Montag, 23. April 2012

Kelten im Pfälzerwald


Als ich noch ein kleiner Junge war fiel mir ein Kalender mit einem Artikel über Kelten und Druiden in die Hände. Mit großem Interesse habe ich diesen damals gelesen. Seit dieser Zeit beschäftigte ich mich immer wieder mit den Kelten und vor allem mit ihren „Philosophen“
(wie die Griechen……sie nannten) - den Druiden. Ich bin niemals irgendeiner „Keltomanie“ verfallen, doch das „Volk das aus dem  Dunkeln kam“ ließ mich auch nicht mehr los. Mich interessierte vor allem die Mythologie dieses Volkes.
Kurz nach dem ich damals in jenem alten  Kalender gelesen hatte erfuhr ich das wenige Meter von meinem Geburtshaus entfernt in den 1930zigern Jahren Ausgrabungen gemacht wurden wo man Eisenbarren und Bronzestücke aus der Keltenzeit fand. Mein Geburtshaus stand also förmlich auf „keltischem Boden“, ich denke das hat mich schon ein wenig geprägt. Dann erfuhr ich noch dass gerade einmal zwölf Kilometer von meinem Geburtsort entfernt um 1874 eines der besterhaltensten keltischen „Fürstengräber“ Deutschlands entdeckt wurde. Seit damals habe ich immer wieder die Zeit gefunden meine nähere Heimat zu durchwandern  auf Spurensuche nach den Kelten.


Das Waldgebiet das wir Heute als Pfälzerwald bezeichnen hieß zur Zeit der römischen Besiedelung „vosagus“. In ihrer ursprünglichen Ausdehnung reichten die Vogesen vom Südelsass bis in den Hunsrück hinein. Dieser Landstrich wurde in Teilen von den Kelten besiedelt, diese nannten das Land „Wassichin“, was etwa mit „Auerochsengebirge“ zu übersetzt wäre.
In der Vorderpfalz siedelten germanische Stämme im Bereich der Westpfalz siedelte vor 2000 Jahren, denn Donnersberg mit eingeschlossen, der keltische Stamm der Treverer, im Bereich Kaiserslautern und der Sickinger Höhe die Mediomatriker, ebenfalls Kelten.
Vom Bliestal her lief eine uralte Handelsstrasse, die sich an der Stelle, wo heute die Stiftskirche in Kaiserslautern steht, mit einer anderen Straße, die am Nordrand des“Landstuhler Bruchs“ gegen Westen führt traf. Dieser Straßenzug zog sich über die „Wormser Höhe“, südlich am Donnersberg vorbei, in den Bereich Worms. Dieser Straßenbereich führte durch die „Kaiserslauterer Senke“, die eine Passregion ist. (1.) 
Die ersten Siedler in der  Westpfalz, im sogenannten Reichsland, waren also keltische Stämme. Etwa  100 v. Ch. Wurden diese von den Römern in ihr Reich mit eingegliedert.
Im Bereich der erwähnten Verkehrs- und Handelsstrassen finden sich eine Reihe kelto-römischer, ehemaliger Siedlungen, im Landkreis Kaiserslautern vor allem auf dem „großen Berg“ in Kindsbach, weiterhin in Kaiserslautern, bei Otterbach, in Landstuhl, Queidersbach, Rodenbach und Weilerbach, hier wurde 1874 dass berühmte „Rodenbacher Fürstengrab“ entdeckt.
Schauen wir ein wenig über den Landkreis von Kaiserlautern hinaus finden wir in nächster Nähe weitere Besiedelungsräume der Kelten, so die Heidelsburg bei Waldfischbach, dass Oppidium auf dem Donnersberg, die Heidenburg bei Kreimbach und weitere einstige Siedlungen in Bad Dürkheim.
Als einer der ältesten keltischen  und gallorömischen Siedlungen dürfte der „Große Berg“ bei Kindsbach, im Landkreis Kaiserslautern gelten. Die Hochfläche der Sickinger Höhe gehörte in römischer Zeit zur sogenannten „Provincia Gallia Belgica“. Die keltische Bevölkerung die hier lebte gehörte dem Stamm der Mediomatriker an, dessen Siedlungsraum sich zwischen der Maas im Westen und dem Westrand des damals waldreichen Pfälzer Berglandes im Osten mit den Flusstälern der Steinalb und der Lauter deckte. Divodurum, das heutige Metz war die zentrale Burg der Gottheit, der Druiden und des obersten Stammesfürsten. Oft hatte ein „keltischer König“ beide Ämter inne, dass des Druiden und des Stammesführers. 
Wir wissen über die Kelten nur sehr wenig und über die Druiden fast gar nichts. Römische Überlieferungen sind mit Vorsicht zu behandeln.
In Kaiserslautern finden sich erste keltische Spuren um 800 vor Ch.. In der Kaiserslauterer Senke, am Rothenberg rodeten keltische Siedler den Wald, legten Felder an und bauten Holzblockhäuser. Sie verstanden sich darauf Brot zu backen, zu Spinnen, zu Weben und auf Töpferscheiben Gefäße zu formen. Auch beherrschten sie die Kunst Bronzeäxte zu schmieden. Der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit erfolgte westlich des Rheins mit erheblicher Verzögerung.
Der prächtigste Fund im Landkreis Kaiserslautern war das schon erwähnte „Rodenalber Fürstengrab“ ein Wagengrab, datiert um 500 v. Chr. Mit seinen eisernen Radreifen und prunkvollen Schmuckbeigaben erzählt uns dieser Fund einiges über die elitäre und politische Stellung „keltischer Könige und Fürsten“ (rigs). Von einem Adligen keltischen Lebensstil zeugen auch die ehemaligen „Fürstensitze“, die über den Landkreis Kaiserslautern hinaus zu finden sind. Diese „Fürstensitze“ müssen wir uns in der Regel als heraushebende Siedlungen vorstellen, die sich nahe der Fürstengräber befanden. Um 500 v.Chr. gab es auf dem „Linthberg“ (Limburg b. Bad Dürkheim) einen solchen Fürstensitz. Bei Rodenbach (KL) und Lammesheim (Bad Dürkheim) existierten wahrscheinlich nur Fürstengräber aber keine Fürstensitze; hier sprechen wir von Adelshöfen. Gräber von Druiden konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Die Druiden zelebrierten ihre Gottesdienste in heiligen  Hainen da sie einen besonderen Baumkult pflegten, es ist daher anzunehmen dass sie in der Nähe solcher Haine in einfacher Erdbestattung ihre letzte Ruhe fanden. Eine Ausnahme bilden jene keltischen Fürsten oder Könige die Druide und Herrscher zugleich waren, diese hatten aber mehr eine „politische  Funktion“ und wir können sie nur indirekt als Druiden bezeichnen. 
Über die Besiedlung der Kelten in der Pfalz und im Pfälzerwald schreibt Gertrud Lenz-Bernhard und Helmut Bernhard in den „Mitteilungen des historischen Vereins der Pfalz“, Band 90. :“ In der 1967 vorgelegten Bearbeitung der Eisenzeit in der Pfalz unterscheidet H.-J. Engels eine Rheintal- und eine Berglandgruppe. Letztere ist im Süden durch die waldbestandene, weitgehend siedlungsfeindliche Buntsandsteinzone des Pfälzer Waldes strikt von der Rheinebene abgetrennt. Nur im Norden etwa von der Eckbachlinie südlich von Grünstadt reicht die Rheintalbesiedlung auch weiter nach Westen, wird jedoch durch eine breite – wohl weitgehend siedlungsfreie Zone – zwischen Wiebach und Lauter von der reichen Siedlungslandschaft zwischen Glan und Nahe abgetrennt. Wenn auch der Forschungsstand zur pfälzischen Eisenzeit unter Durchschnitt liegt, so dürften die Siedlungsschwerpunkte während der spätkeltischen Zeit durchaus die tatsächlichen Verhältnisse widerspiegeln. Auffallend ist eine Zone keltischer Besiedelung entlang der nachmalig wichtigen römischen Straßenverbindung zwischen Eisenberg und Kaiserslauterer Senke, einer Verkehrsachse, deren Bedeutung durchaus der der Zaberner Verbindung vom Unterelsass zum mediomatrikischen Kernland entspricht.
Im Bergland lässt sich südlich der Kaiserslauterer Senke und östlich der Blies keinerlei spätkeltische Besiedelung nachweisen, wenn man von vereinzelten Münzfunden oder von zahlreichen Eisenbarren einmal absieht….So stehen die ausgedehnten Höhensiedlungen „Maimont“ bei Schönau und „Heidelsburg“ bei Waldfischbach – Burgalben sonderbar isoliert ohne erkennbare Umlandsbesiedelung, die für die Versorgung solcher castella eine Voraussetzung bildet….Nördlich der Kaiserslauterer Senke nehmen die spätkeltischen Funde westlich des Glans erheblich zu und erreichen im Raum St. Wendel ein deutliches Dichtezentrum.
Dieser Raum mit dem Kleinoppidum „Otzenhausen“ und zahlreichen castella wie etwa die Altenburgen bei Bundenbach und Weiersbach gehört ohne Zweifel zum treverischen Stammesgebiet; der Raum zwischen Westrand des Pfälzer Waldes und der Blies eher zum mediomatrikischen Gebiet“ 


Von Karl Werner Kaiser der den „großen Berg“ bei Kindsbach ausgiebig untersucht hat erfahren wir auch einiges über alte keltische Ortsnamen: 
„Der Namensbestandteil- alb für Bach und Flussnamen im Westrich, auch im Bereich der Sickinger Höhe, stellt eine altwestische (vorindogermanische) Bezeichnung für Fluss- und Bachbette sowie Weißwasser dar, die sich im keltischen Sprachschatz als albis ebenfalls widerspiegelt. So heißt der heutige Aube in Frankreich gallisch albis. Das zahlreiche Auftreten dieser Gewässerbezeichnung im behandeltem Raum spricht für das Weiterleben von Resten einer keltisch-romanischen Stammesbevölkerung, welche die Zäsur der Völkerwanderungszeit überstanden hat und die Namen der germanischen Neubevölkerung überlieferte.“
Die Westpfälzische Moorniederung dürfte auch in der römischen Kaiserzeit noch eine natürliche Grenzfunktion zwischen den romanisierten Keltenstämmen der Teverer im Norden und der Mediomatriker im Süden gehabt haben, so dass die Feste „Großer Berg“ bei Kindsbach, in ihr keine direkte Bedeutung für die Lande nördlich vom Bruch besessen haben mochte. Der im Jahre 1896 an der Moordammühle zutage gekommene Torso eines toga-bekleideten Mannes des 1./2: Jh: n. Chr. lässt an einen dortigen Moorübergang denken.
Ein weiteres keltisches Heiligtum in dieser Gegend ist der „Heidenfels bei Kindsbach“.
„Die Frage nach dem Ende der „keltischen Welt“ zwischen Rhein, Glan und Blies ist ein reizvolles und schwieriges Thema“, schreiben Dr. Gertrud Lenz-Bernhard und Dr. Helmut Bernhard, den eng mit dem Ende der keltischen Stammesstrukturen und Adelsgruppen ist die Aufgabe von Höhensiedlungen (oppida und castella) verbunden. Während im innergallischen Raum die stadtartigen Oooida zumindest noch bis in spätaugustische Zeit besiedelt bleiben, scheint sich in der rheinnahen Zone eine andere Entwicklung anzudeuten. Auf keiner Höhensiedlung wie etwa „Maimont“, „Heidelsburg“, „Heidenburg“ bei Kreimbach-Kaulbach der dem „Donnersberg“ bei Dannenfels gibt es Spuren fortdauernder Besiedelung. 
Alle Besiedelungen brechen schon während des 1.Jh. n. Z. ab.
Bei der Betrachtung des geschichtlichen Hintergrundes der Kelten in der Pfalz wirft Karl Werner Kaiser eine interessante Frage auf: Haben Teile der keltischen Bevölkerung oder einer gallorömischen Bevölkerung in den Walddörfern sozusagen überlebt? Dazu schreibt er:
„Die Betrachtung des geschichtlichen Hintergrundes bei der Darstellung der Sickinger Höhe in der römischen Zeit lehrte bereits, dass mit dem Beginn des 5. nachchristlichen Jahrhunderts mit dem militärischen Zusammenbruch der römischen Herrschaft am Rhein und dem Durchzug der Völkerscharen der Großen Wanderung unter Anführung der Wandalen der Augenblick gekommen war, dass die Nobiles der Landschaft auf ihre anderen oder befreundeten Güter in Westgallien zogen und der Großteil der überlebenden ihnen zugehörigen Bevölkerung mitging. Von den Landgütern sind es die Hintersassenbevölkerungen- die einstige freie bodenständige keltische Bevölkerung- die mit den Grundherren mitzogen, von den vici sind es die Stadtpatrizier mit ihren Sklaven und Abhängigen, die dem Chaos des Zusammenbruchs mit Militär und Verwaltung entflohen. Die Landschaft versinkt in einem Zerstörungshorizont, über dem eine langjährige Verödung einsetzen wird, die teilweise bis zu 250 Jahren dauern wird. Sie kennt allerdings Bevölkerungsreste unbekannten Umfanges, die sich nicht von der Heimat lösen konnten oder die keinen Anschluss wahrnehmen konnten. Sie halten sich im Abseits als Waldbauern, Köhler und Jäger und bewahren alte Überlieferung und Namen in der Landschaft“.  
Die in den Waldsiedlungen überlebende Reste der einstigen keltischen und gallorömischen Bevölkerung gingen in Enkelgenerationen verschiedener Grade in der zunehmenden Neubesiedelung auf.
Einige ihrer „Hinterlassenschaften“ finden sich in alten Osterbräuchen, in der Tradition des Maibaums aber auch in religiösen „Vermächtnissen“.

„Die Quellen die es uns ermöglichen, ein ungefähres Bild der Keltenreligion zu skizzieren, sind äußerst spärlich. Die antiken Texte, die über die keltische Geschichte und Kultur überhaupt berichten, sind schon nicht sehr zahlreich; diejenigen, die sich speziell auf die Religion beziehen, sind noch viel seltener und darüber hinaus oft schwierig zu interpretieren. Die Festlandkelten haben kein schriftliches Zeugnis ihrer religiösen Vorstellungen hinterlassen, abgesehen von einigen in gallischer Sprache und in griechischer Schrift verfassten, sehr kurzen Weihinschriften oder ähnlichen Steindokumenten, die lediglich Götternamen oder religiöse Monatsbezeichnungen erwähnen.“ (Jacques Moreau).
Dagegen ist eine sehr umfangreiche Literatursammlung, größtenteils religiösen Inhalts, bei den Inselkelten vorhanden. Die Literatur die über die „Inselkelten“ existiert ist zum Großteil allerdings mit äußerster Vorsicht anzugehen. Die irischen Helden- und Königssagen aber auch die walisischen und schottischen Legenden sind in ihrer bestehenden Verfassung kaum älter als das 11.Jahrhundert n. Z.. So setzen diese eine Jahrhunderte lange mündliche Überlieferung voraus, die zweifelsohne auch christlicher Färbung ist. Viele Forscher sind der Meinung – und das wahrscheinlich zu Recht – dass die inselkeltischen Quellen „künstliche Produkte  einer dichterischen Phantasie sind, die zur Kenntnis der urkeltischen Götterwelt und Religion sehr wenig oder gar nichts beitragen können“, (Jacques Moreau).
Auch Cäsars bericht im VI. Buch des Gallischen Krieges, ist mit äußerster Vorschicht zu genießen, weil die Römer die Verhältnisse ihrer eigenen Religion in die der Kelten hineinprojizieren und auf diese Weise die keltischen Götter und Mythen unrichtig darstellen.
Der französische Historiker Camille Jullians schrieb über die Götter der Kelten: „Die großen Götter der Kelten waren gleichzeitig allen Stämmen gemeinsam und unendlich mannigfaltig“. 
So kommt es nicht auf den Namen des jeweiligen Gottes an sondern auf die Vorstellungen die die verschiedenen Stämmen von ihrem Hauptgott hatten  und die in vielen Gebieten genau die gleiche war. In diesem Sinne dürfen wir von gemeinkeltischen Göttern sprechen. Sehr deutlich kommt diese Einheitlichkeit der keltischen Religion bei ihren Göttinnen zum Vorschein. Eine große Verbreitung hatte die Verehrung der Matres im gesamt keltischen Raum, die meistens als eine Dreiheit und sitzend dargestellt werden. Auf ihrem Schoß tragen sie oft Früchte, Tiere oder ein Kind. Diese Attribute weisen eindeutig auf Fruchtbarkeitsgöttinnen hin. Die Vielzahl der Götter, die oft von Ortsnamen hergeleitet werden, wie Treverae, Aufaniae, Masanae usw. darf den einheitlichen Charakter der Muttergottheiten vom Rhein bis nach England nicht verwischen.
Auch bei den Kelten finden wir eine „Dreiheit“ im Götter Pantheon vor. Der Keltenforscher Jean Markale schreibt dazu: „ Über das so figurenreiche, bunte, ja verwirrende keltische „Pantheon“ darf man sich keine falschen Vorstellungen machen, denn auch der außenstehende Beobachter, der mit dem Christentum nicht vertraut ist, könnte ja auf die Idee kommen, das römisch-katholische Christentum sei eine Art Polytheismus, wenn er eine Kirche betritt, den einzelnen Teilen der Messe folgt, die vielen Heiligenfiguren  und ihre besonderen Schutzpatronen-Funktionen entdeckt und wenn er von den „Heiligen Jungfrauen“ namens „Jungfrau Maria“, „Maria Magdalena“ ect. Reden hört. Man betrachte auch das christliche Dogma der Trinität: ein einziger Gott in dreierlei Gestalt, was bei aller Logik drei göttliche wesen, drei personalisierte Gottheiten, drei deivos im indioeuropäischen Sinn ergibt, die zusammen trotzdem als ein einziger Gott betrachtet werden.“
Argumentiert man auf der Grundlage der hegelianischen Dialektik, die nichts anderes als des Heraklit ist, so ist Gott als das Absolute gleichbedeutend mit dem Nichts, da er kein Seinsbewusstsein hat. Dieses Bewusstsein des Seins kann er nämlich nur gegenüber einem anderen von ihm unterschiedenen Wesen oder gegenüber der Emanation seiner Selbst haben. Der Vater ist nur angesichts des Sohnes Vater und umgekehrt, wobei der Heilige Geist die Funktion der dialektischen Beziehung zwischen den beiden Oppositionen hat. Um sich zu manifestieren, muss sich die Gottheit in ihre verschiedenen Gestalten teilen. Und das ist der Übergang vom Absoluten zum Relativen. So gesehen sind die keltischen Götter Manifestationen der vielfältigen Funktionen eines absoluten, unbekannten, unfassbaren, unbenennbaren und damit unendlichen Gottes, den man sich als Ursprung alles Seienden denkt.
hukwa

Schlehenblüte

Neben dem Buschwindröschen blüht nun auch überall die Schlehe. Die "Vorhut des Waldes" wird dieser Strauch auch gerne genannt, da er oft am Anfang der Wälder zu finden ist. Die Schlehe besitzt nicht nur heilende Wirkung, sie ist also ein Heilbaum, sondern sie leistet auch Beachtliches in der Natur. In England haben Wissenschaftler über 100 verschiedene Insekten an einer einzigen Schlehenhecke gezählt. Allein sieben Tagsschmetterlingarten benötigen den Strauch als Futterpflanze für ihre Raupen.Von den 40 in Hecken lebenden Vogelarten fressen 80 Prozent die Schlehenfrüchte. Damit ist die Vogeldichte mit zehn Arten zu je 100 Meter zehnmal so groß wie im Waldinnern. Eichelhäher und Mäuse gehören gleichfalls zu den Verbrauchern der Früchte. Sie fressen jedoch nur das Fruchtfleisch, bringen aber den Stein also den Samen automatisch an einen neuen Standort und tragen somit zur Vermehrung des Strauches bei. Andere Tiere verzehren die gesamte Frucht, so dass ihre Verdauungssäfte die Samenhülle schon zur Keimung vorbereiten.
hukwa

Sonntag, 22. April 2012

Im Buschwindröschenwald

Auch wenn dieser April kalt und verregnet ist, so zeigt er uns doch seine Schönheiten wenn man tiefer in die Wälder eindringt. Entlang des Geomantiepfades blüht jetzt ein weißes Meer aus Buschwindröschen. Der Wind, der im noch kühlen Frühlingswald die weißen Blüten wiegt, stand Pate beim deutschen wie beim wissenschaftlichen Namen dieser Pflanze: griech. anemos = Wind. Im Verbund mit ihnen blüht auch der Sauerklee. Dieser Frühblüher wächst noch dort wo er nur 1.Prozent Sonnenlicht erhält, also auch im dusteren Fichtenwald. Man muss nur die Augen offen halten dann erkennt man schnell die zierliche Gestalt dieser unscheinbaren doch wunderschönen Pflanze.
hukwa

Freitag, 6. April 2012

Eisenhüttenmuseum der Gemeinde Trippstadt Sonderausstellung „Alte Waldberufe“ von Hans Wagner Von Holzknechten, Schindelmachern und anderen ........


Wir alle wissen, dass ein Fortbestand der Welt wie wir sie kennen, nur mit großen Waldflächen möglich ist. Wälder sind die Lunge der Erde, sie beeinflussen das Klima und steigern unsere Lebensqualität.

Außerdem benötigen wir das Holz für den Haus- und Möbelbau, die Papierproduktion, als Heizmaterial und für vieles andere mehr! Dieser Abhängigkeit vom Rohstoff Holz haben wir es zu verdanken, dass nicht alle Wälder abgeholzt wurden. Die alten Holzhandwerker wussten diese Abhängigkeit immer zu würdigen. Für sie stellten die Wälder nicht nur den Lebensunterhalt dar, sie lieferten auch einen großen Teil der Werkzeuge die benötigt wurden, waren Arbeitsplatz und oft auch Wohnort und Lebensraum. So verbrachten die Holzköhler den größten Teil des Jahres an ihren „Kohlplätzen“ im Wald, wo sie in einfachen Hütten hausten. Die Harzbrenner lebten bei ihren Harzöfen und auch die Potasch- und Rußbrenner lebten im Wald oder zumindest am Waldrand. Flur- und Siedlungsnamen zeugen noch heute von diesen alten Handwerksberufen im Pfälzerwald.

Aus einer Fülle von Text- und Bildmaterial zu diesem Thema hat Hans Wagner aus Trippstadt das wichtigste zusammengetragen. Die kleine Sonderausstellung im Trippstadter Eisenhüttenmuseum wird durch alte Originalexponate wie Schindeleisen, Äxte, Holzbock und Schnitzbank bereichert.


Bei der Sonderausstellung handelt es sich um typische alte Waldberufe die im Pfälzerwald und somit auch in Trippstadt ausgeübt wurden.

Hervorzuheben ist, dass die Exponate in einer Einbindung ihres sozialen, wirtschaftlichen, geschichtlichen und arbeitstechnischen Zusammenhangs gezeigt werden. Geachtet wird darauf, dass diese Sonderausstellung durch einen gewissen Erlebnischarakter geprägt wird. So können ab Mai 2012 Schulklassen und Jugendgruppen in der Scheune des Eisenhüttenmuseums, selbst Besen binden, Körbe flechten oder einem Schindelmacher bei der Arbeit zusehen.

Vergangenes in Erinnerung rufen, Vergessenes neu entdecken, Wissenswertes ergründen, Verbindendes erkennen, Besonderheiten erfahren, Begebenheiten der Vergangenheit erfassen. Das ist die Intention dieser Sonderausstellung.

Vom Aussteller wurde darauf geachtet, dass die gezeigten Gegenstände keinen „Fetischcharakter“ haben, sondern sie sollen Lebensverhältnisse versinnlichen. Was haben die Menschen damals getan, unter welchen Lebensbedingungen haben sie gelebt? Die ausgestellten Gegenstände und Dokumente verraten einiges darüber. In den handwerklichen Produkten (Werkzeugen) sind menschliche Arbeit und der Umgang mit dem Wald, sowie die Beziehungen zwischen den Menschen ablesbar. Dass es hier nicht um Zeugnisse einer sogenannten „Hochkultur“, also des Adels geht, kann man sofort erkennen. Menschliche Arbeit und soziale Verhältnisse werden u. a. auch in einigen Mappen, die Texte und Fotos enthalten, dokumentiert.

Die kleine Ausstellung soll auch die Frage aufwerfen: Was ist Heimatgeschichte? Aktiviertes Gedächtnis, heraufgeholte Vergangenheit, fruchtbar gemachter vorhandener Reichtum, Unterbau unserer Gegenwart. In der Geschichte ist die Zukunft angelegt. Künftige Entwicklungen haben ihre Wurzel stets in der Geschichte!

Die Ausstellung kann ab April 2012 besichtigt werden.

Eisenhüttenmuseum Trippstadt

Hauptstraße 26

67705 Trippstadt

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag, 8.00 bis 12.00 Uhr

und von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr.

hukwa

Wenn Steine Geschichte erzählen: Von Menhiren, Grenzsteinen und Rittersteinen im Pfälzerwald

„Die von Menschenhand aufgerichteten Steinblöcke von meist schlanken, spindelartiger Form haben ihre Bedeutung sicher im religiösen Bereich, in der Verehrung von heiligen Steinen. So muss allen Menhiren ein Gedanke zugrunde gelegen haben , der in Zusammenhang mit den Kultstätten der westeuropäischen Megalithkultur des 3. vorchristlichen Jahrtausends zu suchen ist“, schreibt die Geschichtshistorikerin Gisela Graichen in ihrem berühmten „Kultplatzbuch“, das unter anderem auch eine kleine Auflistung, wenn auch nicht vollständige, über Kultplätze und Menhire im Pfälzerwald enthält.

In der Pfalz sind noch ca. 50 Menhire nachweisbar die markantesten sind: „Der lange Stein von Mittelbrunn, „der lange Stein von Einselthurm, „der lange Stein von Freinsheim“, der lange Stein von Stahlberg“ und „der Hinkelstein von Otterberg“

Neben Menhiren finden sich im Landkreis von Kaiserslautern eine Reihe sogenannter „Hinkelsteine; dass sind große, unbehauene, etwa dreieckig anzusehende Monolithsteine. Einer der bekanntesten ist der im Volksmund als „Kriemhildstein“ bezeichnete ca. 2 Kilometer südlich von Schneckenhausen stehende Hinkelstein. Er steht an der Grenze des Otterberger Klosterwaldes nahe der alten Römerstrasse. Etwas weiter entfernt oberhalb des „Schallbrunnertales“am „Erlenbacher Rundweg“, findet sich ein weiterer Hinkelstein. Weitere Hinkelsteine stehen beim Bildschacherhof bei Landstuhl und in der Nähe von Bann. Auch in Frankenstein und Diemerstein finden wir einige. Beim Daubenbornerhof, in Rodenbach und Weilerbach werden wir ebenfalls fündig. Zu erwähnen ist auch der Hinkelstein oder „halbe Menhir“ im Stelzenberger Wald bei der Breitenau. Dieser Menhir muss in alter Zeit viel höher gewesen sein, „gekürzt“ wurde er wahrscheinlich von christianisierten Volksstämmen die durch das Gebiet zogen, die mit diesen „heiligen Steinen“ auch nicht anders umgingen wie mit den „heiligen Bäumen“, die sie fällten. Einige dieser Steine bedürfen der Hervorhebung, so der Monolith beim Bildschacherhof und beim Sportplatz von Bann. Hier dürfte es sich um Kultsteine aus vorkeltischer Zeit handeln. Sie waren meist mit einem Totenkult verbunden und fallen durch ihre spitzen Säulen auf.

Doch vor allem waren es die Kelten die in unserer Landschaft ihre „steinernen Spuren“ hinterließen. Das berühmte „Fürstengrab von Rodenbach“, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Vor allem die Hochfläche der Sickinger Höhe ist eine reiche Fundgrube „steinerner Zeugen“ aus der Vergangenheit. Sie gehörte in römischer Zeit zur „Provincia Gallia Belgica. Ihre Bevölkerung gehörte dem keltischen Stamm der Mediomatriker an, dessen Bereich sich zwischen der Maas im Westen und dem Westrand des waldigen Pfälzer Berglandes im Osten mit den Flusstälern der Steinalb und der Lauter dehnte. Divodurum (Metz) war die zentrale Burg der Gottheit, des Druiden und des Stammeskönigs. Grabhügelgruppen künden unverkennbar von der keltischen Bevölkerung der vorchristlichen Zeit, so im südlichen Bogen um Landstuhl, mehrere Menhire an der alten gallorömischen Fernstrasse nach Kaiserslautern und auf dem dortigen Bännjerück. Diese alten Steine sind die letzten Zeuge einer bäuerlichen Siedlungslandschaft zur Römerzeit die allerdings ganz vom Keltentum getragen wurde und sie zerfällt mit dem Ende der Römerherrschaft anfangs des 5. nachchristlichen Jahrhunderts in den Stürmen der Völkerwanderung. Die Landschaft erhält seit dem 6.Jh. n-Chr. ein von den Alemannen von Westen her und ausschlaggebend von den Franken vom Norden und Osten her völlig, neues christlich-germanisch geprägtes Gesicht.

Aber auch „Steinzeugen“ aus jüngerer Zeitgeschichte begegnen wir auf Wanderungen und Spaziergängen durch den Pfälzerwald. So werden wir immer wieder auf „Grenzsteine“ stoßen. Also Steine mit denen man Grenzen setzte und Besitz und Eigentum anzeigte. Sie ersetzten die uralten Lochbäume die einst Grenzstellen markierten. Vor allem bei Wanderungen in den Wäldern um Johanniskreuz begegnen wir immer wieder diesen Zeugen aus alter Zeit. Diese Grenzsteine wurden zum Teil im 13. Jahrhundert errichtet.

So auch die „Kreuze von Johanniskreuz“ über ihre wahrscheinliche Entstehungsgeschichte berichtet Walter Eitelmann: „ Die tatsächliche Bedeutung dieses Kreuzes ist nicht sicher bekannt. Um die Erforschung von Ursprung und Geschichte des Johanniskreuzes hat sich der Heimatforscher Pfarrer Bilfinger, sehr bemüht. Seine Forschungsergebnisse hat er im Jahre 1904 in seinem Buch „Johanniskreuz, eine Pfälzerwaldgeschichte“ veröffentlicht. Er erkundete, dass es sich hier um einen Grenzstein in Kreuzform, ein Hoheitszeichen für Grenz-, Zoll- und Geleitrecht aus dem 13. Jahrhundert handeln muss. Im Jahre 1269 war König Richard, der englische Graf auf, dem deutschen Thron, nach Deutschland gekommen. Er hielt in Worms einen Reichstag und begab sich anschließend nach Kaiserslautern. Dort feierte er am 16. Juni in der alten Kaiserburg seine Hochzeit mit der jungen und schönen Gräfin Beatrix von Falkenstein.

Reichsschultheiß und Burggraf von Lautern war damals Ritter Reinhart von Hohenecken. Von ihm lieh sich Richard 1000 Mark Silber, um seinen Aufwand im Zusammenhang mit der fürstlichen Hochzeit bestreiten zu können. Er verlieh ihm dafür das Pfandrecht über die Stadt Lautern und verpfändete ihm auch die Reichskleinodien auf dem Trifels. Reinhart, der schon das wichtige Zoll- und Geleitrecht innehatte, stand damit auf dem Gipfel seiner Macht. Als äußeres sichtbares Zeichen seiner Macht und Rechte ließ er an der Grenze des Hoheneckenschen Zoll- und Geleitrechts, an den damals schon wichtigen Strassenknotenpunkt, wo sich uralte Wege kreuzten, ein Steinkreuz aufstellen, dessen Vierung sein erhaben herausgemeißeltes Wappen trug.

Doch der Ritter Johannes von Wilenstein, dem das angrenzende Gebiet als Reichsgut gehörte, gefiel es nicht, dass Reinhart sein Wappen hier so offensichtlich anbringen ließ. Er bekundete seine Hoheitsrechte den Hoheneckern gegenüber, noch im gleichen Jahr damit, dass er an dem Kreuz beiderseits neben und über dem Wappen des Hoheneckers auch sein Wappen dreimal vertieft einmeißeln ließ.“

Aber die Zeiten Reinharts waren bald zu Ende, als 1276 Lautern Reichstadt wurde. Vermutlich sorgten dann die Wilensteiner dafür, dass nunmehr dieses Kreuz nicht mehr nach Reinhart, sondern nach ihrem „Johann“ bezeichnet wurde. Diese Annahme wird bestärkt durch die Bezeichnung „Herr Johannes Chreutz“ in einer Grenzbeschreibung der Frankenweide vom Jahre 1533. Später wurde dann der Name Johanniskreuz auf die dort entstandene Siedlung und das umliegende Land übertragen.

So erzählen uns alte Steine ihre Geschichte. Eine weitere Art von gesetzten Steinen die wir im Pfälzerwald antreffen sind die sogenannten „Rittersteine“, diese haben nichts mit den mittelalterlichen Rittern gemein sondern wurden nach ihrem Begründer Karl Albrecht von Ritter benannt. Es war der Heimatforscher Daniel Häberle schlug Ritter vor, im Pfälzerwald Gedenksteine aufstellen zu lassen, um waldgeschichtlich oder heimatkundlich bedeutsame Stellen und Örtlichkeiten zu kennzeichnen. Ritter war von diesem Gedanken begeistert und verwirklichte in wenigen Jahren- etwa von 1910 bis 1914, als der Kriegsausbruch Einhalt gebot- diese Idee. Etwa 200 Steine dieser Art waren erstellt und beschriftet worden. In seiner Jahreshauptversammlung 1912 beschloss der Pfälzerwald Verein diesen Steinen die Bezeichnung „Rittersteine“ zu geben.

hukwa

Sonntag, 1. April 2012

Morgenwanderung

Als ich heute Morgen in den Wald ging überraschte mich die erste Blüte des Buschwindröschens. Auch die Schlehe entfaltet jetzt ihr weißes Kleid. Es ist nun eine wahre Freude durch die Wälder zu streifen die Frühlingsblüher zu bewundern und den Liedern der Vögel zu lauschen. Überall sprießt nun neues Leben. Von meiner Wanderung brachte ich einen Arm voll Weiden mit nach Hause damit ich einen schönen Osterkorb flechten kann. Die Frühlingsgöttin Ostara spürt man nun im ganzen Wald. Die Bächlein plätschern und die Quelllen singen, was braucht der Mensch mehr als solch wunderschöne Naturereignisse, wer diese nicht mehr bewundern kann lebt ein Schattendasein. Auch einige Kräuter habe ich mit nach Hause gebracht um mir einen kräftigen Frühjahrstrunk zu brauen. Im Frühling sollte der Mensch zu einem Vogel werden. Er soll den Frühling besingen und sich am Daseienden erfreuen.
hukwa

Montag, 26. März 2012

Beim Beobachten des Dachses

Gestern Abend konnte ich einige Zeit einen Dachs im Trippstadter Wald beobachten. Wenn die Dämmerung in den Wald schleicht, beginnt die Zeit für Meister Grimbart, unseren Dachs. Obwohl er sich nicht selten auch tagsüber ausserhalb seines Baues umhertreibt oder sonnt, ist er eigentlich ein Dämmerungs- und Nachttier. Beim verlassen seines Baues lässt er stets, größte Vorsicht walten. Er schiebt sich aus der Röhre, wittert, verschwindet wieder, dann wiederholt sich das gleiche mehrmals. Bevor er endgültig aufbricht, "löst" er sich, d.h. er setzt in einer Grube abseits des Baus Urin und Kot ab. An diesen "Dachsabtritten", spitz nach unten zulaufenden Löchern, die nicht immmer zugescharrt werden, erkennt man, das der Dachs in dem betreffenden Waldgebiet wohnt. In diesen Gruben vergräbt der Dachs auch seine Abfälle. In seiner Höhle herrscht immer peinliche Sauberkeit vor. Sein Revier dehnt sich bis zu zwei Kilometer von seinem Bau entfernt aus. Man bekommt ihn selten zu sehen und es war mir eine besondere Freude ihm einige zeit zuschauen zu können.
hukwa

Sonntag, 18. März 2012

Beobachtungen bei einer Wanderung

Heute Morgen bin ich durchs Karlstal hoch zur Amseldell gewandert. Es ist heute recht kühl aber überall spürt man den Lenz. Die Meisen tragen schon fleißig Nistmaterial in ihre Baumhöhlen und Nistkasten. Im Karlstal konnte ich die Weidenmeise beobachten, die fast nicht zu unterscheiden ist von der Sumpfmeise. Ich erkannte sie an ihrem schönen Gesang, diesen stimmt die Weidenmeise in dieser Art nur im Frühjahr an. Auch das Balzgehabe der Ringeltauben konnte ich beobachten. In der Balzzeit versucht der Täuber das Weibchen mit einem eleganten Imponierflug zu betören. Er schwingt sich dabei aus dem Wipfel eines Baumes in die Höhe gleitet dann ein Stück abwärts und gleitet anschließend wieder in die Höhe. Auf diese Weise entsteht ein richtiger Wellenflug. Um die Paarungszeit hört man oft das typische "klatschen" der Taubenflügel in den Wäldern. Täglich gibt es in der Natur nun neue erscheinungen zu beobachten.
hukwa

Alte Eiche am Wegrand

Alte Eiche am Wegrand
Wieviel Zeitgeist hast du schon erlebt
Von Gewittern gezeichnet
Von der Sonne gebrannt
Doch du alter Baum
Hast einen festen Stand
Der Waldkauz der in der Nacht hier haust
Kennt sich mit deinen Signaturen aus
Was könntest du uns erzählen alter Heidenbaum am Wegesrand
Doch keiner ist da der dir zuhören kann.
hukwa

Geschichtliche Wanderung durch denn Reichswald

Vor einigen Tagen bin ich einmal wieder im Kaiserslauterer Reichswald gewandert. Ich mag diesen Wald weil ich in ihm groß geworden bin. Natürlich ist er nicht mit den Trippstadter Waldungen vergleichbar aber er ist dennoch ein schöner Wald.
Wegen seines langen Bestandes hat der Lauterer Reichswald für die Forstgeschichte eine besondere Bedeutung. Auch das Waldgebiet des Westrichs zwischen Saargebiet und Kaiserslautern, läßt sich mit dem Begriff "Reich" in Verbindung bringen, in der Deutung, "Westlicher Reichswald". Ein großer Teil dieses Raumes gehörte nach dem Reichsspruch von 1357 zum Reichswald oder Reichsland Lautern. In diesem Gebiet gab es ein Königsgericht, das in Lautern tagte. Um die Arbeit an meiner derzeitigen Sonderausstellung "alte Waldberufe", voranzutreiben, suche ich in nächster Zeit einige besondere Waldgebiete auf um nach Quellenmaterial zu forschen dazu gehört auch der Reichswald.
hukwa

Dienstag, 6. März 2012

Über meditatives Wandern

Während des meditativen Wanderns befindet man sich in einer ständigen Kommunikation mit der Landschaft, alleine schon durch das Teilhaben an der Natur. Wenn wir in einer Gruppe Wandern und uns über die Landschaft unterhalten verleihen wir dieser Landschaft eine Stimme. Auch das plätschern einer Quelle, das Lied eines Vogels, das Rauschen der Bäume sind Stimmen der Landschaft. Mythen und Märchen über eine jeweilige Landschaft sind das Erinnerungsvermögen von dieser. So ist meditatives Wandern immer auch angewandte Geomantie.
hukwa

Samstag, 25. Februar 2012

Wald - Wir alle lieben dich - Das Karlstal

Wir alle lieben dich

Das Karlstal - ein Ort der Besinnung

Manchmal erscheint es dem Wanderer als ob die „Zeit“ ein leerer Begriff sei in diesem Tal, sie rinnt so leise plätschernd dahin wie die Moosalb in seiner Mitte.

Wenn im September die Landschaft von der Magie des „Altweibersommers“ verzaubert wird, wo an jedem Busch und Baum hunderte von Spinnweben in der goldenen Morgensonne blinken, wo die alten Weiden und Erlen wie Wesen aus dem Feenreich am Bachlauf der Moosalb erscheinen, liegt ein besonders romantischer Zauber über dem Karlstal.

In einer solch naturhaften Landschaft wie dem Karlstal, spürt der Wanderer das Herz von Mutter Natur pochen. Die größte Freude, die der Wald uns bereitet, ist die Andeutung einer dunklen Beziehung zwischen Mensch und Pflanzenwelt.

„Ich bin nicht alleine und unerkannt“, schrieb der amerikanische Philosoph Emerson einmal, „die Pflanzen nicken mir zu, das Schwanken der Zweige im Wind ist mir vertraut und unvertraut zugleich“.

Hier im Karlstal kann es einem erscheinen, als schenke der Wald uns ein uraltes Gleichgewicht, das wir seit langem vermissen, wieder zurück. Eine Essenz die wir lange Zeit entbehrt haben.

Am Himmel schwebt einsam der Bussard, vom Waldhang tönt der Ruf des Schwarzspechts herunter ins Tal und bei den Flockenblumen steht das Taubenschwänzchen wie ein Kolibri flatternd vor den dunkelroten Blüten der Pflanze.

Die eigentliche Heimat dieses schönen Fliegers liegt in Südeuropa. Alljährlich fliegt das Taubenschwänzchen von dort über die Alpen nach Mitteleuropa, und auch im Karlstal können wir ihn dann beobachten. Dieser besondere Schmetterling aus der Familie der Schwärmer ist regelmäßig Sommergast im Tal. Im Schwirrflug steht er vor den Pflanzen um den begehrten Nektar zu naschen. Durch seinen besonders langen Rüssel erreicht er Blüten, die für andere Insekten unerreichbar sind.

Eine recht hohe biologische Vielfalt kann der Wanderer in dieser Landschaft noch vorfinden, vielleicht wird dem einen oder anderen dieses Wort hier erst richtig bewusst.

Unter biologischer Vielfalt ist die Vielfalt an Lebensräumen und die Vielfalt der Lebewesen einer Art untereinander zu verstehen. Biologische Vielfalt ist damit mehr als die reine Artenvielfalt. Es beinhaltet Landschaft und den Menschen der in dieser Landschaft lebt.

Buntsandstein und dichte Wälder umgeben das Tal, durchbrochen von sumpfigen Wiesen, in denen einige bedrohte Pflanzenarten ein letztes Refugium gefunden haben.

Das Karlstal liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Dieser Begriff hat aber eine weitergehende Bedeutung, weil er eben nicht nur die biologischen Phänomene anspricht. Innerhalb eines Biosphärenreservates geht es vor allem um die nachhaltige Entwicklung der jeweiligen Region, also um das Arbeiten, Wirtschaften und das gesellschaftliche Zusammenleben des Menschen mit der ihn umgebenden Natur.

Auch den Graureiher kann man hier oft regungslos stehen sehen, die einstmals scheuen Gesellen sind ständige Bewohner des Tals. Sie mögen Fisch, aber vertilgen vor allem Mäuse, die sie in den Wiesen fangen.

Vor allem für die Familie der Libellen ist das Karlstal ein wichtiger Lebensraum, sodass sich hier einige Libellenarten von europäischer Bedeutung angesiedelt haben.

Die Natur, der Wald schenkt dem, der ihn aufsucht Ruhe, Harmonie und Gesundheit und wir, die wir die Natur aufsuchen, sollten sie respektieren und schützen, sollten den Wald lieben.

hukwa

Mittwoch, 22. Februar 2012

Typische Trippstadter Trockenmauern





Trockenmauern in Trippstadt und Umgebung und ihre Bewohner

Trippstadt ist reich an alten Trockenmauern. Sie sind fester Bestandteil unserer heimischen Landschaft und Zeugen vergangener Handwerkskunst. Zudem bilden diese Mauern ökologisch wertvolle Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Mauerwerk werden Trockenmauern ohne Mörtel, also trocken, aufgeschichtet. In ihrer typischen Form bestehen sie aus rohen oder nur wenig bearbeiteten Bruchsteinen.

Der Wanderer braucht in Trippstadt nicht weit zu laufen will er solch alte Handwerkskunst bewundern. Fast überall begegnen ihm die ökologisch wertvollen Steingebilde, als Zeuge unserer Geschichte. Zudem bieten diese Trockenmauern vielen „Lebenskünstlern“ eine letzte Zuflucht, sind somit letztes Refugium bedrohter Pflanzen und Tierarten.

Vor allem an vielen schattigen und feuchten Hängen finden wir Trockenmauern vor, die einst als Stütze angelegt wurden. Ihre Fugen sind beliebter Aufenthaltsort einer Fülle von kleineren Tieren wie Käfer, Bienen, Hummeln und Wespen. Im Sommer finden wir hier vor allem sehr unterschiedliche Moose, das Schöllkraut (Chelidonium majus), Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) und vor allem den Efeu (Hedera helix). Aber auch seltene Gewächse wie der Trauben – Steinbrech (Saxifraga paniculata) können dem Pflanzenkundigen Wanderer begegnen. Der sehr seltene Lanzen – Schildfarn (Polystichum lonchitis) findet sich noch an zwei Stellen.

An den trockenen Mauern finden wir vor allem den Mauerpfeffer (Sedum acre) und das

Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) und eine große Anzahl unterschiedlicher Gräser. Gehölze wie Birke und Holunder siedeln sich immer wieder in den Nischen und Fugen an. Farne sind zahlreich vertreten.Das Immergrüne Felsenblümchen (Draba aizoides) blüht schon ende März.

Laubmoose (Musci) und Lebermoose (Hepaticae) sind ebenfalls reichlich vorhanden.

Verschiedene räuberische Laufkäfer bekommen wir seltener zu sehen da sie sehr Nachtaktiv sind. Doch den einfarbig schwarzen Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus) sowie einen unserer schönsten heimischen Laufkäfer, den grün – metallisch glänzenden Puppenräuber (Calosoma sycophanta) können wir im Sommer an sonnigen Trockenmauerstellen recht oft beobachten.

An Hummeln finden wir die Steinhummel (Bombus lapidarius) und die gelbrot gefärbte Mooshummel (Bombus muscorum), die wie ihr Name besagt, Moose liebt und dort ihr Nest baut. Tagsüber verstecken sich gerne Kreuzkröten (Bufo calmita) und Erdkröten (Bufo bufo) in den Steinfugen. Die Waldeidechse (Lacerta vivipara), die gegen Kälte ziemlich unempfindlich ist, wurde schon an feuchteren Trockenmauerstellen gesichtet. Sie ist übrigens unsere einzige heimische Echsenart, die ihre Jungen lebend zur Welt bringt. Unsere größte und wohl schönste Eidechse die Smaragdeidechse (Lacerta viridis), fällt durch ihren leuchtend grün gefärbten, dunkel gefleckten Rücken auf. Dem Naturbewussten Beobachter wird sie, wenn er Glück hat, vor allem im Karlstal, an sonnigen Tagen, vielleicht über eine der dortigen wunderbaren Trockenmauern laufen. Da sich hier vor diesen oftmals Altholz aufstapelt kann es schon einmal passieren, das zwischen einer Mauerritze ein Feuersalamander hervorschaut.

Die hier erwähnten Pflanzen und Tiere sind nur ein kleiner Teil von vielen Bewohnern unserer heimischen Trockenmauern ,deren Bestand als absolut schützenswert gilt.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Geheimnisvoller Berwartstein - Märchen, Sagen, Legenden um den Berwartstein

In den dunklen Wäldern des Pfälzerwaldes gibt es viele Burgen um die sich Sagen und Legenden gebildet haben. Von vielen dieser uralten Burgen stehen heute nur noch die Grundmauern, andere stehen als Ruinen trutzig auf den Bergkuppen der pfälzischen Landschaft, tief in sich selbst versunken scheinen sie ihre Geheimnisse nicht preisgeben zu wollen, ganz wenige davon haben sogar die Zeiten überdauert und wurden nie ganz zerstört.

Auch der Berwartstein bei Erlenbach hütet viele solcher alten Geheimnisse. Einige davon haben sich im Volksmund erhalten und wurden von Generation zu Generation mündlich weitergegeben.

Einst lag die Burg in Trümmern und ihre Mauerreste waren von Efeu, Farn und Brombeerhecken so überwuchert, dass es müßig war sich einen Weg in ihren Innenhof zu bahnen. Zu diesen Zeiten suchte eine alte Frau dort nach Brombeeren. Sie war sehr verwundert darüber als sie im Gestrüpp Rossäpfel fand. Sie konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass sich durch solch ein dorniges Dickicht ein Pferd einen Weg bahnen konnte. Doch über das Sammeln der dicken, fruchtigen Beeren vergaß sie schnell die Rossäpfel. Als sie am späten Nachmittag mit einem Korb voller mostiger Beeren nach Hause kam und mit der Zubereitung der Marmelade begann, fielen ihr die Pferdeäpfel im Dickicht wieder ein. Sie erzählte dies verwundert ihrem Mann. Als dieser ihre Geschichte gehört hatte, beschimpfte er seine Frau aufs Übelste. Denn, so meinte er, diese Rossäpfel seien nur scheinbar Dung, sie würden vom Pferd des wilden Jägers stammen und nimmt man sie mit, verwandelten sie sich zu Hause in Goldklumpen.

Eine weitere Legende um den Berwartstein berichtet von einem Jungen der am Abhang der Burg Ziegen hütete. Als er in der Umgebung der Burg umher streunerte fand er eine seltsame gelbe Kugel, mit der er den ganzen Nachmittag über spielte. Am Abend rollte ihm die Kugel einfach davon und verschwand in einer Erdspalte. Als er das Geschehen in seinem Heimatdorf erzählte, sagte man ihm, dies sei die Goldkugel vom Berwartstein gewesen, nach der schon viele gesucht hätten, doch keiner hatte sie bisher finden können.

Die Kinder vom Dorfe Erlenbach zogen gerne hinauf zur alten Burg um dort Versteck zu spielen. Ein kleines Mädchen wusste um einen geheimnisvollen Eingang, welcher in die unterirdischen Gänge des Berwartsteins führte. Schon öfters hatte sie diese dunklen Gewölbe aufgesucht, aber als das Mädchen diesmal durch den engen Spalt, der tief in das innere der Erde führte, schlüpfte, war alles anders als sonst. Ihre Umgebung war in ein seltsames Licht getaucht und in einer Nische im Mauerwerk fand sie eine seltsame Flasche deren Inhalt grünlich leuchtete. Das besondere aber war, dass sich um diese Flasche eine Schlange wand, die das Mädchen giftig anzischte. Schreiend verließ das Kind den unterirdischen Gang. Als sie wieder die Oberwelt erreicht hatte kamen gerade ein paar Waldarbeiter, die auf dem Weg zu ihrem Holzschlag waren, vorbei. Das Mädchen berichtete diesen von seinem Erlebnis. Die Holzknechte suchten den Gang auf konnten aber nichts entdecken, denn geheimnisvolle Schätze, Schlangenköniginnen oder gar Elfen offenbaren sich nur unschuldigen Kindern.

hukwa

Mittwoch, 15. Februar 2012

Märchen und Sagen vom Beilstein

Zwischen Kaiserslautern und Hochspeyer, versteckt im Wald steht auf dem Beilsteiner Kopf die uralte Ruine der Burg Beilstein. Märchen und Sagen ranken sich um das geheimnisvolle Gemäuer im Pfälzerwald. Still und Dunkel war einst der Wald um den Beilstein und nur ganz mutige wagten zu später Stunde noch, den Weg von Kaiserslautern nach Hochspeyer zu laufen, der nahe der Burg verläuft. Die hohen Bäume die die Burgruine umgaben ließen mit ihren ineinander verfilzten Zweigen kein Sonnenlicht durch so das immer eisiger und finsterer Schatten hier vorherrschten. Die Mönche und Geistlichen aus Kaiserslautern sagten über diesen Wald Aures sunt nemoris, was bedeutet, die Wälder haben Ohren. Auch die Köhler und Holzfäller mieden diesen Ort, da es dort nicht mit rechten Dingen zu gehen sollte.

Einst, im tiefen eisernen Mittelalter, trug sich folgende Geschichte zu: Ein Junker der bei Kaiserslautern lebte, hörte von einem wunderschönen Fräulein das auf der Beilstein wohnen sollte und alle Freier abweisen würde die um seine Hand anhielten. Der Junker schmiedete nun einen Plan wie er das Fräulein entführen wollte. In einer Vollmondnacht näherte er sich mit zwei Knechten der Burg. Sie schafften es in den Burgsaal einzudringen doch dort überkam sie ein tiefer Schrecken. An einem großen Tisch saß das Burgfräulein, doch links und rechts neben ihm saß je ein unheimlich aussehender Geist. Die Knechte ergriffen vor Furcht die Flucht und der Junker fiel vor Schrecken kurze Zeit in eine tiefe Ohnmacht. Als er wieder erwachte, waren die Geister verschwunden, nur das Fräulein saß noch am Tisch. Der Mut kehrte zu ihm zurück und er nahm die junge Frau als seine Gefangene mit auf seine Burg in der Nähe von Lautern. Doch die Jungfrau konnte ihm alsbald wieder entfliehen und kehrte zurück zur Beilstein. Erneut drang der Junker in die Burg ein um sich die Jungfrau ein zweites mal zu entführen. Wieder fand er sie im Burgsaal mit den beiden Geistern vor. Als er sich ihr näherte flogen die beiden Geistwesen auf ihn zu und berührten ihn sachte, genau in diesem Moment fiel der Junker tot zu Boden. Von nun an traute sich niemand mehr die Jungfrau zu entführen.

In einer lauen Frühlingsnacht saßen in Lautern im Wirtshaus zum fliegenden Pferd einige Handwerksburschen beisammen. Die Walzbrüder hatten sich hier getroffen und ihre Gemüter waren vom Wein und Bier schon recht erhitzt. Ein Schuhmachermeister aus der Stadt der bei ihnen saß, erzählte den Burschen von den geistern die auf der Beilstein hausten. Je mehr Bier und Wein floss desto mutiger wurden die Handwerksgesellen, einer wettete das er mit einer Fackel dreimal um die Burg laufen würde ohne das ihm etwas Geschehen würde. Die Wette ward geschlossen und man machte sich noch in der selben Nacht auf zur Beilstein. Zweimal ging er um die Burg herum, doch beim dritten Mal, flogen zwei geisterhafte Wesen auf ihn zu und berührten ihn leicht, der Handwerksbursche fiel wie vom Blitz getroffen tot zu Boden.

Unter der Burg Beilstein soll es tiefe unterirdische Gänge geben. Eine alte Frau aus Lautern sammelte regelmäßig Holz bei dem alten Gemäuer. Eines Tages, sie hatte ihr Holzbündel schon geschnürt stand plötzlich ein Zwerg vor ihr. Es war das Hellbeermännchen vom Heiligenberg, eines Berges in der Nähe vom Beilstein. Der Zwerg deutete auf das damals schon verfallene Schloss und sagte":Sie hin zum Schloss"! Als sie hinschaute erkannte das sich dort ein Stein gelöst hatte der einen tiefen Gang freigab. Der Zwerg sagte nur: Geh!" Die Alte nahm ihr Bündel und verschwand in dem dunklen Tunnel. Als sie wieder an das Tageslicht gelangte befand sie sich auf dem Kaiserberg.

Dem Ritter vom Beilstein war der geheimnisvolle Gang der von der Beilstein zum Kaiserberg führte wohl bekannt. Auch wusste er von Abzweigungen in dem unterirdischen Labyrinth, die tief hinunter unter den Kaiserberg führten wo sich der sagenhafte Saal des Kaiser Barbarossas befand. Hier schlief der Alte bis zu seiner Wiederkunft einen tiefen Schlaf vor einem steinernen Tisch. Alle hundert Jahre wurde er kurz wach und fragte ob die Raben noch zwischen dem Berg und der Barbarossaburg fliegen würden. Sagte ihm sein Diener das die Raben immer noch umherfliegen, schlief er gleich wieder für weitere hundert Jahre ein. Der Ritter vom Beilstein der auch von dieser legende gehört hatte wollte sich selbst davon überzeugen und stieg den dunklen Gang unter seiner Burg hinunter. Er lief so lange durch den Gang bis er im Saal des alten Rotbart angekommen war. Dieser saß schlafend an dem großen steinernen Tisch. Auf diesem lagen die Reichsinsignien, das Schwert, der Reichsapfel, das Kreuz und die Krone. An der feuchten Buntsandstein Wand hing ein großer Schild darauf war ein blutrotes Herz das von einem weißen Pfeil durchbohrt war aufgemalt. Der Kaiser öffnete die Augen und sah den Beilsteiner an. Dann fragte er ihn":Fliegen die Raben noch?" Dieser bejahte die Frage und der alte schloss die Augen um für weitere hundert Jahre in Schlaf zu versinken.

hukwa

Samstag, 11. Februar 2012

Das Antlitz der Natur

Mein ganzes Leben lang habe ich mich der Natur verbunden gefühlt, dieses Gefühl zu ihr war tatsächlich so etwas wie ein Muttergefühl. Ihre Gegenwart war für mich wirklich, lange bevor ich etwas über ihre biologischen Gesetze wusste. Damals handelte es sich um die unvoreingenommene und dennoch klar umrissene Wahrnehmung des Wesens der Natur, gesehen mit den Augen eines Kindes, dessen Herz für die kleinen Wunder am Waldesrand schlug. Wenn ich Heute zurückblicke, fällt mir auf, dass ich seit meiner frühesten Kindheit – etwas – in den verborgenen Formen der Natur, ebenso wie in ihren sichtbaren Aspekten gesehen habe. Es war ein Spüren, ein Ahnen auf ein Werdendes. Das Wissen um eine Metamorphose ohne das ich dieses Wort damals gekannt hätte. Wie sollte ich auch? Die schönen und verschwenderischen Vielzahl ihrer Gestaltungen, bildete die Quelle für einen wirklichen Sinngehalt meines Lebens, und ich habe stets eine enge Verwandtheit mit den Abkömmlingen der Natur verspürt – mit Tieren, Felsen, Pflanzen, Wiesen, Quellen mit allem was uns die große Erdmutter schenkt. Ich verlor mich schon früh im Beschauen der Wolken und Sternen, im Ahnen unendlicher Galaxien im nie endenden Universum. Kein Freund, kein Guru, kein Lehrer hat mich dies gelehrt, vielleicht ein Paar Bücher haben mir dabei geholfen, aber letztendlich war es einfach eine "Gewissheit" die mich mit diesen "Dingen" verband, eine Gewissheit die mir sagte, dieser wunderbare Kiesel und der mächtige Baum dort drüben und du selbst sind letztendlich Eins. Dieses großartige Gefühl Mietglied der großen Schöpfung zu sein, das uns allen in der Kindheit latent zu eigen ist, aber bei fast allen verloren geht, wenn wir erwachsen werden, ist mir erhalten geblieben. Eines der schönsten Erlebnisse meiner Kinderzeit, das ich bereits in zwei Büchern nebenbei geschildert habe, möchte ich hier wiedergeben: "Als Knabe hatte ich einmal ein seltsames Erlebnis mit einem Fliegenpilz.

Ich saß unter einer großen mächtigen Fichte in einem wunderschönen bemoosten Tal. Es war Frühherbst, der moosige Boden atmete im Tau des frühen Morgen und Tausende goldener und silberner Spinnweben verzauberten den Morgenwald. Ich schwänzte mal wieder wie gewöhnlich die Schule und fühlte mich sehr behaglich bei dem Gedanken an meine pflichtbewussten Mitschüler, die nun in der Schule saßen, eingeengt wie in einer Sardinen Dose. Direkt vor mir wuchs ein wunderschöner Fliegenpilz, er gefiel mir so gut das ich ihn wohl sehr lange anstarrte. Mit einem mal regten sich in mir Gedanken wie ich sie nie zuvor Denken konnte. Ich wollte so sein wie dieser wunderschöne Pilz, der hier lebte in seiner einzigartigen Gestaltung. Warum konnte ich nicht ein Leben lang an diesem einzigartigen Platz verweilen, den Liedern der Vögel lauschen, die Rehe und Hasen friedlich beobachten, dem gleitenden Flug des Bussard und Reihers erschauen, warum musste ich zurück in diese profane Welt, eine Welt die vorwiegend bevölkert ist mit Menschen denen jeglicher Bezug zur Natur fehlt? Vielleicht bin ich auf der verkehrten Ecke dieser Welt geboren worden? Jener Tag in meinem stillen Waldtal meiner damaligen Heimat hat mich bis aufs tiefste geprägt. Ich glaube heute rückblickend sagen zu können damals ging eine Neue Welt für mich auf doch eine andere unter. Dieses in der großen Gemeinschaft mit Baum, Stein, Tier und all den anderen Wesen die hier leben, in einem ganzheitlichen Sinn zusammen zu sein, hat mich bis heute nie wieder losgelassen. Damals hat sich mir das Antlitz der Natur enthüllt, nie wieder hinter her habe ich mich der alten Mutter so nahe gefühlt und ich bin überzeugt eine solche Begegnung hat man nur einmal im Leben, aber man kann ein Leben lang davon zehren.
hukwa

Mittwoch, 8. Februar 2012

Trippstadter Gedichte

1.Waldpfad bei der Burgruine Wilenstein

Es scheint als schweigt der Wald im tiefen Traum

Waldeinsamkeit umhüllt die alte Burg

Im Dickicht am Berghang raschelst

Als gehe ein weißes Fräulein durchs Gebüsch

Als hielten zur Mittagsstunde die Götter hier Gericht.

Ein düsterer Pfad führt hoch zu den verfallenen Mauern

Durch grünes Bollwerk führt der alte Weg

Dann endlich bei der Burg angekommen

Spürt man in sich ein Gefühl

Als sei man einem Schatten entronnen.


2. Auf einer Friedhofsbank sitzend

Wer hier sitzt hat das Gefühl als seinen Hundert Jahre zurückgegangen

Doch niemand hat das hier vernommen

Das Rad der Zeit steht so still

Die Friedhofslinden flüstern im Wind

Eine alte Waldbank lädt ein zur Ruh

Als sprichst sie dem Wanderer zu

Setz dich hin und sei mein Gast

Die hinter dir liegen saßen auch hier

Und wem es erscheint er sei vom Leben vergessen

Dem raunt hier eine Stimme zu

Sei du vom Leben nicht so besessen

Hier in der Stille ahnest du

Es gibt ein Siech-vergessen

Kehr ein mit deinen Gedanken

Hier fallen alle Schranken

Hör wie die Friedhofslinden im lauen Winde flüstern

Mit einem mal ist dir als würden

Tote in dem grünen Blattwerk wispern

Deutlich spürest du

Ein jedes leben schreitet einmal seinem Ende zu

Die da unten liegen

Wissen darüber mehr als du.


3. Spätsommerabend an der Moosalb

Blau wölbt sich der Himmel

Über die Waldhänge hin

Distelsame fliegt über der Wiese

Im lauen Spätsommerwind dahin.

Kreisender Bussard am Himmel

Pfeilschnell der Schwalbe Flug

Falter im Blütentaumel

Schlafende Hornissenbrut.

Umrahmt von Buchen und Fichten

Fließt kristallen die Moosalb durchs Tal

Rot blinken die Ebereschen

Im Abendsonnenschein.

Bald geht die Sonne unter

Hinter dem Waldesrand

Dann walten die Nebel im Tal

In versilberten Strahlenglanz.

Vom wasser her tönt nun leise

Flötend der Amsel Sang

Bald blinkt am Himmel wieder

Diamantener Sternenbrand.


4. Am Kaltenborn

Durch bunte Herbstlaubfülle

Lief ich tief in mich versunken

In die Waldesstille

In den Zauber tief hinein

Da

An einem dunklen Teiche

Wo das Schilf stand schon in Bleiche

Klang aus grünlich-braunem Dickicht

Eine Syrinx auf

Sehr leise

Sanfte Töne

Schwingend aufgegangen

Wer blies wohl hauchend in die Röhre

Das sich Gras und Schilf so sanft bog

Hier im Röhricht und im Busche

Sah ich sanft ihn umherhuschen

Sah das kurze Hörnerpaar

Hör ihn mit den Hufen scharren

Sehe ihn in die Tiefe des Teiches starren

Langsam ging die zeit vorüber

Wind weht auf und Äste knarren

Wie ein Spuk war er gekommen

Wie ein Geist ist er gegangen

Und entzaubert war die Zeit.


5. Gefällte Bäume

Der Himmel spannt sein blaues Zelt

Durch den Fichtenwald

Zieht der Harzgeruch

Frisch gefällter Bäume

Rindenlos

Liegen sie da

Jeder Jahresring erzählt seine eigene Geschichte

Von Schneebruch

Stürmen

Sommerhitze

Vogelhochzeit

Gerade gewachsene Stämme

Krumme Jahresringe

Linien die das Leben schrieb

Ich setze mich zu ihnen

Schweige mit ihnen

Die sich aus dem vollen Leben verabschieden.



6. Am Felsenbrunnen

O singendes Gestein

Im Duft von sommerlichen Wäldern

Und wieder will ich dir lauschen

Einen Sommer lang

Ruhig ins Moos gestreckt

Reinen Herzens und allein

Genährt vom Rieseln und Rauschen

Den fernen Urhaften Lauten

Bildnis des inneren Geschauten

Hier unter schirmend schweren Zweigen

Kann ich bar jeder fremden Maske mich bewegen

Reißt du mich auch in meine letzte Tiefe

Ich will noch weilen

Will in mich gehen

Die Erlenbüsche

Silbern grau

Verweben sich wie im Traum

In das uralte Lied das klingt

Aus dem singenden Gestein.


7. Alter Schuppen in der Heidenkopfstrasse

Stürme rissen Ziegeln aus dem Dach

Regen lockerte das alte Mauerwerk

Die alte Tür stöhnt leise

Erzählt von alten Zeiten

Auf ihre Weise

Der alte Apfelbaum ist gebrochen

Daneben der Kirschbaum

Seine Früchte reifen nur noch für die Vögel

Der alte Schuppen mahnt Vergänglichkeit an

Die Menschen gehen vorbei

Sie sehen ihn nicht einmal.


8. An der Plättschen Mauer

Jahrhunderte schon lebt diese Mauer

Gefügt aus Buntsandstein

Schöllkraut Armer Heinrich und Ampfer

Glockenblume und Holunderstrauch

Fühlen sich hier zu Haus und

Entsprießen den lebendigen Fugen

Wo auch die schwarze Wollbiene haust

Hier und da ein gebrochener Stein

Wie Narben und Alterswunden

Und immer feucht

Als weine sie leis



9. Schauende Seele - Am Fischzuchtweiher

Wenn die klaren Bäche murmeln

Tritt das Schöpferwort zu Tage

Aus der Dunkelheit wird Helle

Nacht wird zur Geborgenheit

Fern dem Horizont der Tage

Summt die alte Bach ihr Lied

Wacht die Welt aus ihrem Schlafe

Klingt der Tag uns wie ein Lied

Singt die Amsel Sinfonien

Bäume rauschen Götterwort

Und im schweigenden zuneigen

Fliegt die Seele mit dem Winde fort,


10. Pan im Park

Was wohnt in dir noch außer Busch und Bäumen

Was zeigt des Vogels Flug wenn ich hier Träume

Uralt der Efeu der die Eichen hinauf wuchert

Alte Mauer Steinbrech und Nessel

Haben dich wie ein Bild gerahmt

So wie ein Buch mit stark vergilbten Blättern

Stehen die alten Bäume

Vor Zeiten von den Göttern entsandt

Der dich aus Wildnis hat beschworen

Dessen bannender Spruch ist lang schon verstummt

Was hier zerfällt zu namensloser Erde

War einst ein Prunk auf Glanz gebaut

Doch nun ist alles wild und schwer

Über Rosen Tulpen Nelken

Hat gesiegt

Das wilde Heer von Efeu und Nessel

Doch manchmal in den Mittagsstunden

Wenn Stille überm Parke liegt

Erscheint ein Schatten und ein huschen

Hab ich geträumt oder war

Pan gerade hier.


11. Dämmerspaziergang zur Burg Wilenstein

Weg bewachsen mit Schlehen und Birken

Holler Nessel Farngeruch

Im Tal erscheinen bald die Herbstzeitlosen

Versteckt durch einen hohen Hang

Im dichten Fichtengezelt

Steht im feuchten Tau

Die alte Waldbank

Von tiefen Schweigen umgeben

Wie dunkelnder Kristall

Von Schneckenspuren glitzernd überwoben

Uralter Sandstein am Bergeshang

Nackte Buchen

Wie glatte fleischige Leiber

Weiden verbogen wie Hexenkörper

Silbernes Geäst im grünen Getümmel des Laubwerks

Sanftbeflaumt wie ein Vogelnest

Das Weideröschen

Am Wegesrand

Fledermaus Flug kündet

Bald kehrt die Nacht

Es ist als ob die Erde hier trunken macht

Tausend Dämmerungsgänge

Keiner war vergebens

Schallt es mir aus dem Wald entgegen.



11. Versteckte Stufen

Bemooster uralter Stein

Stufe zum Sein

Wild wuchert der Efeu

Im Fichten Dom

Aus dem Dickicht Geruch

Von Fäulnis und Vergangenem

Zilp Zalp fliegt

Salamander kriecht

Abseits von Konsum und Oberflächlichkeiten

Letzte Idylle

Nur von wenigen erspürt.


hukwa

Dienstag, 7. Februar 2012

Trippstadt – Erzhütten eine geschichtliche Verbindung

Die Entstehung eines Ortes, einer Siedlung und seine Geschichte sind aufs engste Verbunden mit der Landschaft in welcher die jeweilige Siedlung liegt. Sie sind aber auch verbunden mit jenen Persönlichkeiten und Menschen die durch ihre Tatkraft, sei dies in einem negativen oder positiven Sinne, den jeweiligen Ort prägten.

Die älteste Stadtrandsiedlung von Kaiserslautern, Erzhütten-Wiesentalerhof, steht in engem Zusammenhang mit der Trippstadter Adelsfamilie von Hacke und der Familie von Gienanth. Als man zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Reichswald bei Kaiserslautern braunes Gestein fand, das zwischen dem Buntsandstein in Schieferschichten vorkam, suchte der damalige Lauterer Oberförster Weller den Geheimrat Freiherr Ludwig Anton von Hacke in dessen Hüttenwerk in Trippstadt- Karlstal auf, um die mitgebrachten Gesteinsproben untersuchen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass es sich um Erze handelte. Dem Ersuchen von Hacke vor Ort im Reichswald Probebohrungen vornehmen zu dürfen, wurde nach Festlegung einschlägiger Kriterien durch die kurpfälzische Hofkammer stattgegeben. Die Grabungen wurden nach zehn Jahren mit Erfolg abgeschlossen, so dass mit dem Erzabbau, mit Genehmigung des Bergamtes Kaiserslautern im Mai 1725 unter Leitung des Obersteigers Johann Jacob Diehl, begonnen werden konnte. In Erinnerung ist bis heute der legendäre Wahlspruch von Diehl, den dieser im Beisein des Freiherrn von Hacke am späteren Steigerhügel auf Erzhütten – Wiesenthalehrhof aussprach: „Die Wege zu den Schätzen dieser Erde sind nicht eben. Unsere Aufgabe ist es aus den Stollen sie zu heben“

Im Jahre 1726 erlaubte von Hacke dem Obersteiger eine Kate in Lehmbauweise auf dem Gebiet des späteren Wiesenthalerhofes zu errichten. Es war die Geburtsstunde der Bergarbeiterenklave „Im Reichswald“.

Am 5. Januar 1771 schloss der Sohn des Bergwerksgründers, Freiherr Theodor von Hacke mit Johann Jacob von Gienanth aus Hochstein einen Pachtvertrag über das Trippstadter Eisenwerk ab, zu dem auch das Erzbergwerk im Reichswald gehörte. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von zunächst 12 Jahren. Darin wurde Gienanth das Recht eingeräumt, Arbeiter nach seinem Gutdünken einzustellen oder zu entlassen und Streitigkeiten unter den Arbeitern zu schlichten. Den Arbeitern wurden an Rechten zugestanden: Fronfreiheit, Freiheit von Kriegslasten, freier Zu- und Wegzug, Nutzung von Gärten und dergleichen mehr. Für den Bergwerksbereich wurde den Bergleuten gestattet, sich in der Nähe der Gruben anzusiedeln.

Im Jahre 1775 wird in einem Bericht gesagt: „Auf Erzhütten, unter der Direktion des Herrn Bergrath Gynanth darselbst, wird Eisenerz gegraben“. Als Bewohnerzahl sind genannt: 12 Männer, 12 Frauen und 22 Kinder.

Der Nassau – Ussingische Kammerrat Christin Friedrich Habel berichtete 1777 in seinem Tagebuch über die Erzgrube im Reichswald wie folgt: „Wenn man zur linken Seite nach Schelbach (einer der damaligen Namen der Siedlung) kommt, so findet man in dem Wald unter dem Sandstein Flötz (…), das 12 Schuh mächtig ist… schiefriges Eisenerz. Es wird auf den Gienanthschen Werken verschmolzen“.

Im Jahre 1777 verstarb Bergrat Gienanth. Dessen Witwe und sein Sohn Gideon vereinbarten 1780 einen auf 30 Jahre vorgesehenen Temporalbestand mit von Hacke. 1804 schließlich erwarb Ludwig von Gienanth als „wohlfeiler Kauf“ das Trippstadter Werk. Für das Bergwerk im Reichswald hatte er 20 Gulden zu zahlen. Allerdings hatte er nur das Schürfrecht nicht die Fläche dort gekauft. Ein Jahr später kaufte Gienanth auch den Wappenhammer (heutiges Hotel Blechhammer) beim Fischerrück in der Nähe von Erzhütten, der in einen „Blechhammer“ umgewandelt wurde.

Allerdings bestanden schon vor dem Kauf Gienanths zwischen dem Wappenhammer und der Schmelzhütte bei Stelzenberg Verbindungen. Das lutherische Kirchenbuch nennt 1740 „Friedrich Jacob Wagner, Director auf der Eisenschmelz“ als Pate bei einer Kindtaufe der Familie Schwarz, dieser Familie gehörte der Wappenhammer vor dem Kauf der Gienanths.

Die hier genannte Eisenschmelze befand sich wie aus einem 1748 im gleichen Kirchenbuch eingetragenen Vermerk hervorgeht (Wagner ist wieder genannt) später bei Trippstadt. Anscheinend wanderten auch Bergarbeiter von Erzhütten in die Hüttenwerke nach Trippstadt ab, so wird in einer alten Urkunde ein Wilhelm Boullong, Bergmann auf Erzhütten erwähnt, seine Familie findet sich 1800 wieder als Arbeiterfamilie in den Eisenhüttenwerken von Trippstadt.

Aus Urkunden wissen wir, dass von 1814 bis 1824 das Bergwerk im Reichswald insgesamt 75.000 Zentner Eisenerzsteine in die Werke Gienanths lieferte. Deren Verhüttung erfolgte in Trippstadt, Hochstein und in den letzten beiden Jahren im Werk in Eisenberg. Dem wenig ergiebigen Eisenerz des Reichswälder Bergwerks wurde ergiebigeres Erz aus anderen Gruben hinzugegeben. Um 1825 wurde der Bergbau auf Erzhütten aufgegeben. Auf den Grundsteinen des alten Verwaltungsgebäudes der Gienanths steht heute die Schule von Erzhütten.

Als im Jahre 1777 der Bergrat Jakob von Gienanth starb, pflanzte der Waldförster Johann Christian Diehl die sogenannten „Gienanth Buchen“ auf dem Steigerhügel beim Wiesenthalerhof, jenem Platz wo die Geschichte der ehemaligen Bergarbeiterenklave 1725 begann. Diese mächtigen Buchen die sozusagen den Mittelpunkt von Erzhütten – Wiesenthalerhof prägten wurden am 7.Juni 1973 gefällt.

Eine am 4. Oktober 1994 errichtete Gedenkstätte erinnert heute an die Bergwerksenklave im Reichswald, deren Geschichte im Mai 1725 im Beisein des adligen Bergwerks- und Hüttenbesitzers Reichsfreiherr Ludwig Anton von Hacke und seinem Obersteiger Johann Jacob Diehl begann.

Literaturhinweise:

Heinz Friedel: Eine Siedlung im Reichswald, die Erzhütten, Kaiserslautern 1989

Theodor Zink: Der Blechhammer bei Kaiserslautern

B. Cloer: Eisengewinnung und Eisenverarbeitung in der Pfalz im 18./19. Jahrhundert

Ludwig Müller: Ortschronik Erzhütten


hukwa

Sonntag, 5. Februar 2012

Spaziergang entlang der Moosalb

Ich lauf den alten Weg
Durch dunklen Fichtentann
Entlang dem alten Bach
Lausch seinem wilden Wassersang
Du fließt herab vom Felsenhang
Ins grüne Tal
Dein Lied
Linderte schon so manches Wanderer Qual.
hukwa