Montag, 23. April 2012
Kelten im Pfälzerwald
Schlehenblüte
hukwa
Sonntag, 22. April 2012
Im Buschwindröschenwald
hukwa
Freitag, 6. April 2012
Eisenhüttenmuseum der Gemeinde Trippstadt Sonderausstellung „Alte Waldberufe“ von Hans Wagner Von Holzknechten, Schindelmachern und anderen ........

Wir alle wissen, dass ein Fortbestand der Welt wie wir sie kennen, nur mit großen Waldflächen möglich ist. Wälder sind die Lunge der Erde, sie beeinflussen das Klima und steigern unsere Lebensqualität.
Außerdem benötigen wir das Holz für den Haus- und Möbelbau, die Papierproduktion, als Heizmaterial und für vieles andere mehr! Dieser Abhängigkeit vom Rohstoff Holz haben wir es zu verdanken, dass nicht alle Wälder abgeholzt wurden. Die alten Holzhandwerker wussten diese Abhängigkeit immer zu würdigen. Für sie stellten die Wälder nicht nur den Lebensunterhalt dar, sie lieferten auch einen großen Teil der Werkzeuge die benötigt wurden, waren Arbeitsplatz und oft auch Wohnort und Lebensraum. So verbrachten die Holzköhler den größten Teil des Jahres an ihren „Kohlplätzen“ im Wald, wo sie in einfachen Hütten hausten. Die Harzbrenner lebten bei ihren Harzöfen und auch die Potasch- und Rußbrenner lebten im Wald oder zumindest am Waldrand. Flur- und Siedlungsnamen zeugen noch heute von diesen alten Handwerksberufen im Pfälzerwald.
Aus einer Fülle von Text- und Bildmaterial zu diesem Thema hat Hans Wagner aus Trippstadt das wichtigste zusammengetragen. Die kleine Sonderausstellung im Trippstadter Eisenhüttenmuseum wird durch alte Originalexponate wie Schindeleisen, Äxte, Holzbock und Schnitzbank bereichert.
Bei der Sonderausstellung handelt es sich um typische alte Waldberufe die im Pfälzerwald und somit auch in Trippstadt ausgeübt wurden.
Hervorzuheben ist, dass die Exponate in einer Einbindung ihres sozialen, wirtschaftlichen, geschichtlichen und arbeitstechnischen Zusammenhangs gezeigt werden. Geachtet wird darauf, dass diese Sonderausstellung durch einen gewissen Erlebnischarakter geprägt wird. So können ab Mai 2012 Schulklassen und Jugendgruppen in der Scheune des Eisenhüttenmuseums, selbst Besen binden, Körbe flechten oder einem Schindelmacher bei der Arbeit zusehen.
Vergangenes in Erinnerung rufen, Vergessenes neu entdecken, Wissenswertes ergründen, Verbindendes erkennen, Besonderheiten erfahren, Begebenheiten der Vergangenheit erfassen. Das ist die Intention dieser Sonderausstellung.
Vom Aussteller wurde darauf geachtet, dass die gezeigten Gegenstände keinen „Fetischcharakter“ haben, sondern sie sollen Lebensverhältnisse versinnlichen. Was haben die Menschen damals getan, unter welchen Lebensbedingungen haben sie gelebt? Die ausgestellten Gegenstände und Dokumente verraten einiges darüber. In den handwerklichen Produkten (Werkzeugen) sind menschliche Arbeit und der Umgang mit dem Wald, sowie die Beziehungen zwischen den Menschen ablesbar. Dass es hier nicht um Zeugnisse einer sogenannten „Hochkultur“, also des Adels geht, kann man sofort erkennen. Menschliche Arbeit und soziale Verhältnisse werden u. a. auch in einigen Mappen, die Texte und Fotos enthalten, dokumentiert.
Die kleine Ausstellung soll auch die Frage aufwerfen: Was ist Heimatgeschichte? Aktiviertes Gedächtnis, heraufgeholte Vergangenheit, fruchtbar gemachter vorhandener Reichtum, Unterbau unserer Gegenwart. In der Geschichte ist die Zukunft angelegt. Künftige Entwicklungen haben ihre Wurzel stets in der Geschichte!
Die Ausstellung kann ab April 2012 besichtigt werden.
Eisenhüttenmuseum Trippstadt
Hauptstraße 26
67705 Trippstadt
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 8.00 bis 12.00 Uhr
und von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.
Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr.
hukwa
Wenn Steine Geschichte erzählen: Von Menhiren, Grenzsteinen und Rittersteinen im Pfälzerwald
„Die von Menschenhand aufgerichteten Steinblöcke von meist schlanken, spindelartiger Form haben ihre Bedeutung sicher im religiösen Bereich, in der Verehrung von heiligen Steinen. So muss allen Menhiren ein Gedanke zugrunde gelegen haben , der in Zusammenhang mit den Kultstätten der westeuropäischen Megalithkultur des 3. vorchristlichen Jahrtausends zu suchen ist“, schreibt die Geschichtshistorikerin Gisela Graichen in ihrem berühmten „Kultplatzbuch“, das unter anderem auch eine kleine Auflistung, wenn auch nicht vollständige, über Kultplätze und Menhire im Pfälzerwald enthält.
In der Pfalz sind noch ca. 50 Menhire nachweisbar die markantesten sind: „Der lange Stein von Mittelbrunn, „der lange Stein von Einselthurm, „der lange Stein von Freinsheim“, der lange Stein von Stahlberg“ und „der Hinkelstein von Otterberg“
Neben Menhiren finden sich im Landkreis von Kaiserslautern eine Reihe sogenannter „Hinkelsteine; dass sind große, unbehauene, etwa dreieckig anzusehende Monolithsteine. Einer der bekanntesten ist der im Volksmund als „Kriemhildstein“ bezeichnete ca. 2 Kilometer südlich von Schneckenhausen stehende Hinkelstein. Er steht an der Grenze des Otterberger Klosterwaldes nahe der alten Römerstrasse. Etwas weiter entfernt oberhalb des „Schallbrunnertales“am „Erlenbacher Rundweg“, findet sich ein weiterer Hinkelstein. Weitere Hinkelsteine stehen beim Bildschacherhof bei Landstuhl und in der Nähe von Bann. Auch in Frankenstein und Diemerstein finden wir einige. Beim Daubenbornerhof, in Rodenbach und Weilerbach werden wir ebenfalls fündig. Zu erwähnen ist auch der Hinkelstein oder „halbe Menhir“ im Stelzenberger Wald bei der Breitenau. Dieser Menhir muss in alter Zeit viel höher gewesen sein, „gekürzt“ wurde er wahrscheinlich von christianisierten Volksstämmen die durch das Gebiet zogen, die mit diesen „heiligen Steinen“ auch nicht anders umgingen wie mit den „heiligen Bäumen“, die sie fällten. Einige dieser Steine bedürfen der Hervorhebung, so der Monolith beim Bildschacherhof und beim Sportplatz von Bann. Hier dürfte es sich um Kultsteine aus vorkeltischer Zeit handeln. Sie waren meist mit einem Totenkult verbunden und fallen durch ihre spitzen Säulen auf.
Doch vor allem waren es die Kelten die in unserer Landschaft ihre „steinernen Spuren“ hinterließen. Das berühmte „Fürstengrab von Rodenbach“, sei hier nur nebenbei erwähnt.
Vor allem die Hochfläche der Sickinger Höhe ist eine reiche Fundgrube „steinerner Zeugen“ aus der Vergangenheit. Sie gehörte in römischer Zeit zur „Provincia Gallia Belgica. Ihre Bevölkerung gehörte dem keltischen Stamm der Mediomatriker an, dessen Bereich sich zwischen der Maas im Westen und dem Westrand des waldigen Pfälzer Berglandes im Osten mit den Flusstälern der Steinalb und der Lauter dehnte. Divodurum (Metz) war die zentrale Burg der Gottheit, des Druiden und des Stammeskönigs. Grabhügelgruppen künden unverkennbar von der keltischen Bevölkerung der vorchristlichen Zeit, so im südlichen Bogen um Landstuhl, mehrere Menhire an der alten gallorömischen Fernstrasse nach Kaiserslautern und auf dem dortigen Bännjerück. Diese alten Steine sind die letzten Zeuge einer bäuerlichen Siedlungslandschaft zur Römerzeit die allerdings ganz vom Keltentum getragen wurde und sie zerfällt mit dem Ende der Römerherrschaft anfangs des 5. nachchristlichen Jahrhunderts in den Stürmen der Völkerwanderung. Die Landschaft erhält seit dem 6.Jh. n-Chr. ein von den Alemannen von Westen her und ausschlaggebend von den Franken vom Norden und Osten her völlig, neues christlich-germanisch geprägtes Gesicht.
Aber auch „Steinzeugen“ aus jüngerer Zeitgeschichte begegnen wir auf Wanderungen und Spaziergängen durch den Pfälzerwald. So werden wir immer wieder auf „Grenzsteine“ stoßen. Also Steine mit denen man Grenzen setzte und Besitz und Eigentum anzeigte. Sie ersetzten die uralten Lochbäume die einst Grenzstellen markierten. Vor allem bei Wanderungen in den Wäldern um Johanniskreuz begegnen wir immer wieder diesen Zeugen aus alter Zeit. Diese Grenzsteine wurden zum Teil im 13. Jahrhundert errichtet.
So auch die „Kreuze von Johanniskreuz“ über ihre wahrscheinliche Entstehungsgeschichte berichtet Walter Eitelmann: „ Die tatsächliche Bedeutung dieses Kreuzes ist nicht sicher bekannt. Um die Erforschung von Ursprung und Geschichte des Johanniskreuzes hat sich der Heimatforscher Pfarrer Bilfinger, sehr bemüht. Seine Forschungsergebnisse hat er im Jahre 1904 in seinem Buch „Johanniskreuz, eine Pfälzerwaldgeschichte“ veröffentlicht. Er erkundete, dass es sich hier um einen Grenzstein in Kreuzform, ein Hoheitszeichen für Grenz-, Zoll- und Geleitrecht aus dem 13. Jahrhundert handeln muss. Im Jahre 1269 war König Richard, der englische Graf auf, dem deutschen Thron, nach Deutschland gekommen. Er hielt in Worms einen Reichstag und begab sich anschließend nach Kaiserslautern. Dort feierte er am 16. Juni in der alten Kaiserburg seine Hochzeit mit der jungen und schönen Gräfin Beatrix von Falkenstein.
Reichsschultheiß und Burggraf von Lautern war damals Ritter Reinhart von Hohenecken. Von ihm lieh sich Richard 1000 Mark Silber, um seinen Aufwand im Zusammenhang mit der fürstlichen Hochzeit bestreiten zu können. Er verlieh ihm dafür das Pfandrecht über die Stadt Lautern und verpfändete ihm auch die Reichskleinodien auf dem Trifels. Reinhart, der schon das wichtige Zoll- und Geleitrecht innehatte, stand damit auf dem Gipfel seiner Macht. Als äußeres sichtbares Zeichen seiner Macht und Rechte ließ er an der Grenze des Hoheneckenschen Zoll- und Geleitrechts, an den damals schon wichtigen Strassenknotenpunkt, wo sich uralte Wege kreuzten, ein Steinkreuz aufstellen, dessen Vierung sein erhaben herausgemeißeltes Wappen trug.
Doch der Ritter Johannes von Wilenstein, dem das angrenzende Gebiet als Reichsgut gehörte, gefiel es nicht, dass Reinhart sein Wappen hier so offensichtlich anbringen ließ. Er bekundete seine Hoheitsrechte den Hoheneckern gegenüber, noch im gleichen Jahr damit, dass er an dem Kreuz beiderseits neben und über dem Wappen des Hoheneckers auch sein Wappen dreimal vertieft einmeißeln ließ.“
Aber die Zeiten Reinharts waren bald zu Ende, als 1276 Lautern Reichstadt wurde. Vermutlich sorgten dann die Wilensteiner dafür, dass nunmehr dieses Kreuz nicht mehr nach Reinhart, sondern nach ihrem „Johann“ bezeichnet wurde. Diese Annahme wird bestärkt durch die Bezeichnung „Herr Johannes Chreutz“ in einer Grenzbeschreibung der Frankenweide vom Jahre 1533. Später wurde dann der Name Johanniskreuz auf die dort entstandene Siedlung und das umliegende Land übertragen.
So erzählen uns alte Steine ihre Geschichte. Eine weitere Art von gesetzten Steinen die wir im Pfälzerwald antreffen sind die sogenannten „Rittersteine“, diese haben nichts mit den mittelalterlichen Rittern gemein sondern wurden nach ihrem Begründer Karl Albrecht von Ritter benannt. Es war der Heimatforscher Daniel Häberle schlug Ritter vor, im Pfälzerwald Gedenksteine aufstellen zu lassen, um waldgeschichtlich oder heimatkundlich bedeutsame Stellen und Örtlichkeiten zu kennzeichnen. Ritter war von diesem Gedanken begeistert und verwirklichte in wenigen Jahren- etwa von 1910 bis 1914, als der Kriegsausbruch Einhalt gebot- diese Idee. Etwa 200 Steine dieser Art waren erstellt und beschriftet worden. In seiner Jahreshauptversammlung 1912 beschloss der Pfälzerwald Verein diesen Steinen die Bezeichnung „Rittersteine“ zu geben.
hukwa
Sonntag, 1. April 2012
Morgenwanderung
hukwa
Montag, 26. März 2012
Beim Beobachten des Dachses
hukwa
Sonntag, 18. März 2012
Beobachtungen bei einer Wanderung
hukwa
Alte Eiche am Wegrand
Wieviel Zeitgeist hast du schon erlebt
Von Gewittern gezeichnet
Von der Sonne gebrannt
Doch du alter Baum
Hast einen festen Stand
Der Waldkauz der in der Nacht hier haust
Kennt sich mit deinen Signaturen aus
Was könntest du uns erzählen alter Heidenbaum am Wegesrand
Doch keiner ist da der dir zuhören kann.
hukwa
Geschichtliche Wanderung durch denn Reichswald
Wegen seines langen Bestandes hat der Lauterer Reichswald für die Forstgeschichte eine besondere Bedeutung. Auch das Waldgebiet des Westrichs zwischen Saargebiet und Kaiserslautern, läßt sich mit dem Begriff "Reich" in Verbindung bringen, in der Deutung, "Westlicher Reichswald". Ein großer Teil dieses Raumes gehörte nach dem Reichsspruch von 1357 zum Reichswald oder Reichsland Lautern. In diesem Gebiet gab es ein Königsgericht, das in Lautern tagte. Um die Arbeit an meiner derzeitigen Sonderausstellung "alte Waldberufe", voranzutreiben, suche ich in nächster Zeit einige besondere Waldgebiete auf um nach Quellenmaterial zu forschen dazu gehört auch der Reichswald.
hukwa
Dienstag, 6. März 2012
Über meditatives Wandern
hukwa
Montag, 5. März 2012
Samstag, 25. Februar 2012
Wald - Wir alle lieben dich - Das Karlstal
Wir alle lieben dich
Das Karlstal - ein Ort der Besinnung
Manchmal erscheint es dem Wanderer als ob die „Zeit“ ein leerer Begriff sei in diesem Tal, sie rinnt so leise plätschernd dahin wie die Moosalb in seiner Mitte.
Wenn im September die Landschaft von der Magie des „Altweibersommers“ verzaubert wird, wo an jedem Busch und Baum hunderte von Spinnweben in der goldenen Morgensonne blinken, wo die alten Weiden und Erlen wie Wesen aus dem Feenreich am Bachlauf der Moosalb erscheinen, liegt ein besonders romantischer Zauber über dem Karlstal.
In einer solch naturhaften Landschaft wie dem Karlstal, spürt der Wanderer das Herz von Mutter Natur pochen. Die größte Freude, die der Wald uns bereitet, ist die Andeutung einer dunklen Beziehung zwischen Mensch und Pflanzenwelt.
„Ich bin nicht alleine und unerkannt“, schrieb der amerikanische Philosoph Emerson einmal, „die Pflanzen nicken mir zu, das Schwanken der Zweige im Wind ist mir vertraut und unvertraut zugleich“.
Hier im Karlstal kann es einem erscheinen, als schenke der Wald uns ein uraltes Gleichgewicht, das wir seit langem vermissen, wieder zurück. Eine Essenz die wir lange Zeit entbehrt haben.
Am Himmel schwebt einsam der Bussard, vom Waldhang tönt der Ruf des Schwarzspechts herunter ins Tal und bei den Flockenblumen steht das Taubenschwänzchen wie ein Kolibri flatternd vor den dunkelroten Blüten der Pflanze.
Die eigentliche Heimat dieses schönen Fliegers liegt in Südeuropa. Alljährlich fliegt das Taubenschwänzchen von dort über die Alpen nach Mitteleuropa, und auch im Karlstal können wir ihn dann beobachten. Dieser besondere Schmetterling aus der Familie der Schwärmer ist regelmäßig Sommergast im Tal. Im Schwirrflug steht er vor den Pflanzen um den begehrten Nektar zu naschen. Durch seinen besonders langen Rüssel erreicht er Blüten, die für andere Insekten unerreichbar sind.
Eine recht hohe biologische Vielfalt kann der Wanderer in dieser Landschaft noch vorfinden, vielleicht wird dem einen oder anderen dieses Wort hier erst richtig bewusst.
Unter biologischer Vielfalt ist die Vielfalt an Lebensräumen und die Vielfalt der Lebewesen einer Art untereinander zu verstehen. Biologische Vielfalt ist damit mehr als die reine Artenvielfalt. Es beinhaltet Landschaft und den Menschen der in dieser Landschaft lebt.
Buntsandstein und dichte Wälder umgeben das Tal, durchbrochen von sumpfigen Wiesen, in denen einige bedrohte Pflanzenarten ein letztes Refugium gefunden haben.
Das Karlstal liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Dieser Begriff hat aber eine weitergehende Bedeutung, weil er eben nicht nur die biologischen Phänomene anspricht. Innerhalb eines Biosphärenreservates geht es vor allem um die nachhaltige Entwicklung der jeweiligen Region, also um das Arbeiten, Wirtschaften und das gesellschaftliche Zusammenleben des Menschen mit der ihn umgebenden Natur.
Auch den Graureiher kann man hier oft regungslos stehen sehen, die einstmals scheuen Gesellen sind ständige Bewohner des Tals. Sie mögen Fisch, aber vertilgen vor allem Mäuse, die sie in den Wiesen fangen.
Vor allem für die Familie der Libellen ist das Karlstal ein wichtiger Lebensraum, sodass sich hier einige Libellenarten von europäischer Bedeutung angesiedelt haben.
Die Natur, der Wald schenkt dem, der ihn aufsucht Ruhe, Harmonie und Gesundheit und wir, die wir die Natur aufsuchen, sollten sie respektieren und schützen, sollten den Wald lieben.
hukwa
Mittwoch, 22. Februar 2012
Trockenmauern in Trippstadt und Umgebung und ihre Bewohner
Trippstadt ist reich an alten Trockenmauern. Sie sind fester Bestandteil unserer heimischen Landschaft und Zeugen vergangener Handwerkskunst. Zudem bilden diese Mauern ökologisch wertvolle Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen.
Im Gegensatz zum herkömmlichen Mauerwerk werden Trockenmauern ohne Mörtel, also trocken, aufgeschichtet. In ihrer typischen Form bestehen sie aus rohen oder nur wenig bearbeiteten Bruchsteinen.
Der Wanderer braucht in Trippstadt nicht weit zu laufen will er solch alte Handwerkskunst bewundern. Fast überall begegnen ihm die ökologisch wertvollen Steingebilde, als Zeuge unserer Geschichte. Zudem bieten diese Trockenmauern vielen „Lebenskünstlern“ eine letzte Zuflucht, sind somit letztes Refugium bedrohter Pflanzen und Tierarten.
Vor allem an vielen schattigen und feuchten Hängen finden wir Trockenmauern vor, die einst als Stütze angelegt wurden. Ihre Fugen sind beliebter Aufenthaltsort einer Fülle von kleineren Tieren wie Käfer, Bienen, Hummeln und Wespen. Im Sommer finden wir hier vor allem sehr unterschiedliche Moose, das Schöllkraut (Chelidonium majus), Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) und vor allem den Efeu (Hedera helix). Aber auch seltene Gewächse wie der Trauben – Steinbrech (Saxifraga paniculata) können dem Pflanzenkundigen Wanderer begegnen. Der sehr seltene Lanzen – Schildfarn (Polystichum lonchitis) findet sich noch an zwei Stellen.
An den trockenen Mauern finden wir vor allem den Mauerpfeffer (Sedum acre) und das
Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) und eine große Anzahl unterschiedlicher Gräser. Gehölze wie Birke und Holunder siedeln sich immer wieder in den Nischen und Fugen an. Farne sind zahlreich vertreten.Das Immergrüne Felsenblümchen (Draba aizoides) blüht schon ende März.
Laubmoose (Musci) und Lebermoose (Hepaticae) sind ebenfalls reichlich vorhanden.
Verschiedene räuberische Laufkäfer bekommen wir seltener zu sehen da sie sehr Nachtaktiv sind. Doch den einfarbig schwarzen Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus) sowie einen unserer schönsten heimischen Laufkäfer, den grün – metallisch glänzenden Puppenräuber (Calosoma sycophanta) können wir im Sommer an sonnigen Trockenmauerstellen recht oft beobachten.
An Hummeln finden wir die Steinhummel (Bombus lapidarius) und die gelbrot gefärbte Mooshummel (Bombus muscorum), die wie ihr Name besagt, Moose liebt und dort ihr Nest baut. Tagsüber verstecken sich gerne Kreuzkröten (Bufo calmita) und Erdkröten (Bufo bufo) in den Steinfugen. Die Waldeidechse (Lacerta vivipara), die gegen Kälte ziemlich unempfindlich ist, wurde schon an feuchteren Trockenmauerstellen gesichtet. Sie ist übrigens unsere einzige heimische Echsenart, die ihre Jungen lebend zur Welt bringt. Unsere größte und wohl schönste Eidechse die Smaragdeidechse (Lacerta viridis), fällt durch ihren leuchtend grün gefärbten, dunkel gefleckten Rücken auf. Dem Naturbewussten Beobachter wird sie, wenn er Glück hat, vor allem im Karlstal, an sonnigen Tagen, vielleicht über eine der dortigen wunderbaren Trockenmauern laufen. Da sich hier vor diesen oftmals Altholz aufstapelt kann es schon einmal passieren, das zwischen einer Mauerritze ein Feuersalamander hervorschaut.
Die hier erwähnten Pflanzen und Tiere sind nur ein kleiner Teil von vielen Bewohnern unserer heimischen Trockenmauern ,deren Bestand als absolut schützenswert gilt.
Samstag, 18. Februar 2012
Donnerstag, 16. Februar 2012
Geheimnisvoller Berwartstein - Märchen, Sagen, Legenden um den Berwartstein
In den dunklen Wäldern des Pfälzerwaldes gibt es viele Burgen um die sich Sagen und Legenden gebildet haben. Von vielen dieser uralten Burgen stehen heute nur noch die Grundmauern, andere stehen als Ruinen trutzig auf den Bergkuppen der pfälzischen Landschaft, tief in sich selbst versunken scheinen sie ihre Geheimnisse nicht preisgeben zu wollen, ganz wenige davon haben sogar die Zeiten überdauert und wurden nie ganz zerstört.
Auch der Berwartstein bei Erlenbach hütet viele solcher alten Geheimnisse. Einige davon haben sich im Volksmund erhalten und wurden von Generation zu Generation mündlich weitergegeben.
Einst lag die Burg in Trümmern und ihre Mauerreste waren von Efeu, Farn und Brombeerhecken so überwuchert, dass es müßig war sich einen Weg in ihren Innenhof zu bahnen. Zu diesen Zeiten suchte eine alte Frau dort nach Brombeeren. Sie war sehr verwundert darüber als sie im Gestrüpp Rossäpfel fand. Sie konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass sich durch solch ein dorniges Dickicht ein Pferd einen Weg bahnen konnte. Doch über das Sammeln der dicken, fruchtigen Beeren vergaß sie schnell die Rossäpfel. Als sie am späten Nachmittag mit einem Korb voller mostiger Beeren nach Hause kam und mit der Zubereitung der Marmelade begann, fielen ihr die Pferdeäpfel im Dickicht wieder ein. Sie erzählte dies verwundert ihrem Mann. Als dieser ihre Geschichte gehört hatte, beschimpfte er seine Frau aufs Übelste. Denn, so meinte er, diese Rossäpfel seien nur scheinbar Dung, sie würden vom Pferd des wilden Jägers stammen und nimmt man sie mit, verwandelten sie sich zu Hause in Goldklumpen.
Eine weitere Legende um den Berwartstein berichtet von einem Jungen der am Abhang der Burg Ziegen hütete. Als er in der Umgebung der Burg umher streunerte fand er eine seltsame gelbe Kugel, mit der er den ganzen Nachmittag über spielte. Am Abend rollte ihm die Kugel einfach davon und verschwand in einer Erdspalte. Als er das Geschehen in seinem Heimatdorf erzählte, sagte man ihm, dies sei die Goldkugel vom Berwartstein gewesen, nach der schon viele gesucht hätten, doch keiner hatte sie bisher finden können.
Die Kinder vom Dorfe Erlenbach zogen gerne hinauf zur alten Burg um dort Versteck zu spielen. Ein kleines Mädchen wusste um einen geheimnisvollen Eingang, welcher in die unterirdischen Gänge des Berwartsteins führte. Schon öfters hatte sie diese dunklen Gewölbe aufgesucht, aber als das Mädchen diesmal durch den engen Spalt, der tief in das innere der Erde führte, schlüpfte, war alles anders als sonst. Ihre Umgebung war in ein seltsames Licht getaucht und in einer Nische im Mauerwerk fand sie eine seltsame Flasche deren Inhalt grünlich leuchtete. Das besondere aber war, dass sich um diese Flasche eine Schlange wand, die das Mädchen giftig anzischte. Schreiend verließ das Kind den unterirdischen Gang. Als sie wieder die Oberwelt erreicht hatte kamen gerade ein paar Waldarbeiter, die auf dem Weg zu ihrem Holzschlag waren, vorbei. Das Mädchen berichtete diesen von seinem Erlebnis. Die Holzknechte suchten den Gang auf konnten aber nichts entdecken, denn geheimnisvolle Schätze, Schlangenköniginnen oder gar Elfen offenbaren sich nur unschuldigen Kindern.
hukwa
Mittwoch, 15. Februar 2012
Märchen und Sagen vom Beilstein
Zwischen Kaiserslautern und Hochspeyer, versteckt im Wald steht auf dem Beilsteiner Kopf die uralte Ruine der Burg Beilstein. Märchen und Sagen ranken sich um das geheimnisvolle Gemäuer im Pfälzerwald. Still und Dunkel war einst der Wald um den Beilstein und nur ganz mutige wagten zu später Stunde noch, den Weg von Kaiserslautern nach Hochspeyer zu laufen, der nahe der Burg verläuft. Die hohen Bäume die die Burgruine umgaben ließen mit ihren ineinander verfilzten Zweigen kein Sonnenlicht durch so das immer eisiger und finsterer Schatten hier vorherrschten. Die Mönche und Geistlichen aus Kaiserslautern sagten über diesen Wald Aures sunt nemoris, was bedeutet, die Wälder haben Ohren. Auch die Köhler und Holzfäller mieden diesen Ort, da es dort nicht mit rechten Dingen zu gehen sollte.
Einst, im tiefen eisernen Mittelalter, trug sich folgende Geschichte zu: Ein Junker der bei Kaiserslautern lebte, hörte von einem wunderschönen Fräulein das auf der Beilstein wohnen sollte und alle Freier abweisen würde die um seine Hand anhielten. Der Junker schmiedete nun einen Plan wie er das Fräulein entführen wollte. In einer Vollmondnacht näherte er sich mit zwei Knechten der Burg. Sie schafften es in den Burgsaal einzudringen doch dort überkam sie ein tiefer Schrecken. An einem großen Tisch saß das Burgfräulein, doch links und rechts neben ihm saß je ein unheimlich aussehender Geist. Die Knechte ergriffen vor Furcht die Flucht und der Junker fiel vor Schrecken kurze Zeit in eine tiefe Ohnmacht. Als er wieder erwachte, waren die Geister verschwunden, nur das Fräulein saß noch am Tisch. Der Mut kehrte zu ihm zurück und er nahm die junge Frau als seine Gefangene mit auf seine Burg in der Nähe von Lautern. Doch die Jungfrau konnte ihm alsbald wieder entfliehen und kehrte zurück zur Beilstein. Erneut drang der Junker in die Burg ein um sich die Jungfrau ein zweites mal zu entführen. Wieder fand er sie im Burgsaal mit den beiden Geistern vor. Als er sich ihr näherte flogen die beiden Geistwesen auf ihn zu und berührten ihn sachte, genau in diesem Moment fiel der Junker tot zu Boden. Von nun an traute sich niemand mehr die Jungfrau zu entführen.
In einer lauen Frühlingsnacht saßen in Lautern im Wirtshaus zum fliegenden Pferd einige Handwerksburschen beisammen. Die Walzbrüder hatten sich hier getroffen und ihre Gemüter waren vom Wein und Bier schon recht erhitzt. Ein Schuhmachermeister aus der Stadt der bei ihnen saß, erzählte den Burschen von den geistern die auf der Beilstein hausten. Je mehr Bier und Wein floss desto mutiger wurden die Handwerksgesellen, einer wettete das er mit einer Fackel dreimal um die Burg laufen würde ohne das ihm etwas Geschehen würde. Die Wette ward geschlossen und man machte sich noch in der selben Nacht auf zur Beilstein. Zweimal ging er um die Burg herum, doch beim dritten Mal, flogen zwei geisterhafte Wesen auf ihn zu und berührten ihn leicht, der Handwerksbursche fiel wie vom Blitz getroffen tot zu Boden.
Unter der Burg Beilstein soll es tiefe unterirdische Gänge geben. Eine alte Frau aus Lautern sammelte regelmäßig Holz bei dem alten Gemäuer. Eines Tages, sie hatte ihr Holzbündel schon geschnürt stand plötzlich ein Zwerg vor ihr. Es war das Hellbeermännchen vom Heiligenberg, eines Berges in der Nähe vom Beilstein. Der Zwerg deutete auf das damals schon verfallene Schloss und sagte":Sie hin zum Schloss"! Als sie hinschaute erkannte das sich dort ein Stein gelöst hatte der einen tiefen Gang freigab. Der Zwerg sagte nur: Geh!" Die Alte nahm ihr Bündel und verschwand in dem dunklen Tunnel. Als sie wieder an das Tageslicht gelangte befand sie sich auf dem Kaiserberg.
Dem Ritter vom Beilstein war der geheimnisvolle Gang der von der Beilstein zum Kaiserberg führte wohl bekannt. Auch wusste er von Abzweigungen in dem unterirdischen Labyrinth, die tief hinunter unter den Kaiserberg führten wo sich der sagenhafte Saal des Kaiser Barbarossas befand. Hier schlief der Alte bis zu seiner Wiederkunft einen tiefen Schlaf vor einem steinernen Tisch. Alle hundert Jahre wurde er kurz wach und fragte ob die Raben noch zwischen dem Berg und der Barbarossaburg fliegen würden. Sagte ihm sein Diener das die Raben immer noch umherfliegen, schlief er gleich wieder für weitere hundert Jahre ein. Der Ritter vom Beilstein der auch von dieser legende gehört hatte wollte sich selbst davon überzeugen und stieg den dunklen Gang unter seiner Burg hinunter. Er lief so lange durch den Gang bis er im Saal des alten Rotbart angekommen war. Dieser saß schlafend an dem großen steinernen Tisch. Auf diesem lagen die Reichsinsignien, das Schwert, der Reichsapfel, das Kreuz und die Krone. An der feuchten Buntsandstein Wand hing ein großer Schild darauf war ein blutrotes Herz das von einem weißen Pfeil durchbohrt war aufgemalt. Der Kaiser öffnete die Augen und sah den Beilsteiner an. Dann fragte er ihn":Fliegen die Raben noch?" Dieser bejahte die Frage und der alte schloss die Augen um für weitere hundert Jahre in Schlaf zu versinken.
hukwa
Samstag, 11. Februar 2012
Das Antlitz der Natur
Mein ganzes Leben lang habe ich mich der Natur verbunden gefühlt, dieses Gefühl zu ihr war tatsächlich so etwas wie ein Muttergefühl. Ihre Gegenwart war für mich wirklich, lange bevor ich etwas über ihre biologischen Gesetze wusste. Damals handelte es sich um die unvoreingenommene und dennoch klar umrissene Wahrnehmung des Wesens der Natur, gesehen mit den Augen eines Kindes, dessen Herz für die kleinen Wunder am Waldesrand schlug. Wenn ich Heute zurückblicke, fällt mir auf, dass ich seit meiner frühesten Kindheit – etwas – in den verborgenen Formen der Natur, ebenso wie in ihren sichtbaren Aspekten gesehen habe. Es war ein Spüren, ein Ahnen auf ein Werdendes. Das Wissen um eine Metamorphose ohne das ich dieses Wort damals gekannt hätte. Wie sollte ich auch? Die schönen und verschwenderischen Vielzahl ihrer Gestaltungen, bildete die Quelle für einen wirklichen Sinngehalt meines Lebens, und ich habe stets eine enge Verwandtheit mit den Abkömmlingen der Natur verspürt – mit Tieren, Felsen, Pflanzen, Wiesen, Quellen mit allem was uns die große Erdmutter schenkt. Ich verlor mich schon früh im Beschauen der Wolken und Sternen, im Ahnen unendlicher Galaxien im nie endenden Universum. Kein Freund, kein Guru, kein Lehrer hat mich dies gelehrt, vielleicht ein Paar Bücher haben mir dabei geholfen, aber letztendlich war es einfach eine "Gewissheit" die mich mit diesen "Dingen" verband, eine Gewissheit die mir sagte, dieser wunderbare Kiesel und der mächtige Baum dort drüben und du selbst sind letztendlich Eins. Dieses großartige Gefühl Mietglied der großen Schöpfung zu sein, das uns allen in der Kindheit latent zu eigen ist, aber bei fast allen verloren geht, wenn wir erwachsen werden, ist mir erhalten geblieben. Eines der schönsten Erlebnisse meiner Kinderzeit, das ich bereits in zwei Büchern nebenbei geschildert habe, möchte ich hier wiedergeben: "Als Knabe hatte ich einmal ein seltsames Erlebnis mit einem Fliegenpilz.
Ich saß unter einer großen mächtigen Fichte in einem wunderschönen bemoosten Tal. Es war Frühherbst, der moosige Boden atmete im Tau des frühen Morgen und Tausende goldener und silberner Spinnweben verzauberten den Morgenwald. Ich schwänzte mal wieder wie gewöhnlich die Schule und fühlte mich sehr behaglich bei dem Gedanken an meine pflichtbewussten Mitschüler, die nun in der Schule saßen, eingeengt wie in einer Sardinen Dose. Direkt vor mir wuchs ein wunderschöner Fliegenpilz, er gefiel mir so gut das ich ihn wohl sehr lange anstarrte. Mit einem mal regten sich in mir Gedanken wie ich sie nie zuvor Denken konnte. Ich wollte so sein wie dieser wunderschöne Pilz, der hier lebte in seiner einzigartigen Gestaltung. Warum konnte ich nicht ein Leben lang an diesem einzigartigen Platz verweilen, den Liedern der Vögel lauschen, die Rehe und Hasen friedlich beobachten, dem gleitenden Flug des Bussard und Reihers erschauen, warum musste ich zurück in diese profane Welt, eine Welt die vorwiegend bevölkert ist mit Menschen denen jeglicher Bezug zur Natur fehlt? Vielleicht bin ich auf der verkehrten Ecke dieser Welt geboren worden? Jener Tag in meinem stillen Waldtal meiner damaligen Heimat hat mich bis aufs tiefste geprägt. Ich glaube heute rückblickend sagen zu können damals ging eine Neue Welt für mich auf doch eine andere unter. Dieses in der großen Gemeinschaft mit Baum, Stein, Tier und all den anderen Wesen die hier leben, in einem ganzheitlichen Sinn zusammen zu sein, hat mich bis heute nie wieder losgelassen. Damals hat sich mir das Antlitz der Natur enthüllt, nie wieder hinter her habe ich mich der alten Mutter so nahe gefühlt und ich bin überzeugt eine solche Begegnung hat man nur einmal im Leben, aber man kann ein Leben lang davon zehren.hukwa
Mittwoch, 8. Februar 2012
Trippstadter Gedichte
1.Waldpfad bei der Burgruine Wilenstein
Es scheint als schweigt der Wald im tiefen Traum
Waldeinsamkeit umhüllt die alte Burg
Im Dickicht am Berghang raschelst
Als gehe ein weißes Fräulein durchs Gebüsch
Als hielten zur Mittagsstunde die Götter hier Gericht.
Ein düsterer Pfad führt hoch zu den verfallenen Mauern
Durch grünes Bollwerk führt der alte Weg
Dann endlich bei der Burg angekommen
Spürt man in sich ein Gefühl
Als sei man einem Schatten entronnen.
2. Auf einer Friedhofsbank sitzend
Wer hier sitzt hat das Gefühl als seinen Hundert Jahre zurückgegangen
Doch niemand hat das hier vernommen
Das Rad der Zeit steht so still
Die Friedhofslinden flüstern im Wind
Eine alte Waldbank lädt ein zur Ruh
Als sprichst sie dem Wanderer zu
Setz dich hin und sei mein Gast
Die hinter dir liegen saßen auch hier
Und wem es erscheint er sei vom Leben vergessen
Dem raunt hier eine Stimme zu
Sei du vom Leben nicht so besessen
Hier in der Stille ahnest du
Es gibt ein Siech-vergessen
Kehr ein mit deinen Gedanken
Hier fallen alle Schranken
Hör wie die Friedhofslinden im lauen Winde flüstern
Mit einem mal ist dir als würden
Tote in dem grünen Blattwerk wispern
Deutlich spürest du
Ein jedes leben schreitet einmal seinem Ende zu
Die da unten liegen
Wissen darüber mehr als du.
3. Spätsommerabend an der Moosalb
Blau wölbt sich der Himmel
Über die Waldhänge hin
Distelsame fliegt über der Wiese
Im lauen Spätsommerwind dahin.
Kreisender Bussard am Himmel
Pfeilschnell der Schwalbe Flug
Falter im Blütentaumel
Schlafende Hornissenbrut.
Umrahmt von Buchen und Fichten
Fließt kristallen die Moosalb durchs Tal
Rot blinken die Ebereschen
Im Abendsonnenschein.
Bald geht die Sonne unter
Hinter dem Waldesrand
Dann walten die Nebel im Tal
In versilberten Strahlenglanz.
Vom wasser her tönt nun leise
Flötend der Amsel Sang
Bald blinkt am Himmel wieder
Diamantener Sternenbrand.
4. Am Kaltenborn
Durch bunte Herbstlaubfülle
Lief ich tief in mich versunken
In die Waldesstille
In den Zauber tief hinein
Da
An einem dunklen Teiche
Wo das Schilf stand schon in Bleiche
Klang aus grünlich-braunem Dickicht
Eine Syrinx auf
Sehr leise
Sanfte Töne
Schwingend aufgegangen
Wer blies wohl hauchend in die Röhre
Das sich Gras und Schilf so sanft bog
Hier im Röhricht und im Busche
Sah ich sanft ihn umherhuschen
Sah das kurze Hörnerpaar
Hör ihn mit den Hufen scharren
Sehe ihn in die Tiefe des Teiches starren
Langsam ging die zeit vorüber
Wind weht auf und Äste knarren
Wie ein Spuk war er gekommen
Wie ein Geist ist er gegangen
Und entzaubert war die Zeit.
5. Gefällte Bäume
Der Himmel spannt sein blaues Zelt
Durch den Fichtenwald
Zieht der Harzgeruch
Frisch gefällter Bäume
Rindenlos
Liegen sie da
Jeder Jahresring erzählt seine eigene Geschichte
Von Schneebruch
Stürmen
Sommerhitze
Vogelhochzeit
Gerade gewachsene Stämme
Krumme Jahresringe
Linien die das Leben schrieb
Ich setze mich zu ihnen
Schweige mit ihnen
Die sich aus dem vollen Leben verabschieden.
6. Am Felsenbrunnen
O singendes Gestein
Im Duft von sommerlichen Wäldern
Und wieder will ich dir lauschen
Einen Sommer lang
Ruhig ins Moos gestreckt
Reinen Herzens und allein
Genährt vom Rieseln und Rauschen
Den fernen Urhaften Lauten
Bildnis des inneren Geschauten
Hier unter schirmend schweren Zweigen
Kann ich bar jeder fremden Maske mich bewegen
Reißt du mich auch in meine letzte Tiefe
Ich will noch weilen
Will in mich gehen
Die Erlenbüsche
Silbern grau
Verweben sich wie im Traum
In das uralte Lied das klingt
Aus dem singenden Gestein.
7. Alter Schuppen in der Heidenkopfstrasse
Stürme rissen Ziegeln aus dem Dach
Regen lockerte das alte Mauerwerk
Die alte Tür stöhnt leise
Erzählt von alten Zeiten
Auf ihre Weise
Der alte Apfelbaum ist gebrochen
Daneben der Kirschbaum
Seine Früchte reifen nur noch für die Vögel
Der alte Schuppen mahnt Vergänglichkeit an
Die Menschen gehen vorbei
Sie sehen ihn nicht einmal.
8. An der Plättschen Mauer
Jahrhunderte schon lebt diese Mauer
Gefügt aus Buntsandstein
Schöllkraut Armer Heinrich und Ampfer
Glockenblume und Holunderstrauch
Fühlen sich hier zu Haus und
Entsprießen den lebendigen Fugen
Wo auch die schwarze Wollbiene haust
Hier und da ein gebrochener Stein
Wie Narben und Alterswunden
Und immer feucht
Als weine sie leis
9. Schauende Seele - Am Fischzuchtweiher
Wenn die klaren Bäche murmeln
Tritt das Schöpferwort zu Tage
Aus der Dunkelheit wird Helle
Nacht wird zur Geborgenheit
Fern dem Horizont der Tage
Summt die alte Bach ihr Lied
Wacht die Welt aus ihrem Schlafe
Klingt der Tag uns wie ein Lied
Singt die Amsel Sinfonien
Bäume rauschen Götterwort
Und im schweigenden zuneigen
Fliegt die Seele mit dem Winde fort,
10. Pan im Park
Was wohnt in dir noch außer Busch und Bäumen
Was zeigt des Vogels Flug wenn ich hier Träume
Uralt der Efeu der die Eichen hinauf wuchert
Alte Mauer Steinbrech und Nessel
Haben dich wie ein Bild gerahmt
So wie ein Buch mit stark vergilbten Blättern
Stehen die alten Bäume
Vor Zeiten von den Göttern entsandt
Der dich aus Wildnis hat beschworen
Dessen bannender Spruch ist lang schon verstummt
Was hier zerfällt zu namensloser Erde
War einst ein Prunk auf Glanz gebaut
Doch nun ist alles wild und schwer
Über Rosen Tulpen Nelken
Hat gesiegt
Das wilde Heer von Efeu und Nessel
Doch manchmal in den Mittagsstunden
Wenn Stille überm Parke liegt
Erscheint ein Schatten und ein huschen
Hab ich geträumt oder war
Pan gerade hier.
11. Dämmerspaziergang zur Burg Wilenstein
Weg bewachsen mit Schlehen und Birken
Holler Nessel Farngeruch
Im Tal erscheinen bald die Herbstzeitlosen
Versteckt durch einen hohen Hang
Im dichten Fichtengezelt
Steht im feuchten Tau
Die alte Waldbank
Von tiefen Schweigen umgeben
Wie dunkelnder Kristall
Von Schneckenspuren glitzernd überwoben
Uralter Sandstein am Bergeshang
Nackte Buchen
Wie glatte fleischige Leiber
Weiden verbogen wie Hexenkörper
Silbernes Geäst im grünen Getümmel des Laubwerks
Sanftbeflaumt wie ein Vogelnest
Das Weideröschen
Am Wegesrand
Fledermaus Flug kündet
Bald kehrt die Nacht
Es ist als ob die Erde hier trunken macht
Tausend Dämmerungsgänge
Keiner war vergebens
Schallt es mir aus dem Wald entgegen.
11. Versteckte Stufen
Bemooster uralter Stein
Stufe zum Sein
Wild wuchert der Efeu
Im Fichten Dom
Aus dem Dickicht Geruch
Von Fäulnis und Vergangenem
Zilp Zalp fliegt
Salamander kriecht
Abseits von Konsum und Oberflächlichkeiten
Letzte Idylle
Nur von wenigen erspürt.
Dienstag, 7. Februar 2012
Trippstadt – Erzhütten eine geschichtliche Verbindung
Die Entstehung eines Ortes, einer Siedlung und seine Geschichte sind aufs engste Verbunden mit der Landschaft in welcher die jeweilige Siedlung liegt. Sie sind aber auch verbunden mit jenen Persönlichkeiten und Menschen die durch ihre Tatkraft, sei dies in einem negativen oder positiven Sinne, den jeweiligen Ort prägten.
Die älteste Stadtrandsiedlung von Kaiserslautern, Erzhütten-Wiesentalerhof, steht in engem Zusammenhang mit der Trippstadter Adelsfamilie von Hacke und der Familie von Gienanth. Als man zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Reichswald bei Kaiserslautern braunes Gestein fand, das zwischen dem Buntsandstein in Schieferschichten vorkam, suchte der damalige Lauterer Oberförster Weller den Geheimrat Freiherr Ludwig Anton von Hacke in dessen Hüttenwerk in Trippstadt- Karlstal auf, um die mitgebrachten Gesteinsproben untersuchen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass es sich um Erze handelte. Dem Ersuchen von Hacke vor Ort im Reichswald Probebohrungen vornehmen zu dürfen, wurde nach Festlegung einschlägiger Kriterien durch die kurpfälzische Hofkammer stattgegeben. Die Grabungen wurden nach zehn Jahren mit Erfolg abgeschlossen, so dass mit dem Erzabbau, mit Genehmigung des Bergamtes Kaiserslautern im Mai 1725 unter Leitung des Obersteigers Johann Jacob Diehl, begonnen werden konnte. In Erinnerung ist bis heute der legendäre Wahlspruch von Diehl, den dieser im Beisein des Freiherrn von Hacke am späteren Steigerhügel auf Erzhütten – Wiesenthalehrhof aussprach: „Die Wege zu den Schätzen dieser Erde sind nicht eben. Unsere Aufgabe ist es aus den Stollen sie zu heben“
Im Jahre 1726 erlaubte von Hacke dem Obersteiger eine Kate in Lehmbauweise auf dem Gebiet des späteren Wiesenthalerhofes zu errichten. Es war die Geburtsstunde der Bergarbeiterenklave „Im Reichswald“.
Am 5. Januar 1771 schloss der Sohn des Bergwerksgründers, Freiherr Theodor von Hacke mit Johann Jacob von Gienanth aus Hochstein einen Pachtvertrag über das Trippstadter Eisenwerk ab, zu dem auch das Erzbergwerk im Reichswald gehörte. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von zunächst 12 Jahren. Darin wurde Gienanth das Recht eingeräumt, Arbeiter nach seinem Gutdünken einzustellen oder zu entlassen und Streitigkeiten unter den Arbeitern zu schlichten. Den Arbeitern wurden an Rechten zugestanden: Fronfreiheit, Freiheit von Kriegslasten, freier Zu- und Wegzug, Nutzung von Gärten und dergleichen mehr. Für den Bergwerksbereich wurde den Bergleuten gestattet, sich in der Nähe der Gruben anzusiedeln.
Im Jahre 1775 wird in einem Bericht gesagt: „Auf Erzhütten, unter der Direktion des Herrn Bergrath Gynanth darselbst, wird Eisenerz gegraben“. Als Bewohnerzahl sind genannt: 12 Männer, 12 Frauen und 22 Kinder.
Der Nassau – Ussingische Kammerrat Christin Friedrich Habel berichtete 1777 in seinem Tagebuch über die Erzgrube im Reichswald wie folgt: „Wenn man zur linken Seite nach Schelbach (einer der damaligen Namen der Siedlung) kommt, so findet man in dem Wald unter dem Sandstein Flötz (…), das 12 Schuh mächtig ist… schiefriges Eisenerz. Es wird auf den Gienanthschen Werken verschmolzen“.
Im Jahre 1777 verstarb Bergrat Gienanth. Dessen Witwe und sein Sohn Gideon vereinbarten 1780 einen auf 30 Jahre vorgesehenen Temporalbestand mit von Hacke. 1804 schließlich erwarb Ludwig von Gienanth als „wohlfeiler Kauf“ das Trippstadter Werk. Für das Bergwerk im Reichswald hatte er 20 Gulden zu zahlen. Allerdings hatte er nur das Schürfrecht nicht die Fläche dort gekauft. Ein Jahr später kaufte Gienanth auch den Wappenhammer (heutiges Hotel Blechhammer) beim Fischerrück in der Nähe von Erzhütten, der in einen „Blechhammer“ umgewandelt wurde.
Allerdings bestanden schon vor dem Kauf Gienanths zwischen dem Wappenhammer und der Schmelzhütte bei Stelzenberg Verbindungen. Das lutherische Kirchenbuch nennt 1740 „Friedrich Jacob Wagner, Director auf der Eisenschmelz“ als Pate bei einer Kindtaufe der Familie Schwarz, dieser Familie gehörte der Wappenhammer vor dem Kauf der Gienanths.
Die hier genannte Eisenschmelze befand sich wie aus einem 1748 im gleichen Kirchenbuch eingetragenen Vermerk hervorgeht (Wagner ist wieder genannt) später bei Trippstadt. Anscheinend wanderten auch Bergarbeiter von Erzhütten in die Hüttenwerke nach Trippstadt ab, so wird in einer alten Urkunde ein Wilhelm Boullong, Bergmann auf Erzhütten erwähnt, seine Familie findet sich 1800 wieder als Arbeiterfamilie in den Eisenhüttenwerken von Trippstadt.
Aus Urkunden wissen wir, dass von 1814 bis 1824 das Bergwerk im Reichswald insgesamt 75.000 Zentner Eisenerzsteine in die Werke Gienanths lieferte. Deren Verhüttung erfolgte in Trippstadt, Hochstein und in den letzten beiden Jahren im Werk in Eisenberg. Dem wenig ergiebigen Eisenerz des Reichswälder Bergwerks wurde ergiebigeres Erz aus anderen Gruben hinzugegeben. Um 1825 wurde der Bergbau auf Erzhütten aufgegeben. Auf den Grundsteinen des alten Verwaltungsgebäudes der Gienanths steht heute die Schule von Erzhütten.
Als im Jahre 1777 der Bergrat Jakob von Gienanth starb, pflanzte der Waldförster Johann Christian Diehl die sogenannten „Gienanth Buchen“ auf dem Steigerhügel beim Wiesenthalerhof, jenem Platz wo die Geschichte der ehemaligen Bergarbeiterenklave 1725 begann. Diese mächtigen Buchen die sozusagen den Mittelpunkt von Erzhütten – Wiesenthalerhof prägten wurden am 7.Juni 1973 gefällt.
Eine am 4. Oktober 1994 errichtete Gedenkstätte erinnert heute an die Bergwerksenklave im Reichswald, deren Geschichte im Mai 1725 im Beisein des adligen Bergwerks- und Hüttenbesitzers Reichsfreiherr Ludwig Anton von Hacke und seinem Obersteiger Johann Jacob Diehl begann.
Literaturhinweise:
Heinz Friedel: Eine Siedlung im Reichswald, die Erzhütten, Kaiserslautern 1989
Theodor Zink: Der Blechhammer bei Kaiserslautern
B. Cloer: Eisengewinnung und Eisenverarbeitung in der Pfalz im 18./19. Jahrhundert
Ludwig Müller: Ortschronik Erzhütten
hukwa
Sonntag, 5. Februar 2012
Spaziergang entlang der Moosalb
Durch dunklen Fichtentann
Entlang dem alten Bach
Lausch seinem wilden Wassersang
Du fließt herab vom Felsenhang
Ins grüne Tal
Dein Lied
Linderte schon so manches Wanderer Qual.
hukwa

