Die dunklen Wälder
im Januar
atmen die Wehmut
verlorener Tage
die ewig Gestrigen
streichen umher
verspritzen ihr
billiges Gift
und üben sich in der
einzigen Kunst die sie beherrschen
der üblen Nachrede
ihre Waffe
ist die der Feigen
öffnet endlich eure Tür
und lasst herein
die Harmonie des Seins
die ihr nie
gespürt habt
doch öffnet nie die Tür
zu einem Museum
ihr kommt nie wieder heraus
denn ihr gehört hinein.
hukwa
Dienstag, 14. Januar 2014
Montag, 13. Januar 2014
Die Kelten – Europas erste Umweltsünder oder über Keltomanie und Keltologie
Wenn wir uns mit dem Geheimnis des
keltischen Geistes beschäftigen müssen wir sehr behutsam
vorgehen sonst landen wir schnell in
Fantasien.
Jean Markale schrieb einmal: … „seit
dem Jahre 52 unserer Zeitrechnung haben die Völker Westeuropas
vergessen, wer sie einmal gewesen sind. Denn genauen Ort der
Niederlage von Vereingetorix bei Alesia kennt heute niemand mehr, und
doch trat dort dort große Wende ein: Die griechisch – römische
Geisteshaltung, die auf dem Glauben an den Universalismus und an die
Logik des ausgeschlossenen Dritten basiert, begann langsam, aber
sicher das sogenannte „barbarische“ Denken der Kelten zu
verdrängen. Dadurch vergaßen wir Westeuropäer allmählich, das wir
Töchter und Söhne der Kelten und vor allem die Erben der
spirituellen Tradition dieses Volkes sind“.
Das sind schöne
Worte die aber nur zum Teil der Wahrheit entsprechen.
Die heutige
„Keltomanie“ die sehr unrealistisch und keinesfalls auf
historisch – archäologischer Forschung beruht hat dennoch einen
kleinen Vorteil, nämlich: Die Kelten gelten als Fürsprecher der
Natur, ja, direkt als Naturweise, dies hat für unsere heutige Zeit
zweifelsohne einen großen Vorteil, nämlich denn, dass sie uns aus
der Vergangenheit, einen Wegweiser in die Zukunft weisen mit dem
harmonischen Umgang mit unserem bedrohten Planeten.
Dass die Kelten
aber auch ein Volk waren, dass man in ihren religiösen Ritualen mit
den Azteken vergleichen kann, darf man nicht außer acht lassen.
Wir dürfen uns
von diesem Volk nicht zu Wunschvorstellungen verleiten lassen, denn
dies ist der Fallstrick der keltischen Mythologie der so oft falsch
ausgelegt wird.
Ich möchte
sogar behaupten, die Kelten waren die „ersten Umweltsünder
Europas“!
Ein Beispiel:
Die Kelten
rodeten riesige Waldgebiete, weil sie Holzkohle zur Eisenschmelze
benötigten. Dazu kommt noch, dass die keltischen Schmiede bei
der Schmelze dem Erz Blei beifügten. Dieses hochgiftige Metall ist
noch heute, also nach über 2000 Jahren an seinen hohen
Konzentrationen nachweisbar.
Die Ausbeutung
der Wälder bildete tatsächlich eine Haupttätigkeit der
Kelten/Gallier. Sie benötigten Unmengen von Holz auch für Hausbau,
Schiffsbau und Wagenbau.
hukwa
Geschichtsphilosophie und Historismus
Ich treffe immer wieder auf Menschen, die glauben sie betreiben Geschichtswissenschaft und merken dabei nicht, dass sie nichts anderes als relativistischen Historismus und Selbstbeweihräucherung betreiben. Sie leben eine konsequente Historisierung ihres Denkens und leugnen deshalb die absoluten Wahrheiten und Werte, die uns die Geschichtsphilosophie offenbart hat. Solchen Menschen empfehle ich dann das Werk von Oswald Spengler - Der Untergang des Abendlandes -.
hukwa
hukwa
Der Wälder altes Lied
Immer wieder wie ein Rausch
das alte Lied der Wälder
kannst du es hören
und
das grüne Licht mit den Händen einfangen
der Wind flüstert ein Geheimnis
das nur die Bäume begreifen
leises Atmen der Wälder
im Klageton der Tannenmeisen
der Eisvogel versteckt sich
es bleibt
das alte Lied der Wälder.
hukwa
das alte Lied der Wälder
kannst du es hören
und
das grüne Licht mit den Händen einfangen
der Wind flüstert ein Geheimnis
das nur die Bäume begreifen
leises Atmen der Wälder
im Klageton der Tannenmeisen
der Eisvogel versteckt sich
es bleibt
das alte Lied der Wälder.
hukwa
Samstag, 11. Januar 2014
Der Menhir von der Breitenau - Gedanken zu einem alten Stein
Um alte Steine ranken sich immer
Geschichten, Märchen und Sagen. Die Geschichten die man sich gewiss
einst um den hier beschriebenen Menhir erzählte sind lange schon
vergessen. Und so steht dieser „lange Stein“, dies bedeutet das
Wort Menhir, einsam im Stelzenberger Wald.
Die kleine Siedlung Breitenau ist eine
Annexe der Gemeinde Stelzenberg.
Das dieser uralte Stein von Menschen
errichtet wurde davon können wir mit Sicherheit ausgehen. Ebenso
dass es sich um keinen Grenzstein handelt. Das Material besteht aus
rotem Sandstein wie er in dieser der Umgebung vorkommt.
Seine Abmessungen sind folgende: Höhe
zum Hang 1,25m, zum Berg 1,15m, Breite und Dicke am Boden 65x35cm, an
der Spitze 58 x 26cm.
Dem pfeilartigen Stein entströmt etwas
archaisches, aber man muss ihn wohl in keltischer Zeit suchen. Wenn
man die weitere Umgebung der Breitenau vorgeschichtlich betrachtet
finden wir weitere Zeugnisse aus der keltischen Zeit. So stand beim
Dansenberger Friedhof einst ein weiterer Menhir und in Hohenecken
stand einst eine Jupitergigantensäule.
Warum der Stein gerade hier steht lässt
sich leider nicht mehr einordnen. 20M östlich des Berges befindet
sich ein Hügel der einem Gräberfeld ähnelt. Er wurde allerdings
nie archäologisch untersucht. Würde es sich um ein Gräberfeld
handeln, dann könnte man den Stein dem Totenkult zu ordnen.
Eine weitere Möglichkeit besteht
darin, dass wir einen schon zur Römerzeit gesetzten Grenzstein vor
uns haben. Denn der an den Menhir angrenzende Flurname heißt
Breitfeld und dieses Wort bedeutet eine nach römischen Muster
vermessene Flur. Das heißt der ganze Bezirk war in gleich große
Rechtecke eingeteilt. So kann man auch nicht ausschließen dass die
heutige Annexe Breitenau, bereits in gallo – römischer Zeit als
Hofgut bestanden hat.
Der alte Hohlweg der von der Breitenau
aus auf die Höhe zum Bergfeld führt um von hier aus Stelzenberg
erreichend, kann durchaus eine Höhenstraße darstellen, da an der
Breitenau auch ein uralter Keltenweg von der Sickinger Höhe kommend
vorbeiführt.
Auf irgend eine Weise haben die
Menhire miteinander in Verbindung gestanden, der erwähnte Keltenweg
der von der Sickinger Höhe kommt verläuft Westwärts zum Menhir von
Rentrich im Saarland und zum Golenstein bei Blieskastel.
hukwa
Heimatgeschichte und Geschichtlichkeit
Geschichte ist mehr als kleinkariertes Suchen in heimatlichen Gefilden. Geschichte gründet in der Seinsbeschaffenheit des Menschen. In seinem Wesen kann der Mensch keine endgültige Erkenntnis finden aber über den Weg der Geschichte. Geschichte ist letztendlich jener Inbegriff von all dem was wir Menschen hervorbringen. Geschichtsbildung ist somit auch immer gelebte Philosophie.
hukwa
hukwa
Dienstag, 10. Dezember 2013
Vom Zauber des Gehens
Lebenstempo und die Magie des Gehens.
Wer mit Autobahngeschwindigkeit durchs
Leben rast muss die Welt um sich herum zwangsläufig anders als jener
sehen, der gemütliche Spaziergänge unternimmt.
In seinem Spaziergang nach Syracus
im Jahre 1802 schreibt Johann
Gottfried Seume: „ich halte den Gang für das ehren vollste und
selbstständigste im Menschen und bin der Meinung, das alles besser
gehen würde, wenn man mehr ginge“.
Als ein alter
Indianer das erste mal in einem Auto mitfuhr sagte er nach einer
viertel Stunde: „Warte einen Moment damit auch meine Seele
mitkommt“.
Ich kann sie gut
verstehen, den Indianer und den alten Seume, denke ich doch genau so!
Bin ich doch der gleiche leidenschaftliche Spaziergänger!
Ein Spaziergang
sollte immer eine Verschmelzung zwischen Gehen und Meditation sein.
Die meisten Menschen rennen auch wenn sie denken sie würden gehen.
Oft meldet sich beim Gehen eine ganz andere Frage als die gerade
ansteht. Im wissen und vertrauen darauf das sich bei einem
Spaziergang alles ordnet gibt man gerne dem Neuen den Vorrang. In der
Regel findet sich eine Lösung dass ist Gehen als Meditation.
Wenn ich bewusst
gehe, befinde ich mich in Kontemplation.
Am
schönsten ist das Absichtslose gehen ES geht
nenne ich solche Spaziergänge.
Wir sind heute alle
mehr Autofahrer als Fußgänger. Durch die Schnelligkeit des
Lebenstempo bleiben Gefühle und Ganzheitlichkeit auf der Strecke
liegen. Das ist der Trend in unserer Kultur, eine immer schneller
werdende Beschleunigung unseres Lebenstempos.
hukwa
Montag, 9. Dezember 2013
Als Gott die Gehirne schuf
Als Gott die Gehirne schuf, hat er sich damit in gar keiner Weise verpflichtet, für deren Leistungen eine generelle Garantie zu übernehmen.
Montesqieu
Montesqieu
Freitag, 6. Dezember 2013
Tagesspruch von Schiller
Suchst du, das Höchste, das Größte?
Die Pflanze kann es dich lehren.
Was sie willenlos ist,
sei du es wollend - das ists
Schiller
Die Pflanze kann es dich lehren.
Was sie willenlos ist,
sei du es wollend - das ists
Schiller
Donnerstag, 5. Dezember 2013
Das Gefieder der Zeit
Stein am Ufer
Wurzelwerk
Moos
uralter Sandstein
wo rinnen schläft
das Lied des Dompfaff
warte
du weißt auf was
sieh nur
die bemalten Altäre am Bachrand
geh weiter
du findest deinen weg.
hukwa
Wurzelwerk
Moos
uralter Sandstein
wo rinnen schläft
das Lied des Dompfaff
warte
du weißt auf was
sieh nur
die bemalten Altäre am Bachrand
geh weiter
du findest deinen weg.
hukwa
Freitag, 29. November 2013
An die heimatkundlichen Cherusker
Ich meide die Enge
die ihr so liebt
ich fliehe vor der Menge
die euch so beliebt
ich suche die Weite
die ihr streng vermeidet
das Traumland der Heiden
dort in der Antike
fühl ich mich geborgen
ich bin ein Kelte
ihr übt nur Schelte
so bin ich ein Grieche
ein alter Etrusker
doch keinesfalls
ein idiotischer Cherusker.
hukwa
die ihr so liebt
ich fliehe vor der Menge
die euch so beliebt
ich suche die Weite
die ihr streng vermeidet
das Traumland der Heiden
dort in der Antike
fühl ich mich geborgen
ich bin ein Kelte
ihr übt nur Schelte
so bin ich ein Grieche
ein alter Etrusker
doch keinesfalls
ein idiotischer Cherusker.
hukwa
Montag, 25. November 2013
Ich bin ein Teil des Waldes
Ich bin
die Erde unterm Pflug
das Korn das man mit Flegel schlug
Ich bin
des Dompfaffs Lied
Krähenschrei und Reiherflug
Ich bin
der Stein am Wegesrand
der Efeu der darum sich rankt
die Eichel die vom Ast abfällt
der Rehbock der den Mond anbellt
Ich bin
ein Windgeräusch im Baum
die Wurzel die aussieht
wie Gorgonenhaupt und Kentaurengestalt
ein Gräserlied
das in den Binsen singt
Ameisenkönigin und Lerchenlied
Ich bin
als Form im Bernstein drinn
Ich bin
im rauschen der Bäume als Ton mit drinn.
hukwa
die Erde unterm Pflug
das Korn das man mit Flegel schlug
Ich bin
des Dompfaffs Lied
Krähenschrei und Reiherflug
Ich bin
der Stein am Wegesrand
der Efeu der darum sich rankt
die Eichel die vom Ast abfällt
der Rehbock der den Mond anbellt
Ich bin
ein Windgeräusch im Baum
die Wurzel die aussieht
wie Gorgonenhaupt und Kentaurengestalt
ein Gräserlied
das in den Binsen singt
Ameisenkönigin und Lerchenlied
Ich bin
als Form im Bernstein drinn
Ich bin
im rauschen der Bäume als Ton mit drinn.
hukwa
Sonntag, 24. November 2013
Traumwanderer
Es ist verborgen in einem Traum
Ein Schwert ein Schild ein Wanderstab
Die waren in grauer Vorzeit mein
Genommen hat sie mir die Zeit.
So such ich heut im Traume noch
nach Dingen die mir die Zeit nahm
den Kelch den Krug und meinen Druidenhut
das alte Buch und meinen Zauberstab.
Auch weiß ich noch von einer Burg
und einem Fräulein wunderschön
in meinen tiefsten Traumesnächten
reise ich dort wieder hin.
hukwa
Ein Schwert ein Schild ein Wanderstab
Die waren in grauer Vorzeit mein
Genommen hat sie mir die Zeit.
So such ich heut im Traume noch
nach Dingen die mir die Zeit nahm
den Kelch den Krug und meinen Druidenhut
das alte Buch und meinen Zauberstab.
Auch weiß ich noch von einer Burg
und einem Fräulein wunderschön
in meinen tiefsten Traumesnächten
reise ich dort wieder hin.
hukwa
Sonntagmorgen im Karlstal
Wie weiße Schlangen winden sich die Nebel um die Bäume
das Echo steigt auf aus dem Tal
mit dem Laut des Fuchses
ein kurzes Bellen
und es verliert sich im Wald
die Erde hier ist heute nicht malbar
dafür die Stille sonderbar
einige sind da
aber keiner nimmt etwas wahr.
hukwa
das Echo steigt auf aus dem Tal
mit dem Laut des Fuchses
ein kurzes Bellen
und es verliert sich im Wald
die Erde hier ist heute nicht malbar
dafür die Stille sonderbar
einige sind da
aber keiner nimmt etwas wahr.
hukwa
Donnerstag, 21. November 2013
Ich habe seltsame und geheimnisvolle Dinge erlebt
"Ich habe seltsame und geheimnisvolle Dinge erlebt" sagte sie zu ihrer Schwester.
"Die sind alle nicht wirklich und nicht wahr" antwortete ihre Schwester.
"Nein, wirklich und wahr sind sie vielleicht nicht" sagte Alice,
"aber erlebt habe ich sie trotzdem".
Lewis Caroll in
Alice im Wunderland.
"Die sind alle nicht wirklich und nicht wahr" antwortete ihre Schwester.
"Nein, wirklich und wahr sind sie vielleicht nicht" sagte Alice,
"aber erlebt habe ich sie trotzdem".
Lewis Caroll in
Alice im Wunderland.
Stille der Wälder
Blattlos die Bäume
Die Eichen wirken wie Kentaurengestalten
Uralte Wurzelstöcke mit Gorgonenhaupt
Medusa schaut aus Felsgestein
der Teich ein glatter Spiegel
Wolkenschatten spiegeln darauf
In jeder Stille liegt eine Antwort.
hukwa
Die Eichen wirken wie Kentaurengestalten
Uralte Wurzelstöcke mit Gorgonenhaupt
Medusa schaut aus Felsgestein
der Teich ein glatter Spiegel
Wolkenschatten spiegeln darauf
In jeder Stille liegt eine Antwort.
hukwa
Mittwoch, 20. November 2013
Herbstabend im Aschbacherwald
Jetzt naht des Herbstes Abend
der Winter wird wohl kalt
schon mächtig streicht der Westwind
über das feuchte Gras
lang werden nun die Schatten
der Sommer ist dahin
der letzte Kranichzug
wie Kampfschrei ist ihr Ruf.
hukwa
der Winter wird wohl kalt
schon mächtig streicht der Westwind
über das feuchte Gras
lang werden nun die Schatten
der Sommer ist dahin
der letzte Kranichzug
wie Kampfschrei ist ihr Ruf.
hukwa
Dienstag, 19. November 2013
Tagesspruch von Leonardo da Vinci
Der Tag wird kommen,
wennn das Töten eines Tieres
genau so als Verbrechen betrachtet wird
wie das Töten eines Menschen.
Leonardo da Vinci
wennn das Töten eines Tieres
genau so als Verbrechen betrachtet wird
wie das Töten eines Menschen.
Leonardo da Vinci
Früher Morgen im Karlstal
Der Tag bricht an
feuchter Nebel
der leichte Flug des Reihers
über den See
ein kurzer Schrei
der Tag bricht herein.
hukwa
feuchter Nebel
der leichte Flug des Reihers
über den See
ein kurzer Schrei
der Tag bricht herein.
hukwa
Samstag, 16. November 2013
Winterlicher Wald
Rosenzeit ist vorüber
Frau vermißt den Flieder
Zugvögel ziehen wieder
Wildgänse Schreibens nieder
in Keilschrift
Himmelüber
Teich ist bald vereist
Sumpfrohrsänger verreist
Holunder steht ganz bleich
Eberesche hat ausgeglüht
Winter kehrt eiskalt
in die Wälder ein.
hukwa
Frau vermißt den Flieder
Zugvögel ziehen wieder
Wildgänse Schreibens nieder
in Keilschrift
Himmelüber
Teich ist bald vereist
Sumpfrohrsänger verreist
Holunder steht ganz bleich
Eberesche hat ausgeglüht
Winter kehrt eiskalt
in die Wälder ein.
hukwa
Freitag, 15. November 2013
Das spirituelle Ganze
Bei meiner heutigen Raureifwanderung am frühen Morgen gingen mir folgende Gedanken durch den Kopf: In meinen Vorstellungen gehe ich schon immer von einer dunklen nicht - sichtbaren Materie aus, die das "Ganze" das uns umgibt nicht nur zusammenhält, sondern die all dem einen Sinn gibt. Was ist das für ein armseliges Leben das nur auf der rationalen Ebene gelebt wird? Ich selbst bin kein besonders religiöser Mensch doch ich weiß um die Rückbindung. Eine Verbindung des Einzelnen zum Gesamten - Urganzen. Einstein schrieb zu recht: "Das Geschehen in der Natur scheint einen viel höheren Grad von gesetzlicher Gebundenheit zu zeigen als in der von uns gedachten Kausalität liegt".
hukwa
hukwa
Donnerstag, 14. November 2013
Das Denk – mal bei der Amseldell
Immer wenn ich vor dem Denkmal auf der
Amseldell bei Trippstadt stehe, dass vom einstigen fürstlichen
Besuch kündet, beginnt auch in mir ein Denk – mal. Und ich frage
mich wo ist eigentlich das Denkmal des Hüttenarbeiters der am
Hochofen stand, des Schmiedes, des Waldarbeiters, des Köhlers, des
bettelarmen Tagelöhners, der armen Frau die im Karlstal in einer
Höhle lebte, des Manns an der Walze, am Schmiedeofen, der
unbekannten Arbeitermutter die ihre Kinder allein groß ziehen musste
weil ihr Mann in einem der unsäglichen Kriege, die ja nicht die
kleinen Leute begonnen hatten, gefallen ist?
Die Geschichte ist nicht allein die
Geschichte einiger Feudalherren, sondern jener die diese Geschichte
mit ihrem Blut geschrieben haben. In keinem Denkmal in Trippstadt
spiegelt sich dies. Hier wäre eine Lücke zu füllen.
Da finden wir im Karlstal das Denkmal
des „Erbauers“ der Karlsstraße, obwohl es Arbeiter waren die
diese Straße gebaut haben.
Die letzten zweihundert Jahre unserer
Geschichte, sowie der Heimatgeschichte von Trippstadt wurden nicht
von Adel und Kirche geprägt, sondern von der Industrialisierung. Sie
hat vielseitige Spuren und Bauten in Trippstadt hinterlassen, vor
allem die „Spur des kleinen Mannes“ oder eben der „kleinen
Frau“, diese sollten hervorgehoben werden. Gerade Heimatgeschichte
ist immer auch Sozialgeschichte und nicht nur Feudalgeschichte.
hukwa
Raureif Haiku
Die Schlehe
ummantelt vom Raureif
Geist der Stille.
Bedeckt vom Raureif
das Sein
des alten Zaunpfostens.
hukwa
ummantelt vom Raureif
Geist der Stille.
Bedeckt vom Raureif
das Sein
des alten Zaunpfostens.
hukwa
Mittwoch, 13. November 2013
Bioregionalismus und Geomantie als Teil der ganzheitlichen Heimatkunde
Die Berge, Flüsse, Seen und Wälder sind Teile einer Region und gehören zu ihr, wie die Bäume, Kräuter und Tiere dieser Landschaft. Und Gary Snyder schreibt zu recht. "In alten Gebräuchen sind Flora und Fauna ebenso wie Landschaftsformationen Teile der Kultur. Die Summe der Kräfte eines Feldes wird zu dem, was wir gemeinhin "den Geist des Ortes" nennen. Kennt man den Geist eines Ortes begreift man, dass man ein Teil eines Teiles und das Ganze aus teilen zusammengesetzt ist, von denen wiederum jeder für sich genommen ganz ist".
Dieses Gefühl einer Ganzheit und einer "dazu - gehörigkeit" ist moderne, ganzheitliche Heimatkunde, die ja nichts anderes ist als Bioregionales Bewusstsein. In dem ich in einer Landschaft heimisch werde, bin ich ein Wiedergeborener, ja, ein "Eingeborener". Ich werde in etwas hineingeboren und bin fortan Teil der großen Kette.
hukwa
Dieses Gefühl einer Ganzheit und einer "dazu - gehörigkeit" ist moderne, ganzheitliche Heimatkunde, die ja nichts anderes ist als Bioregionales Bewusstsein. In dem ich in einer Landschaft heimisch werde, bin ich ein Wiedergeborener, ja, ein "Eingeborener". Ich werde in etwas hineingeboren und bin fortan Teil der großen Kette.
hukwa
Der Wald ist mein Tempel
Es gibt Wälder die betrete ich wie ein gläubiger Hindu einen Shiva Tempel betritt. Denn was ist der Wald anderes als ein großer Tempel? Wer die Wälder oberflächlich behandelt ist in meinen Augen ein Tempelbeschmutzer. Wer sie rodet ist ein Tempelräuber und Tempelzerstörer. Wenn ich in den Wäldern schlafe gleicht mein Schlaf einem Tempelschlaf. der Wald ist der grüne Tempel der alten Erdmutter.
hukwa
hukwa
Herbststimme Haiku
Der Wind
raunt in den entlaubten Bäumen
Stimme des Herbstes.
hukwa
raunt in den entlaubten Bäumen
Stimme des Herbstes.
hukwa
Dienstag, 12. November 2013
Reinkarnation und Geschichte
Es gibt die rationale, historische Geschichte und es gibt jene Geschichte die in den Gewölben unseres Unbewussten verborgen ist. Goethe sagte einmal, dass nur der nicht im Dunkel lebt, der sich von 3000 Jahren Rechenschaft zu geben weiß. Wie eine schattenhafte Wirklichkeit lebt die Geschichte in uns tief drinnen. In dem wir sie in unserem Unbewussten aus dem Zauberschlaf der Vergessenheit erwecken, tauchen wir in uns selbst hinab und können jene Existenten wieder finden, die wir einst selbst waren. Die Vergangenheit, die so neues Leben gewinnt kann nicht völlig verschwinden. Als gestaltende Macht wirkt sie in uns weiter. Und wenn wir einen Zugang in uns selbst zu ihr finden, beginnt sie zu sprechen.
hukwa
hukwa
Eisvogel Haiku
Beim Wehr am vereisten Bach
ein Edelstein
der Eisvogel.
hukwa
ein Edelstein
der Eisvogel.
hukwa
Montag, 11. November 2013
Auf heimatgeschichtlichen Pfaden
Heimatgeschichte, Geomantie, Mythos und
Sage - eine Symbiose
von Hans Wagner
Jetzt im Herbst wandere ich gerne
entlang der kahlen Felder und Äcker. Es ist die mystische Stimmung
die mich hierher treibt. Es gibt immer etwas neues zu entdecken. Vor
allem in der Feldflur wird man oft fündig, wenn man nur sucht.
Scherben, Münzen oder bearbeitete kleine Steine aus alter und
uralter Zeit finden sich immer wieder. Was die Erde vor Jahrhunderten
verschlungen hat, gibt sie irgendwann auch wieder heraus. Aber auch
in den Wäldern kann man vieles entdecken. Seltsame Steinformationen,
uralte aufgeschüttete Erdhügel und man fragt sich was verbirgt sich
darunter?
Hier treffen sich dann Heimatgeschichte
und Geomantie, beide zusammen ergeben dann Heimatkunde. Man kann eine
Ortsgebundene sage viel besser verstehen, viel mehr aus ihr
herauslesen, wenn man auch die alte Wissenschaft der Geomantie mit
einbezieht. Schließlich klärt sie uns über die Strukturen einer
Landschaft auf. Für viele Menschen ist Heimatkunde ein trockenes
Steckenpferd doch in Verbindung mit der Geomantie wird sie lebendig
und pulsierend. Sie gibt uns ein Gespür für die Landschaft und
somit auch für Geschichte.
Schon als Kind habe ich dieses innige
Verhältnis von Landschaft und Geschichte die mich umgab gespürt.
Und immer waren es große Momente für mich wenn die Landschaft zu
mir sprach.
Die Landschaft in der ich aufwuchs war
das Gebiet das man in unserer Regionalgeschichte das alte
Reichsland nannte. Ein
Landstrich der sehr geschichtsträchtig ist. Auf solchen Wanderungen
spüre ich oft dass mich nur eine dünne Nebelwand vom Dunkel der
Geschichte trennt.
Landschaft
will erwandert sein.
Mit Sicherheit nehme ich die Landschaft bewusster auf, wenn ich sie
erwandere, als wenn ich mit dem Auto durch sie fahre. So ist es auch
mit der Geschichte, damit sie nicht abstrakt wirkt, muss ich
Geschichte versuchen zu erfahren.
Als
Schliemann seine großen Entdeckungen machte folgte er nicht seinem
rationalen Verstand – er folgte einem Mythos, einer Sage, und wurde
fündig.
Bei
einer Sage stellt sich immer die Frage, was entspricht der Wahrheit,
was der Phantasie. Also was ist die ätiologische Funktion einer
Sage? Das soll heißen liefert die Erzählung eine „Erklärung?“
eine solche Erklärung können augenfällige Wahrzeichen der
örtlichen Umgebung sein, wo die Sage entstanden ist, es können
Felsen, Quellen oder Gebäude sein die in der Sage eine Bedeutung
gewinnen.
Die
Sage ist eine Orts- oder Landschaftsbezogene Erzählung, sie will uns
über die Landschaft und die Menschen die dort gelebt haben etwas
sagen.
Wir
Wissen das in jeder Sage eine kleine Wahrheit steckt, etwas
historisches dass irgendwann einmal wirklich war.
Diesen
einstmals „echten Kern“ der Sage herauszufinden bedarf einer
intensiven Forschung. Dabei nutzen uns Flurnamen, volkskundliche
Überlieferungen, Heimatgeschichte und Hermeneutik. In einer Sage
befindet sich immer etwas „überliefertes“ dieses „Überlieferte“
ist nicht immer gleich erkennbar bedingt durch den Lauf von
Jahrhunderten und Jahrtausenden. Auch finden sich in Sagen immer
wieder unterschiedliche, kulturelle Strömungen.
Da
sich viele Sagen ähnlich sind, wissen wir das der Mythos eine
wichtige Rolle in der Sage innehat.
hukwa
Wandern und Geschichtsbewusstsein
Während einer Wanderung soll man die Augen auch für die Wunder am Wegesrand offenhalten. Erzählen sie uns doch Geschichte und Geschichten. Sei es ein Menhir, ein Grenzstein, eine Ruine, eine alte Höhle um die sich eine Sage rankt oder ein besonders alter Baum. Treffe ich auf solche geschichtliche Orte und Wahrzeichen dann kann es passieren das sich in mir mein "radikales Geschichtsbewusstsein" meldet. Ich versuche dann aus jenen Mythen, Sagen, Märchen und Legenden die sich darum ranken dass uranfängliche herauszuschälen. So kann eine Wanderung auch zu einer heimatgeschichtlichen Zeitreise werden. Man muss nur radikal und tief genug denken. Manchmal ist es nötig Geschichte nicht nur in ihrem zeitlichen Aspekt sondern auch in ihrem überzeitlichen Sinn zu fassen. Im Sinne von Nietzsche der schrieb: "Im Schlaf und Traum machen wir das Pensum früheren Menschtums noch einmal durch. der Traum bringt uns in ferne Zustände der menschlichen Kultur wieder zurück und gibt uns ein Mittel an die Hand, sie besser zu verstehen". und Goethe schrieb:..."dass nur der nicht im Dunkel lebt, der sich von 3000 Jahren Rechenschaft zu geben weiß".
hukwa
hukwa
Schnee Haiku
Der Schnee auf den Bäumen
erzählt mir
vom Werden und Vergehen.
Im Schneekristall
verborgen
ein Universum.
hukwa
erzählt mir
vom Werden und Vergehen.
Im Schneekristall
verborgen
ein Universum.
hukwa
Sonntag, 10. November 2013
Herbstvollmond - Haiku
Im Herbstvollmond
leuchtet das Sein
des alten Zaunpfostens.
Vollmond im Nebel
es schrie in der Nacht
der Dachs.
hukwa
leuchtet das Sein
des alten Zaunpfostens.
Vollmond im Nebel
es schrie in der Nacht
der Dachs.
hukwa
Paläontologie der Seele oder das überzeitliche in der Geschichte
Wenn man sich der Geschichte überzeitlich nähert wird einem sehr schnell klar das es so etwas wie eine "Paläontologie der Seele" gibt. Die Einzelseele ist keine tabula rasa auf der nur das Einzelschicksal aufgezeichnet ist. Sie ist vielmehr beladen mit den Erfahrungen einer ganzen Stammesentwicklung von menschlicher Art, mit Instinkten,Trieben und Ideen, mit Archetypen. Durch sie entstehen die Mythen und Märchen. In den Träumen des Tiefschlafs tritt die Urvergangenheit wieder in uns hervor. Solche Ideen kann man nicht beweisen, doch der Einzelne weiß es durch die Erfahrung.
hukwa
hukwa
Donnerstag, 7. November 2013
Herbstlaub Haiku
Ein letztes welkes Blatt
entfällt der Buche
Spätherbst.
Das Rot der Abendsonne
leuchtet
im rotbraunen Herbstlaub.
hukwa
entfällt der Buche
Spätherbst.
Das Rot der Abendsonne
leuchtet
im rotbraunen Herbstlaub.
hukwa
Mittwoch, 6. November 2013
Herbstmond Haiku
Im Licht des Herbstmondes
wird der Kiesel im Fels
zum Edelstein.
hukwa
wird der Kiesel im Fels
zum Edelstein.
hukwa
Dienstag, 5. November 2013
Montag, 4. November 2013
Über die Schlacht bei Morlautern
von Hans Wagner
„Die Geschichte ist ein Alptraum aus
dem ich zu erwachen versuche“
James Joyce
Die herrschende Geschichtsschreibung
ist die Geschichtsschreibung der Herrschenden.
Hans Wagner
Wenn man die Niederschrift von Samuel
Christoph Wagener liest, wird einem schnell bewusst was Joyce mit
obigen Satz meinte.
Wenn es nach dem Großteil der
Heimatforscher ginge, dann gäbe es außer einigen großen Namen
keine Menschen, sondern lediglich ameisenähnliche Bewegungsteilchen
als eine willenlose, lenkbare Masse, die in die Schlachten geworfen
wird und wie die Schweine im Schlachthaus namenlos und naturwüchsig
verblutet. Die Aufzeichnungen von Wagener zur „Schlacht bei
Morlautern“, zeigen uns das wahre Gesicht dieser mörderischen
Kriege.
Diese Schlachten die zu den
Revolutionskriegen gehörten wurden zu Beginn des ersten
Koalitionskrieges (1792 bis 1797) durch die Kriegserklärung
Frankreichs an Österreich ausgelöst. Da dieser Krieg nicht dem
Heiligen Römischen Reich galt, sondern gegen den „König von
Böhmen und Ungarn“ ausgerufen wurde, glaubte sich damals Kurpfalz
aus dem Konflikt und den Kampfhandlungen heraushalten zu können.
Kurpfalz erklärte strikte Neutralität. Das hinderte natürlich die
französische Revolutionsarmee nicht daran, mehrmals durch die
linksrheinische Kurpfalz zu ziehen.
In meiner Kindheit auf Erzhütten –
Wiesenthalerhof, wo ich aufgewachsen bin, haben wir Kinder beim
spielen im Wald immer wieder Gewehrkugeln aus Blei, Koppelschlösser
und einmal sogar ein verrostetes Steinschlossgewehr mit abgebrochenem
Bajonett gefunden. Als ich älter wurde begann ich mich für die
Schlacht von Morlautern zu interessieren, da sie ja im direkten
Zusammenhang mit meinem Heimatort stand.
Als am 1. Dezember 1793 die Franzosen
sämtliche Stellungen bei Kaiserslautern und Morlautern geräumt
hatten registrierte die Koalitionsarmee nach offizieller Zählung 384
Tote, darunter 19 Offiziere. Die Franzosen sollen über 2300 Mann
verloren haben, etwa 700 seien in Gefangenschaft gegangen.
Was mich interessierte war – wo
befanden sich die Grabstätten der gefallenen Soldaten. Wir wissen
bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr wo diese Soldaten begraben
wurden, doch es gibt in der Literatur ungefähre Angaben wo diese
Soldaten beerdigt wurden.
Man kann davon ausgehen das die meisten
Gefallenen im Bereich des Ruhetals (Morlautern) und am Rand des
Röschwaldes, also nördlich des Morlauterer Schlachtenfeldes
bestattet wurden. Carl Hollensteiner der noch Zeitzeugen befragen
konnte und seine Schlachtbeschreibung 1847 in Kaiserlautern
veröffentlichte gibt an, dass Zeitzeugen das „Büchelloch“
(Buchenloch) links vom Thierhäusschen angaben, wo die gefallenen
regelrecht aufgestapelt wurden. Weiter nennt er den „Hölzengraben“,
der an der Straße nach Winnweiler liegt. Julius Küchler weist uns
darauf hin dass bei der Galgenschanze ein Massengrab freigelegt
worden sei. Bei der evangelischen Kirche in Frankenstein befindet
sich der Grabstein eines Offiziers der bei Morlautern schwer
verwundet wurde und auf dem Rücktransport verstarb.
Besonders bewegt hat mich die „Klage
und Anklage auf dem Schlachtfeld von Morlautern“ des Theologen und
Feldpredigers, Samuel Christoph Wagener. In seiner Schrift über
„die Pfalz am Rhein und deren Nachbarschaft“ schreibt er:
...„der Wahlplatz war, besonders in
den Gegenden bei Morlautern dicke mit Leichen besäet. Mensch und
Pferde lagen in ihrem Blute vertraulich nebeneinander, und oft
umschlang das gewaltsam herausgerissene Gedärme des Rosses seinen
Reiter. Die Gewinnsucht der Marodeure, der Marketender und des
andersweitigen Trosses hatte, wie gewöhnlich, unmittelbar nach
Beendigung der Schlacht alle menschlichen Körper entkleidet und
ihnen selbst das zerrissendste, blutgefärbte Hemd nicht gelassen,
weil zuweilen Geld darin genähet ist. Der niedrigste Mutwille dieser
gefühllosen Unmenschen hatte mit den französischen Amazonen, die
hier an der Seite ihrer Geliebten ausbluteten, den sichtbarsten Unfug
getrieben.
Hier, Ihr Großen der Erde, die ihr
kriege beschließet, als gelte es das Leben einer schädlichen
Insektenart – hier, ihr kleinen Wichte und Sklaven des
blutdürstigsten Eigennutzes, die ihr Kriege wünschet und zum
Ausbruch der selbigen das Eurige beizutragen nur zu gut versteht -
hier solltet Ihr unter Leichen hinwandeln, Euer Werk betrachten und
den gewaltsamen Kriegertod in allen seinen scheußlichen Gestalten
erblicken. Sehet, wie hier ein Kartätschenschuß die Brust des
hingestreckten Kriegers durchwühlte oder ihm Arme und Beine
zerschmetterte! Sehet – wie dort, Einer von denen, die ihr geopfert
habt, selbst ohne Kopf noch um Vergeltung oder gar noch um Rache
rufet! - Hier zwar liegt ein Glücklicher, den eine wohltätige
Musketenkugel in der Gegend des Herzens rasch vom Leben zum Tode
erlöste: aber dort zehn andere, deren Eingeweide sie brennend
durchwühlte und die Ihr so mit dem langsamsten schmerzhaftesten Tode
gemordet habt!-
Hier haben Säbelhiebe ein Gesicht
zerfetzt und einen Kopf gespalten oder vom arme eine Hand getrennt
und einen Bauch aufgerissen, der nun sein Gedärme verschüttet; dort
liegt das Blut welches aus euren Degen und Bajonettstichen dahinfloß
und euch anklagt, in geronnnener Masse neben dem Erblassten. O, es
kann für Euch, die Ihr diese Blutgestalten auf eine oder die andere
Art auf Eurem Gewissen habt, unmöglich einen schauderhafteren und
schreckensvolleren Anblick geben als diesen hier! Und wenn je eine
Zeit kommen sollte, wo ein so tausendfaches Morden nach Würden
vergolten wird, dann wehe Euch, die Ihr sie fürchten müsset! -
Allle umliegenden Bauernschaften wurden
vom Militär herbeigetrieben und angehalten, die steif gefrorenen
Blutgestalten unter die Erde zu bringen und die Lauter von ersoffenen
Franzosen zu reinigen. So groß die Zahl dieser Tastengräber auch
war, so vergingen doch mehrere Tage, bevor sie das ihnen aufgegebene
Geschäft zu vollenden im Stande waren. Zwar waren die Gruben welche
sie allenthalben für die Kriegsopfer bereiteten, sehr geräumig,
aber eine solche Gruft- gewöhnlich zwölf Schritte lang, halb so
breit und ebenso tief,- ist doch immer bald angefüllt, da Mann und
Roß gemeinschaftlich hinein geschleppt wurden. Die Eilfertigkeit
stürzt dann oft zu viele Leichen hinein und schüttet, zum größten
Nachteil für die Bewohner der Nachbarschaft, nur wenig Erde darauf.
Kein Wunder daher, wenn ich hier und da aus der Oberfläche einer
solchen Grabstätte einen Pferdefuß oder eine Menschenhand
hervorragen sah. Aber das Empörendste von allen empörenden
Hergängen dieser Tage bleibt in meinen Augen doch immer der Gedanke,
dass unter diesen Leichen mancher sein mag, denn bei einer bloßen
Verblutung und Ohnmacht einer jener kalten Nächte überfiel, in
welchen beide kriegsführende Teile von dem Schlachtfelde sich etwas
zurückzogen, und wo dann der Wiedererwachende, ohne Labung und
Hilfe, vollends erfrieren musste“.
hukwa
Dienstag, 22. Oktober 2013
Über den Trippstadter Galgen
Von Gerichten, Galgen und alten
Rechtsbräuchen
In den „Blättern zur
Heimatgeschichte von Trippstadt“, Heft 2. 1994 schreiben E. Brenk
und K. Munzinger: „Auf dem Wege von Trippstadt nach Kaiserslautern
erreicht man bereits nach kurzer Zeit eine Anhöhe die den Namen „Am
Galgen“ trägt und kurz danach, bei der Abzweigung zum Ortsteil
Langensohl findet man einen Ritterstein mit der Inschrift
„Hochgericht 1767“...
Hier stand der Galgen des Amtes
Wilenstein. Man weiß um den Standort dieser Richtstätte recht gut
Bescheid denn an der Bushaltestelle Langensohl wo der Wirtschaftsweg
zum Wilensteinerhof beginnt sind zwei mühlsteinartige
Sandsteinplatten vorzufinden, die wahrscheinlich die Fundamente des
Galgens waren.
Es gibt keine Dokumente die bezeugen
das die Todesstrafe, also dass Erhängen am Galgen, in Trippstadt
jemals vollzogen wurde.
Im Gedenkbuch der kath. Kirche von
Trippstadt findet sich allerdings der Hinweis, dass die Gerichteten
in der Nähe des Galgens verscharrt wurden. Hierzu schreiben Brenk
und Munzinger:
...in unserer Vermessungsskizze ist
nahe bei dem Galgen, in Richtung zum Dorf hin und etwas Abseits des
Weges ein Kreuz eingezeichnet, es ist wohl der Begräbnisplatz der
Delinquenten“.
In der Nähe des Galgens muss sich wohl
auch der Gerichtsplatz befunden haben. Das ein solches „Freigericht“,
(Gerichtsplatz im Freien) vorhanden war davon kann man ausgehen. Wir
kennen solche Gerichtsplätze aus anderen Ortschaften. Außerdem geht
dies wenn auch nur indirekt aus dem Trippstadter Gerichtsweistum von
1418 hervor.
Dieses hält fest, dass die Grafen von
Falkenstein und die Herren von Oberstein die Inhaber der
Teilherrschaft von Wilenstein sind. Sie bestimmten über:
- Gewalt und Vollmacht des Schultheißen.
2: Von der Haltung der
„Dingtage“.
- Von Gefangenen.
- Die Vollmacht der Schöffen über Leib und Leben.
Aus dem Jahre 1418 ist über das
Trippstadter Gericht folgendes überliefert:
„...Der Galgen und die Gerichtsstätte
ist oben an dem Dorf, neben dem Weg gegen den Gerichtsstein zu,
herrüber von dem Wald. Gerichtet wird über Hals, Halsbein (Leben
und Tod), Dieb und Diebinnen (denn Dieb an den Galgen, den Mörder
aufs Rad), Kindervertilgerin lebendig ins Grab (ein Rohr ins Maul,
ein Stekken durchs Herz). Geringere Vergehen wurden auf „Gnad und
Ungnad“ geahndet.
Der spätere Text des Weistums weist
dann noch folgendes auf:
- Einzug eines Fremden.
- . Bestimmungen über Zins, Umgeld (Steuern), Besthaupt (Erbschaftssteuer) bestehend in der Abgabe des besten Stücks Vieh des Verstorbenen.
- Das Recht an Wald (Holz), Wasser und Weide. (Ausnutzung der Wasserkraft und Ordnung der Viehweide), das Recht zu „hagen“ (Einzäunungen vorzunehmen und zu fischen.
- 8. Frondienst für die Herrschaft.
- Leibangehörige
- Strafen bei Schmähen, Diebstahl und Mord.
- Ahndung bei Aufruhr, Feuersbrunst und „Mißtätigen“.
Geregelt wurden weitere Nutzungsrechte
wie Rauh- und Schmalzweide im herrschaftlichen Wald. Weitere
Bestimmungen regelten Verhältnisse des zu „Hilsberg“
(Stüterhof), über die Tätigkeit des Büttels (Gerichtsdiener),
über Zins, Gebühren und über eine Appelation (Ersuchen) an die
Herrschaft.
Mit dem Übergang der Herrschaft
Wilensteins an die Kurpfalz im Jahre 1664 zog diese die hohe
Gerichtsbarkeit (Todesstrafe) an sich. Das Ortsgericht urteilte nun
über Vergehen kleinerer Art.
Aus den Bestimmungen des 18. Jh. (1776)
ist zu ersehen, dass die Richtstätte mit dem Galgen an der Stelle
der Strasse nach Trippstadt stand, wo heute der Linienbus bei
Langensohl hält, wie bereits anfangs erwähnt.
Als 1520 das Weistum neu geordnet
wurde, legte man fest, dass alle Bewohner jedes Jahr bei einem
„Jahresgeding“ sich zu versammeln haben, bei dem ihnen das
Weistum vorgelesen wurde.
Wir wissen wo der Galgen stand doch wir
wissen nicht wo der Gerichtsplatz war, also der Platz wo die
Gerichtsverhandlungen stattfanden, wohl ist anzunehmen das er ganz in
der Nähe des Galgens war und ganz sicherlich mit neun „Stühlen“
(Steinen) bestückt war. Auch wissen wir nichts über die Abhaltung
von Gerichtstagen, aber von anderen Gerichten der näheren Umgebung
wissen wir einiges daher kann man davon ausgehen, das dass
Trippstadter Gericht genau so vollzogen wurde.
Theodor Knocke hat uns über das
mittelalterliche Gerichtswesen einen sehr interessanten Bericht über
das Gericht des Queidersbacherhofes geliefert.
Unter dem Queidersbacherhof aus dem das
Dorf Queidersbach hervorging, darf man sich nicht einen einfachen Hof
vorstellen; es handelte sich vielmehr um den größten Teil der
Dorfflur, einen geschlossenen Komplex, der durch königliche
Schenkung im Jahre 976 Eigentum des Klosters Hornbach wurde. Fast 600
Jahre lang übten die Äbte des Klosters, hier die Grundherrschaft
aus; sie verpachteten das Land an Bauern, an „Pirminsleute“, die
damit als Leibeigene dem Kloster angehörten.
Zur Verwaltung wurde ein Meier
eingesetzt, er hatte richterliche Befugnis bei der Schlichtung von
Streitigkeiten und war zugleich der Schultheiß, der zu den
festgesetzten Terminen die an das Kloster zu liefernde Abgaben zu
organisieren und einzusammeln hatte.
Über dieses Gericht berichtet Theodor
Knocke: „Hinter dem Haus des Meiers fand an bestimmten Tagen des
Jahres das Schöffengericht statt: jeweils am ersten Dienstag zum
halben Mai, nach Remigiustag und nach dem 6. Januar. Vor Beginn des
Gerichts gab es Suppe mit Brot, zu Mittag nach altem Herkommen Speck,
Erbsen und trockenes Fleisch, hernach Fleisch in dunkler Brühe, dann
ein Huhn in gelber Brühe, endlich gebratenes Fleisch mit Zutaten,
zuletzt noch Käse mit Brot.
Bei so reichlicher Mahlzeit musste wohl
jeder satt werden. Zum Schluss des Tages empfingen die Teilnehmer den
Abschiedstrunk der in einem Krug der Runde gereicht wurde“.
Während der Verhandlungen saß der
Meier auf dem Richterstuhl; als Zeichen seiner Würde hielt er den
Richterstab in der Hand. Zur rechten des Stabhalters nahm der
Vertreter des Herzogs von Zweibrücken, der oberster Schutzherr des
Klosters und aller seiner Angehörigen war, Platz, und neben ihm fünf
bäuerliche Beisitzer oder Schöffen. Zur Linken des Stabhalters saß
ein Vogt der Grafen zu Daun Falkenstein mit zwei Schöffen. Auch
Schultheißen aus der Umgebung wurden bei gezogen. Ferner mussten die
zur Meierei Queidersbach gehörende Bauern anwesend sein. Wer
unentschuldigt fehlte, zahlte fünf Schilling Bußgeld.
Ähnlich muss auch die
Gerichtsversammlung des „Trippstadter Gerichts“ organisiert
gewesen sein.
Wir besitzen keine Aufzeichnungen von
vollstreckten Todesurteilen in Trippstadt.
Kleinere Vergehen wurden in der
Trippstadter Dorfmitte vollzogen, dort stand der Schandpfahl noch bis
ins 19. Jh. hinein sollen dort noch die Ringe zu sehen gewesen sein
an die, die Delinquenten angekettet wurden. Der Trippstatder
Heimatforscher Karl Munzinger berichtet kurz darüber in Heft 5. „der
Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt“.
Aus einer alten Lauterer Akte geht
folgendes hervor: „Im Jahre 1703, also während des spanischen
Erbfolgekrieges, lag das Regiment Isselbach in der Stadt
Kaiserslautern, von dem viele Soldaten desertierten. Wieder
eingefangen mussten sie um ihr Leben würfeln. Der jüngste
Deserteur, 14. Jahre alt, hatte den schlechtesten Wurf und wurde
hingerichtet. Das gleiche Schicksal traf einen weiteren jugendlichen
Deserteur, der bei Trippstadt ergriffen wurde. Ihm hieb man noch die
rechte Hand ab bevor man ihn auf hängte. Da nun der Trippstatder
Galgen gut sichtbar an der Strasse nach Lautern stand, kann man fast
davon ausgehen das der Ausreißer auch dort erhängt wurde.
Wenn der Henker gebraucht wurde holte
man ihn wohl aus Kaiserslautern heran. Dieser wohnte in der heutigen
Wagnerstraße, die damals „Schinnergasse“ hieß und natürlich
außerhalb der Lauterer Stadtmauer lag.
Im Mittelalter existierten eine Fülle
von kirchlichen und weltlichen Rechtsnormen und Rechtsvorschriften.
So gab es auch für verschiedene
Vergehen unterschiedliche Gerichtsstätten. Der Kaiserwoog in
Kaiserslautern war eine Exekutionsstätte für Ehebrecherinnen. Ein
solcher ist urkundlich aus dem Jahre 1578 bezeugt. Der
Kaiserslauterer Historiker Martin Dolch berichtet uns darüber
folgendes:
„... als sich der Junker Friedrich
von Flersheim empört über den Eingriff in seine Gerichtsbarkeit zu
Alsenbrück durch die Lauterer Amtleute beschwerte, weil sie ohne
sein Wissen nachts, die Frau des Alsenbrücker Wirtes Hans Dorn, die
mit ihrem Knecht Ehebruch trieb, verhaftet, in Kaiserslautern
peinlich befragt und verurteilt hatten: die Frau wurde im Kaiserwoog
ertränkt, der Knecht mit 50 Talern bestraft“.
Auch in Neuhemsbach besaßen die
Flersheimer das Recht auf die Ausübung der Halsgerichtsbarkeit
und der Rechtsprechung über Leib und
Leben. Friedrich von Flersheim hatte einen Galgen beim Randeckerhof
an der Billesohl errichten lassen. Im Zinsbuch von 1626 ist ein
Gerichtsverfahren aufgezeichnet dass mit diesem Galgen zusammenhängt.
Wegen eines begangenen Diebstahls in der Neuhemsbacher Gemarkung
sollte Hanß Velten Stubenrauch „mit Urteil und Recht mit dem
Strang vom Leben zum Tode“ gerichtet werden. Anna von Flersheim die
Frau Friedrich von Flersheim, die bei der Hinrichtung mit ihren
Kindern zugegen war bat um Gnade für den Deliquenten „wegen seiner
Jugend und erhofften Besserung“ der Angeklagte wurde daraufhin aus
dem Herrschaftsbezirk der Flersheimer ausgewiesen und durfte dieses
unter Androhung einer drastischen Strafe nie wieder betreten.
hukwa
Lit. Hinweise:
Ernst Assel: Chronik von Mölschbach
E. Brenk u. Karl Munzinger: Blätter
zur Heimatgeschichte von Trippstadt
K. Knebel: Flurnamen von Trippstadt-
Sonderausgabe der Blätter z. Heimatgeschichte
Martin Dolch: Kaiserwoog u. Kaisermühle
in: Jahrbuch für pfälzische Geschichte 2001.
Rudolf Bechberger: Die Burg der
Flersheimer: Heimatjahrbuch des LKR. KL 2008
Hans Wagner: Die Flersheimer- Hukwas
Wanderblog
Hans Wagner: Kaisermühle und Dammühle
bei Kaiserslautern- Hukwas Wanderblog.
Sonntag, 20. Oktober 2013
Über Trippstadter und Kaiserslauterer Familiennamen
Heinrich Riehl schrieb einmal zu Recht:
„Geschichtslosigkeit in der Familie
erzeugt Geschichtslosigkeit in Staat und Gesellschaft“.
Sich mit Heimatgeschichte zu
beschäftigen heißt ja auch: woher stamme ich? Wo und was sind meine
Wurzeln? Woher kommen meine Ahnen?
Für mich war es ein wunderbares
Erlebnis als ich in meiner eigenen Ahnenforschung im Jahre 1608
angekommen war. Auch Ernst Christmann war der Meinung dass
Familienforschung, Namensforschung und Heimatgeschichte in einem
großen Ganzen betrieben werden soll.
Auf die Idee der Mehrnamigkeit waren
die Etrusker gekommen, jenes Volk das Rom gegründet hatte.
Die Bevölkerung der Pfalz wurde
zwischen 700 und 500 v. Chr. keltisiert, danach unter den Römern
romanisiert. In Trier wird ein Reginus, Sohn des Troucetissa genannt.
Der Sohn trägt einen lateinischen Namen, der Vater noch einen
keltischen. Vom 2. bis 5. Jahrhundert sind sie nur noch lateinisch.
Nach dem ende der Römerherrschaft
wurden die Bewohner der Pfalz germanisiert. Im frühen Mittelalter
hatte die gesamte Bevölkerung nur jeweils einen Rufnamen.
Die Entwicklung der Familiennamen
begann im sich im Mittelalter langsam durchzusetzen. Man nannte sich
nach seiner Burg, seinem Hof, seinem Wohnort und seinem Beruf. Bis zu
unseren heutigen Familiennamen brauchte es natürlich eine große
Entwicklungszeit, über die hier aber nicht unbedingt berichtet
werden muss. Dieser Artikel ist als ein Anriss gedacht.
Über Familiennamen die von Flurnamen
abstammen:
Wenn wir das Trippstadter Bürgerbuch
nach Namen durchforsten finden wir eine Anzahl von Familiennamen die
eindeutig von Flurnamen abstammen. Vor allem bei den sogenannten
Wohnstätten- und Örtlichkeitsnamen. So wohnte ein Vogelsang an
einer Flur dieses Namens. Wir finden in der Gegend von Kaiserslautern
die Bezeichnung zum hohlen Stein, daraus entstand der Name Holstein,
Hollstein. Einwohner die an einem Brunnen wohnten tragen die Namen
Bornemann, Amborn. Die am Bach wohnten heißen Bach, Ambach, Bachmann
oder Bächle.
Ein Amberger, Emberger und Bergmann
wohnte am Berg. Ein Bicher oder Bühler hatte seine Wohnstätte am
Bükel, das ist ein Hügel. Blattmann wohnte auf der Platte= Anhöhe,
der Bruch hatte sein Zuhause am Sumpf oder Moor (Landstuhler Bruch).
Dahlmann wohnte im Tal, der Dell und Dellert in einer Delletalartigen
Niederung.
Der Imhof hatte seine Wohnstätte in
einem Hof. Eck, Ecke und Eckert wohnten an der Eck, das Haus vom Lin
stand an der Dorflinde. An der Straßengrenze wohnte der Scheid=
Grenze. Das Haus des Briegel stand an der Brühl= sumpfige Wiese.
Heckmann wohnte an der Hecke, meist am Dorfrand. Der Ortmann wohnte
am Ende des Dorfes. Der Reuter an einer reute= gerodete Stelle.
Schrank bezeichnet jemand der an einer Schranke, Gitter wohnte.
Oftmals sind es seltsam klingende Namen
die dem Heimatforscher auffallen und denen er im Verlauf seiner
Geschichtsforschung öfters begegnet.
So erging es mir mit dem Namen
Asemacher, Assemacher. Während meiner heimatkundlichen
Nachforschungen über die Siedlungen Kreuzhof bei KL und Dansenberg
sowie des Dorfes Hohenecken fiel mir dieser Name immer wieder ins
Auge. Es handelt sich dabei um eine bekannte Erbbeständerfamilie die
in unserer Gegend zum ersten mal auf dem Hahnbrunnerhof bei Kl-
Erzhütten auftaucht. Der Familienname Assemacher leitet sich von
Assertion= Behauptung, Festlegung lat. Assertioher, dies bedeutet das
jemand ein freier Mensch sei.
Eine weitere Namensgattung sind die
Berufsnamen also Wagner, Schreiner, Maurer, Fleischer, Metzger,
Schuster, Bäcker, Koch u.s.w. Diese Namen entstanden mit der
Entwicklung der Städte und der dortigen Zünfte. Der Eiselein war
Eisenschmied. Der Nadler verkaufte Nägel und Nadeln, war oft
Hausierer. Ein Vogt war einmal Beamter, und der Lersch war Hersteller
von Lersen, das sind Strümpfe. Ferg oder Fehr kommt von Fährmann.
Auch finden wir eine Reihe von Namen
die Volksetymologisch umgedeutet wurden. So muss der schon vor dem
dreißigjährigen Krieg in Trippstadt und dem Holzland bekannte Name
Schmalenberger nicht unbedingt in einem Flurnamen seine Wurzeln
haben, sondern kann auch christlicher Herkunft sein. Wie Essig und
Eisig auf Isaak zurückzuführen sind, so Schmal, Schemel auf Samuel.
Im 18. Jahrhundert finden wir den
Bürstenbinder Nikolaus in Trippstadt. Ein Name der einige Änderungen
erfuhr. Cola und Kohlhas gingen aus ihm hervor.
Spanier ist ein bekannter alter
Trippstadter Familienname. Allerdings handelt es sich nicht um jemand
der aus Spanien zu uns gezogen ist. Spanier nannte man einen Pilger
der nach Santiago da Compestella pilgerte und wieder zurückgekehrt
ist.
Wir finden im Bürgerbuch von
Trippstadt den 1850 in Kaiserslautern geborenen Franz Jost, ein
Schuster der nach Trippstadt gezogen ist. Jost ist die Kurzform von
Jodoeus der keltischen Ursprungs ist. St. Jodocus ist
Wallfahrtsheiliger in der Picardie. Der Name verbreitete sich vom
Niederrhein bis nach Süddeutschland. Er kommt in der Südpfalz und
im Elsaß recht häufig vor.
Franz Fickeisen, von Beruf Müller ist
im 18. Jh. von Lauterecken nach Trippstadt gekommen. Dieser Name
leitet sich ab von „feile das Eisen“.
Natürlich interessiert mich besonders
die Herkunft meines eigenen Familiennamens. Sicher ist es dass dieser
Name, Wagner, ein Berufsname ist. Im pfälzischen Bann dort wo meine
Vorfahren herkommen existiert dieser Name seit 1608.
Durch die bedeutendste Erfindung der
Menschheit – das Rad – ist der Beruf des Wagenbauers entstanden.
Schon im Zweistromland existierten zweirädrige Wagen. Die Räder
dieser Wagen bestanden schon aus Nabe und Speichen, so dass schon
damals das bis heute gültige Grundprinzip erfunden war. Das
Großreich der Römer gründete sich auf einem perfekten
Straßensystem von England bis nach Ägypten. Auf diesen Straßen
konnten die Kohorten mittels der weiterentwickelten Wagen sehr
schnell zu den jeweiligen Standorten befördert werden. Die
Wagenbauer gehörten zu dieser Zeit zu den bedeutendsten Handwerkern,
da sie nicht nur für das Militär, sondern vor allem für die
reichen Römer „Prunkwagen“ herstellten.
Mit dem Zerfall des römischen Reiches
erlahmte der Wagenbau.
Erst als die Ungarn einem französischen
König eine neuartige Konstruktion des Wagenkastens (schwingend mit
Riemen befestigt) schenkten, griffen andere Länder diese Bauweise
auf, und entwickelten daraus die bis heute bekannten K;Kutschen. Der
Berufstand des Wagenbauers bekam eine neue Blüte.
Abgeleitet vom Beruf des Wagenbauers,
ist er einer jener erhaltenen Familiennamen wie Bäcker, Schneider,
Fischer oder Müller hinter dem ein Beruf steht.
In Süddeutschland wurde der Namen
Wagner (ursprünglich Wagener) zuerst eingeführt. Am Rhein wurde der
berufe als „Esser“, und in Norddeutschland als „Rademacher“
bezeichnet. Da der Wagenbau erst im 16. und 17. Jahrhundert wieder
Bedeutung erlangte und zu dieser Zeit schon viele Menschen
Familiennamen trugen, gibt es vom Namen Wagner nur wenige
Mundartvarianten.
Im niederdeutschen Raum verbreitete
Varianten sind Wegner und Wegener. Daneben gibt es noch die Varianten
Wahner, Wehner und Weiner. In den USA ist dieser Name durch
deutschstämmige Auswanderer als Wagoner bekannt, so nannte sich ein
Vorfahr von mir der nach Amerika auswanderte „Jack Wagoner“.
hukwa
Lit. Hinweise:
Michael Grant: Rätselhafte Etrusker.
Ernst Christmann: Von der
Zusammenarbeit zwischen genealogischer und Familiennamensforschung,
in Pfälzische Familien- und Wappenkunde 1952.
Hans Bahlow: Deutsches Namenslexikon.
1976
Oskar Poller: Die Entstehung der
pfälzischen Familiennamen.
Hans Wagner: Stammbuch der Familie
Wagner.
Hans Wagner: Von Bann nach Erzhütten.
Trippstadter Bürgerbuch: Heinrich Haas
1993
Kurt Knebel: Trippstadter Flurnamen.
Sonderausgabe der „Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt“.
Einkehr beim Wildapfelbaum
Das schöne Wetter gestern musste man
zu einer größeren Wanderung nutzen. Nach einem Nachmittag in den
Wäldern kehrte am Abend bei meinem alten Freund, dem Wildapfelbaum
ein. Jedes Jahr verwöhnt er mich wieder mit seinen wundervoll
schmeckenden Früchten. Bevor man sie pflügt muss allerdings ein
wenig Frost über die kleinen Äpfel gezogen sein, dann bekommen sie
ihren süßlichen, natürlichen Geschmack. Als ich in seine Krone
geklettert war ging mir das wunderschöne Gedicht von Ludwig Uhland
durch die Gedanken:
Einkehr
Bei einem Wirte wundermild
Da war ich jüngst zu Gast
Ein goldener Apfel war sein Schild
An einem langen Ast.
Es war der grüne Apfelbaum
Bei dem ich eingekehret
Mit süßer Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.
Es kamen in sein grünes Haus
Vielleicht beschwingte Gäste
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das beste.
Ich fand ein Bett zur süßen Ruh
Auf weichen grünen Matten
Der Wirt, er deckte selbst mich zu
Mit seinem kühlen Schatten.
Nun frag ich nach der Schuldigkeit
Da schüttelt er den Wipfel
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel.
| Fotos Hans Wagner |
Samstag, 19. Oktober 2013
Herbstwinde
Ich lausche den Liedern des Herbstes
von den Winden zu mir getragen
ich höre die Abendglocke schlagen
vernimm der Amsel Klage
der Sommer ist vorbei
bald werden die Winde erstarken
werden goldbraune Blätter durch die Lüfte jagen
noch einmal lausch ich den Winden
will hören was sie mir sagen Herbstwinde sind immer Zeichen
man sollte mit ihnen reisen.
hukwa
von den Winden zu mir getragen
ich höre die Abendglocke schlagen
vernimm der Amsel Klage
der Sommer ist vorbei
bald werden die Winde erstarken
werden goldbraune Blätter durch die Lüfte jagen
noch einmal lausch ich den Winden
will hören was sie mir sagen Herbstwinde sind immer Zeichen
man sollte mit ihnen reisen.
hukwa
Montag, 14. Oktober 2013
Herbst Haiku
Entlang des Baches
folgt mir in der Herbstnacht
der Mond.
hukwa
folgt mir in der Herbstnacht
der Mond.
hukwa
Sonntag, 13. Oktober 2013
Herbst Haiku
Eine entlaubte Buche
eine einsame Krähe im Geäst
ein Abend im Herbst.
hukwa
eine einsame Krähe im Geäst
ein Abend im Herbst.
hukwa
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Dienstag, 8. Oktober 2013
Spruchweisheit von Thoreau
Wenn diese Welt nur Mensch wäre, könnte ich mich nicht entfalten. Ich verlöre alle Hoffnung. Er ist Zwang, die Wälder sind für mich Freiheit.
Thoreau
Thoreau
In den dunklen Wäldern
Wo in den dunklen Wäldern
einsam das grüne Einhorn wacht
wo Vollmond erhellt die Waldesnacht
gehe ich auf einsamen Pfaden
von Zwergen und Elfen eingeladen
zu alten Baumriesen
mit ihnen Zwiesprache zu halten
so entziehe ich mich einer profanen Welt
die mir überhaupt nicht gefällt.
hukwa
einsam das grüne Einhorn wacht
wo Vollmond erhellt die Waldesnacht
gehe ich auf einsamen Pfaden
von Zwergen und Elfen eingeladen
zu alten Baumriesen
mit ihnen Zwiesprache zu halten
so entziehe ich mich einer profanen Welt
die mir überhaupt nicht gefällt.
hukwa
Samstag, 5. Oktober 2013
Die Stille der Wälder – Herbst im Pfälzerwald
Eine
naturphilosophische Betrachtung
Der
naturkundige Wanderer kennt die Stimmung, wenn im Herbst am Morgen
der Nebel noch Tal und Hügel, Wälder und Fluren wie mit einem
feinen Schleier verhüllt, den die heraufsteigende Sonne allmählich
durchdringt und auflöst. Millionen von Spinnweben funkeln in Gebüsch
und Bäumen und verzaubern die Landschaft. Es ist die Zeit der
gedämpften Farben und des mystischen Lichts.
Die
letzten Zugvögel werden unruhig, weil es bald auf große Reise geht.
Auf den Feldfluren ist nun Ruhe eingekehrt und am Waldrand reifen die
schwarzen Schlehen, warten auf den ersten Frost, der etwas Süße in
sie senkt. Die letzten Früchte des Holunders funkeln in der Sonne
und die überreifen Brombeeren laden zum Verweilen ein. Ein letztes
Mal verwöhnt uns die Natur mit ihrer herbstlichen Fülle. Mensch und
Tier wissen, dass nun bald die dunkle Jahreszeit Einkehr hält und
wollen ein letztes Mal von der Natur verwöhnt werden.
Im
Wald erscheint uns nun die Stille noch intensiver, als wir sie im
Hochsommer empfunden haben. Jene, die Altmutter Natur lieben, zieht
es nun wie unter einem Zwang hinein in die Wälder, ihre Geheimnisse
und Schönheiten aufsuchend. Man fühlt in sich Momente, in denen man
spürt, dass wir mit dieser erhabenen Natur verwandt sind.
Der
Schrei des Habichts in den Lüften, das plötzliche Aufbrechen von
Wild im Gebüsch, das Schimpfen des Eichhörnchens vom Baum herab
oder das einsame Fallen einer Eichel erscheinen uns wie ein Gebet,
das Mutter Natur zu uns spricht. Der ganze Wald spricht zu uns in
seiner großen Stille.
Indem
wir ihm zu hören, schauen wir in uns selbst hinein. Ist uns die
Natur eine Mutter, so ist der Wald uns Vatergestalt, seine Bäume
sind uns Brüder und die verwunschenen Weiher sind uns Schwestern.
Fern
vom Getöse der Menschen erwartet uns im Wald reine Beschaulichkeit.
Kurz
ist der „Goldene Oktober“, der ein einziger Herbststrauß zu sein
scheint. Kommt der Wanderer durch Buchenwald, versinkt er bis zu den
Knöcheln im sanften Laub.
In
einem Laubwald dauert es mitunter bis zu fünf Jahre, bis ein
Buchenblatt als solches nicht mehr zu erkennen ist. Bis dahin geht es
in Teilen durch Dutzende von Mägen der sogenannten Zersetzer. Also
von Tieren, die vom „Abfall“ der Natur leben. Im Laubwald fallen
jährlich pro Hektar vier Tonnen Pflanzenmasse an, die es zu
verwerten gilt. Mutter Natur bewältigt diese Mengen mit einem Heer
von hungrigen Mäulern. Die Erstverwerter der Laubstreu sind
Spring-schwänze, Asseln, Milben, Regenwürmer und Tausendfüssler.
Diese kleinen Bodentiere können jedoch die pflanzlichen Reststoffe
nur durchlöchern. Das weitere Zerkleinern obliegt winzigen
Bodenbewohnern, die insgesamt noch einmal das Hundertfache der
Regenwürmer auf die Waagschale bringen. Diese Mikrowelt ist mit
mehreren Milliarden Tieren pro Quadratmeter so groß, dass sie der
Mensch bisher kaum erfassen und bestimmen kann. Diese Winzlinge
stellen das Bindeglied zwischen der toten Pflanzenmaterie und den
größeren Zersetzern der Streu dar. Einige wenige aus diesem
Mikrokosmos sind in der Lage, die schwer verdaulichen Teile wie
Zellulose und Lignin zu knacken. Sie besitzen hierfür Enzyme, über
die nur wenige Abfallverwerter verfügen. Anschließend machen sich
Mikroorganismen über den Nahrungsbrei her. Sie verdauen ihren
eigenen Kot mit den darauf lebenden Kleinstlebewesen. Die
Energieausbeute erhöht sich damit um mehr als das Doppelte. Entgegen
der Welt der Menschen kann die Natur ihre „Abfallprobleme“
äußerst nachhaltig regeln.
Es
hat etwas Tröstliches an sich, im Herbst durch den bunten Buchenwald
zu wandern. Der Dichter Sepp
Skalitzky
hat es uns vor einem halben Jahrhundert in den schönen Versen
mitzuteilen versucht.
Das
letzte Blatt, ein strahlender Gedanke,
schließt
ihm die Welt der schönen Träume auf,
vertönt
als Scheidegruß des wachen Lebens
im
Abendwind, der Gottes Harfen schlägt.
Ich
bin ein Blatt, nur an dem Weltenbaume,
bin
das Geringste, das der Schöpfer löst
mit
seinem Atem, der das Leben lieh,
als
Brücke in die ewigen Gefilde.
Es
ist so tröstlich wenn die Blätter fallen.
| Foto Hans Wagner |
Es
sind nicht nur die Buchen, die im Herbst in purpurner Farbe zu
brennen scheinen. Der wilde Kirschbaum entfaltet um diese Jahreszeit
eine üppige Strahlkraft. Erfreut er im Frühling das Herz des
Wanderers mit seinen schneeweißen Blüten, so wirkt nun das Rot
seines Herbstkleides fast magisch auf uns ein. Aber auch ein
Nadelbaum wirft seinen Zauber über uns: wie brennende Fackeln stehen
die Lärchen am Bergeshang. In den frühen Morgenstunden funkeln
tausende von silberfarbenen Spinnweben in den Büschen. Wie
versponnene Elfenlocken scheinen die Fruchtstände des
Waldweidenröschens ineinander verwoben, wenn man Mitte Oktober durch
die Trippstadter Wälder streift.
Die
unruhig schlanke Birke in ihrem gelbfarbenen Herbstkleid fällt dem
Wanderer besonders auf. In ihrer Nähe befinden sich oft die roten
Fruchtknollen des Fliegenpilzes. Beide, Baum und Pilz, sind durch
Symbiose verbunden.
An
den Abenden ist es nun schon sehr kühl geworden. Ein Blick in den
Herbststernenhimmel zeigt uns, dass der Winter bald seinen Einzug
hält. Tief im Norden werden schon die ersten Vorboten des
Winterhimmels sichtbar, insbesondere in Gestalt des Sternbildes
Stier, das zumindest für Mittel- und Nordeuropa bereits vollständig
aufgegangen ist. Sein Hauptstern heißt Aldebaran, wie ein großes
Juwel funkelt er nun am nächtlichen Sternenhimmel.
Herbstzeit
ist Wanderzeit!
hukwa
Sonntag, 18. August 2013
August
Bemooste Schädeldecke
vom Iltis
im Gebüsch
weißes Spinnenhaar
Weiderösschen blüht
Augustsonne brennt
im frisch gemähten Feld
das Rehkitz rennt
Sommers Fackel im Dickicht
des Dompfaffs rotes Kleid
Blaumeise singt ihr Leid
Habicht zieht seinen Kreis
sommerliches Geleit.
hukwa
vom Iltis
im Gebüsch
weißes Spinnenhaar
Weiderösschen blüht
Augustsonne brennt
im frisch gemähten Feld
das Rehkitz rennt
Sommers Fackel im Dickicht
des Dompfaffs rotes Kleid
Blaumeise singt ihr Leid
Habicht zieht seinen Kreis
sommerliches Geleit.
hukwa
Freitag, 9. August 2013
Der alte Taufstein in der katholischen Kirche Trippstadt
Der alte Taufstein in der katholischen Kirche von Trippstadt
Der alte Taufstein ist achteckig; alle acht Seitenflächen sind mit gotischen Ornamenten verziert. Zwei dieser Seitenflächen weisen Löcher auf, die jeweils vom Boden des Beckens nach außen führen. Ursprünglich war der Stein mit roter Ölfarbe bemalt; er besaß einen blau angestrichenen, hölzernen Deckel. Dieses Taufbecken stand einst in der Kirche zu Aspach (Aschbacher Hof). Der Taufstein wurde noch vor 1609 von einem unbekannten Steinmetz gehauen. Lange Zeit diente das Becken als Viehtränke auf dem Aschbacherhof bis es schließlich den Weg in die katholische Kirche nach Trippstadt fand.
hukwa
hukwa
Abonnieren
Posts (Atom)
