Walzwerke wurden durch Wasserkraft betrieben, dazu wurden jeweils
Stauwehre errichtet. Die für die hochöfen notwendige Holzkohle
wurde in den umliegenden Wäldern von Köhlern in Meilern gebrannt
und von Fuhrleuten ins Karlstal gebracht. Dafür wurden Wäldereien
in der ganzen Umgebung aufgekauft. Was natürlich keinesfalls
nachhaltig war! Das Erz wurde in kleinen Gruben gewonnen, vorwiegend
in Erzhütten-Kaiserslautern, Imsbach, aber auch Elmstein und wurde
auf Esel- und Ochsenkarren ins Karlstal gebracht. Hierfür wurde auch
die Karlstalstraße 1856 ausgebaut. Die Hochwege um Trippstadt wurden
mit Sandsteinen gepflastert.
Heute ist das Karlstal eine der schönsten Regionen des
Pfälzerwaldes. Die Natur ist wieder in das romantische Tal
zurückgekehrt. Flurnamen erinnern noch heute daran, dass hier
einstmals Industrie vorhanden war. Heute rauschen wieder die Bäume
auf den bewaldeten Bergrücken, die vor 200 Jahren vollkommen
abgeholzt waren!
Wer heute das Karlstal erwandert, bemerkt bald, dass nur weniges
geblieben ist aus der Zeit der Industrialisierung dieser Landschaft.
Doch wer dem Rauschen der Moosalb und der noch im Tal erhaltenen
Weiher lauscht, kann sich der Zeit erinnern als hier im Karlstal noch
die Hämmer dröhnten und die Hochöfen die Nacht erleuchteten!
Literaturhinweise:
W. Weidmann: Streiflichter durch
die Wirtschaftsgeschichte von Stadt und Landkreis Kaiserslautern.
L. Spuhler: Der Bergbau in der
Pfalz
B. Cloer: Eisengewinnung und
Eisenverarbeitung in der Pfalz
W. rosenberger: Beschreibung
rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke
hukwa
Adolf von Nassau und die Schlacht im pfälzischen Göllheim
Im Trippstatder Eisenhüttenmuseum
findet sich versteckt hinter einem gusseisernen Ofen ein sogenanntes
„Kuckucksei, ein Exponat das mit der Geschichte von Trippstadt in
keiner direkten Verbindung steht.“ Es handelt sich um ein Bild des
römisch – deutschen Königs Adolf von Nassau.
Das Bild zeigt König Adolf (1250 –
1298) gekleidet mit Brustharnisch und weißem Mantel. Auf dem Kopf
trägt er eine eiserne Krone mit Pickelhaube, in seiner Rechten hält
er ein Schwert, in der linken ein Schild mit Adler. Neben seiner
Namensunterschrift steht der lateinische Ausspruch:
„Praestat viv sine pecunia quam
pecunia sine viro“ = Besser ein Mann ohne Geld als Geld ohne Mann.
Das Porträt ist eine idealisierte
Darstellung im Geist des Historismus, gemalt von dem Düsseldorfer
Maler Heinrich Mücke der es 1841 anfertigte.
Adolf von Nassau der von 1292 bis 1298
römisch – deutscher König war ist der erste geistig und
körperlich gesunde Herrscher des Heiligen Römischen Reiches, denn
die Kurfürsten ohne Bannspruch des Papstes absetzten. Für die
damalige Zeit ein ungeheuerlicher Vorgang, schließlich war Adolf
durch Wahl und Krönung nach dem damaligen Zeitgeist durch Gott als
Herrscher erwählt worden. Die Fürsten brachen ihren Eid, in welchem
sie den König die Treue geschworen hatten.
Zur Absetzung des Königs war nur der
Papst befugt und dieser war damals in die Sache überhaupt nicht
eingeweiht.
Adolf von Nassau fiel 1298 bei der
Schlacht im pfälzischen Göllheim.
Am Ortsrand von Göllheim in der
ehemaligen Flur Hasenbühl, erinnert heute eine kleine Kapelle mit
einem Steinkreuz an jene geschichtliche Begebenheit als Adolf von
Nassau dem Gegenkönig Albrecht von Habsburg tapfer kämpfend
unterlag. Das ereignis von Göllheim gilt als eine der letzten
Ritterschlachten des Mittelalters.
hukwa
Das Trippstadter Barockschloss und sein Schlosspark
Wer sich für das Trippstadter Schloss
interessiert wird nicht umhin kommen sich mit jener Epoche zu
beschäftigen in der das Gebäude und sein Park entstanden sind, dem
Barock.
Ein Grundstreben des Barocks war die
Größe. Man spürte aus innerem drang dem unendlich großen und
unendlich Kleinem nach und kam zu neuen Begriffen von der
Unendlichkeit.
Das große Anliegen dieses Zeitalters
war es wie sich der Mensch in diesen ungeahnten Größen behaupten
und einordnen kann.
Bis in die Welt der Atome drang das
unersättliche Forschen der damaligen Naturwissenschaftler,Künstler
und Baumeister vor. Es bohrte nach einem gemeinsamen für Gott und
Welt. Der Sinn der bewegten Zeit verlangte, alles in Kraft und
Bewegung aufzulösen, selbst die Materie.
Der Barock erstrebte Einheit und weite
der Welt, großlinige, alles umfassende und durchgehende Harmonie
alles Seienden. In diesem Sinn kann man das Trippstadter Schloss und
sein Park auch als Gesamtkunstwerk ansehen. Es gehört zu den wenigen
guterhaltenen pfälzischen Profanbauten und wichtigeren Baudenkmälern
aus der Zeit der politischen Kleinstaaterei Deutschlands vor Ausbruch
der französischen Revolution. Es wurde 1766 erbaut und bereits 1767
fertiggestellt.
Bauherr war der damalige kurpfälzische
Oberstjägermeister und Inhaber der Herrschaft Wilenstein,
Franz Karl Joseph Freiherr von Hacke
(gest. 1780). Dessen Vater, Ludwig Anton Frh. v. Hacke (1682 –
1752), war 1716 in kurpfälzische Dienste getreten und wurde von
Kurfürst Johann Wilhelm mit dem Falkensteiner Anteil des Amtes
Wilenstein (so benannt nach der alten Burg Wilenstein in Trippstadt)
belehnt. Als kurpfälzischer Oberstjägermeister erwarb er 1719
käuflich auch den Flörsheimer Anteil der lange Jahrhunderte
hindurch zweiherrigen Herrschaft Wilenstein hinzu. Insgesamt umfasste
dieses Amt damals den Hauptort Trippstadt, Stelzenberg und Mölschbach
samt umliegenden Gehöften und Wäldern sowie die Wilensteiner Mühle
(heute Klugsche Mühle im Karlstal). Hacke verfügte somit über
einen Herrschaftsbereich von ungefähr 55qkm. 1728 gründete Ludwig
Anton von Hacke im Karlstal die Eisenhüttenwerke, an die heute noch
die Benennungen
Ober-, Mittlerer- und Unterhammer
erinnern. Seit 1731 wurden dort u.a. Ofenplatten gegossen.
Die dazu nötige Energie die er für
seine Eisenwerke benötigte Holz, Wasser und Erz bezog Hacke mit
Ausnahme des Erzes aus der Umgebung von Trippstadt. Das Erz kam zu
einem Großteil von Erzhütten- Wiesenthalerhof. Hacke wurde somit
indirekt auch Gründer der ältesten Stadtrandsiedlung von
Kaiserslautern, der ehemaligen Reichswaldenklave Erzhütten –
Wiesenthalerhof.
1750 zog sich von Hacke von seinem Amt
als Leiter des gesamten kurpfälzischen Forst und Jagdwesens zurück.
Er starb 1752 und wurde in der noch von ihm gestifteten und von
seinem Sohn Franz Karl Joseph 1752 / 54 erbauten katholischen
Pfarrkirche St. Joseph in Trippstadt beigesetzt. Franz Karl Joseph
von Hacke folgte seinem Vater nicht nur in der Herrschaft Wilenstein,
sondern auch im Amt des kurpfälzischen Oberstjägermeisters nach.
Besondere Verdienste erwarb er sich durch seine Bemühungen um die
Pflege des Waldes. Auf ihn geht die Einführung für einige zuvor im
Pfälzerwald nicht vorkommende Nadelhölzer zurück so der Lärche,
der Weymoutskiefer, der Fichte und der Weißtanne. Versuche mit
diesen Pflanzungen hatte er zuerst in seinem Trippstadter Forstbezirk
unternommen. So pflanzte er auch Maulbeerbäume an um
Seidenraupenzucht zu betreiben, was aber bei unserem Klima nicht
gelingen wollte. Für seine erfolgreiche forstdienstliche Tätigkeiten
wurde ihm im Karlstal ein Denkmal gesetzt.
„Die Weymoutskiefer und die Lärche
führte Hacke mit großem Erfolg im Pfälzerwald ein.
Die aus Nordamerika als Zierbaum nach
Europa gekommene Weißkiefer oder Tannenfichte (Pinius strobus) ließ
der englische Lord Weymouth zuerst auf seinen Besitzungen im Größeren
anbauen, etwa im ersten Drittel des achtzehnten Jahrhunderts- die
älteste Beschreibung dieses raschwüchsigen, mehr Tannen- als
Kiefernart zeigenden dekorativen Nadelholzes stammt aus dem Jahre
1700“, schreibt Johann Keiper in seinem Artikel über das
Trippstadter Schloss.
Das 48m lange zweistöckige
Schlossgebäude ist im Barockstil mit vollständiger Hausteinfassade
aufgeführt,, der Sockel ist mit gehauenen Sandsteinquadern
hergestellt und mit Bruchsteinen hinter mauert. Die Fenster- und
Türeinfassungen sowie die Gurtgesimse bestehen aus profilierten
gehauenen Steinen von gelblicher Farbe. Nach Keiper stammt das
Steinmaterial aus dem das Schloss errichtet ist aus den Steinbrüchen
der Umgebung von Trippstadt. Wahrscheinlich wurde das Schloss von dem
Pfalz – Zweibrückischen Architekten und Ingenieur Siegmund Jacob
Haecker erbaut. Das Innere des Gebäudes ist heute um einiges
umgestaltet. Ursprünglich befanden sich im Erdgeschoss der Große
Salon, Vorzimmer, Schlafzimmer, Flur, Gesindezimmer, Kabinette,
Staatszimmer, Speisesaal, Garderobe, Gang und große Treppe. Im
Obergeschoss befanden sich ebenfalls ein Salon, Rastplätze,
Kabinette, Schlafzimmer, Garderoben, Gang und große Treppe.
Vorratsraum und große Küche waren im ausgedehnten Souterrain
untergebracht.
In den Giebelfeldern sind Reliefs
angebracht. Auf der Rückseite, dem Schlossgarten zugewandt, ist in
einer Muschel das Auge Gottes dargestellt. Die vordere Seite zeigt
das Wappen der Hacke.
Von dem alten im französischen Stil
angelegten Park, ist nichts mehr erhalten. Die Brunnenschale ist eine
Neuschaffung, aber der Trippstadter Schlosspark ist auch in seinem
„neuzeitlichen Stil“ eine
meditative Oase in unserer heutigen
hektischen Welt. An Schloss und Garten fügte sich noch ein „weiterer
Park“ an, der sich bis zum Karlstal hin erstreckte. Dieser wurde
von dem bekannten Gartenarchitekten Friedrich Ludwig Sckell (1750 –
1823) geplant, er war lange Zeit Hofgärtner im Schlosspark von
Schwetzingen.
Im April des Jahres 1776 ließ Hacke
auf dem Dach seines Schlosses den ersten der von dem Horbach
stammenden Physiker und Meteorologen Johann Jacob Hemmer (1733 –
1790) entwickelten Blitzableiter, den damals sogenannten Fünfspitz,
anbringen. Diese Blitzschutzanlage wurde im Juli 1794 während der
Kämpfe zwischen preußischen und französischen Truppen zerstört,
als der Westflügel des Schlosses durch Geschützfeuer stark
beschädigt wurde.
Bereits 1793 flüchtete die Familie von
Hacke vor der französischen Revolutionsarmee nach Mannheim.
Im Jahre 1804 kauft Ludwig Gienanth die
Besitzungen von K.Th von Hacke.
Ein neues Zeitalter beginnt.
hukwa
Abonnieren
Posts (Atom)