Einst lebte der Mensch, ein Leben mit der Natur, vor allem aus der Natur. heute führt der Mensch ein Leben gegen die Natur!
Es ist an der Zeit dieses Verhältnis wieder zu unseren Gunsten zu verändern in dem wir zu jenem uralten Kreislauf Natur zurückkehren.
Wir müssen einfach wieder lernen das die Natur in ihrer Gesamtstruktur zyklisch ist und das dies ein fundamentales geistiges Prinzip darstellt dass auch in uns wirkt.
hukwa
Mittwoch, 29. Mai 2013
Sonntag, 26. Mai 2013
Die Magie des Wanderns
Meditatives
Wandern ist nichts anderes als Meditation im Gehen. Diese Technik ist
nicht modern, sondern eigentlich schon recht alt. Die Zen Mönche
Japans benutzten dafür den Ausdruck Kinhin und die Taoisten
im alten China gebrauchten die Wörter WuWei dafür, was in
etwas bedeutet – „Kein Handeln wider die Natur“. Ein
buddhistischer Mönch sagte einmal: „das wahre Wunder besteht nicht
darin, auf dem Wasser zu wandeln, sondern auf der Erde zu gehen“.
Ich
habe meditatives Wandern viele Jahre geübt bevor ich mir erlaubte
diese Technik an andere weiter zu geben! Und ich muss gestehen, ich
übe immer noch!
Die
meisten Menschen wissen gar nicht, dass sie viel mehr laufen als sie
selbst annehmen, weil sie einfach nicht bewusst gehen!
Was
ist also der Schwerpunkt beim meditativen Wandern?
Es ist
unsere Aufmerksamkeit. Wenn unser Schwerpunkt in unserem Kopf liegt,
dann schweifen wir ab. Wir sind nicht wachsam, nicht voll
konzentriert auf den Augenblick! Verlagern wir unseren Schwerpunkt
auf den Bauch, fällt er zusammen mit unserem körperlichen und
unserem geistigen Schwerpunkt. Dann fällt unser Tun mit unseren
Gedanken in einem Punkt zusammen. Dann leben wir im Moment, im
momentanen Schritt.
Wie
verlagere ich nun meinen Schwerpunkt?
Der
menschliche Organismus lebt in einem natürlichen Spannungsbogen.
Nach der Anspannung folgt die Entspannung, die Regenerierung und
Erholung. Dieser natürliche Spannungsbogen ist bei vielen Menschen
gestört, sie bleiben im Spannungsbereich, in einer Dauerspannung.
Die notwendige Erholung und Regeneration des Organismus, die zu einem
ausgeglichenen Leben gehört, ist nicht mehr ausreichend gesichert.
Der Mensch gerät dann aus seinem „Gleichgewicht“.
Körper,
Geist und Seele stehen in keinem ausgewogenen Verhältnis mehr. Der
Mensch funktioniert mehr, als das er lebt. Psyche (Seele) und Soma
(Körper) sind eine untrennbare Einheit, die wechselseitig
aufeinander reagiert.
Während
des meditativen Wanderns passiert es fast „automatisch“, dass ich
meinen Schwerpunkt verlagere, also das Psyche und Soma eine Einheit
bilden. Ist dieser Augenblick eingetreten laufen wir regelrecht in
eine spontane Ganzheit von Fühlen und Denken hinein, wir sind jetzt
eins mit uns und der uns umgebenden Landschaft.
Das
Ziel des meditativen Wanderns ist es also, einen Ruhepunkt in uns zu
finden. In einer Gesellschaft, die ihr höchstes Ziel in einer
übersteigerten Leistungserbringung sieht, die auf Kosten
individueller Selbstverwirklichung geht, in der Konkurrenzdenken das
Klima zwischen den Menschen bestimmt, kann das Individuum krank
werden und damit eine ganze Gesellschaft. Übersteigertes
Leistungsstreben, mitleidloses Konkurrenzverhalten, entfremdete
Arbeit, gesundheitsgefährdende Arbeitsplatzsituationen, Zerstörung
der Umwelt sind wahrlich keine Bedingungen für ein ganzheitliches
Leben. Hier kann Meditation oder meditatives Wandern zu einer
spirituellen Quelle der Harmonie werden.
Das
Rezept des meditativen Wanderns:
Meditatives
Wandern führt den Menschen also zur Ganzheit. Das Rezept ist die
Übung. Meditatives Wandern führt den Menschen auch ins unbekannte
Land der eigenen Seele. Christian Morgenstern schrieb einmal in sein
Tagebuch: „Ich bin wie eine Brieftaube, die man vom Urquell der
Dinge in ein fernes, fremdes Land getragen und dort freigelassen hat.
Sie trachtet ihr ganzes Leben nach der einstigen Heimat, ruhlos
durchmisst sie das Land nach allen Seiten. Und oft fällt sie zu
Boden in ihrer großen Müdigkeit, und man kommt, hebt sie auf und
pflegt sie und will sie ans Haus gewöhnen. Aber sobald sie die
Flügel nur wieder fühlt, fliegt sie von neuem fort, auf die einzige
Fahrt, die ihrer Sehnsucht genügt, die unvermeidliche Suche nach dem
Ort ihres Ursprungs.“
Aus
ähnlichem mysteriösen Inneren Drang gehen Menschen heute wieder auf
Pilgerfahrten. Etwas zieht sie in seinen Bann. Sie möchten nicht zu
Hause bleiben, obwohl die Kirche gleich nebenan ist. Sie suchen ein
Heiligtum in weiter Ferne. Beim meditativen Wandern ist dieses
Heiligtum allerdings nicht in der Ferne es befindet sich in unserem
Innersten und wir finden es vor allem in der Natur die wir
durchwandern.
hukwa
Mittwoch, 22. Mai 2013
Vom alten Wegerecht im Pfälzerwald
Im Heimatjahrbuch des Landkreises
Kaiserslautern von 1984 beschreibt Lothar Keller den „Landauer Weg“
in Trippstadt als eine alte Verkehrsverbindung die von Landau über
Albersweiler, Eußertal, Hochstett, „Tribstatt“ und „Hohneck“
nach „Kayserslautern“ führte. Keller bezieht sich in seinem
Artikel auf Daniel Häberle der eine „Geleitstraße“ beschrieb
die von der „Vorderpfalz direkt über die Höhen des Pfälzerwalds
führte und nach dem Landauer Vertrag von 1612 diese von Germersheim
durch Albersweiler auf Eußertal und Lautern zog“.
„Diese alte Straßenverbindung hat
sich zwischen Eußertal und Johanniskreuz in Richtung Kaiserslautern,
in ihrer Führung nochmals geändert, zumal man erst im späten
Mittelalter Verkehrswege von den Höhen auch in die Täler verlegte“.
Was mich besonders an diesem Artikel
interessiert hat war das Wort „Geleitstraße“. Denn: Wo eine
Geleitstraße war, musste es auch ein Geleitrecht gegeben haben. Was
ein solches Geleitrecht war darauf möchte ich hier ein wenig näher
eingehen.
Ein Teil dieser mittelalterlichen
Geleitstraßen ist zweifelsohne römischen Ursprungs. Es waren die
Römer die große Heer- und Handelsstraßen anlegten. Aber im
Mittelalter wurden auch neue Straßen angelegt.
Im hohen Mittelalter war das
Geleitrecht Regalie, die aber im Spätmittelalter sich mehr und mehr
von der sich bildenden Landesherrschaft in Anspruch genommen wurde,
teils durch Übertragung als Lehen, teils aus eigenem Recht
wahrgenommen. Durch das Statum in favorem principum – Statut zu
Gunsten der Fürsten – wurde 1231 das Geleitrecht durch den König
den Fürsten in Ihrem eigenen Territorium als Recht zugestanden.
Gleichwohl kam es immer wieder zu Streiten, wem den ein konkretes
Geleitrecht zustehe. Mit dem Reichstagsabschied von 1548, wurde das
Geleitrecht den Landesherren endgültig übertragen, sie aber auch
verpflichtet, die Sicherheit in ihrem Territorium zu gewährleisten.
Das Geleitrecht war natürlich ein gutes Einkommen für die
Landesherren, Straßen waren im Mittelalter also bares Geld wert.
Um die Verwaltungsmittelpunkte
Kaiserslautern und Burg Trifels zu sichern wurden im 12/13 Jh.
zahlreiche Reichsburgen erbaut. Diese Burgen mussten durch ein Weg-
und Straßennetz miteinander verbunden werden. Diese Reichsburgen
darunter Hohenecken, Wilenstein, Beilstein und Frankenstein in
unserem Raum dienten neben militärischen Zwecken auch
Verwaltungsaufgaben und wurden zu Zentren für die Anlage von neuen
Siedlungen und Klöstern. Es war die große zeit der Burgenpolitik.
Diese war ja nichts anderes als Macht und Herrschaftspolitik. Von
jeder Burg aus sollte Herrschaft durchgesetzt werden. Die Anlage
einer Burg bedeutete Fuß fassen einer Herrschaft oder Dynastie.
Deshalb ist Burgenpolitik auch ein wesentliches Element beim
Entstehen der Staatlichkeit im hohen und späten Mittelalter gewesen.
Die Entstehung und Durchsetzung der Landesherrschaft und deren Ausbau
zur Territorialhoheit sind untrennbar mit der Burgenpolitik
verbunden. Die Träger dieser Burgenpolitik waren König, weltliche
und geistliche Fürsten, geistliche Orden, Vasallen, Ministeralien
und Burgmannen.
Die wichtigste Verbindung der Burgen
und Klöster untereinander waren die wege und Straßen. Diese
unterlagen wiederum besonderen Gesetzen und Rechten, nämlich dem
Geleitrecht.
Beim Geleitrecht unterscheidet man ein
„allgemeines Geleit“ welches einen jeden vor Unsicherheit und
Schaden beschützt, und ein besonderes, welches wenn große Herren
durch ein Land reisen ausgeübt wird. Zu den letzteren rechnete man
auch das Geleit der Goldenen Bulle von 1536: zu dem alle Stände
verpflichtet waren, in dem sie „nemlich die Churfürsten oder ihre
Gesandten wann sie nach der Kaiserlichen Wahlstatt reisen“, um dort
bei der Königswahl zugegen zu sein, schützten. Wichtiger allerdings
war das allgemeine Geleit. Es „erstreckte sich selbiges auf alle
Reisende, die es benöthigen“.
Durch das Gebiet unseres Landkreises,
zieht die bedeutende West – Ost Verkehrsader, die schon im
Mittelalter als „strata regia“ bekannt war. Diese Straße mit
ihren Endpunkten in Metz und Mainz besaß als Heer- und Handelsstraße
eine wichtige überregionale Bedeutung. Was schon daraus hervorgeht
das allein im Zeitraum eines halben Jahrhunderts an dieser Straße in
einem Abschnitt von knapp 60 Kilometern drei Klosterniederlassungen
mit Hospitälern gegründet wurden, die für die Reisenden und Pilger
zu sorgen hatten. So übertrugen 1212 die Grafen von Saarwerden dem
Kloster Werschweiler ein Hospital in Vogelbach.
Das Geleitrecht in unserem Gebiet, vor
allem im Oberamt Lautern oblag vor allem den Herren von Hohenecken,
deren Bedeutung man nicht unterschätzen darf. Dieses Geschlecht
stellte nicht nur auf Jahrzehnte die Schultheißen von Lautern
sondern hatte auch für einige Zeit die Verwaltung des Trifels und
somit der Reichskleinodien unter sich. Auch die Grafen von Leiningen
hatten ein Teil des Geleitrechts unter sich.
Aus dem Jahre 1738, knapp 60 Jahre vor
dem Ende des Geleitwesens überhaupt ist eine „Bestandsaufnahme“
des Geleits im Oberamt Lautern erhalten. Dieser Bericht gehört zu
einer umfangreichen Zusammenstellung aller Geleitsgerechtsamen im
gesamten kurpfälzischen Territorium. Die einzelnen Oberämter wurden
in einem Schreiben vom 24. Mai 1738 von der Regierung i8n Mannheim
aufgefordert, „besondere Protocolle... über alle vnd gelaiths auf
– vnd abführungen...mit anmerkungen... von dem Gelaiths Directore
vndt Reuthern... ad Registraturam Satrapialem“ zu hinterlegen.
Da ich bisher über das Geleitrecht im
Mittelalter nur sporadisch fündig geworden bin gebe ich einmal
wieder was das im Jahre 1735 erschienene „Universallexikon aller
Wissenschaften und Künste“ von Johann Heinrich Zedler berichtet,
schließlich ist dies ein zeitgenössischer Bericht über das Geleit.
Dieses Werk beschäftigt sich eingehend mit allen „Staats-,
Kriegs-, Rechts-, Polizey- und Haushaltungsgeschäften des Adels und
Bürgerlichen Standes“. Zedler versteht unter Geleit „alles das
was die hohe Landes Obrigkeit zu sicherer und bequemer Geleitung der
im Lande Reisenden, sonderlich aber deren Handelsleute verordnen und
schaffen muss, es geschehe nun mit Beschützung derer Straßen vor
Raubung und Plackerey oder mit Erhaltung derer Straßen selbst, derer
Brücke, derer Dämme..., dass man darauf mit Fahren und
Wandeln...fortkommen kann.
Es gab auch Personen denen man kein
Geleitrecht zusagte. Dazu gehören nach Zedler:
- die Landfahrer, Marck – Schreier, Singer und Reimensprecher, die sich der Artzney unterstehen und die mit keinem Grund gelernet.
- Welche im gemeinen Frieden im Reich Teutscher Nation in Religion und Profan Sachen brechen.
- Mörder, Straßen und Seeräuber.
- Zottirer (= Herumschlenderer), Herrenlose Knechte und Landläuffer.
- Starcke, gesunde und müßige Bettler.
- Die Zigeiner.
- Verlauffene Unterthanen.
- Müntzfälscher und deren Verhehler.
- Offenbare Feinde, Verräthrt, Kundschaffter und überläuffer, besonders wenn sie dem Türcken und anderen Reichsfeinden beyrätihg sind.
- Die Banniten (sic!) und Achter des Reichs.
Die Grenzen der Geleitstraßen sollten
besonders gekennzeichnet sein, wie Zedler angibt. Geleitsteine
„woraus zu sehen, wie weit solche Herrlichkeit (= Geleitrecht der
Fürsten) gehet“, sollten von den benachbarten Geleitsherren
gemeinsam gesetzt werden. Es waren dies meist „gewöhnliche
steinerne Creutze, daran des Geleits – Herren Wappen samt der
Jahreszahl und das Wort Geleit gehauen wird. Bisweilen setzte man in
die Geleitsgränzen hohe Steine oder steinerne Säulen oder höltzerne
Bild – Stöcke“. Im Oberamt Lautern wird ein solcher
„Gräntzstein“ auf der Strasse von Alsenborn im Göllheimer Wald
an der Nassau – Weilburgischen Territoriumsgrenze erwähnt, während
zur Herrschaft Sickingen „ein Brückel bei Kinschbach“ die
Geleitsgrenze bildete.
So kündet in Johanniskreuz das „Herr
Johannes Kreuz“ von 1273 das die Wappen der Ritter von Hohenecken
und Wilenstein trägt vom mittelalterlichen Geleitsrecht: Die
Hohenecker hatten das einträgliche Straßengeleitsrecht hier inne,
während die Wilensteiner hier Besitzungen hatten. Dieser Stein war
Grenzstein und Geleitstein zugleich, auch kann man davon ausgehen
dass viele sogenannter „Sühnekreuze“ eigentlich Geleitsteine
sind. Wir werden noch anhand einiger Urkunden erfahren wie wichtig
und ausführlich das Geleitrecht in unserer Region ausgeführt wurde.
Das Geleit selbst konnte auf zweierlei
Arten ausgeführt werden. Das sogenannte „schriftliche Geleit“
wurde Reisenden während des ganzen Jahres erteilt, indem man ihnen
einen „Geleitbrief“ ausstellte, der ihnen das Recht gab, durch
das Land „mit Sicherheit zu reisen“. In den Zeiten der Franfurter
Messe wurde den Kaufleuten das „lebendige oder persönliche Geleit“
durch herrschaftliche Diener gegeben. Die Stärke dieser
Geleitmannschaften war zu gewissen Zeiten recht unterschiedlich.
Waren es im Normalfall nur einige, meist berittene Mann, zu denen
oftmals ein Trompeter gehörte, so erreichte ihre Zahl bei Unruhen
und „Kriegsläufften“ manchmal die Hunderte grenze. Vor der
Aufführung des Geleits musste der Geleitsherr dafür sorgen, dass
die Straßen „vor Rauberey und Plagerey“ geschützt waren.
Berittene Streifen mussten versuchen, die Gegenden der Geleitstraßen
von Gesindel und Räubern zu säubern. Bei Überfällen wurden die
Untertanen der umliegenden Dörfer durch Glockenläuten
zusammengerufen, um die Sicherheit wieder herzustellen und die Räuber
zu verfolgen. Von solchen Aktionen berichten die kurpfälzischen
Akten des 17. und 18. Jahrhunderts mehrfach, denn der Geleitsherr
musste für Verluste, die dem Reisenden unter seinem Geleit
zustießen, Schadensersatz leisten. So unterbreitete im Jahr 1780 das
Oberamt Oppenheim der Regierung in Mannheim den Vorschlag, ein
Wäldchen, das Räubern immer wieder Unterschlupf bot, niederhauen zu
lassen, um damit eine größere Sicherheit für die Geleitsführung
zu erreichen.
Einem Bericht des Lauterer Oberamtes
vom 11. Juni 1738 von den kurfürstlichen Beamten heyler und Diel
nach Mannheim abgeschickt über die Geleitstrecke zur Frankfurter
Fasten- und Herbstmesse entnehmen wir...“bishero exercirt worden
seyen“, heißt es hier, dass „über das auf- und abführende
Geleit jedesmahl besondere protocolla“ geführt werden mussten.
Diese wurden nach dem Ende der Meßzeiten vom Geleitsdirektor
unterschrieben und „ad registraturam Satrapialem“ geschickt und
dort hinterlegt.
Die eigentliche Geleitstraße in
unserem kurfürstlichen Oberamt ist die alte „strata regia“, die
heutige Kaiserstraße. Sie begann am „Brückel hinder dem
Sickingschen Dorff Kinschbach“. Hier wurden die Kaufleute und
andere Reisende „von hochfreyherrlicher Sickingscher seithen“
übergeben, die sie ihrerseits an der westlichen Grenze des eigenen
Territoriums von Pfalz – Zweibrücken empfangen hatten. Die
Aufnahme in das kurpfälzische Geleit geschah unter der Vornahme
bestimmter Zeremonien, wie uns aus den Berichten anderer Oberämter
mitgeteilt ist, im Oberamt Lautern aber verschwiegen sind wohl weil
man sie als Selbstverständlichkeit ansah. Das wichtigste aber war
die Bezahlung einer bestimmten Summe, deren Höhe sich nach der
Anzahl der Personen, nach ihrem mitgebrachten Handelsgut und nach der
Art ihres „Verkehrsmittels“ richtete. Dieses Geleitsgeld ist
nicht mit dem Zoll gleichzusetzen, es ist allerdings zu erwähnen,
dass im 18. Jahrhundert der Unterschied zwischen beiden Abgaben
oftmals unkenntlich wird und man vielfach von einem „Geleitzoll“
spricht.
Von der Brücke bei Kindsbach zieht die
Kaufmannschaft unter dem Schutz der Geleitreiter nach Einsiedeln
(Einsiedlerhof – Kaiserslautern). Auffallender Weise heißt es nun
in der Beschreibung: „durch Einsiedel reitet man unten über den
Damm nachher Ramstein vdn von dannen durch Kübelberg und so weiter
forth biß an die Zweibrückischen Gräntzen zwischen Kübelberg und
Waldmohr, allwo zwarn das Pfaltz – Zweybrücksche geleith nie
erschienen. Nach solchem reuthet man auf Alßenborn und von dar
weiters bis in die helft des gellheimer waldts zum Gräntzstein,...
zurück durch Alßenborn und Lautern biß ahn das Brückel bey
Kinschbach,, allwo den hochfreyherrlich sickingschen daß wider
abführende geleith überlieffert wird. Anschließend ziehen die
Geleitsmänner erneut durch Einsiedeln und von dort über den Damm
nach Ramstein und Kübelberg, biß auf die Zweibrückische Gräntzen
onweit Kübeberg, womit sich dan das geleith endigt“. Es ist nicht
sonderlich schwer zu erraten, warum dieser Umweg von Einsiedeln nach
Waldmohr benutzt wurde. Man wollte damit das Sickingsche Territorium
„umbfahren“, um so wohl die Einnahmen des dortigen Geleits zu
schmälern. Auf alten Karten ist dieser Weg noch eingetragen.
Eine bemerkenswerte Lauterer
Einrichtung wird uns in dem Geleitsbericht noch überliefert. Nähert
sich der Geleitsreiter des Oberamtes Lautern der Deutsch Orden
Einsiedel, dann erhielten sie ein „Imbs vnd vor die Pferdt ein
halbes Malter Habern“. Die Deutsch Ordens Knechte mussten ihnen die
Tore öffnen nachdem die „Geleitesreuther zuforderst ein
pistohlschuß“ abgefeuert hatten. Dieser Brauch beruhte auf einer
alten Gerechtsame, die auf die Aufgabe der Deutschherren, Pilger und
Reisende zu unterstützen, hinweist.
Im Lauterer Urkundenbuch herausgegeben
von Martin Dolch und Michael Münch finden sich einige Urkunden über
das Geleitrecht, Geleitbrief, Geleitschutz und Geleitgeld, eine davon
sei hier wiedergegeben:
Lautern den 24. August 1334 (also ein
Jahr nach dem Landfrieden von Kaiserslautern)
Die Brüder Simon (II.) und Eberhard
(II.), Grafen von Zweibrücken und Herren zu Bitsch, verbinden sich
Baldewin, Erzbischof von Trier und Pfleger der Stifte Mainz und
Speyer, auf dessen Lebenszeit zu Hilfe und Dienst gegenüber
jedermann, soweit es ihre Ehre zulässt, mit acht wohl bewaffneten
Reitern, auf seine Kosten und gegen Schadenersatz. Bei
Auseinandersetzungen mit Untertanen des Erzbischofs werden sie ihr
Recht nur in einem Gericht aus ebenbürtigen Lehensmannen Baldewinns
suchen. Sie werden nichts zum Schaden des Erzbischofs und der Seinen
unternehmen und die Landstraßen und die Kaufleute schützen. Sie
haben den gemeinen Landfrieden zu Lautern beschworen und wollen mit
einem Kontigent von 10 Bewaffneten zu seiner Durchsetzung beitragen.
Siegler: die Aussteller.
hukwa
Literaturverzeichnis:
Gebhard Weig: Das ius conducendi der
Bischöfe zu Würzburg. Eine Studie zur Rechtsstruktur, politischer
Funktion und Organisation des Geleitrechres. Würzburg 1970.
A. Neubauer: Regesten des Klosters
Werschweiler. Speyer 1911 Nr. 28, 29
K. Schwingel: Die Bedeutung der Straße
Metz – Mainz im Nassau – Saarbrückischen Reichsgeleit. In
Geschichte und Landeskunde 1960.
Kurt Andermann: Ritter – Edelknechte
– Amtleute Pfälzer Heimat 1985 Heft 1.
Karl Bosl: Die Reichsministerilität
der Salier und Staufer...Wiesbaden 1978.
Ludwig Hans: Burgenpolitik und
Herrschaft, untersucht an ostpfälzischen Beispielen des 13.
Jahrhunderts. Pfälzer Heimat Heft 1. 1984
Rudolf Fendler: Über das kurpfälzische
Geleitwesen im Oberamt Lautern. Heimatkalender des Landkreises KL.
1966.
Hubert Zintl: Johanniskreuz- Eine
Forst- und Waldgeschichte 2006.
Das Trippstadter Schindelhaus
Holzschindeln gehören zu
den ältesten und traditionsreichsten Baustoffen überhaupt. Schon
bei den ersten Besiedelungen der waldreichen Gebiete Europas wurden
gespaltene Holzschindeln zur Dacheindeckung verwendet. Da es noch
keine Möglichkeit zur Befestigung gab, wurden die Schindeln auf die
Dachkonstruktion gelegt und mit Latten und Steinen beschwert.
Legschindeln wurden solche Holzschindeln genannt, die um einiges
größer waren als die herkömmliche Wand- und Dachschindeln. Diese
Schindelart wird heute noch in den Alpen verlegt.
Erst im Zeitalter der
Industrialisierung bot sich durch die industrielle Herstellung von
Nägeln vermehrt die Möglichkeit, Schindeln auch als Wandverkleidung
zu verwenden. Zu dieser Zeit entstanden die verschiedensten
Schindelformen.
Holzschindeln wurden
damals ausschließlich mit der Hand gespalten. Der Grund war einfach
der, dass durch Handspaltung die Faser des Holzes nicht so stark
verletzt wurde und die Schindeln somit eine weitaus längere
Lebensdauer hatten.
Noch heute können wir in
Trippstadt an verschiedenen Häusern alte Holschindeln sehen, meist
direkt am Giebel. Bei ganz wenigen Häusern ist die halbe Hausseite
verschindelt, bei einem Haus sogar (Hauptstrasse Nr. 42….) eine
ganze Seitenwand. Bei diesem Anwesen dürfte es sich um die älteste
Holzschindelverkleidung im Pfälzerwald handeln.
Dass einst die meisten
Häuser in Trippstadt mit Wandschindeln verkleidet waren, können wir
in zahlreichen Büchern und alten Fotos überprüfen.
So schreibt Alfred Hans
Kuby in „die protestantische Kirche in Trippstadt“…“während
die Südwestwand nach Art der Gegend mit Holzschindeln verkleidet
war…“. Wahrscheinlich war die protestantische Kirche die
einzige Kirche die in Trippstadt, zum Teil, Wandschindeln hatte. Die
katholische Kirche war nicht verschindelt auch die kleine Kapelle im
Neuhöfertal nicht. Als dort im 18. Jh. das Nachbarhaus niederbrannte
schmolz nur die Glocke, die Kapelle trug keine Brandschäden davon.
Wären an ihren Außenwänden Schindeln gewesen, hätte das Feuer
sich darauf übertragen.
August Becker berichtet
uns in „Die Pfalz und die Pfälzer“ über seinen ersten Eindruck
von Trippstadt. Er spricht von „grauen Brettern“, mit denen die
Häuser verkleidet waren. Bei diesen Brettern handelt es sich um
sogenannte „Wetterbretter“. In großen Teilen Deutschlands waren
einst die Wetterseiten der Kirchen mit Holzbrettern verschalt.
Aber auch die ärmere
Bevölkerung, die sich keine Holzschindeln leisten konnte, verschalte
ihre Häuser mit Brettern. Dabei handelte es sich meist um sogenannte
„Schwartenbretter“ also Erstabschnitte von Holzstämmen die
günstig von Sägewerken verkauft wurden.
Obwohl Trippstadt von
riesigen Waldungen umgeben war und ist, war das Holz sehr teuer da
das meiste eingeschlagene Holz zur Herstellung von Holzkohle
verwendet wurde, die dringend in der Trippstadter Eisenverhüttung
benötigt wurde. Man verwendete zur Schindelherstellung damals
vorwiegend sogenanntes Stockholz, also die untersten Abschnitte der
Stämme die von den Schindelmachern aufgekauft wurden und mit denen
sie in mühseliger Heimarbeit Holschindeln herstellten.
Es ist uns ein
„Schindelunternehmer“ aus Trippstadt bekannt.
Johann Kallenbach geboren
1853, finden wir im Kaiserslauterer Gewerberegister von 1875 als
Schindelmacher eingetragen. Er wohnte im „Häusje“ am Ertl.
Da in Trippstadt einige
Schweizer Einwanderer ein neues Zuhause gefunden hatten ist nicht
auszuschließen, dass es vor allem diese Zuwanderer waren, die im
Nebengewerbe Schindeln herstellten.
Eine weitere Trippstadter
Schindelmacher Familie war die Familie Bornträger, Friedrich
Bornträger geb. 1805 in Trippstadt und Gustav Bornträger geb. 1834
in Trippstadt waren beide Schindelmacher.
Den wohl ältesten
Nachweis über die Schindelproduktion in Trippstadt fand ich in den
Rechnungsbüchern des Amtes Wilenstein von 1633.
1633 wurde auf Wilenstein
nochmals ein größerer Bau errichtet. Ob es ein völliger Neubau war
oder ob man einen alten Wohnbau abgerissen hatte und wieder neu
aufführte, geht aus der Rechnung nicht hervor. Es war jedenfalls ein
Fachwerkbau, denn der Zimmermann Jakob Decker aus Heltersberg hatte,
den Lohnzahlungen nach zu urteilen, die meiste Arbeit. Das Holz wurde
in den herrschaftlichen Wäldern geschlagen.: „1 Gulden 7 ½ Batzen
seint verzehrt worden, alß das gehöltz zum Hauß Wilenstein ist
gefelt (gefällt) worden“. Als der Akkord mit dem Zimmermann
getroffen wurde, erhielt er 7 ½ Batzen zu „Weinkauff“. Später
wurden ihm 13 Batzen bezahlt, „alß der Wercksatz zum hauß gelegt,
den Zimmerleuthen vor zehrung“….
Der Dachdecker Reinhard
Kraft aus Queidersbach erhielt 24 Gulden für seine Arbeit. … Als
dann die letzte Schindel angenagelt war, erhielt „gerührter
Schindeldecker“ 7 Batzen zu Spitzwein… Die Maurerarbeit wurde an
den Trippstadter Steinmetz Martin Drexler vergeben.
Die 48 000 Schindelnägel
bezog man aber nicht im nahen Kaiserslautern, sie wurden in
Eischweiler (Thaleischweiler) gekauft; ebenso die Lattennägel. Erst
als diese nicht mehr ausreichten, kaufte man weitere 800 bei einem
Nagelschmied in Kaiserslautern.
Ein historisch besonders
wertvolles Foto schickte mir Fridolin Heintz aus Elmstein zu. Es
zeigt ein Haus in Appenthal das nicht nur mit Holschindeln verkleidet
ist, sondern auch eine Dachdeckung (3lagig) mit Holzschindeln hat.
Das in der Pfalz auch Dächer mit Holzschindeln gedeckt wurden,
darüber konnte ich bisher keine Nachweise finden. Durch dieses Foto
kann man nun davon ausgehen dass in der Region des Pfälzerwaldes,
einige Häuser mit Holschindeln gedeckt waren.
Wenn man sich mit
Holzschindeln, ihrer Herstellung und Produktion beschäftigt, ist es
insgesamt wichtig auch einen Blick auf den Fachwerkbau der Pfalz zu
werfen. Nach Verwendung der Baustoffe unterscheiden wir in der Pfalz
drei Haustypen: das massive Steinhaus, den Fachwerkbau und die
gemischte Bauweise. In Trippstadt finden wir bis ins 19. Jahrhundert
neben einigen größeren Bürgerhäusern die sogenannte
Einfirstanlage vor. Im Pfälzerwald, aber auch in den Dörfern der
Haardt, sowie in den Ebenen wo Steinbrüche leicht zu erreichen
waren, wurde seit Jahrhunderten auf steinernen Fundamenten das
Erdgeschoss aus Bruchsteinen gemauert und das obere Geschoss in
Fachwerk ausgeführt.
Die Ausführung des
Untergeschosses aus massivem Sandstein, des Obergeschosses in
Fachwerk dürfte bis etwas 1800 vorherrschend gewesen sein. Heute
liegt das Fachwerk fast überall unter einer dicken Putzschicht
verborgen.
Noch heute finden sich in
Trippstadt einige dieser Häuser, dabei handelt es sich um das
sogenannte Wohnstallhaus. Ein schlichtes Fachwerk ohne Zier auf
massiven Sandstein aufgebaut. Meist führt eine Freitreppe zum
Wohngeschoss. An den Wohn-Stall-Trakt ist meistens eine bescheidene
Scheune angeschlossen. Also „alles unter einem Dach“. Der obere
Teil dieser Häuser besteht also in der Regel aus Holz, Lehm und
Stroh. Diese Fachwerkarbeiten wurden von Zimmerern durchgeführt. Dem
Lehm und Strohgemisch wurde in der Regel noch Kuhmist zugeführt um
eine bessere Bindekraft zu erreichen. Damit der Putz haften blieb,
mussten die Hölzer (Fachwerk) mit Beilhieben bearbeitet werden.
Dieses „Oberfachwerk“
wurde dann zur Wetterseite hin mit Holzschindeln abgedeckt. Das
Anbringen der Holzschindeln wurde ebenfalls von Zimmerleuten
ausgeführt.
Ein weiterer typischer
Trippstatder Haustyp ist das sogenannte „Mitteltennen - Einhaus“
. Dieser Haustyp, der im Untergeschoss Ställe, Futter- und
Waschküche, und darüber, nur über eine Treppe erreichbar,
Wohnräume birgt, ist im Neckarland weit verbreitet und als
„gestelztes Bauernhaus“ bekannt. Da bei diesem Haustyp der Platz
für einen größeren Vorhof meist fehlte, diente der enge Raum
zwischen Haus und Straße einst zu allerhand Wirtschaftszwecken. In
alter Zeit lag hier auch der Misthaufen. Lagen zwei Häuser eng
beieinander entstand das sogenannte „Reihelchen“ (sprich:
Reilche), jener schmale, lange Durchlass, der so oft in der Pfalz
zwei ältere Häuser trennt und der sich auch in Trippstadt noch
findet. Die Hausforschung spricht beim „gestelzten Bauernhaus“
auch vom „Einfeuerhaus“, um diesen Ausdruck näher zu erklären
ist es interessant einmal einen Blick in das innere eines solchen
Hauses zu werfen und somit auf die kulturgeschichtliche Entwicklung
dieser Häuser: Von der Haustüre aus treten wir direkt in die Küche.
Mag sie auch als kleiner und dunkler Raum erscheinen, war sie doch
der Mittelpunkt des Hauses. Die „gute Stube“ gab es damals noch
nicht. Die Küche war die Hauptfeuerstelle des Hauses und beheizte
den umliegenden als Stube und Kammer dienenden Raum mit. Bei dieser
Hausform bestand noch keine Trennung in Stuben Kammern und Küche. In
Resten zeigt sich dies etwa darin, dass früher neben der Stube keine
kleine Kammer lag, sondern ein einfacher abgetrennter Raum mit der
Bettstatt, dem Alkoven. Erst in der weiteren kulturgeschichtlichen
Entwicklung wird aus dem größeren und in die Stube vorgerückten
Alkoven das separate Schlafzimmer nämlich als spätere Abspaltung
vom Stubenraum.
Als Koch- und Heizstelle
diente ein roher Herd. Diese aus Sandstein errichtete Feuerstelle
hatte Ähnlichkeit mit einer Schmiedeesse. Hier brannte ganz offen
das Feuer. Über dem Holzfeuer hing der große Eisentopf. Daneben gab
es noch den Dreifuß der in die Glut gestellt wurde und dem Kochtopf
einen Stand gab. Damals gab es beim einfachen Volk ausschließlich
Eintopfgerichte. Die Einführung des geschlossenen Herdes im 19.Jh.
kam einer Revolution gleich. Es konnte anders gekocht werden und das
Kochgeschirr änderte sich. Die ersten „Ritschhäwwe“ kamen in
Mode, also Töpfe die auf dem Herd hin und her geschoben wurden.
Zu bemerken ist auch
noch, dass der Rat vieler Städte und Ortschaften bereits ab dem
hohen Mittelalter den Bau von Fachwerken und Schindelfassaden zu
bekämpfen versuchte. Hauptgrund war die Feuergefahr, die durch
dramatische Brände ganze Ortschaften und Stadtteile einäscherten.
Unzählige Erlasse forderten besonders in den Städten zumindest das
Erdgeschoss in Massivbau anzufertigen.
hukwa
Lit. Verzeichnis:
Natur und Kultur: Das
Biosphärenreservat Pfälzerwald. Herausgegeben 2008 von UNESCO-
Biosphärenreservat „Pfälzerwald – Vosges du Nord“.
Franz Neumer: Aus den
Rechnungsbüchern des Amtes Wilenstein; Heimatkalender des Landkreis
Kaiserslautern 1973.
Fred Weinmann: der
Fachwerkbau in der Pfalz: Jahrbuch zur Geschichte von Stadt und
Landkreis Kaiserslautern, Bd. 24/25; 1986/87
Eisenhüttenmuseum
Trippstadt- Sonderausstellung: Alte Waldberufe: Verschiedene
Dokumente.
Kurt Knebel: Der
Wilensteinerhof; Sonderheft der „Blätter zur Heimatgeschichte von
Trippstadt.
August Becker: Die Pfalz
und die Pfälzer.
Ludwig Schandein:
Beiträge in Bavaria.
Opderbecke: Der
Zimmermann.
Sonntag, 19. Mai 2013
Ich bevorzuge die Stille der Wälder
An einem solch wunderschön verregnetem Frühlingstag wie Heute fühle ich mich wie ein scheuer Waldvogel, der sich in ein lärmendes Dorf verirrt hat. Die Menschen können schon lange nicht mehr ohne Lärm leben, sie fürchten die Stille. In der Stille werden sie mit ihrem Selbst konfrontiert. In der Stille der Wälder kann ich mich mit meinem Selbst vereinen. Man darf diese banale Welt nicht zu nahe an sich heran kommen lassen. Die Abwässer dieser Gesellschaft verunreinigen den Geist des Menschen. Aber in der Stille der Wälder finden wir zu uns selbst zurück.
hukwa
hukwa
Donnerstag, 16. Mai 2013
Karlstalschlucht im Abenddämmern
Wald voll schwarzer Erde
Holundergebüsch
Farngerank
an den Hängen wie schwarzes Eisen
steinerne Kuppen Blöcke Scheiben
im Abenddämmern gleichen sie riesenhaften Leibern
manchmal am Rand
wirr und kraus
ein einzelner Weißdornstrauch
wie Steinmeißel klingts vom Hochwald herab
des Schwarzspechts hämmern
verliert sich im wilden rauschenden Bach
im glutigen Abenddämmern.
hukwa
Holundergebüsch
Farngerank
an den Hängen wie schwarzes Eisen
steinerne Kuppen Blöcke Scheiben
im Abenddämmern gleichen sie riesenhaften Leibern
manchmal am Rand
wirr und kraus
ein einzelner Weißdornstrauch
wie Steinmeißel klingts vom Hochwald herab
des Schwarzspechts hämmern
verliert sich im wilden rauschenden Bach
im glutigen Abenddämmern.
hukwa
Donnerstag, 9. Mai 2013
Aufgewachsen in einem Baum
Ich, der ich in einem Baum aufgewachsen, hätte mancherlei zu erzählen, doch da ich viel erfuhr von der Stille, habe ich mancherlei zu verschweigen.
Pablo Neruda
Pablo Neruda
Dienstag, 30. April 2013
Entzückendes Erinnern
Ich sah den Habicht kreisen
hoch oben in den Lüften
ich ruhe im Hain der Birken
Traumselig heimgesucht
ich schaue in den Himmel
Wolken in Goldgewimmel
bald naht das Abenddämmern
es ruft aus alten Tagen
aus längst vergangenen Jahren
wie aus einer kühlen Gruft
eine alte Melodie
die Kindheit kehrt nie mehr
dennoch ist da ein Schimmern
ein dunkles sich Erinnern
ein fahles helles Licht
entzückendes Erinnern
aus alten Kindheitstagen
es ist als webe im Stamm der Birke
die alte Kindheitseele.
hukwa
hoch oben in den Lüften
ich ruhe im Hain der Birken
Traumselig heimgesucht
ich schaue in den Himmel
Wolken in Goldgewimmel
bald naht das Abenddämmern
es ruft aus alten Tagen
aus längst vergangenen Jahren
wie aus einer kühlen Gruft
eine alte Melodie
die Kindheit kehrt nie mehr
dennoch ist da ein Schimmern
ein dunkles sich Erinnern
ein fahles helles Licht
entzückendes Erinnern
aus alten Kindheitstagen
es ist als webe im Stamm der Birke
die alte Kindheitseele.
hukwa
Sonntag, 28. April 2013
Einmal am Tag sollte man eine meditative Wanderung unternehmen
Gestern hat es den ganzen Tag geregnet aber ich war dennoch einige Stunden im Wald. Unter einer Fichte suchte ich für einige Zeit Schutz vorm starken Regen. Ich schlug die Tagebücher von Thoreau auf und konnte folgendes Lesen: "Wir müssen hinausgehen und uns jeden Tag aufs neue mit der Natur verbinden. Wir müssen Wurzeln schlagen und auch an Wintertagen wenigstens eine kleine Faser hinausschicken. Ich spüre, wie ich Gesundheit einsauge, wenn ich meinen Mund dem Wind öffne. Das Haus zu hüten führt immer zu einer Art geistiger Verwirrung. In diesem Sinn ist jedes Haus ein Krankenhaus. Eine Nacht und einen Vormittag auf einer solchen Krankenstation zu verbringen, ist das äußerste, was ich ertragen kann. Mir ist bewusst, dass ich ein Stück geistige Gesundheit, die ich verloren hatte, fast in dem Augenblick wiederfinde, in dem ich ins freie trete."
Ich schließe mich ganz diesen Worten an.
hukwa
Ich schließe mich ganz diesen Worten an.
hukwa
Abgeschiedenheit
Ich möchte für einen beträchlichen Teil des Tages alle kleinlichen, engstirnigen, banalen Beziehungen zu Menschen vergessen, und daher suche ich die Abgeschiedenheit auf, wo das Problem des Daseins sich vereinfacht.
H.D.Thoreau
H.D.Thoreau
Donnerstag, 25. April 2013
Tagesspruch
Ich gedeihe am besten in der Einsamkeit.
Thoreau
Thoreau
Der Meister des meditativen Wanderns
Gewiss war Henry David Thoreau der Meister des meditativen Wanderns. Jedem sei sein Buch empfohlen "vom Wandern".
Ein Büchlein das Wandern als Lebensmodell beschreibt. Für Thoreau stellte das tägliche spazieren gehen durch die Natur eine Überlebensstrategie dar, real wie auch übertragen- Wandern als Versuch, das Unbehagen gegenüber der Gesellschaft zu überwinden.
Ralph Waldo Emerson schrieb über die Art wie Thoreau wanderte: "Es war ein Vergnügen und ein Privileg mit ihm zu spazieren. Er kannte das Land wie ein Fuchs oder ein Vogel. man musste sich seiner Führung blind anvertrauen- und wurde dafür großartig belohnt".
Ein Buch das jeder leidenschaftliche Wanderer gelesen haben sollte, ja es ist eigentlich Pflichtlektüre für Wanderer.
hukwa
Ein Büchlein das Wandern als Lebensmodell beschreibt. Für Thoreau stellte das tägliche spazieren gehen durch die Natur eine Überlebensstrategie dar, real wie auch übertragen- Wandern als Versuch, das Unbehagen gegenüber der Gesellschaft zu überwinden.
Ralph Waldo Emerson schrieb über die Art wie Thoreau wanderte: "Es war ein Vergnügen und ein Privileg mit ihm zu spazieren. Er kannte das Land wie ein Fuchs oder ein Vogel. man musste sich seiner Führung blind anvertrauen- und wurde dafür großartig belohnt".
Ein Buch das jeder leidenschaftliche Wanderer gelesen haben sollte, ja es ist eigentlich Pflichtlektüre für Wanderer.
hukwa
Mittwoch, 24. April 2013
Buschwindröschenblüte im Pfälzerwald
Über das richtige Gehen beim meditativen Wandern
Über das richtige Gehen beim meditativen Wandern möchte ich Thoreau zitieren, keiner hat es so genau ausgedrückt wie er: "Du musst so sachte gehen, das du die feinsten Laute hörst, wobei das Denken sich ruhig verhält. Dein verstand darf nicht ins Schwitzen kommen. Meine Gedanken freilich ertrinken gleichsam im Freien...Das zwitschern der Schwalben ist das Geräusch der dahingleitenden Wogen der Luft... "
Dies ist der richtige Zustand den man während des meditativen Wanderns aus sich selbst gebären muss.
hukwa
Dies ist der richtige Zustand den man während des meditativen Wanderns aus sich selbst gebären muss.
hukwa
Dienstag, 23. April 2013
Waldtestament
Wenn ich einmal nicht mehr bin
dann bringt mich in den Wald
verscharrt mich in dem dichtesten Tann
wo Moos und Farn zu Hause sind
der Wald der war von Anfang an
mir Freund und Brüderlich gesinnt
darum wenn ich einmal nicht mehr bin
dann bringt mich zu ihm hin
ich will das meine Reste einmal
in ihm verborgen sind
die Vögel werden dann bestimmt
mir noch ein Liedchen singen
und manche Eule wird
bei mir die Nacht verbringen
ich lieb den Wald von Anbeginn
bin doch sein Sohn sein Kind
darum wenn ich einmal nicht mehr bin
dann bringt mich zu ihm hin.
hukwa
dann bringt mich in den Wald
verscharrt mich in dem dichtesten Tann
wo Moos und Farn zu Hause sind
der Wald der war von Anfang an
mir Freund und Brüderlich gesinnt
darum wenn ich einmal nicht mehr bin
dann bringt mich zu ihm hin
ich will das meine Reste einmal
in ihm verborgen sind
die Vögel werden dann bestimmt
mir noch ein Liedchen singen
und manche Eule wird
bei mir die Nacht verbringen
ich lieb den Wald von Anbeginn
bin doch sein Sohn sein Kind
darum wenn ich einmal nicht mehr bin
dann bringt mich zu ihm hin.
hukwa
Sonntag, 21. April 2013
Wanderung durch den Neuhöferwald
Donnerstag, 18. April 2013
Schlehenblüte
Heute Nacht begann die Schlehenblüte. Als ich heute Morgen gegen sechs Uhr in den Wald kam stand der Schlehenhain, denn ich seit Tagen aufsuche im schönsten Blütenzauber. Entlang des Waldpfads dem ich folgte blühen bereits überall die Buschwindröschen. Die Schlehenblüte dauert nur kurze Zeit und ich bin darauf bedacht so viel als möglich jetzt in den Wäldern unterwegs zu sein.
hukwa
hukwa
Mittwoch, 17. April 2013
Sehnsucht nach der Kirschblüte
Heute Morgen bin ich früh schon in den Wald gewandert und habe mich unter die alte Wildkirsche zur Meditation niedergelassen. ein Gedicht des Zen-Dichters Tadanori fiel mir sofort ein:
Abend brach ein:
Unter dem Kirschbaum dort suche ich mein Bett
Und bin die Nacht bei den Blüten zu Gast.
Nun, ich habe mir vorgenommen wenn die Kirschblüte beginnt unter der alten Kirsche die Nacht zu verbringen.
hukwa
Abend brach ein:
Unter dem Kirschbaum dort suche ich mein Bett
Und bin die Nacht bei den Blüten zu Gast.
Nun, ich habe mir vorgenommen wenn die Kirschblüte beginnt unter der alten Kirsche die Nacht zu verbringen.
hukwa
Dienstag, 16. April 2013
Der Lenz ist da
Heute Morgen war ich schon wieder sehr früh in den Wäldern, noch vor Sonnenaufgang. Es war ein warmer Frühlingsmorgen, in der Nacht hatte es ein wenig geregnet, die Vögel empfingen mich mit einem wunderschönen Frühlingskonzert. Ich konnte einen Siebenschläfer beobachten der sich in einem Wildapfelstrauch herumtrieb. Die Buschwindröschen beginnen nun mit ihrer Blüte und viele weitere Pflanzen folgen nun täglich. Der Holunder hat schon ausgeschlagen, in den nächsten Tagen folgen die Birken. Besonders freue ich mich auf die Vogelkirsche- und Schlehenblüte. Jetzt ist Wandern ein regelrechter Zwang, nichts hält einem mehr im Haus. Auch die Quellen und Bächlein im Wald flüstern jetzt ganz anders als im Winter. überall erkennt man den Lenz.
hukwa
hukwa
Montag, 15. April 2013
Mein Eichhörnchen
Wir hatten heute auf der Terrasse beim Kaffeetrinken Besuch von unserem Eichhörnchen, das den Winter über bei uns sein Futter geholt hat.
Freitag, 12. April 2013
Die alte Burenkiefer (Hindenburgkiefer) im Wald von Johanniskreuz
Dieser Baum ist einer der ältesten Kiefern im Pfälzerwald. Sie ist ein Naturdenkmal und mit Sicherheit über 250 Jahre alt. Für eine Kiefer ein seltenes Alter. Sie erinnert mich immer wieder an die Kiefer von Barenton in der Bretagne die der heilige Baum Merlin's war!
hukwa
Der Schwerpunkt beim meditativen Wandern
Ich habe meditatives Wandern jahrelang geübt bevor ich mir erlaubte diese Technik an andere weiterzugeben- und ich muss gestehen- ich übe immer noch.
Vielen von uns ist gar nicht bewusst dass sie viel mehr laufen als sie selbst annehmen, weil sie einfach nicht bewusst gehen.
Was ist also der Schwerpunkt beim meditativen Wandern?
Es ist unsere Aufmerksamkeit!
Wenn unser Schwerpunkt in unserem Kopf liegt, dann schweifen wir ab.
Wir sind nicht wachsam, nicht voll konzentriert auf den Augenblick.
Verlagern wir unseren Schwerpunkt auf den "Bauch" fällt er zusammen mit unserem körperlichen und geistigen Schwerpunkt.
Dann fällt unser Tun mit unseren Gedanken in einem Punkt zusammen.
Dann leben wir im Hier und Jetzt - im momentanen Schritt.
hukwa
Vielen von uns ist gar nicht bewusst dass sie viel mehr laufen als sie selbst annehmen, weil sie einfach nicht bewusst gehen.
Was ist also der Schwerpunkt beim meditativen Wandern?
Es ist unsere Aufmerksamkeit!
Wenn unser Schwerpunkt in unserem Kopf liegt, dann schweifen wir ab.
Wir sind nicht wachsam, nicht voll konzentriert auf den Augenblick.
Verlagern wir unseren Schwerpunkt auf den "Bauch" fällt er zusammen mit unserem körperlichen und geistigen Schwerpunkt.
Dann fällt unser Tun mit unseren Gedanken in einem Punkt zusammen.
Dann leben wir im Hier und Jetzt - im momentanen Schritt.
hukwa
Donnerstag, 11. April 2013
Fliege Seele
Fliege Seele fliege
mit dem Reiher
über die dunklen Waldwooge
kehre zurück und
bringe mir das Konzert der Frösche
als Sinfonie
der Erde mit.
hukwa
mit dem Reiher
über die dunklen Waldwooge
kehre zurück und
bringe mir das Konzert der Frösche
als Sinfonie
der Erde mit.
hukwa
Mittwoch, 10. April 2013
Waldsterben
Wenn der Wald stirbt
malen wir Bäume auf Beton
lassen aus Lautsprechern
das Gezwitscher von Vögeln erklingen
wenn der Wald stirbt
malen wir Bäume auf Beton
und denken uns
Vogelnester dazu
wenn der Wald stirbt...
hukwa
malen wir Bäume auf Beton
lassen aus Lautsprechern
das Gezwitscher von Vögeln erklingen
wenn der Wald stirbt
malen wir Bäume auf Beton
und denken uns
Vogelnester dazu
wenn der Wald stirbt...
hukwa
Dienstag, 9. April 2013
Karlstalgedicht
Hier dringt kein Laut des Lebens her
so tief im Wald ist alles Schatten leer
und Bernsteinfarben färbt der Mond
das Wolkenmeer.
Ich bin allein mit meinem Gedankenmeer
hör ein leises dunkles Rauschen
mein inneres Meer
in den Wolkenfetzen der Götterheer.
Silbernebel stehen im Tal
Sonne leuchtet auf den Höhen
majestätisch schwebt der Reiher
einsam durch das Karlstal.
Am Bachufer die Kätzchen blinken
neigen sich im silbernen Schweigen
wartend auf nächtliche Feenreigen
in den Jahreskreis mit ein
ein letzter Schrei des Schwarzspechts durchs blaue
eine blasse Wiese
darauf eine einsame Birke
Stille im Karlstal.
hukwa
so tief im Wald ist alles Schatten leer
und Bernsteinfarben färbt der Mond
das Wolkenmeer.
Ich bin allein mit meinem Gedankenmeer
hör ein leises dunkles Rauschen
mein inneres Meer
in den Wolkenfetzen der Götterheer.
Silbernebel stehen im Tal
Sonne leuchtet auf den Höhen
majestätisch schwebt der Reiher
einsam durch das Karlstal.
Am Bachufer die Kätzchen blinken
neigen sich im silbernen Schweigen
wartend auf nächtliche Feenreigen
in den Jahreskreis mit ein
ein letzter Schrei des Schwarzspechts durchs blaue
eine blasse Wiese
darauf eine einsame Birke
Stille im Karlstal.
hukwa
Das wahre Wunder besteht nicht darin, auf dem Wasser zu wandeln, sondern auf der Erde zu gehen.
Meditatives Wandern ist nichts anderes als Meditation im Gehen. Diese Technik ist nicht modern sondern eigentlich schon recht alt. Die Zen- Mönche Japans benutzten dafür den Ausdruck Kinhin und die Taoisten im alten China nannten es WuWei, was in etwa bedeutet- kein Handeln wider die Natur! Ein buddhistischer Mönch sagte einmal: "das wahre Wunder besteht nicht darin, auf dem Wasser zu wandeln, sondern auf der Erde zu gehen".
Ich habe meditatives Wandern viele Jahre lang geübt bevor ich mir erlaubte diese Technik an andere weiter zu geben und ich muss gestehen- ich übe immer noch.
hukwa
Ich habe meditatives Wandern viele Jahre lang geübt bevor ich mir erlaubte diese Technik an andere weiter zu geben und ich muss gestehen- ich übe immer noch.
hukwa
Montag, 8. April 2013
Wanderspruch
Das wahre Wunder besteht nicht darin, auf dem Wasser zu wandeln, sondern auf der Erde zu gehen.
Nhat Hanh
Nhat Hanh
Sonntag, 7. April 2013
Über meditatives Wandern
Heute Morgen saß ich unter einer alten Eiche im Trippstadter Wald und erfreute mich am Sonnenaufgang. Die Frühlingssonne trieb mich schließlich tief in den Wald hinein. Wandern kann ein Lebensmodell sein. Das tägliche Unterwegssein in der Natur ist auch ein Versuch zu den lebendigen Quellen des Lebens vorzudringen. Henry David Thoreau schrieb einmal: "Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, dem wirklichen Leben näher zu treten, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hätte". Dies ist die richtige Einstellung die ein Wanderer auf seine Wanderungen mitnehmen sollte.
hukwa
hukwa
Freitag, 5. April 2013
Frühling im Trippstadter Wald
Aus den Tiefen der Natur
Die größte Freude, die Wald und Flur
uns bereiten, ist die Andeutung einer dunklen Beziehung zwischen
Mensch und Pflanzenwelt. Ich bin nicht alleine und unerkannt, schrieb
Emerson einmal. Die Pflanzen nicken mir zu und ich grüße zurück.
Das Schwanken der Zweige im Sturm ist mir vertraut und unvertraut
zugleich. Es überrascht mich und ist mir doch nicht unbekannt.
Seine Wirkung ist wie die eines höheren Gedankens oder einer besseren Empfindung, die mich überkommt, wenn ich glaube, Rechtes zu Denken oder zu Tun. Der nach Erkenntnis strebende Mensch, der die Verbindung zur Natur sucht, muss von zeit zu Zeit Haus und Wohnung verlassen, sollte hingehen zum Schoße von Mutter Natur. Aus ihren Tiefen saugend, wir er zur Erkenntnis gelangen. Wir sollten den nächtlichen Sternenhimmel öfters betrachten, schauen was er uns erzählt. Die Lichtstrahlen, die von diesen fernen Welten in unser inneres dringen, werden uns für kurze Zeiten loslösen von allem, mit dem wir in der Verdunkelung unserer Existenz in Verbindung stehen. Die alten Taoisten nannten diesen Weg Wu Wie, er beruht auf tiefgründiger Philosophie, geistigem Streben, Poesie der Natur und Ehrfurcht vor der Heiligkeit aller Wesen und Dinge. In den tiefen Gründen der Natur, ihrer Stille erfahren wir eine Erweiterung unseres Selbst, nähern uns dem fließenden Sinn des Universums um in der Sprache Heraklits zu sprechen. In der Stille der uns umgebenden Natur, unter einem Baum sitzend, können wir wieder jenem Teil der Schöpfung näherkommen, dem wir einstmals entsprungen sind und in das wir einstmals wieder zurückkehren werden. Zu unserem Ursprung, hier liegt unser göttlicher Anteil verborgen, den wir vergessen haben. In den tiefen Gründen der Natur, wo wir dem rauschen der Baumwipfel lauschen, wo noch an manchen Stellen ein klares Bächlein plätschert, eine zauberhafte Quelle sprudelt, beginnt auch unsere innere quelle wieder neues Wasser zu schöpfen. Wo unser Auge im herbstlichen Sonnenschein die Bachforelle im eiskalten Wasser erblickt, als sei sie ein Blitzstrahl unserer Seele, die uns vor Zeiten verloren gegangen ist. Wo sich in wunderschönen Momenten plötzlich eine Weihe aus dem nahen Gebüsch erhebt um majestätisch ihre runden am blauen Himmel zu ziehen, hier sollte das Haus des Menschen sein. Im Wald zu stehen unter einer alten Kiefer, Eiche, oder Buche, mit dem Auge einem Schwarm Zugvögel folgend, die keilförmig nach Süden ziehen, in andächtiger, einsamer Versenkung, des Gefühls eins zu sein mit der alten Mutter Erde, ist das einzige reale Gebet das es wirklich gibt. Der Mensch sollte in der Natur beten, nicht in muffigen Kirchen, wo er nur haltlose Lehren angeboten bekommt. Alle predigten, Lehren, dümmliche Schulmeistereien, aller Neid, Hass und Zorn, verwehen in kürzester Zeit, wenn wir uns der Natur in Liebe preisgeben. Im Identifizieren mit Mutter Natur diesem einzigen, vollkommenen wirklichen Gedicht, erkennen wir, das wir Teil der Schöpfung sind und keine Sklaven des Mammon. Wir sind verwandt, verschwistert, verbrüdert mit der alten Erdmutter Gaia, mit ihren herrlichen tiefgründigen Erscheinungen. Würden wir uns öfters in die Natur zurückziehen, in ihr das suchen was uns Verloren gegangen ist, würde unser Sein wieder überflutet werden von jener gesunden Entzückung und Ekstase, die weit über allem Reichtum und Wohlstand, Gier und Neid, Fremdenhass und kriegerischen Gedanken erhaben ist. Dann erkennen wir das sie die Allmächtige, lebende Mutter Natur, weit mehr ist, als nur das was wir annehmen, als das was uns unsere läppische, bürgerliche Erziehung lehren möchte. Weg von der Sandalenphilosophie unserer Väter und Mütter und hinein in die Tiefen der Natur, mit ihr Denken und leben das bedeutet Mensch sein. Wir müssen wieder neu sehen lernen dann werden wir auch wieder tiefer Erkennen lernen. Das Natur in ihren Tiefen die sprachliche Offenbarung der Allseele ist. Diese herrliche äußere Natur sollen wir wieder als einen Weg ansehen, der es uns ermöglicht in unsere eigene innere Natur einzudringen. Erkennen wir wieder ihre Sprache, lernen wir wieder in ihr zu Lesen wie in einem großen Schöpfungsalphabet was sie ja auch ist. Wir stehen heute wie Analphabeten vor ihrem großen Werk, nicht in Wissenschaftlicher Sicht, die ist zu engstirnig, in philosophischer Sicht, müssen wir wieder lesen lernen. Nietzsche schrieb einmal: ein Buch ist wie ein Spiegel, wenn ein Affe hineinblickt, kann kein Prophet heraus schauen. So ist es auch mit dem Buche der
Seine Wirkung ist wie die eines höheren Gedankens oder einer besseren Empfindung, die mich überkommt, wenn ich glaube, Rechtes zu Denken oder zu Tun. Der nach Erkenntnis strebende Mensch, der die Verbindung zur Natur sucht, muss von zeit zu Zeit Haus und Wohnung verlassen, sollte hingehen zum Schoße von Mutter Natur. Aus ihren Tiefen saugend, wir er zur Erkenntnis gelangen. Wir sollten den nächtlichen Sternenhimmel öfters betrachten, schauen was er uns erzählt. Die Lichtstrahlen, die von diesen fernen Welten in unser inneres dringen, werden uns für kurze Zeiten loslösen von allem, mit dem wir in der Verdunkelung unserer Existenz in Verbindung stehen. Die alten Taoisten nannten diesen Weg Wu Wie, er beruht auf tiefgründiger Philosophie, geistigem Streben, Poesie der Natur und Ehrfurcht vor der Heiligkeit aller Wesen und Dinge. In den tiefen Gründen der Natur, ihrer Stille erfahren wir eine Erweiterung unseres Selbst, nähern uns dem fließenden Sinn des Universums um in der Sprache Heraklits zu sprechen. In der Stille der uns umgebenden Natur, unter einem Baum sitzend, können wir wieder jenem Teil der Schöpfung näherkommen, dem wir einstmals entsprungen sind und in das wir einstmals wieder zurückkehren werden. Zu unserem Ursprung, hier liegt unser göttlicher Anteil verborgen, den wir vergessen haben. In den tiefen Gründen der Natur, wo wir dem rauschen der Baumwipfel lauschen, wo noch an manchen Stellen ein klares Bächlein plätschert, eine zauberhafte Quelle sprudelt, beginnt auch unsere innere quelle wieder neues Wasser zu schöpfen. Wo unser Auge im herbstlichen Sonnenschein die Bachforelle im eiskalten Wasser erblickt, als sei sie ein Blitzstrahl unserer Seele, die uns vor Zeiten verloren gegangen ist. Wo sich in wunderschönen Momenten plötzlich eine Weihe aus dem nahen Gebüsch erhebt um majestätisch ihre runden am blauen Himmel zu ziehen, hier sollte das Haus des Menschen sein. Im Wald zu stehen unter einer alten Kiefer, Eiche, oder Buche, mit dem Auge einem Schwarm Zugvögel folgend, die keilförmig nach Süden ziehen, in andächtiger, einsamer Versenkung, des Gefühls eins zu sein mit der alten Mutter Erde, ist das einzige reale Gebet das es wirklich gibt. Der Mensch sollte in der Natur beten, nicht in muffigen Kirchen, wo er nur haltlose Lehren angeboten bekommt. Alle predigten, Lehren, dümmliche Schulmeistereien, aller Neid, Hass und Zorn, verwehen in kürzester Zeit, wenn wir uns der Natur in Liebe preisgeben. Im Identifizieren mit Mutter Natur diesem einzigen, vollkommenen wirklichen Gedicht, erkennen wir, das wir Teil der Schöpfung sind und keine Sklaven des Mammon. Wir sind verwandt, verschwistert, verbrüdert mit der alten Erdmutter Gaia, mit ihren herrlichen tiefgründigen Erscheinungen. Würden wir uns öfters in die Natur zurückziehen, in ihr das suchen was uns Verloren gegangen ist, würde unser Sein wieder überflutet werden von jener gesunden Entzückung und Ekstase, die weit über allem Reichtum und Wohlstand, Gier und Neid, Fremdenhass und kriegerischen Gedanken erhaben ist. Dann erkennen wir das sie die Allmächtige, lebende Mutter Natur, weit mehr ist, als nur das was wir annehmen, als das was uns unsere läppische, bürgerliche Erziehung lehren möchte. Weg von der Sandalenphilosophie unserer Väter und Mütter und hinein in die Tiefen der Natur, mit ihr Denken und leben das bedeutet Mensch sein. Wir müssen wieder neu sehen lernen dann werden wir auch wieder tiefer Erkennen lernen. Das Natur in ihren Tiefen die sprachliche Offenbarung der Allseele ist. Diese herrliche äußere Natur sollen wir wieder als einen Weg ansehen, der es uns ermöglicht in unsere eigene innere Natur einzudringen. Erkennen wir wieder ihre Sprache, lernen wir wieder in ihr zu Lesen wie in einem großen Schöpfungsalphabet was sie ja auch ist. Wir stehen heute wie Analphabeten vor ihrem großen Werk, nicht in Wissenschaftlicher Sicht, die ist zu engstirnig, in philosophischer Sicht, müssen wir wieder lesen lernen. Nietzsche schrieb einmal: ein Buch ist wie ein Spiegel, wenn ein Affe hineinblickt, kann kein Prophet heraus schauen. So ist es auch mit dem Buche der
Natur, wir wollen verstehend in ihm
Lesen. Voller Andacht möchten wir ergründen, die tiefe eines
Waldsees, dies Augen der All- und Altmutter, sie können uns das neue
Sehen lernen. Die Bäume an den Ufern des Waldsees, sind es nicht die
Brauen und Wimpern unserer wirklichen Mutter, der Mutter aller
Mütter? Das Rinnsal oder der fließende Bach der den Waldteich
füllt, ist er nicht die Ader der Altmutter? Gönnen wir uns ruhig
die Zeit bei der großen Schöpferin , ein wenig zu verweilen, dies
ist wie ein Weihedienst.
Wir haben sie genug getreten, wir
sollten ihr endlich wieder mit Respekt begegnen.
hukwa
Montag, 1. April 2013
Donnerstag, 21. März 2013
Kreislauf von Mensch und Universum
Oft spüre ich in diesen Tagen da ich den Wald manchmal überhaupt nicht verlassen möchte eine starke Verinnerlichung, verbunden mit dem Gefühl Teil dieser großartigen Natur zu sein. Der Mensch ist eine Kleinausgabe des großen kosmischen Spiels und jeder Wesensimpuls des Universums findet auch sein Widerspiel in uns. Wir müssen nur wahrnehmen lernen. Es ist der Kreislauf des natürlichen der in den Wäldern vorherrscht und der dem Leben einen Sinn gibt.
hukwa
hukwa
Mittwoch, 20. März 2013
Aus den Tiefen der Wälder
Die größte Freude, die Wald und Feld uns bereiten, ist die Andeutung einer dunklen Beziehung zwischen Mensch und Wald. In den Wäldern sind wir nicht alleine, die Bäume nicken uns im Windes Rauschen zu, der Wildbach singt uns gemeinsam mit den Vögeln sein Lied. Es sind Momente wo sich in uns höhere Gedanken bilden, abseits der Welt von Konsum und Kommerz. Hier am Schoße der Natur finden wir dass was wir andernorts nicht finden können. Die zunehmende seelische Verarmung des Menschen der nur noch in einer abstrakten zivilisatorischen Welt lebt wird immer sichtbarer. Die Wälder sind ein Rückzugsgebiet, ein "Psychotop" für eine Welt die nicht erkennen will wie Krank sie ist.
hukwa
hukwa
Dienstag, 19. März 2013
In den Wäldern angekommen.
Am Ufer des alten Waldweiher
wo der ewige Abend verweilt
dort wo die urdenklichen alten Bäume
ihren Geheimnisse den Feen preisgeben
war ich angekommen
ermüdet und in bleicher Glut
doch begeistert von der jungfräulichen Nacht
der weiße Mond
schien zärtlich
in das Geäst der Eichen
ich wusste
ich war
Angekommen.
hukwa
wo der ewige Abend verweilt
dort wo die urdenklichen alten Bäume
ihren Geheimnisse den Feen preisgeben
war ich angekommen
ermüdet und in bleicher Glut
doch begeistert von der jungfräulichen Nacht
der weiße Mond
schien zärtlich
in das Geäst der Eichen
ich wusste
ich war
Angekommen.
hukwa
Sonntag, 17. März 2013
Waldsehnsucht
Des Dompfaffs rotes Kleid
im weißen Licht der Birke
Schwarzspecht ruft von weit
Unke ruht noch unterm Fels
bald friert auch sie nicht mehr
zwei Finken im alten Birnbaum
trunken vom Morgentau
tollen im Liebesspiele
in den Ästen umher
schon gewinnt die Sonne an Kräften
Waldpfade sich mir öffnen
nach den duftenden Waldblumen
werd ich bald wieder sehen
und den Frühlingstanz
der Elfen herbei sehnen.
hukwa
im weißen Licht der Birke
Schwarzspecht ruft von weit
Unke ruht noch unterm Fels
bald friert auch sie nicht mehr
zwei Finken im alten Birnbaum
trunken vom Morgentau
tollen im Liebesspiele
in den Ästen umher
schon gewinnt die Sonne an Kräften
Waldpfade sich mir öffnen
nach den duftenden Waldblumen
werd ich bald wieder sehen
und den Frühlingstanz
der Elfen herbei sehnen.
hukwa
Donnerstag, 14. März 2013
Geflüster der Bäume
Sinnend träumend
winterliche Landschaft
Land der Träume
Unkennacht
was erzählen sich die Bäume
wer fragt
keiner gibt Antwort
ein kleiner Spalt
verborgen in der Dämmerung
dahinter
ein Geheimnis
Janussteine suche ich
mit silbernen Schneckenspuren
hier verweilend
lausche ich dem
Geflüster der Bäume.
hukwa
winterliche Landschaft
Land der Träume
Unkennacht
was erzählen sich die Bäume
wer fragt
keiner gibt Antwort
ein kleiner Spalt
verborgen in der Dämmerung
dahinter
ein Geheimnis
Janussteine suche ich
mit silbernen Schneckenspuren
hier verweilend
lausche ich dem
Geflüster der Bäume.
hukwa
Dienstag, 12. März 2013
Vom Bader, Barbier und Chirurgen
Über die mittelalterliche Aufgabe des
Bader Standes
Im Trippstadter Bürgerbuch finden wir
in den Einträgen von 1666 und 1890 mehrmals die Berufsbezeichnungen
Barbier, Bader und Chirurg. Es sind alte Berufsbezeichnungen aus dem
Gesundheitswesen des Mittelalters. Der Bader war sozusagen der „Arzt
des einfachen Mannes“. Die arme Bevölkerung die sich keinen Rat
bei den klerikalen und studierten Ärzten leisten konnten suchten bei
Krankheit den Bader, Barbier oder Chirurgen auf. Für seine Zeit war
dieser Berufsstand hoch geachtet und wurde bis ins späte 19.
Jahrhundert ausgeübt. Er umfasste das Badewesen, Körperpflege und
Kosmetik, kleinere chirurgische Eingriffe sowie Teilgebiete der Zahn-
und Augenheilkunde. Der Bader war oft gleichzeitig auch Barbier oder
arbeitete mit einem solchen im Badehaus zusammen. Ebenso mit dem
Chirurgen. Aus diesen Berufen entwickelte sich der Berufsstand der
Wundärzte.
Obwohl hochgeachtet zählte der Bader
zu den „unehrlichen Berufen“, die sich anfangs in keiner Zunft
organisieren durften.
In manchen Regionen und Städten wurden
sie jedoch später in die Zünfte aufgenommen, etwa in Augsburg und
Würzburg 1373, in Hamburg 1375. So durchliefen Bader etwa in Wien,
wo sich die Zunft der Bader bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen
lässt, eine handwerkliche Lehre und bildeten einen Stand. Die
Laufbahn Lehrling, Geselle, Meister war fest geregelt. Sie mussten
eine dreijährige Wanderschaft machen und bei anderen Meistern
lernen.
Für die Gemeinde Tippstadt, in der ja
3 Bader nachgewiesen sind, fand sich allerdings kein Hinweis bisher
auf ein Badehaus obwohl es ein solches gegeben haben muss (zumindest
ein kleines), sonst hätten die Bader ja ihren Beruf nicht ausüben
können, es sei denn die Trippstadter Bader haben in Kaiserslautern
gearbeitet, was wahrscheinlich nicht der Fall war.
Der Baderberuf ist uns allerdings in
Urkunden und Schriftstücken aus Kaiserslautern erhalten.
So erfahren wir über eine alte Urkunde
das im Jahre 1583 eine neue städtische Badestube erbaut wird. Durch
eine Verordnung des Rates war der Bader gehalten, „an jedem Montag
und Donnerstag Bäder bereit zu halten“. Der Aufgabenbereich des
Baders erstreckte sich aber nicht nur hierauf, ihm war ferner
aufgetragen „das Haar- und Nagel schneiden, Rasieren, die
Behandlung äußerer Wunden,
und Schäden, sowie das Schröpfen und
Aderlassen bei trinkfesten Personen“. Bei Ausbruch einer Pestseuche
mussten die beiden städtischen Bader die Kranken besuchen und dafür
sorgen, das Rauchwerk von Wacholder an den Brunnen gemacht, die
Gassen gereinigt, das Vieh aus den ausgestorbenen Häusern geholt,
der Mist vor den Häusern entfernt und das Ausgießen der Nachttöpfe
auf die Gassen unterlassen wurde. Bei ärztlichen Leichenöffnungen
(Sektionen) hatte der Bader mitzuwirken, und schließlich gehörte
auch noch die Leichenschau zu seinen Amtsobliegenheiten.
Als im Jahre 1348/49 die vom Orient
eingeschleppte Pest sich über ganz Europa ausbreitete, beschloss der
Lauterer Rat die Errichtung eines Leprosen- oder Feldsiechenhauses,
wie dies auch anderwärts bereits geschehen war. Das „Kodenhäusel“,
wie das Feldsiechenhaus auch genannt wurde, stand vor dem Fackeltor
an der Stelle, wo sich heute die Apostelkirche erhebt. Der Name
„Feldsiechenhaus“ besagt schon, dass das Leprosenhaus im freien
Felde abseits von bewohnten Gebäuden stand. Man wollte hierdurch
vermeiden, dass eine Übertragung und Ausbreitung dieser
Seuchenkrankheit auf die Bürger der Stadt erfolgte.
Nach der strengen Ordnung der Stadt von
1350 stand das „Kodenhäusel“ unter der Leitung eines Aufsehers,
der Bader war. Zu seinen Pflichten gehörte neben der Heilbehandlung
von Kranken deren Beköstigung, die er mittels einer Drehlade in die
Krankenräume beförderte. Ferner musste er auch die Aufenthaltsräume
säubern. Von Haus zu Haus gehend und auf dem Kirchhof hatte er die
Almosen für die Kranken an Geld und Naturalien zu sammeln sowie die
Aussätzigen zum Gottesdienst zu führen. Schließlich gehörte noch
zu seinem Aufgabenkreis im Falle, dass ein Kranker verstarb, diesen
zu beerdigen. Der Rat hatte für diesen gewiss nicht beneidenswerten
Posten eines Baders im Feldsiechenhaus eine Jahresbesoldung von 6
Pfund Heller und 1 Paar Schuhe oder an deren Stelle 5 Schillinge
Heller ausgesetzt. Von den gesammelten Almosen hatte der Bader auch
einen Teil zu beanspruchen. Alle des Aussatzes verdächtigen Personen
wurden damals zwangsweise in das Feldsiechenhaus geschafft.
Wenn die Erkrankten zum Gottesdienst
auf den Kirchhof (für die wurde der Gottesdienst im Freien gehalten)
über die Fackel- und Marktstraße gingen sowie auch auf dem Rückweg
ins Feldsiechenhaus, musste dem Trupp eine Klapper vorausgehen, auf
deren Zeichen hin alle Straßenpassanten eiligst die Flucht
ergriffen, um ja nicht mit dem Transport in Berührung zu kommen.-
Erst im 17. Jahrhundert kam das „Kottenhäusel“ außer Gebrauch,
sein Name lebt noch heute im Namen des Kaiserslauterer Stadtteils
Kotten weiter.
Bei den immer wieder auftretenden
Pestepidemien, vor allem 1569, 1597 und 1611, behalf man sich nach
wie vor mit der notdürftigen Quarantäne in Feldsiechenhäusern vor
den Städten. Schon von der Lage des Friedhofs im Ort her bei auch
sonst gänzlichem Fehlen jeglicher Hygiene war dennoch der weiteren
Ausbreitung der Pestseuche überhaupt kein Einhalt zu bieten. Die
Schilderungen über diese Seuche sind oft so fürchterlich, dass es
schwer fällt sie wiederzugeben. Im Hintergrund des dreißigjährigen
Krieges, des Durchzuges von Fremden muss man davon ausgehen das die
Pest immer wieder ausbrach.
Doch schon vor dem verheerenden Kriege
war die Lage mehr als entsetzlich: Allein aus den drei- bis vier
erhalten gebliebenen Handschriften im 1661er Band der Lauterer
Ratsprotokolle, mit den zuweilen verwirrten Schriftzügen lässt sich
bei näherem Hinsehen die Angst und Panik erkennen die überall
vorherrschte. Als im September 1611 die Pest wieder auftrat, hatten
sich die Befallenen zunächst bloß „des offenen Marktes und der
gemeinen Gassen zu enthalten“; dann wurde für junge Personen das
Totengeleit verboten; Bader indessen wurden aufgefordert, bei den
befallenen Personen „fleißig zu erscheinen“.
Schließlich wurden Leichenpredigten
und und das Tote Geleite - völlig eingestellt und Tote blieben
unbeerdigt. Im Februar 1612 sollen ganze Straßenzüge völlig
unbewohnt gewesen sein. Schließlich hieß es 1625 aus Neustadt, die
Pest habe ein Zehntel der Menschen übriggelassen, eine weitgehend zu
verallgemeinernde Beobachtung: ganze Dörfer standen völlig leer,
sie waren „ausgestorben.“
Seit den großen Pestepidemien der
vergangenen Jahrzehnte grassierte eine permanente Pestangst in der
ganzen Pfalz. Händler und Wirte, die beispielsweise 1666 von
Kaiserslautern, kamen um in Wachenheim Wein einzukaufen, mussten dort
ein Artest vorlegen, dass am Ort Ort ihrer Herkunft „gute Luft“,
d.h. Keine Ansteckungsgefahr herrsche. Als in Lautern im Oktober
jenes Jahres zwei Kinder starben, verstärkte sich die Angst,
obgleich sich deren Krankheit als Röteln erwiesen hatte. Stärker
wütete die Pest damals im südostpfälzischem Gebiet, besonders im
Raum Germersheim, wo erneut ganze Ortschaften vollständig
ausgestorben sein sollen. Als die in Kaiserslautern residierende
Maria Eleonore von Brandenburg (1610 – 1675), Fürstin von Pfalz
Simmern als Witwe von Pfalzgraf Ludwig Heinrich von Simmern, im Jahre
1668 Kaiserslautern verlassen wollte, um die Heilquellen von
Wiesbaden aufzusuchen, tat sie das wohl in der Absicht, der drohenden
Pestansteckung zu entgehen; der Kaiserslauterer Stadtrat, offenbar
mit der Art und Weise der Herrschaftsausübung zufrieden, vermochte
sie aber davon abzuhalten, nachdem er ihr dringend geraten hatte,
„die Stadt doch in so gefährlichen Zeiten“ nicht zu verlassen,
da sie offenbar allein durch ihre vertrauenerweckende Präsenz zu
Ruhe und Ordnung beitragen konnte. Im Jahre 1671 ließ Maria von
Pfalz – Simmern eine neue Hebamme in Kaiserslautern einstellen,
nachdem sie ihren Hofbader ohnehin auch in den Dienst der städtischen
Bürger gestellt hatte; desgleichen bemühte sie sich um Sauberkeit
und Hygiene in der Stadt. Im folgenden Jahr war dann die Fürstin,
offenbar zu einem Kuraufenthalt, dennoch verreist und hatte dabei
ihren Hofbader mitgenommen. Da zu dieser Zeit gerade der alte Bader
„Petri“ starb, musste man sich sofort nach einem Ersatz umsehen,
was auch kurzfristig mit einem geeigneten Mann aus Haßloch gelang,
der sich allerdings noch die „Kunst des Schröpfens“ aneignen
musste.
hukwa
Lit. Hinweise:
Josef May: Das Gesundheitswesen im
alten Lautern; Heimatjahrbuch KL. 1964
Werner Weidmann: Zur Geschichte der
Ärzte und Apotheker aus der Pfalz und den umliegenden Gegenden:
Jahrbuch zur Geschichte von Stadt und Landkreis Kaiserslautern.
Bd.32/33
Albert Becker: Pfälzer Volkskunde;
1925, Frankfurt.
Julius Küchler: Chronik der Stadt
Kaiserslautern;
Martin Dolch/Michael Münch:
Urkundenbuch der Stadt Kaiserslautern. Otterbach 1994.
Die Besitztümer der Familie von Flersheim im ehemaligen Oberamt Lautern und der Umgebung Hans Wagner
Wenn man sich mit der
Regionalgeschichte der Stadt Kaiserslautern beschäftigt, speziell
mit alten Gebäuden und ehemaligen Adelssitzen wird man immer wieder
auf die Adelsfamilie von Flersheim (Flörsheim) stoßen. Angehörige
dieses Familiengeschlechts, das eigentlich ursprünglich im Wormsgau
zu Hause war, jedoch zum Ende des Mittelalters Herrschafts- und
Besitzrechte in unterschiedlichen Gebieten Südwest- und
Westdeutschlands hatte, waren lange Zeit kurfürstliche Amtleute in
der Lautern. Genannt seien hier nur Bechthold (gest. 1396), Friedrich
der Ältere (gest.1489), Hans (gest.1575), Bechtolf (gest.1546) und
wieder Friedrich (1575), dessen Wohnsitz in Neuhemsbach
(b.Rockenhausen) war und der von hier aus den gesamten Familienbesitz
(Fideikommiss) verwaltete.
Die Verbundenheit der Flersheimer mit
der Stadt Lautern zeigt sich vor allem darin, dass sie vor der
Reformation eine Vikariatspfründe gestiftet haben. Wegen diesem
verdienst und anderen wurde ihnen die Ehre zuteil in der Stiftskirche
begraben zu werden, eine Seitenlinie der Flersheimer führte lange
Zeit den Beinamen „von Lautern“.
Im Mittelalter war es üblich, dass die
adeligen Vasallen eines Fürsten nicht mit Geld, sondern mit
lehensweise überlassenem Haus- und Landbesitz für ihre Dienste
entschädigt wurden. So auch die Flersheimer, dadurch hatten sie
außer ihren Verwaltungsfunktionen natürlich auch noch Wehraufgaben
zu erfüllen.
Um zu erfahren woher die großen
Verdienste der Flersheimer kamen, die sie sich erworben haben ist es
nötig einmal einen Blick auf die Vita zumindest eines
Familienangehörigen zu werfen und zwar auf Friedrich I von
Flersheim.
Ritter Friedrich I von Flersheim war
mehrere Jahrzehnte von ca. 1415 bis 1459 Dienstmann der Pfalzgrafen
bei Rhein sowie des ungarisch deutschen Königs und späteren Kaisers
Sigmund. Von 1415 bis 1417 begleitete er den Kurfürsten Ludwig III.
beim Konzil von Konstanz, verschiedene Historiker gehen davon aus
dass er bei der Verbrennung von Jan Hus beteiligt war. Nach eigener
Aussage war er 1416 bei der Verlegung des gefangenen und abgesetzten
Papstes Johannes XXIII. von Heidelberg nach Mannheim dabei. Im
Auftrag König Sigmunds sollte er 1429 einen Ritterbund wie den des
St. Jörgenschildes im Wasgau und am Oberrhein gründen helfen.
Mindestens zwei mal (1421, 1428) kämpfte er gegen die Hussiten in
Nordwestböhmen und in Mähren dabei geriet er zweimal in deren
Gefangenschaft. 1428/29 war er Teil eines komplizierten
Gefangenenaustausches zwischen mährischen Hussiten und König
Sigmund. Er begleitete als Ritter den Pfalzgrafen Ludwig III., als
dieser 1426/27 eine Pilgerreise nach Jerusalem unternahm, und machte
sich 1428 in der Schlacht bei der Donaufestung Golubac (an der Grenze
zu Rumänien vor dem „eisernen Tor“) gegen die Türken unter
Sultan MuradII. Als Gefolgsmann und angeblicher Lebensretter König
Sigmunds einen Namen. Als Ritter unterwegs war er auch mindestens
viermal beim Deutschen Orden in Preußen, 1428 auch in Litauen und
Russland (Nowgorod und Pskov), in Frankreich (Melun und Bulgneville)
sowie verschiedentlich im Elsaß, darunter auch 1444 zweimal als
pfälzischer Gesandter beim französischen Dauphin und König wegen
der Armagnaken. Etwa drei Jahrzehnte war er pfälzischer Amtmann in
Kaiserslautern. Friedrich hatte vier Söhne. Seine Stiefschwester
Adelheid war verheiratet mit Friedrich Greifenclau zu Volraths, einem
engen freund und Kameraden Friedrichs, der nach der Flersheimer
Chronik, einer Handschrift mit Familiengeschichtlichen
Aufzeichnungen, der Ahnherr aller späteren Greifenclauer wurde.
Friedrich hatte sich also sehr verdient
um das Reich gemacht seine Nachfolger traten in seine Fußstapfen.
Die Besitzungen der Flersheimer lagen
zum größten Teil in der Pfalz aber auch zum kleineren Teil im
nordbadischen Kraichgau. Es waren dies:
Ellerstadt (Ortschaft mit
Blutgerichtsbarkeit)
Grombach (Ortsherrschaft Kraichgau)
Laumersheim (ehemaliges Wasserschloss)
Mehlingen (ehemaliger Sickinger Hof)
Neuhemsbach (Ortsherrschaft)
Trippstadt (Burg Wilenstein, Mühle)
Trippstadt – Aschbacherhof
(Herrenhaus Aschbacherhof, Aschbacherwald)
Kaiserslautern (Häuser, Grund und
Boden)
In der zum Schutze des Reichslandes
erbauten Burg in Lautern waren die Flersheimer Burgmänner und hatten
– für die Zeiten der Gefahr – auch Wohnrechte innerhalb des
Burgbezirks. Sie besaßen vor 1585 gleich vier Burgmannshäuser.
Diese sind nachgewiesen in einem Lehensbrief von 1614. der erste
Gebäudekomplex erstreckte sich vom Marstall bis an das Zwingenborner
„Thorlein“, Garten und Scheune gehörten dazu. Ein zweites Haus
hatten die Flersheimer von dem früheren Burgmann Peter Morschheim
übernommen.
Dem Kurfürsten als Lehnsherren
heimgefallen war im 15. Jh. ein Burghaus das die Edlen von
Breidenborn (beim Daubenborner Hof/ Enkenbach) innegehabt hatten
(zuletzt Georg von Breidenborn- nach einer weiteren Urkunde von
1698). Nach dem es anschließend dem Hans Adam Wald (1698: Hanßen
von Ottenwals) lebenslang verliehen war, wurde es den Flersheimern
übergeben. Auch noch ein viertes Haus hatten sie in Nutzung, und
zwar dasjenige dass vordem dem Grafen Johann von Homburg gewesen war
und das Kurpfalz dann gegen eine „Behausung“ in der Vorburg
eingetauscht hatte. Zu den Häusern gehörten teilweise auch
Gartengrundstücke. Ein Garten der an das Veldenzer Haus stieß, ist
in den einschlägigen Urkunden besonders erwähnt.
Am 7. März 1583, wurde von Pfalzgraf
Johann und Friedrich II von Flersheim ein Tausch- und Kaufabkommen
unterzeichnet, nachdem der Flersheimer sämtlichen Haus- und
Grundbesitz innerhalb der Burgmauern um den Betrag von siebentausend
Gulden abtrat. Für die gleiche Summe erhielt er den sogenannten
Werschweiler Hof „in der Stadt Lautern gelegen in der Steingassen,
vorne auf die gemeine Landstraß stoßend“. Als Nachbarn hatte er
nun gegen die Stadt zu: unten Andreas Zettelin und oben Jost Lang.
Zwischen den Besitztümern der Bürger und des Adelsherrn war eine
Allmendgasse, die man fahren und reiten konnte, heißt es in dem
Dokument. Es dürfte sich hier um die heutige Kolbenstrasse handeln.
Dann ist noch die Rede von der benachbarten Neugaß, wo gleich der
Hofgarten begann. Mit diesem Weg könnte die heutige Ludwigsstrasse
gemeint sein; denn bis dahin erstreckte sich das Anwesen des
Werschweiler Hofes. Bereits im Jahre 1585 entstand hier der neue
Burgmannensitz der Flersheimer im schönen Renaissancestil. Dieses
Haus erbte später der Schwiegersohn des letzten Flersheimers,
Casimir Kolb von Wartenberg, daher Kolbenhof.
Ich (der Verfasser) erinnere mich noch
daran das man in den 1960er Jahren an dem Gebäude noch immer das
recht gut erhaltene Wappen des Hauses Flersheim erkennen konnte. In
Kaiserslautern hieß das Gebäude später „Flersheimerhof“ als
auch „Kolbenhof“.
Grundbesitz zum Flersheimer Hof
gehörig:
Aus dem Jahre 1677 liegt ein ziemlich
ausführlicher Bericht über das Anwesen in der Steinstraße vor.
Damals gehörte dieses allerdings schon dem Johann Casimir Kolb von
Wartenberg (in zweiter Ehe verheiratet mit Judith von Flersheim). Die
Aufnahme des Besitzes tätigten am 19. März 1677 der Stiftsschaffner
Römer, die Ratsangehörigen Theobald Metzger und Johann Schuh, der
Spitalverwalter Peter Braun und der Steinsetzer Isaac Magni. Es ist
zunächst die Rede von der „Wohnbehausung“. Dazu gehörten
Scheuer und Stallung, ein großer Garten hinter der Scheuer und ein
Garten neben dem Haus sowie ein „klein Häuslein“ ebenfalls neben
dem Haus. Ausserdem war noch eine kleine Scheuer vorhanden, die die
Grundstücke von Hans Rüb und Rufolf Deidesheimer berührte.
Der große Garten erstreckte sich vorne
von der Allmendgasse gegen das Schloss zu bis an Junker Kolbs
erkauften Garten. Auf der anderen Seite war ein weiterer Garten, der
dem Junker Kolb von Wartenberg von „unserer gnädigsten Fürstin
und Frau“, nämlich von der Pfalzgräfin Maria Eleonore (von
Simmern), die damals das Fürstentum Lautern innehatte, als Lehen
übergeben worden war. Dieses Grundstück bewirtschaftete zuvor
Philipp von Gemingen. Pfalzgraf Friedrich hatte es Hans von Flersheim
als Lehen übergeben. Pfalzgräfin Maria Eleonore, deren Statthalter
Johann Casimir Kolb von Wartenberg war, hatte das Lehen demnach nur
bestätigt. Zwischen dem herrschaftlichen und dem erkauften Garten
verlief ebenfalls eine Allmendgasse (Gemeindegasse), die zu einem
Steg über den Stadtgraben hin zur Stadtmauer führte.
Zu dem Werschweiler Hof gehörte ein
beachtlicher Feld- und Wiesenbesitz. Er wurde durch Käufe noch
erweitert. Die Flersheimer besaßen 1677 in der Gemarkung
Kaiserslautern über 80 Morgen Ackerland. Die Einzelgrundstücke
lagen am Gersweiler Weg (Flersheimer Gering), am Enkenbacher Weg, am
Enkenbacher Pfad, am Hertelsborn, am Wartenberger Weg, am
Wartenberger Pfad, in den Guldenäckern, am Rodenberg, bei der
lehmengrube, am Morlauterer Weg (am Burggraben), in den Kappesgärten
am Morlauterer Weg und vor der Burgpforte. Wir sehen, schon damals
war die Zersplitterung des Grundbesitzes weit vor geschritten und
nicht einmal dem höchsten Beamten in Lautern war es möglich, diesen
zu arrondieren.
Alte Rechte außerhalb der Stadt
Lautern:
Als Burgmänner, also Amtleute standen
den Flersheimern schon in mittelalterlicher Zeit zu:
1 Achtel der Besthäupter im „Reich“
(in Weilerbach, Steinwenden, Ramstein); der Forsthub zu Weilerbach;
der Futterhafer im Kirchspiel zu Weilerbach; 5 Pfund Heller Geld und
ein Pfuhl, genannt Ellerpfuhl (Weiher); nochmals 2 ½ Pfund Heller
Geldes zu Weilerbach, fallend auf St. Remigius; 7 ½ Pfund Heller zu
Steinwenden, dazu Fischerei, Jägerei und Holzhauen; 8 Pfund Heller
alle Jahre im Kübelberger Gericht, dazu die selben Rechte in
Steinwenden/2 1/2 Pfund Heller zu Ramstein, auf „Remigi“ Zins
fallend.
Unter „Besthaupt“ versteht man die
Abgabe aus dem Nachlaß eines Grundhörigen an den Grundherrn. Dieser
Begriff deckt sich in etwa mit der heutigen Erbschaftssteuer.
Abgeliefert werden musste, ein Stück
Rindvieh und zwar das „beste Haupt“ im Stalle. Diese Abgabe stand
den Flersheimern im „Reich“ zu. d. h. In einem Teil des
ehemaligen Reichslandes in Lautern. Ein Gebiet an das heute noch der
„Reichswald“ erinnert.
Die „Hub“, wie sie den Flersheimern
in Weilerbach und Lautern zur Nutzung übergeben worden war, war
eigentlich ein Altdeutsches Ackermaß (huoba) von 20 bis 50 Morgen,
eine Ackernahrung, d. h. Soviel Land, wie für eine Familie nötig
war und man mit einem Gespann bearbeiten konnte. Also auch in
Weilerbach hatten die Flersheimer beachtlichen Grundbesitz.
Die Flersheimer Hub in der Herrschaft
Wilenstein:
Burg und Herrschaft Wilenstein in
Trippstadt waren im 14. Jahrhundert halbiert. Lehensträger (von
Leiningen) waren die Falkensteiner und die Flersheimer. Das Land, das
zur Burg gehörte, war unterschieden in die Wyrichshub und die
Flersheimer Hub. „Wyrichshub“ hieß die eine, weil sie Wyrich von
Daun durch die Heirat mit Irmingard von Falkenstein geerbt hatte. Der
Bezirk der Flersheimer Hub umfasste neben der hinteren Burg
Wilenstein die Hälfte des Dorfes Trippstadt, den Aschbacherhof, den
Aschbacherwald und die Flörsheimer Mühle. Im Dorf Trippstadt selbst
verlief die Grenze zwischen beiden Huben entlang der alten Landstraße
nach Lautern. Die Flersheimer besaßen den größten Teil des Ortes
auf der Westseite (n.M. Frey). Sie unterhielten einen eigenen
Hubschultheißen, was wiederum auf die Größe des Grundbesitzes
schließen lässt.
Nach dem Tode Hans Philipps von
Flersheim erbte die Tochter Esther, die Gemahlin des Johann Conrad
Blarer v. Geiersberg den Teil der Hub, in dem das Dorf Trippstadt
lag. Den Hof Aschbach, der von der Herrschaft Wilenstein abgetrennt
wurde, erbte die Tochter Judith, die früh verstorbene Frau des
Johann Casimir Kolb v. Wartenberg I. So kam dieser teil des
Flersheimer Besitzes später zur Grafschaft Wartenberg, schließlich
noch in die Konkursmasse Wartenberg und durch Kauf an den Grafen von
Sickingen. Esther von Geiersberg vermachte die Herrschaft Wilenstein
an Johann Philipp v. Virmund, den Sohn ihrer Schwester Elisabeth.
Der Besitz der Flersheimer in
Neuhemsbach und der weiteren Umgebung
Der Besitzstand der Flersheimer ist im
Neuhemsbacher Lagerbuch von 1571 festgehalten (St. A. Speyer, Sayn
Wittgenstein Nr. 22,2) sowie in einem Zinsbuch aus dem Jahre 1626
(St. A. Speyer, Sayn Wittgenstein Nr. 5h). Danach gehörten zu dieser
Herrschaft: Haus und Schloss Neuhemsbach mit seinem ganzen Bezirk.
Dazu gehört auch die hohe Obrigkeit, zu richten über Hals und Bein
und alle ungerechten Leute. In Münchweiler und Gonbach von den
Grafen zu Leiningen das sogenannte
„Westerburgische Lehen“. Dazu alle
Obrigkeit und Gerechtigkeit zu jagen und hagen, Gebot und Verbot, zu
richten über Hals und Bein. In Baudtweiler haben die Flersheimer
gemeinsam mit den Kolben von Wartenberg die Obrigkeit, doch sind die
ersteren oberste Gerichtsherren. In Sippersfeld ist die Herrschaft
ebenfalls geteilt und zwar mit den Grafen von Nassau. Die hohe
Gerichtsbarkeit haben die Nassauer allein. Die Herren von Neuhemsbach
erheben den Zehnten zu Imsbach und Lohnsfeld. Alsenbrück, der
Wäschbacherhof und der Bocksrückwald gehören nach Neuhemsbach.
In Wartenberg haben die Flersheimer
keine Herrschaftsrechte aber einen beachtlichen Besitz an Hofstätten,
Felder, Wiesen und Wäldern. Die Wartenberger Mühle, die Michel
Krauß erbaut hat ist Eigentum der Flersheimer. Besitzrechte bestehen
noch in Alsenborn am Hubhof, das Kloster Enkenbach bezahlt Abgaben
für ein Gut in Baudtweiler. Nach einem Vertrag von 1556 hat
Mehlingen Weiderecht in Baudtweiler
für einen Malter Hafer jährlich. In dem Lehensbuch des Landgrafen
Hasso sind auch die Streitigkeiten des Gotfried von Randeck und
Friedrich von Flersheim festgehalten. Es geht unter anderem
hauptsächlich um die Rechte in Münchweiler. Außerdem fordert er
„Ychenbach den Wagck“ (= Woog) und einen Teil am gericht zu
„Ychenbach“. Gemeint ist die „Eichenbach“ am Neuhemsbacher
Bahnhof. Sie wurde 1279 erstmals urkundlich erwähnt.
hukwa
Lit. Hinweise:
Otto Walz: Die Flersheimer Chronik.
Leibzig 1874.
Walther Möller: Stammtafeln
westdeutscher Adelsgeschlechter im Mittelalter. Selbstverlag;
Darmstadt 1950.
Heinz Loch: der Aschbacher Wald im
Wilensteiner Land. Heimatjahrbuch KL.
Daniel Häberle: Alte Straßen und Wege
in der Pfalz; Pfälzerwaldverein, Wanderbuch 1931.
Wilhelm Höfli: Aus der Geschichte des
Karlstals; Mitt. A. Kltrn. 1958, Nr. 6.
Lehmann Joh. Urkundliche Geschichte der
Burgen und Bergschlösser ...der Byr. Pfalz.
Rudolf Bechberger: Die Herrschaft der
Randecker und Flersheimer: H. Jahrbuch-KL- 1993
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