Sonntag, 20. November 2011
Mitbringsel aus dem Wald
Zeuge aus besseren Tagen
Mahnmal des Augenblicks
Verbinden sich deine Lebenslinien
Mit dem Geäder der Zeit
Weisend
Auf die Unberechenbarkeit der gegenwart.
hukwa
Winterwald
Verzaubert
der Wald
Raureif bannt
Baum und Strauch
manchmal ein einsamer klagender Vogellaut
zwischen gefrorener Stille und Ahnung
das Eingehen in die Welten
das Geräusch von knisterndem Holz unterm Schuh erinnert an
archaisches.
hukwa
Waldeinsamkeit
Der Schlag mit der Axt in
gefrorenes Holz
weckt den Wald
das Echo verrollt im Tal
eine Waldtaube flattert klatschend auf
zwischen Axthieb Echo und Flügelschlag
bin ich Eins mit der
Seele des Waldes.
hukwa
Waldmonat
In den Wintermonaten
fühlt man sich hier im Tal
wie in einem Kokon
in den Nächten erwacht man vom Schrei des Dachses
am frühen Morgen
durchkreuzt der letzte Ruf des Waldkauz die Gedanken.
hukwa
Samstag, 19. November 2011
Waldeinwärts
Sonne spendet aus Bäumen ihre Fülle
entlang meiner Wanderwege
Hier im Wald sind alle Wunder wach
die meiner Jugendtraum erdacht.
Waldeinwärts meine Beine gehn
Bin ganz beklommen vom vielen Sehen
Ogrüne Flur o Wälder glühen
wie oft lief ich in dich hinein
als kleiner Junge und als Mann.
Die Jahre zogen rasch vorbei
verloren die Jugend doch der Wald ist mein
so viele gingen schon Heim
doch hier bei dir schau ich sie oft
die alte Geisterschaft.
Als Knabe weilt ich schon bei dir
die erste Liebe fand ich hier
wenn ich der Welt mal überdrüssig bin
bei dir ich meinen Frieden find
denn meine Seele ist durch dich Gestimmt.
Vom Wald Gestimmt ziehts mich hinaus
durch Dickicht Flur durch Busch und Kraut
im Wald allein bin ich daheim
die großen Städte sind mir eine Pein
Nur in den Wald gehör ich hinein.
Es zieht mich in den Wald hinein
Weil Gottes Atem dort waltet so rein
durch Fichtendickicht will ich wandern
und unter Eichen möchte ich rasten
auf keinen Fall will ich durchs Leben hasten.
Denn Wald kenn ich von Anfang an
er ist mein Freund und mir nie Gram
im Wald allein bin ich daheim
hier löst sich alle Seelenpein.
hukwa
wenn ich die welt dann überdrüßig bin
Freitag, 18. November 2011
Wanderdichter
von Dämonen gejagt
Einsamer einzelgehender
Wanderer
an der
Peripherie
deiner Zeit
Gehend zwischen Zartheit und Ironie
zwischen
Gefühl und Zahl
zwischen
Gemüt und Gedanken
bist du
Wanderer durch unbekannte
Materie.
hukwa
Donnerstag, 17. November 2011
Letzter Falter im Herbst
zwischen den Welten
Geboren aus blauer Nacht und goldenem Regenbogen
ein Mantel
Gewoben
aus Sonnenschein
die Flügel von Elfen bemalt
Falterleben Menschenleben
ein kurzes farbenprächtiges Fest
O Wunder
Leben einem Wurm entblüht
des bunten Sommers letztes Lied
entschwebst du wie ein Märchenprinz
hinter das Antlitz der
graniternen Sphinx.
hukwa
Mittwoch, 16. November 2011
Waldunke
rief die ganze Nacht
hat mich um den Schlaf gebracht
Unke
Wunderschöne
des gehörnten Pans
Familaris
Unke unterm
Wurzelstumpf
liebst die Moose und den Sumpf
lauerst bei den dunklen Wassern
Unke
Weisheitskröte
Nacht ist deine Seele
Gottschwarz dein Revier
Unke
Wunderschöne
wenn dur rufst
komm ich zu dir.
hukwa
Dienstag, 15. November 2011
Sternenwanderer
In dem Kreis der Himmelslichter
Stehst du in der Götterbahn
Schickst du Harmonie und Frieden
Fackelst du den Morgen an
Weise Taube dein Symbol
Eros deine Tochter
Das Kind der Liebe ist es wohl
Gezeugt aus zwei entgeggesetzten Polen
Hagiel deine Intelligenz
Ketmet dein Geist
Damit lenkst du Harmonie und Schönheit
Hohepriesterin der Kunst
Asmodel dein Engel herrscht
Wenn du blinkst im Morgenlicht
Bist du jene astrale Substanz
Die dem Menschen Formen schenkt.
hukwa
Montag, 14. November 2011
Eine Nachtwanderung
hukwa
Sonntag, 13. November 2011
Wanderer in der Nacht
zu jeder Tageszeit
besonders jedoch
zur Mitternächtlichen Stund.
Keiner stört das Waldesschweigen
wenn die diamantenen Sterne
sich wie
Flammen über ihn neigen.
Wanderer bin ich in den Wäldern
Nachtdurchtränkt sind meine Pfade
und in meine Träume dringt
silbernes Vollmondgeflimmer.
hukwa
Still ist die Welt des Wanderers
Der Tag ist in die Nacht gesunken
Nacht ist das Land der Schweigsamkeit und
Seeleneinsamkeit
Wo der Wanderer neue Wege erkundet
Man denkt die Welt vom Schlaf umfangen
Und doch ist nur ein anderes geheimnisvolles Leben um dich
Du ahnst es nur nicht.
hukwa
Samstag, 12. November 2011
Wotan der Wanderer
Rang ich in den Nächten
Mit riesichen Mächten
Ohnmächtig zwischen den Zeiten
Harrend meines göttlichen Anspruchs
Stürz ich in tiefste Nacht
Neun Nächte hing ich
Mit Lied Runen band ich
Die tödliche Macht
Ich bin der Gestaltende
Wotan der Waltende
Odin der Erkennende
Der alles Benennende
Der ewig Handelnde
Der Alles Verwandelnde
Alles umfassende Geist
Und nach neun Nächten
Am stürmischen Baume
Bin ich der Andere
Ewig Vertauschte
Immer Berauschte
Odin der Wandelnde
Bin ich der Alte
Immer der Gleiche
Ewig entweichende
Niemals Erreichte
Dunkele Gott
Ich bin der Verfluchte
Immer Gesuchte
Neunmal gehangene
Dunkle Gott
Wenn in den Nächten
Die Seele erbebt
Bin ich der Waltende
Ewig Gestaltende
Immer bewahrende
Dunkele Gott.
hukwa
Wanderung in den Morgen
erscheinst du mir wie gehauener Stein
eiskalter Kristall
bist du Künder von Neuem
dein Dämmern ist der
Seele wärmender Mantel
Morgen
mit graniteren Antlitz
durchwebst du mein Sein
in dich hienein laufend
ist wirkliches Tun
übergießt du für einige Stunden
den Tag mit überfrischender Fülle
Morgen
Bruder des Regenbogens
Muse des Wanderers
bist du Augenblick
der Zukünftiges und Vergangenes zusammenhält.
hukwa
Freitag, 11. November 2011
Novembermond
ehe ich die Türe schließe
sieh wie über Baum und Haus
der weiße Vollmond fließt
die Bäume stehn fast silbern
gespenstisch anzusehn
die Birke im Garten rauscht
erscheint mir heut fast Grau
ein Kauz lockt aus der Ferne
kalt blinken am Himmel die Sterne
ich bin wohl schon im Traum
die Nacht vergeht sehr leise
noch lange liege ich wach
vom weißen Vollmond bewacht.
hukwa
Donnerstag, 10. November 2011
Finsterbrunnertal Brunnen
Vermooste Holzbank
Der Brunnen singt wie in Versen Eichendorffs
Kristalklar das Wasser
Versteckt die Quelle
Hinter Brombeergerank
Jetzt könnte der Reisewagen aus dem Taugenichts vorfahren
Magelone ihm entsteigen
Ein Rotkehlchen trinkt an der Wassersohle
Baumläufer klettert an gebrochender Fichte
Novembermorgen im Finsterbrunnertal.
hukwa
Die stillen Waldteiche
die dunklen
von Pappeln und Weiden umsäumten
ich mag die dunklen Teiche in Vollmondnächten
wenn der Kauz lockt
und der gleitende Flug der Fledermäuse
das Wunder der Seele erahnen lässt
Fern vom Getöse dieser Zeit
such ich die stillen Waldteiche
die von Pappeln und Weiden umsäumten
hier wo ich dem Mondlicht so nahe bin
spür ich meiner Seele erbeben.
hukwa
Mittwoch, 9. November 2011
Oberon im Pfälzerwald
trägt das Horn den Ton
durch die dichten Fichtenwipfeln
seh ich flink Oberon schlüpfen
dunkler Widerhall
goldenes Horn erkling
Erinnerung die vor Wehmut flieht
Herz bleibt unversehrt
Zauber oder Traum
Tröstung leichter Art
nennt es Geisterspuk
oder auch verrückt
was für euch versank
ewig ist verblasst
mir wirds offenbar
in dem dusteren Wald
wo Oberons Horn erschallt.
hukwa
Gefällte Bäume- Erfahrung während einer Wanderung
Der Himmel spannt sein blaues Zelt
durch den Kiefernwald zieht Harzgeruch
frisch gefällte Bäume
Rindenlos
liegen sie da
jeder Jahresring erzählt seine eigene Geschichte
von Schneebruch
Stürmen
Sommerhitze
Vogelhochzeit
gerade gewachsene Stämme
krumme Jahresringe
Wege die das Leben schrieb
ich setze mich zu ihnen
Schweige mit ihnen
die sich aus dem vollen Leben verabschieden.
hukwa
Spontaner Spaziergang
ganz Spontan
versuche eins zu sein
mit Vogel Baum Stein und Strauch
oft sitze ich mit verschränkten Beinen
lange unter einem Baum
ich lebe wie der Reiher hier im Tal
am Abend bewundere ich das Mondlicht
am Morgen die Sonne
Gedichte schreiben ist wie die Arbeit des Mistkäfers
gelebte Poesie.
hukwa
Dienstag, 8. November 2011
Märchen aus der Trippstadter Landschaft
Das Ritterfräulein und der junge Schäfer
Vor langer Zeit lebte auf der Burg Wilenstein ein schönes Burgfräulein. Eines Tages erschien dort der Schäfer vom Aschbacherhof mit seinen Schafen unterhalb der Burg. Er war ein hübscher junger Mann und nach seinen Manieren zu urteilen konnte er nicht immer ein Schäfer gewesen sein. Das junge Fräulein fand eines Tages den Schäfer schlafend bei seiner Herde vor. Als er erwachte und die Jungfrau erblickte, verliebten sich beide ineinander. Von nun an sahen sie sich jeden Tag. Hier im tiefen Pfälzerwald sah ihnen niemand beim Liebesspiele zu. Auf der Burg aber wies die Schöne alle Freier ab, ohne ihrem Vater den wahren Grund zu nennen. Dieser wollte sie mit dem reichen Ritter Siegbert vermählen. Nach dem Verspruchsfest im Herbst ritt der Ritter wieder zu seiner Burg zurück, im nächsten Frühjahr sollte die Hochzeit stattfinden.
Das Fräulein durfte von nun an den Schäfer nicht mehr sehen. Jeden Abend ertönte der Klang der Hirtenflöte vom Tal hoch hinauf auf die Burg, so dass sie es hören konnte. Als es langsam in den Winter hineinging, vertönte auch der Klang der Hirtenflöte. Die Braut suchte nach einem Vorwand, den Geliebten wieder sehen zu dürfen. Sie bat ihren Vater zu dem im Karlstal hausenden mönchischen Klausner zur Beichte gehen zu dürfen. Auf ihrem Gang dorthin schritt sie über die Wiesen, über die sie im Sommer zu zweien geschritten waren, auf der Suche nach dem Geliebten. Sie traf die Herde aber mit einem anderen Schäfer. Von ihm erfuhr sie, dass sein Vorgänger nicht mehr am Leben sei, denn vor Gram sei ihm das Herz gebrochen. Unglücklich lief das Fräulein zum Klausner um bei ihm Trost zu suchen. Dieser hörte ihr zu und weinte mit ihr. Auf dem Heimweg aber ertrank das Fräulein von Flersheim im Mühlenweiher. Der Vater erfuhr nun die ganze Liebesgeschichte seiner Tochter vom Klausner. Er ließ im Tal des Aschbachs eine Kirche erbauen zum Gedächtnis der beiden Liebenden. Tochter und Schäfer wurden in der Kirche zu Aschbach begraben. In einem Stein am Turm ließ er zum Andenken an beide eine Flöte und einen Hirtenstab einmeißeln. Die Kirche am Aschbacherhof ist lang schon zerfallen, doch der Turm steht noch und Hirtenstab und Flöte kann man heute noch dort bewundern. Doch auch im Karlstal bei Trippstadt findet sich bei der alten Höhle des Klausners eine Inschrift auf der wir lesen können:
dies kreitz bekundt vom wilenstein
dem burgherr welgott gnad verleihn
um seines töchterleins fruen tod
hie in der flut auss selennot.
zu aschbach izund gleich im grab
ruth rittersbraut bei hirtenknab.
der klausner wollt es gar verhüten
hätt bass gefruchtet sein fürbitten.
die büsser wandrer gott befehl
gleichsonst all ellendt, pilgersel.
Des Johannis Kreuz – Eine Sage um Johanniskreuz
Der Ritter Reinhard III. von Hohenecken war nicht nur ein reicher, sondern auch ein sehr mächtiger Mann. Ausgestattet mit dem Titel eines Reichschultheiß verwaltete er die Kaiserburg zu Lautern und die Reichsodien auf dem Trifels. Er besaß das Wegerecht an den wichtigsten Straßen die die damalige Pfalz durchzogen. Da die Zeiten recht unsicher waren und sich allerlei Raubgesindel umhertrieb, traute man sich gerne dem Schutze seines Trosses an und zahlte ohne Murren das Weggeld.
Als mächtiger Mann der er war, wusste er wohl um seine wichtige Stellung und war daher nicht zimperlich, wenn es darum ging etwas durchzusetzen. So ließ er an der Grenze seiner Wälder Steine setzen und sein Wappen hinein meißeln. Dort, wo die alte Hochstraße durch den Pfälzerwald führt und sich mit vielen anderen Wegen kreuzte, wo fremder Besitz an seinen heranreichte, ließ er ein Kreuz errichten mit seinem Wappen darin. Von einem Steinhauer aus Lautern ließ er dieses fertigen und von dort aus den weiten und langen Weg zu jener Stelle bringen die heute Johanniskreuz heißt. Er war selbst dabei als das Kreuz dort errichtet wurde.
Irgendwann kam sein Nachbar Johannes von Willenstein an dem neu errichteten Kreuz vorbei und war sehr verärgert über die Handlung des Ritters Reinhard. Er gab den Auftrag aus dem harten Buntsandstein des Pfälzerwaldes ein noch größeres Kreuz anzufertigen. In der Mitte von diesem Kreuz und auf jedem Querarm ließ er sein Wappen hineinschlagen. Er ließ dieses Kreuz ebenfalls dort anbringen. Die Menschen die an dieser Stelle vorbeikamen, trieben ihren Spott darüber, wenn sie sagten: "Schau des Johanniskreuz"! Mit der Zeit entstanden auf der Waldlichtung kleine Katen, Gehöfte und Rasthäuser und es dauerte nicht lange da nannte man diese kleine Siedlung Johannis Kreuz.
Die Schätze zu Wilenstein
Bei der Burgruine Wilenstein im Karlstal bei Trippstadt zeigt sich manchmal den dort spielenden Kindern eine Schlangenkönigin mit einer wunderschönen gol-denen Krone auf ihrem Haupte. Es heißt, in den unterirdischen verschütteten Gewölben der uralten Burg, steht eine vermoderte Kiste in der wertvolle Schätze aufbewahrt sind.
Ein Hund mit feurig glühenden Augen sitzt auf der Truhe und hält den Schlüssel in seinem Rachen. Ein Knecht vom nahen Willensteinerhof unternahm einmal den Versuch die Schätze zu heben. Aber vor lauter Angst vor der Bestie flüchtete er und betrat die Burgruine nie wieder.
Manchmal lässt sich in Vollmondnächten statt des Hundes auch ein schwarzer Mann in den uralten Ruinen sehen. Die seit vielen Jahrhunderten verschütteten Kellergewölbe sollen auch einen besonders kostbaren Wein bergen, der in seiner eigenen Haut liegt.
hukwa
Wandern mit dem Geisterheer
stiller Gefährte
über Stoppelfelder laufend
aufnehmend
den stillen Gefährten herbst
stoische Krähen in laublosen Ästen
Nebel aufsteigend
schmal und fahl
darinnen fein wie Spinnweben
kalter November Regen
peitscht über das Feld
wie ein Pfeil im Nebel
alles scheint leer und ist dennoch
erfüllt mit Leben
ich zähl meiner Schritte
unendliches Meer
mir ist als bewege sich neben mir
im dusteren Nebel
ein Geisterheer.
hukwa
Waldspaziergang
Gehn wir hinein und lassen den Krämmergeist daheim
Gehoben wie die Baumeswipfel
Schlägt in uns ein Klang ein kräftiger Gesang
Weit und Frei durch den Wald zu gehen
Mitten durch die grüne Pracht
Durch stilles unberührtes Land
Stehen Baum und Strauch so ruhig da
Voll Frieden
Dem Wesen der Ewigkeit so nah
Wie friedlich ist die Erde hier
Herrlich das Funkeln und Blühn
Hier im Walde ruht sichs gut
Selbst der Himmel ist ganz nah
O grenzenloser großer Raum
Wir stehen wie verzaubert da.
hukwa
Wanderung zur Dämmerstunde
bewachsen mit Schlehen und Moosen
Holunder und Nessel
Farngeruch
Versteckt bei einem hohen Hang
im dichten Fichtengezelt
steht im feuchten Schauern
die alte Waldbank
von tiefen Schweigen umgeben
wie dunkelndes Kristall
von Schneckenspuren silbern überwoben
uralter Sandstein
am bergeshang
Nackte Buchen erscheinen wie glatte fleischige Leiber
samtbeflaumt wie ein Vogelnest
das flockige Weideröschen
Fledermaus Flug kündet
bald kehrt die Nacht
Es ist als ob die Erde Trunken macht
Tausend Dämmerungswanderungen
keiner war vergebens
schallt es mir entgegen
aus fallendem Blätterregen.
hukwa
Montag, 7. November 2011
Abend im Trippstadter Schlosspark
streift mein Gesicht
wenn ich durch den herbstlichen Park streiche
sehe ich die kühle weiße Birke
sie sinkt in sich
gemahnt mich
an die Unendlichkeit des raumes
So sehe ich mein Leben klein
hier
im Schlosspark zu Trippstadt
plötzlich winzig im Äther schwebend
und die Dinge um mich werden weit
Gräser Busch und Bäume
mehr als Träume
Schäfte Zeige Baumeskronen
Gezwitscher lässt ahnen
Vögel die darinnen wohnen
alle verströmen im Ich
Ich hör es Rauschen
im Herbstlaub saussen
wach wandern die Sinne
die Dinge Verrinnen
und Schleier vermummen nicht mehr
den Blick zum Bewusstseinsmeer
das ist wahres Wandern
in der Ganzheit des Andern.
hukwa
Wenn man täglich in den Wäldern ist
hukwa
Freitag, 4. November 2011
Waldpfad bei der Ruine Wilenstein
Waldeinsamkeit umhüllt die alte Burg
Im Dickicht am Bergeshang knisterts
Als lief etwas durch das Gebüsch
Als hielten zur Mittagsstunde
Die Götter hier Gericht.
Ein dusterer Pfad führt zu den alten Mauern
Durch Fichtengrün führt uns der alte Pfad
Dann endlich an der Burg angekommen
Spürt man in sich ein Gefühl
Als sei man einem Schatten entronnen.
hukwa
Donnerstag, 3. November 2011
Wanderung in den Märchenwald
in meinen Wald
in meinen nebligen Märchenwald
wo unter Tannen und Fichten
auf Moosen zwischen Farnen
in Holunderbüschen
die Zwerge das Leid des Erdkreislauf singen.
Komm
in meinen Wald
in meinen nebligen Märchenwald
dort werden wir im dunklen Licht der Tannen
von den Spinnetzen den Tau auffangen
Kommt kommt
in den mystischen Märchenwald
dort wo der Holunder die uralten Weisheiten summt.
Komm
in meinen Wald
wo unter vermoosten Steinen
die alten Sagen lauern und
der Häher
der Schatzkundige
Eicheln versteckt
komm in meinen Wald
in meinen nebligen Märchenwald
dort lege ich euch aus Buchenhölzern Runen
dort lesen wir Gedichte
aus dem Buche der Natur.
hukwa
Mittwoch, 2. November 2011
Wanderung in die Kindheit
wie vom Lied des Dompfaffs getragen
aus dem Murmeln der Buchen und Eichen
steigts wie Nebel aus Waldesschluchten
auf zum Vollmond mein einsames Lied.
Wenn der erste Stern schon erbleicht
und die Strophe der Nachtigall leicht
noch vorm ersten Lichte verborgen
wird es in die Welt getragen
wie der Waldunke Rufen und Klagen.
Wie die Weide harrt am Moor
ganz in Traum und Raum vergessen
tue ich hier im Wald ermessen
die Stimme die ich einstmals war.
hukwa
Der Wanderer
Geld Eigentum Macht
doch wie die Wolken dort oben ziehen
zieht vorrüber die materielle Pracht
kaum hast du dich selbst erkannt
bist du verändert und alt
halte nicht fest an der Macht
Gier nicht nach Eigentum
verfalle nicht dem Geld
zum wirklichen Wandern im Leben
brauchst du nur Schuh und innere Ruh
werde endlich wach
das einfache Werk sei dann vollbracht
und du bist
von der Raupe zum Schmetterling erwacht.
hukwa
Dienstag, 18. Oktober 2011
Märchen und Landschaft
Gerade wenn wir heute mit Kindern wandern sollten wir uns davor Informationen über die Märchen einholen die in der Landschaft spielen die wir durchwandern um sie unterwegs den Kindern zu erzählen.
hukwa
Montag, 17. Oktober 2011
Über das pfälzische Märchen
"Wenn in einer klaren Mondnacht die Wolken ziehen und abwechselnd Licht und Schatten auf das Land fällt, scheint die alte Riesenwelt der Sage neu entstanden."
So schrieb im Jahre 1857 August Becker in "Die Pfalz und die Pfälzer."
Wer das Reich des Märchens und der Sage betritt, hält Einkehr ins Land des Wunderbaren. Auf den ersten Blick scheint es, als begegne man einer Welt des traumhaften und der Unwirklichkeiten, doch ist jenes Reich des Märchens und der Sage nicht nur folkloristische Erzählung, sondern durch jahrhundertelange mündliche Überlieferung, auch unmittelbare Erfahrung der Menschen einer Region.
Über das Märchen und die Sage versuchten in alter Zeit die Menschen ihre Umgebung zu deuten, sie zu benennen, ja sie zu erforschen und zu erkennen. Da das einfache Volk des Schreibens nicht kundig war, blieb ihm zur Aufbewahrung von Geschichte nur die mündliche Überlieferung. Durch psychologische, phantastische, historische und soziale Einflüsse entstanden im Laufe von Jahrhunderten und Jahrtausenden die Märchen und Sagen der Menschheit. Durch neue Ereignisse, durch Vermischung mit fremden Mythen kennen wir sie in ihrem jetzigen Gewand. 1893 bereits kannte man 344 Versionen des „Rotkäppchen“ Stoffes. Die Märchenforschung stellt seit jeher die Frage nach einer „Urform“ des Märchens, doch was man findet sind letztendlich nur "Vorformen", die sich in unsere Zeit hinüber gerettet haben. Die Grundmuster des Volksmärchens sind auf der ganzen Welt so ziemlich die gleichen. Für die Gebrüder Grimm war das europäische Sagen- und Märchengut tief verankert im germanischen Glauben, sie sahen in ihm ein Zersetzungsprodukt der altgermanischen Mythen.
Im pfälzischen Märchen finden sich viele Einzelheiten die der keltischen Sagenwelt entnommen sind. So etwa der Bezug zu Bäumen und Höhlen oder das Schwert, der Hirtenstab und vieles mehr.
Die Pfalz ist sehr Burgenreich, etwa um das zehnte Jahrhundert begann die große Zeit der umherziehenden Sänger, Spielleute und Possenreißer. Im zwölften Jahrhundert hatte der Ritterroman seine Blütezeit, aus ihm wiederum flossen Teile in die bereits vorhandenen Märchen der verschiedenen Regionen. In den abgelegenen Burgen und Schlössern des Pfälzerwaldes waren fahrende Sänger und Märchenerzähler eine stets willkommene Abwechslung. Mit ihnen erhielt auch das pfälzische Märchen seine heutige Form. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass im Märchen ein wahrer Geschichtskern immer gegeben ist. Vor allem im pfälzischen Märchen, wo Sage und Märchen oftmals ineinander fließen. Das also dass "Urmärchen" auf einer tatsächlichen Begebenheit beruht und dass immer wieder neue Handlungen hineingedichtet wurden. Ohne in Gefahr zu laufen sich in äußerste Abstraktionen zu verirren, dürfte es auch als erwiesen gelten, dass viele Märchen ihren Ursprung in den frühen ackerbauenden Gesellschaften haben, also bis ins Neolitikum reichen. Vor allem jene Überlieferungen bei denen es um weiße Frauen und Hexen geht.
Wohl werden mit jeder neuen Geschichtsepoche, ja mit jeder neuen Generation, dem jeweiligen Märchen neue Inhalte mitgegeben. Das Märchen, wie wir es heute kennen, ist nicht nur die Erzählung eines einzelnen Volksstammes, in Märchen und Sage sammeln sich regelrecht Geschichten der Geschichte an.
Märchen und Sagen einer Landschaft sind Teil der Heimat und Volkskunde einer Landschaft. Sie sind die „Kinder“ dieser Landschaft. Heinrich Zimmer schrieb einmal: „…sei es in den großen Epen eines Homer oder Vyäsa oder in den entzückenden kleinen Geschichten der Volksmärchen. Sie sind die ewigen Orakel des Lebens. In jedem Zeitalter müssen sie neu befragt, neu um Rat gebeten werden“.
Montag, 26. September 2011
Wo einst Könige, Fürsten und Freiherren wanderten - eine Wanderung zur historischen Amseldell im Trippstadter Wald
Der griechische Philosoph Aristoteles schrieb einmal: „Die Heimat des Philosophen ist der Ort wo er denken kann.“
Nun, es ist wahrscheinlich auch der Ort wo man sich besonders wohlfühlt, wo man Wurzeln ziehen kann. Ein Stück Erde das man liebt. Es ist einem bewusst, dass es einen Ort gibt an dem man sich zuhause fühlt. In dem Wort Heimat schwingt etwas religiöses mit, selbst bei jenen Menschen die Heimat als etwas altbackenes bezeichnen und sich über das Heimatgefühl erhaben glauben. Die innige Verwurzelung des Menschen mit seiner Heimat ist nicht in irgendeiner Ideologie sondern in einem natürlichen Zwang begründet.
Es gibt Gäste die seit vielen Jahren nach Trippstadt kommen und sagen: „Trippstadt ist uns zur zweiten Heimat geworden!“ Dies liegt zweifelsohne an den vielen romantischen Plätzen die wir in der Umgebung von Trippstadt vorfinden. Es sind Plätze der Meditation und Besinnung umgeben von einem „grünen Kranz von Wäldern“.
Ein solcher Platz ist unter vielen anderen die historische Amseldell oberhalb der wildromantischen Karlstalschlucht. In einem grünen Waldhain gelegen scheint dieser Ort in einen Märchenschlaf gefallen zu sein, der nur darauf wartet wieder erweckt zu werden. Jetzt da im Pfälzerwald die Stimmung des Goldenen Oktobers vorherrscht macht es besondere Freude hier zu wandern.
Bereits um die Mitte des 19.Jh. war die Amseldell ein begehrtes Ausflugsziel, wo sogar Bayernkönig Ludwig I umherspazierte. Hier stand einst eine Anlage mit Kegelbahn, Wildholzpavillon, mit Wirtsgarten, Schießstand und Irrgarten. Zwei große Steintafeln erinnern an den Besuch von adligen Hoheiten die hier einst lustwandelten und an den 70. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold am 12. August 1891.
Aber es ist vor allem die Natur, die den Wanderer in diesem Teil des Trippstadter Waldes in seinen Bann zieht. Die alten mächtigen Bäume, die gefallenen Baumriesen bewachsen mit wunderschönen Baumpilzen das Vogelgezwitscher das diesem Platz wohl seinen Namen gab und die tiefe Stille die hier vorherrscht. Eine Stille die zu Besinnung und Meditation einladet.
Die Stille die den Wanderer hier regelrecht aufsucht hat Joseph von Eichendorff einmal in folgende Verse gekleidet:
Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.
Für viele Wanderer, wenn sie wieder nachhause gereist sind und an Trippstadt zurückdenken, wird gewiss der Name Amseldell ein solches Zauberwort sein.
Die ganze süße Schwermut lang schon vergangener Ereignisse umwittert diese abgelegene Garteneinsamkeit und dem Besucher, der auf seiner Wanderung wegmüde in diese Stille eintritt, wird alsbald dieses wundersame Gefühl zu spüren bekommen. Ja, es liegt noch Heute ein unbeschworener Zauber über dieser alten Gartenanlage. Hier wo einst Kavaliere und adlige Damen umherspazierten unter festlichen Lampions ihren galanten Schäferspielen nachgingen, kichernd durch den Irrgarten aus Buchsbaum rannten, scheint die Zeit still zu stehen und der Besucher fühlt sich sehr schnell in eine andere Zeitepoche versetzt. Jetzt im Herbst ertönt hier oft der Ruf des Schwarzspechts und durch die mächtigen alten Bäume funkelt manchmal das bunte Gefieder des Eichelhähers. Die wunderschöne Eibe gleich am Eingang zur alten Gartenanlage schmückt nun ihre Nadeln mit roten Früchten und die klare Waldluft mischt sich manchmal mit dem Geruch reifer Pilze und feuchter Moose. Dieses Kleinod im Trippstadter Wald ist ein wahrer Ort der Besinnung und der Meditation.
hukwa
Oktober der Erntemond
Es ist die Zeit da, die Stille langsam Einkehr hält im Pfälzerwald. Der Oktober geizt nicht mit seinen Farben. Ja, wer jetzt die Wälder durchstreift, den erwartet ein Farbenrausch. Der altdeutsche Name „Gilbhart“ ist ein Satzname, der das „Färbe den Wald gelb“ in sich trägt. Das alte, heute nicht mehr gebrauchte Wort „Hart“ für „Bergwald“ hält sich noch in geographischen Namen wie Haardt und Harz.
Es ist auch die hohe Zeit der Baumfrüchte. Bevor ein Baum seine Blätter fallen lässt, versucht er noch möglichst viele Nährverbindungen herauszuziehen. Diese wertvollen Stoffe sind an das Blattgrün gekoppelt und je mehr das Grün schwindet, desto stärker treten - auch vorher schon vorhandene – andere Farbstoffe in Erscheinung: Das Blatt wird gelb, rot, orange oder braun. Eine besonders schöne Färbung zeigt nun die Wildkirsche, ihr folgen die Ahornarten.
Wer Anfang Oktober etwas tiefer in den Pfälzerwald eindringt, kann tagsüber schon mal ein unwillig klingendes Knörren vernehmen. Es ist die Zeit der Hirschbrunft. Sobald sich die Frühnebel verzogen haben und die ideale Temperatur vorherrscht, beginnt dieses atemberaubende Schauspiel. Der Platzhirsch tritt auf die Lichtung, wirft majestätisch seinen Kopf in den Nacken und lässt sein markiges Röhren erschallen. Der Oktober ist ein Zaubermonat und doch enthält er schon eine gewisse Melancholie, unerbittlich weist er uns darauf hin, dass der Sommer vorbei ist. Die letzten Zugvögel machen sich nun auf den Weg nach Süden und an den späten, kühlen Abenden tönt das Geschnatter der Wildgänse vom Himmel herab.
Noch einmal schöpft die Natur nun aus dem Vollen, neben den Baumfrüchten sprießen die Pilze und vor allem die Beerenfrüchte. Diese verpacken ihre Samen in eine fleischige Hülle und geben dem ganzen eine glänzende Farbe. Die Früchte ziehen verschiedene Tiere an und dienen ihnen als Nahrung. Sie verbreiten die Kost über ihren Magen. Bei Steinfrüchten speien die Tiere die Samen aus dem Mund wieder aus. Vor allem mit Rottönen werben solche Pflanzen unter den Vögeln.
Der Oktober trägt im Volksmund auch den Namen Erntemond. Im Wald sprießt nun eine Vielzahl von Pilzen. Es scheint, als ob die Pilze dann wachsen, wenn Bäume zu ruhen beginnen. Dem ist auch so, wenngleich auch über beider Zusammenleben noch vieles im Geheimen liegt, so ist bei ca. 50 Pilzen eine Lebensgemeinschaft zu einem Baum nachgewiesen. Der besonders giftige Knollenblätterpilz geht nur mit Eichen und Buchen eine Beziehung ein, der Fliegenpilz braucht die Birke und Fichte, während Pfifferlinge Kiefern bevorzugen. Unter dem Waldboden betreiben beide eine Versorgungs-gemeinschaft über ihre Wurzeln. Die feinen Pilzfäden lassen ein regelrechtes Geflecht um die Saugwurzeln der Bäume entstehen. Beim Steinpilz messen die Fäden insgesamt etwa 100 Kilometer. Der Pilz vermag die meist mineralischen Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs leichter aufzuschließen und tritt sie als Mineralsalze, Stickstoff und Phosphor an die Baumwurzeln ab. Der Baum wiederum gibt seinem Partner vor allem Kohlenhydrate ab. Diese kann er dann am besten entbehren, wenn das Sprossenwachstum beendet ist.
So wird klar warum im Herbst die Zeit der Pilze beginnt. Pilz und Baum benötigen einander. Hemmungsloses Sammeln dieser Früchte des Waldes ist deshalb unverantwortlich. Gerade im Oktober zeigt uns der Wald durch seine ganzheitlichen Zusammenhänge, dass wir ökologisch nur überleben können, wenn wir uns auf das Ganze besinnen.
hukwa
Freitag, 19. August 2011
Eine Wanderung durch den Altweibersommer
Es ist die Zeit da der Sommer dem Herbst nicht mehr den Weg versperren will, der Augenblick, wo der Wald jene Farben zaubert, wie sie selbst auf der Palette eines Landschaftsmalers nicht entstehen können: Altweibersommer!
Wer jetzt durch die Wälder streicht der wird wahrlich eine reiche Ernte nach Hause tragen. Es ist die Zeit in der jeder einzelne Baum sich zu einer eigenen Persönlichkeit zu färben scheint. Stark ist der Frühherbst und beruhigend der Geruch seiner Früchte.
Jetzt sollte der Wanderer seinen Rucksack schultern und losziehen denn keine Macht kann einen Wanderer halten wenn der Herbst naht. Früh am Morgen funkeln Abertausende von silbrig glänzenden Spinnweben in Gräsern, Büschen und Bäumen. Dick und fruchtig glühen die Früchte der Eberesche und schwarz blinken die Holunderbeeren am Waldrand.
Die letzten Schwalben lockern ihr Gefieder, prüfen es emsig, wissend, dass ihnen eine weite Reise bevorsteht auch den übrigen Zugvögeln ist ihre Unruhe anzumerken und an den kühlen Abenden, in der frühen Dämmerung, hört man nun immer öfters das Schnattern der Wildgänse am Himmel. Überall herrscht Aufbruchstimmung an den Waldhängen tauchen vereinzelte Rehe auf, die Abende sind manchmal noch lau, doch die Nächte schon recht kühl. Bald werden die ersten Brunftschreie der Hirsche durch die Wälder hallen manchmal übertönt vom Geschrei des Dachses.
Wer noch nie das Naturschauspiel einer Hirschbrunft erlebt hat, der hat ein Versäumnis in seinem Leben anzumelden. In den Nächten blinken nun die Sterne eiskalt, klar und funkelnd wie Diamanten und der Septembervollmond hat seinen besonderen Reiz. Wer unter ihm wandert den trifft der Bannstrahl seines mystischen Zaubers. Die Sternenwelt am Nachthimmel dienen als Kompass und der unruhige Mond wird dem Wanderer mit einem male zum Wandergesellen. Im Unterholz knackt es geheimnisvoll, Fuchs und Marder streifen umher… oder sind es die Elfen dieses Waldes, Kobolde und Trolle die uns aus einiger Entfernung beobachten? Der Phantasie einer vollkommenen Vollmondnacht im Herbst sind keine Grenzen gesetzt. Der Waldkauz lockt und dazwischen hört man ein unheimliches mörderisches Geschrei, es ist der Dachs der nervös durchs Dickicht streift. Es sind die Nachtstimmen des Waldes denen der Wanderer nun lauschen kann und in der geheimnisvollen Umgebung durch die er sich bewegt erscheinen sie ihm wie eine große Herbstsinfonie. Wie Gestalten aus fernen Urzeiten ,wie Zentauren und Riesen erscheinen nun Büsche und Bäume. Eine Vollmondnacht hat ihre eigene, nicht beschreibbare Magie man kann sie mit Worten nur andeuten, will man sie begreifen muss man sich von ihr verzaubern lassen.
Ob in den Nächten oder am Tag, der Frühherbst ist die Jahreszeit im Pfälzerwald wo uns die Landschaft am farbenprächtigsten erscheint. Besonders das Karlstal zeigt sich dem Wanderer nun von seiner lieblichsten Seite. Schon früh im September knistert hier die rote Fackel des Herbstes im Laub. Die Abende sind bereits kühl und feuchter, silberner Nebel steigt kurz vor der Dämmerung aus der Moosalb auf. Der Altweibersommer hat seinen Namen nach den vielen Jungspinnen, die jetzt an einem Flugfaden hängend den Ort ihres Heranwachsens verlassen. In Nordamerika beginnt zur gleichen Zeit der Indian Summer, er entspricht unserem Altweibersommer, nur sind seine Farben noch prunkvoller was damit zu tun hat, dass es in Nordamerika mehr Laubbäume als bei uns gibt. Jetzt lassen sich viele Wildfrüchte sammeln und überall sprießen nun die „Blumen des Herbstes“, die Waldpilze.
Noch einmal zeigt der Sommer seine volle Kraft, das ist die Magie des Altweibersommers. Scheiding hieß der September im verschwundenen deutschen Kalendarium, weil er den Sommer vom Herbst scheidet. Scheiden tun auch in diesem Monat die Zugvögel, die sich nun überall sammeln, man spürt regelrecht eine Aufbruchsstimmung in den umliegenden Wald- und Feldgehölzen und für den Wanderer beginnt nun der farbenprächtigste Monat des Jahres.
hukwa
Freitag, 12. August 2011
Unter Herbstbäumen
Es ist die Zeit, da der Spätsommer dem Herbst den Weg nicht mehr versperrt, der Augenblick, wo der Wald jene Farben zaubert, wie sie selbst auf der Palette eines Landschaftsmalers nicht entstehen können: „Goldener Oktober“!
Wer jetzt die waldreiche Umgebung von Trippstadt erwandert wird reichlich belohnt. Es ist die Zeit in der jeder einzelne Baum sich zu einer eigenen Persönlichkeit zu färben scheint. Kurz ist der „Goldene Oktober“, der ein einziger Herbststrauß zu sein scheint. Kommt der Wanderer durch Buchenwald, versinkt er bis zu den Knöcheln im sanften Laub. In einem Laubwald dauert es mitunter bis zu fünf Jahren, bis ein Buchenblatt als solches nicht mehr zu erkennen ist. Bis dahin geht es in Teilen durch Dutzende von Mägen der so genannten Zersetzer, also von Tieren die vom „Abfall“ der Natur leben. Im Laubwald fallen jährlich pro Hektar vier Tonnen Pflanzenmasse an, die es zu verwerten gilt. Mutter Natur bewältigt diese Mengen mit einem Heer von hungrigen Mäulern. Die Erstverwerter der Laubstreu sind Springschwänze, Asseln, Milben, Regenwürmer und Tausendfüßler.
Diese kleinen Bodentiere können jedoch die pflanzlichen Reststoffe nur durchlöchern. Das weitere Zerkleinern obliegt winzigen Bodenbewohnern, die insgesamt noch einmal das hundertfache der Regenwürmer auf die Waagschale bringen. Diese Mikrowelt ist mit mehreren Milliarden Tieren pro Quadratmeter so groß, dass sie der Mensch bisher kaum erfassen und bestimmen konnte. Diese Winzlinge stellen das Bindeglied zwischen der toten Pflanzenmaterie und den größeren Zersetzern der Streu dar. Einige wenige aus diesem Mikrokosmos sind in der Lage, die schwer verdaulichen Teile wie Zellulose und Lignin zu knacken. Sie besitzen hierfür Enzyme, über die nur wenige Abfallverwerter verfügen. Anschließend machen sich Mikroorganismen über den Nahrungsbrei her. Sie verdauen ihren eigenen Kot mit den darauf lebenden Kleinstlebewesen. Die Energieausbeute erhöht sich damit um mehr als das Doppelte. Entgegen der Welt der Menschen kann die Natur ihre „Abfallprobleme“ äußerst nachhaltig regeln.
Es hat etwas tröstliches an sich, im Herbst durch den bunten Buchenwald zu wandern. Der Dichter Sepp Skalitzky hat es vor einem halben Jahrhundert in den schönen Versen uns mitzuteilen versucht:
Das letzte Blatt, ein strahlender Gedanke,
schließt ihm die Welt der schönen Träume auf,
vertönt als Scheidegruß des wachen Lebens
im Abendwind, der Gottes Harfen schlägt.
Ich bin ein Blatt, nur an dem Weltenbaume,
bin das geringste, das der Schöpfer löst
mit seinem Atem, der das Leben lieh,
als Brücke in die ewigen Gefilde.
Es ist so tröstlich wenn die Blätter fallen.
Es sind nicht nur die Buchen die im Herbst in purpurner Farbe zu brennen scheinen. Der wilde Kirschbaum entfaltet um diese Jahreszeit eine üppige Strahlkraft. Erfreut er im Frühling das Herz des Wanderers mit seinen schneeweißen Blüten, so wirkt nun das Rot seines Herbstkleides fast magisch auf uns ein. Aber auch ein Nadelbaum wirft seinen Zauber über uns: Wie brennende Fackeln stehen die Lärchen am Bergeshang. In den frühen Morgenstunden funkeln tausende von silberfarbenen Spinnweben in den Büschen. Wie versponnene Elfenlocken scheinen die Fruchtstände des Waldweidenröschens ineinander verwoben, wenn man Mitte Oktober durch die Trippstadter Wälder streift. Die unruhige schlanke Birke in ihrem gelbfarbenen Herbstkleid fällt dem Wanderer besonders auf. In ihrer Nähe befinden sich oft die roten Fruchtknollen des Fliegenpilzes. Beide, Baum und Pilz sind durch Symbiose verbunden An den Abenden ist es nun schon sehr kühl geworden. Ein Blick in den Herbststernenhimmel zeigt uns das der Winter bald seinen Einzug hält. Tief im Norden werden schon die ersten Vorboten des Winterhimmels sichtbar, insbesondere in Gestalt des Sternbildes Stier, das zumindest für Mittel- und Nordeuropa bereits vollständig aufgegangen ist. Sein Hauptstern heißt Aldebaran, wie ein großer Juwel funkelt er nun am nächtlichen Sternenhimmel.
Herbstzeit ist Wanderzeit!
hukwa
Mittwoch, 10. August 2011
Montag, 1. August 2011
Freitag, 29. Juli 2011
Eine Augustnacht im Trippstadter Schlosspark
Wanderer die im August die Umgebung von Trippstadt erkunden, sollten sich zum Abschluss ihrer Wanderungen unbedingt noch eine Ruhepause im Schlosspark gönnen, um von hier aus das Ereignis des abendlichen Sonnenunterganges zu beobachten.
Es herrscht eine besonders romantische Stimmung um diese Zeit hier vor. Ein fast unwirklicher, noch heute unbeschworener Zauber geht von den ebenmäßigen in sich ruhenden Steinfassaden des alten Schlosses aus. Wenn die Sonne glutrot im Westen versinkt, ist es meist sehr still im Park.
Die ganze süße Schwermut romantischer Vergänglichkeit umwittert diese abseits gelegene Parkeinsamkeit und es scheint einem leicht zu fallen in die farbigen Abgründe der zeitfernen Geheimnisse dieses romantischen Ortes einzutauchen. Im leisen plätschern des Springbrunnens und geheimnisvollen Blätterraunen der Parkbäume liegt nun eine besondere Magie, die uns von den geheimen Abenteuern und galanten Schäferspielen der einstigen Bewohner des Schlosses träumen lassen.
Eine Landschaft, ein Ort kann Geschichte und Geschichten erzählen. Die Umgebung von Trippstadt ist mit einer großen Reihe solcher verzauberten Plätze bereichert. Es gibt nun einmal diese besonderen Orte in der Landschaft, die einem plötzlich und ohne Ankündigung überraschen. Dann ist man gezwungen stehen zu bleiben, seine Sinne nach dem Grund für diese Überraschung auszurichten und sich auf die Wahrnehmungen einzulassen die hier Besitz von einem ergreifen.
Vielleicht ist es die Seele der Landschaft oder des Ortes, die sich uns in solchen Momenten offenbart.
An einem warmen beschaulichen Sommerabend im Trippstadter Schlosspark kann der Besucher solche Momente besonders intensiv erleben.
Nach Sonnenuntergang beginnen die Glühwürmchen zu fliegen und verwandeln den Park mit ihrem unwirklichen Lichterfunkeln in ein Zauberreich, das nicht nur Kinder fasziniert. Das Konzert der Grillen ladet noch für einige Zeit zum verweilen ein. Von den nahen Wiesen und Waldrändern weht nun der Duft von frischem Heu und Kiefernharz herauf. Der Sternenhimmel öffnet sich und gibt einige seiner kosmischen Juwelen preis.
Es gibt keinen Monat im ganzen Jahr, in dem man am frühen Abend, gleich bei Einbruch der Dunkelheit, die Milchstraße so gut beobachten kann wie im August. Sie steigt etwa Nord-Nord-Ost über dem Horizont herauf und verläuft quer über die Sternbilder Kassiopeia, Kepheus, Schwan und Adler in Richtung Süden. Von Osten her kommen jetzt schon die ersten Boten des Herbsthimmels heraufgezogen. Tief im Südosten steht der Steinbock, auf seiner linken Seite sind schon Teile des Wassermanns erkennbar. Wie eine schützende einhüllende Schale, in deren Mitte der Mensch eingebettet ist wirkt der samtblaue Himmel über dem Park. Mond und Sterne erscheinen uns von hier aus als Licht und Lampe eines friedvollen, in sich ruhenden Erdentages. Die Verse von Ludwig Tieck gehen einem in einer solch lauen Augustnacht durch den Sinn:
„Mond beglänzte Zaubernacht
die den Sinn gefangen hält
Wundervolle Märchenwelt
Steig auf in der alten Pracht.“......
Im Trippstadter Schlosspark kann man manchmal noch solch wundervolle Zaubernächte erleben.
hukwa
(S) INNE (er) HALTEN
Es gibt verschiedene Weisen die Natur zu sehen und zu erfassen, sie hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort bereit. Wenn wir uns in ihr bewegen müssen wir nur immer wieder einmal innehalten – dann werden wir von der Natur auch Sinn erhalten.
Während einer Wanderung durch den Trippstadter Wald wird die umgebende Mitwelt uns dies bestätigen. Menschen von heute begegnet die Natur anders als sie z.B. unseren Urgroßeltern begegnete. Sahen diese in den unendlichen Räumen des Kosmos das Himmels- und Sternenzelt, Sonne und Mond noch als Licht und Lampe eines friedvoll in sich ruhenden Erdentages und die alte Mutter Erde als fruchtbaren Boden allen Lebens, so können viele Menschen von heute diese Anschauungen oft nicht mehr nachempfinden. Und dennoch, wenn wir den Wald betreten, scheint es uns da nicht, dass mit einem Mal manches Schwere von uns fällt, dass wir Stress und Hektik plötzlich hinter und lassen können?
Der Wald wird uns zu einem letzten Reservat eines romantischen Gefühles. Wälder öffnen nicht nur unsere Sinne, sie schenken unserem Leben auch Sinn, wir müssen nur Ausschau halten nach den „Kindern des Waldes“, den Pflanzen, Vögeln, Bäumen und Tieren. Was kann uns bei einem Waldspaziergang doch alles begegnen? Der plötzliche Ruf des Schwarzspechtes, das leise Klagen eines einsamen Vogels, im Gebüsch taucht plötzlich ein Reh auf, im Wind ächzen die Bäume.
Wir müssen nur immer wieder inne halten können, dann können wir auch teilnehmen an den Wundern der uns umgebenden Natur, an ihrer Fülle, an ihrem Reichtum.
Der deutsche Naturphilosoph und Ethnobotaniker Gustav Schenk schrieb einmal: „Die blaue Blume der Romantik wuchs nirgendwo – aber sie lebte, wenn auch nur als Sinnbild grenzenlosen Geistes. Sie war ein Ziel das von vorneherein nicht erreicht werden konnte. Sie war Geist und Fülle einer leidenschaftlichen Sehnsucht und nicht würdiger und weiser konnte eine an das unendliche verlorene Seele irdische Gestalt annehmen als in einer Pflanze. Sie hatte vor aller Wirklichkeit eines voraus: Ebenso wie sie nie gefunden wurde, konnte sie niemals verloren gehen – und kein Stachel des Schmerzes blieb zurück.“
Dies ist es, was wir von der großen Lehrmeisterin Natur lernen können, wenn wir bereit sind manchmal innezuhalten. Jenes Gefühl einer Wiederverzauberung mit der uns umgebenden Natur, eben: Im Leben einen Sinn erhalten.
Es soll Menschen geben die über das „Schweigen“ im Wald erschrecken, doch ist diese Stille des Waldes nicht gerade seine Antwort an uns?
Der chilenische Dichter Pablo Neruda drückte das so aus:
Ich, der ich in einem Baum aufgewachsen,
hätte mancherlei zu erzählen,
doch da ich viel erfuhr von der Stille,
habe ich mancherlei zu verschweigen.
Dies ist eine der Philosophien des Waldes, seine Antwort an uns. Wir können dies jederzeit feststellen, dann, wenn wir ihn aufsuchen und bereit sind für einen Moment innezuhalten.
hukwa
„Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich“.
Meditatives Wandern und Geomantie
„Nur wo du zu Fuß warst, warst du auch wirklich“. Dieser Satz könnte aus einem Lehrbuch für Zen stammen, aber er ist von Johann Wolfgang von Goethe.
Wandern kommt heutzutage oft in einem recht exotischen Gewand auf uns zu. So traf ich während einer Wanderung sogar einmal eine „zertifizierte Märchenwandertherapeutin“. Nun ja, jedem das seine, ich persönlich bevorzuge die alte Märchentante oder die Großmutter die Märchen erzählt. So halte ich es auch mit dem Wandern.
Wandern hat in erster Linie etwas mit Gehen zu tun und dieses Gehen hat einen natürlichen therapeutischen Nebeneffekt. Dieser Artikel ist aber keine Anleitung zur Therapie sondern einfach eine Einführung in die Kunst bewusst und aufmerksam zu wandern.
Meine Art des Wanderns hat eher etwas mit Pilgern oder mit dem was man in der Zen- Literatur Kinshan nennt zu tun, mit einer Art schöpferischer Aufmerksamkeit während des Gehens. Ein moderner Zen – Mönch, Nhat Hanh schrieb einmal: „Das wahre Wunder besteht nicht darin, auf dem Wasser zu wandeln, sondern auf der Erde zu gehen“.
In unserer westlichen von Rationalismus und Konsum orientierten Welt, werden wir von den Medien immer wieder belehrt das die meisten Menschen zu wenig Bewegung hätten. Ich glaube das ist nur zum teil richtig. Ich denke das wir an einem einzigen Tag mehr stehen und gehen als wir sitzen, es ist uns nur nicht bewusst weil wir eben nicht bewusst Gehen.
Bewusst gehen heißt unsere Konzentration auf den Schwerpunkt unserer Aufmerksamkeit zu richten. Ganz im „Hier und Jetzt“ zu sein. Die besten Lehrmeister für das „im Hier und Jetzt zu Sein“ sind Kinder. Wenn Kleinkinder spielen, dann spielen sie. Doch sind sie nicht, wie wir gerne sagen, „ganz ins Spiel vertieft“, nein, sie tun einfach etwas bewusst und mit Hingabe, dies ist die Stimmung die wir zum meditativen Wandern benötigen. Die Art von meditativen Wandern wie ich es übe hat also mit Aufmerksamkeit zu tun, mit der Aufmerksamkeit die ich mir entgegenbringe und mit der Aufmerksamkeit die ich der Landschaft die ich erwandere entgegenbringe. So hat meditatives Wandern auch viel mit Geomantie zu tun.
Geomantie ist ein uraltes Wissen um die feinenergetischen Bereiche der Erde. In der Geomantie geht es um die Wiederverbindung mit der Erde im seelischen, geistigen und physischen Sinne. Geomantie ist Kommunikation mit der Erde. Ein Im-Dialog-Sein mit der Landschaft. Eine Landschaft enthält mehr als dass, was wir in ihr zu erkennen glauben. Sie ist ein lebendiger Körper mit einem System von Chakren, Kraftlinien, ja, feinstofflichen Organen, die für uns die Verbindungen zwischen Kosmos und dem Planeten aufrecht erhalten. Der Platz der Geomantie liegt eigentlich zwischen der Wissenschaft und der Kunst, der chinesische Pendant der europäischen Geomantie das Feng Shui, ist in China weitaus mehr anerkannt als die Geomantie bei uns.
Meditatives Wandern ist somit auch ein ganzheitlicher Zugang zu den unsichtbaren Dimensionen unserer Landschaft.
Der Begriff Geomantie setzt sich aus den griechischen Wörtern „Geo“ (Erde) und „Mantik“ (Wahrsagung) zusammen. Geomantie ist also die Kunst das Wesen einer Landschaft zu deuten, der „Landschaftsseele“ nahe zu kommen. Die moderne Geomantie kam in den 1960er Jahren auf. Ihre Vorläufer liegen in den alten Kulturen die noch die Kunst kannten für ein Vorhaben den richtigen Ort zu finden. Diese alte Kulturen haben uns Monumente und Bauwerke hinterlassen, die auf einen ganzheitlichen Umgang mit der Landschaft hindeuten, dazu zählen unter anderem Menhire, Steinkreise, Dolmen und keltische Bauwerke aber auch die mittelalterlichen Dome und sakrale Bauwerke werden hier zu gerechnet.
Die Geomantie erfasst also die „Identität eines Ortes“. Wie beim Menschen gibt es auch in der Landschaft „Resonanzpunkte für vital-energetische Kräfte“. Solche Plätze die auf Menschen „einwirken“ gibt es seit Urzeiten. Es sind Orte in der Landschaft die uns zur Ruhe kommen lassen, wo wir eine Energie spüren, die wir vorher nicht kannten. Eben das Wissen um Kraftplätze. Im Laufe der Zeit geriet dieses Wissen um Kraftplätze in Vergessenheit- dennoch- es gibt sie noch immer.
Meditatives und geomantisches Wandern sind eine intensive Art des Wanderns das am ehesten mit Pilgern vergleichbar ist, noch genauer ausgedrückt, es handelt sich um ein spirituelles Gehen. Neben dem Erleben von Landschaft ist auch das Eintauchen in die geistige Welt wichtig, denn durch geomantische Übungen zur Verfeinerung unserer Wahrnehmung erfahren wir während der Wanderung den Geist einer Landschaft.
Neben der Vermittlung geomantischer und tiefenökologischen Grundlagen nehmen wir bei unseren Wanderungen Kontakt zu Stein- und Felsformationen, Höhlen aber auch altehrwürdigen Bäumen auf. Unsere Wanderung beginnt in einer von Menschenhand geprägten Anlage, dem Trippstadter Schlosspark und führt uns hinein in die urwüchsige Natur des Pfälzerwaldes. Das Aufsuchen der Resonanzpunkte eines Platzes und den Blick auf die ortstypische Kraft, den „Genius Loci“, zu richten, ihn zu finden, ist eines der Anliegen dieser Wanderungen.
hukwa
Wald - ein Ort innerer Einkehr
Wer den Pfälzerwald zur Erholung aufsucht, wer sich hier auftanken möchte, wird von diesem großen Waldgebiet nicht enttäuscht werden. Die natürliche Wirklichkeit die den Besucher hier umgibt schenkt ihm während seines Aufenthaltes eine tiefe innere Ruhe. Die Natur hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort bereit. Ein bewusster Spaziergang durch den Wald ist immer ein meditativer Gang vor allem wen wir beobachten was uns am Wegrand begegnet. Es scheint uns dann plötzlich als seien wir ein Teil dieser großen Natur, was wir ja letztendlich auch tatsächlich sind, wir haben es nur vergessen. Bei einem Gang durch das romantische Karlstal bei Trippstadt kann es sehr schnell passieren das sich uns eine andere Wirklichkeit auftut. Da stehen gewaltige Baumriesen, andere sind schon dahingeschwunden, ihre Baumstrünke ragen wie mythologische Gestalten in den Himmel. Da breitet sich der Friedhof des toten Laubes wie ein Teppich aus, durchwimmelt vom Leben der Mikroben und kleinen Tiere, und verwandelt sich in den Nährboden neuen Lebens. Da sprengt eine Wurzel den spröden Buntsandstein. Überall wuchern Moose und Farne, wir sehen hier die Strukturen und Bildungen, die Zeugnis ablegen von dem aufeinanderprallen elementarer Gewalten vor Jahrmillionen von Jahren. Überall wird Bewegung, urtümliches Geschehen sichtbar. Eine Natur deren Schönheit man nicht beschreiben kann, man muss sie in sich aufnehmen. Dieses in sich aufnehmen ist schon Meditation.
Meditation ist immer ein gesamtpersonales Ereignis, sie führt den Menschen zu seiner Ganzheit. In diesem Sinne ist Meditation auch immer Selbsttherapie, das Rezept ist die Übung. Ab einem gewissen Stadium in der Meditation lässt der Mensch ab von traumatischen Erinnerungen der Vergangenheit, sowie von den Beunruhigungen der Zukunft und findet eben durch die Übung zu einem festen inneren Kern, zu seinem Selbst.
So führen die Übungen auch dazu, dass wir Geborgenheit in der Existenz finden, denn bewusste Meditation hat immer eine Existenzphilosophische Ausrichtung, in der Zentrierung auf die zwischenmenschlichen Beziehungen als auch auf die Welt. Allem vordergründigem Anschein zum Trotz – während der Meditation ereignet sich nicht die Abkehr von der Welt, sondern die Nähe zur Welt, denn der Betrachtende reflektiert auch immer noch die Welt. Ein zentrales Kennzeichen einer reifen Persönlichkeit ist der ganzheitliche Rhythmus von Kontaktaufnahme zu Menschen und Dingen und der Rückzug aus diesen Kontakten.
Unser Alltag ist ein Gewirr von Eindrücken, Forderungen, Gedanken und Pflichten. Wir sind ständig in Gefahr, die Einheit unseres Lebens zu verlieren. Wir leben fern von uns selbst, also fern von unserer wirklichen Existenz. Unruhe, Frage und Zweifel sind oft die geistige Heimat des Menschen. Über den Weg der Meditation kann der Mensch sich dort in dieser von Krisen geschüttelten Existenz aufsuchen und sich auf den Weg zur Sinnfindung aufmachen.
Im meditativen Prozess „gräbt“ er die Urerlebnisse des Daseins, die durch Alltagsbetrieb und ökonomische Verflechtungen verschüttet wurden aus den Tiefen seiner Existenz wieder aus und kämpft sich zu einem wesenhaften Verhältnis zum Sein frei. Es geht also um Selbstentdeckung – seinen eigenen Mittelpunkt zu finden. Meditation ist daher auch mit einer Wanderung vergleichbar, einer Wanderung in ein unbekanntes Land, das Land der Seele.
Der Dichter Christian Morgenstern schrieb einmal folgende Tagebuchnotiz:
„Ich bin wie einer Brieftaube, die man vom Urquell der Dinge in ein fernes, fremdes Land getragen und dort freigelassen hat. Sie trachtet ihr ganzes Leben nach der einstigen Heimat, ruhelos durchmisst sie das ganze Land nach allen Seiten. Und oft fällt sie zu Boden in ihrer großen Müdigkeit, und man kommt, hebt sie auf und pflegt sie und will sie ans Haus gewöhnen. Aber sobald sie die Flügel nur wieder fühlt, fliegt sie von neuem fort, auf die einzige Fahrt, die ihrer Sehnsucht genügt, die unvermeidliche Suche nach dem Ort ihres Ursprungs“
So kann man auch Meditation ausdrücken. Die Taube weiß nicht wo ihr heimatlicher Schlag ist, sie weiß eben nur das „dort“, wo sie auch nicht bleiben möchte, sie muss fliegen um die Heimat zu finden. Dieses Fliegen ist das Üben in der Meditation.
Wenn ich unzufrieden mit mir bin, wenn ich nicht mehr der bleiben möchte, der ich letztendlich ja auch gar nicht bin, wenn ich die Courage habe, jener werden zu wollen, der ich sein kann und letztendlich auch bin, kann ich ohne Übung, also Training und Kontemplation nicht auskommen. Meditation ist nur ein Weg unter anderen Wegen, aber es ist ein guter Weg.
Meditation kennen wir meistens in recht exotischen Gewand. Was ich ihnen hier vorstelle ist eine einfache, unkomplizierte Naturmeditation. Wir setzen uns im Wald unter einen mächtigen Baum, einen großen alten Baumriesen, wie sie im Pfälzerwald oft vorzufinden sind. Vielleicht ist es eine Eiche. Am besten sitzt man mit dem Rücken an den Baumstamm angelehnt. Nun sollte man versuchen den Baum zu "spüren", wir nehmen Kontakt mit dem Baum auf. Jetzt stellen wir uns einen Samen des jeweiligen Baumes vor, hier eine Eichel. Wir konzentrieren uns ganz auf diese kleine Frucht, stellen uns vor, wie aus dieser kleinen Eichel im Laufe vieler Jahre ein mächtiger Eichbaum wird. Wir nähern uns also der Daseinsform der Eiche. Nun stellen wir uns vor wie aus dem Samen ein Sämling wächst, wie er groß und stark wird, bis er ein Baum ist. Es wird nicht lange dauern und wir spüren tatsächlich eine Kraft in uns, ein Gefühl das beruhigend, ja bewusstseinserweiternd in unserem Geist wirkt. Was in uns einkehren wird ist eine große Ruhe und Verbundenheit mit der uns umgebenden Natur. In der Meditation geht es darum sich Selbst zu entdecken, seinen eigenen Schwerpunkt zu finden. Dabei gehört es zum Wesen der Meditation, dass sie aus dem Vielfältigen und aus denen uns oft zerreisenden Gegensätzen zur inneren Einheit führt. Meditation ist daher auch eine Wanderung ins eigene Land der Seele. Sie hat den ALL – TAG zum Übungsfeld, ist also keine Flucht, sondern ein Standhalten, gegenüber den Infamitäten des Lebens. Gerade Stresssymptome, Ärgernisse, Nervosität fallen von uns ab, wenn wir uns bewusst in der Natur aufhalten. So gesehen ist die ganze Natur eine Heilerin, ihre gesamte Metamorphose ist Heilkraft und die Übung von Naturmeditationen werden zweifelsohne sich positiv in uns bemerkbar machen.
hukwa
Dienstag, 5. Juli 2011
Der Baum in der Trippstadter Landschaft
Einer der schönsten An- und Ausblicke in der Landschaft sind zweifelsohne ältere und alleinstehende Bäume. Sie haben eine starke Wirkung auf das Landschaftsbild und geben dem Landschaftsraum eine Struktur und ein unverwechselbares Gesicht.
Als Einzelobjekte prägen solch ältere Bäume mit ihren mächtigen Kronen und starken Stammumfang auch die Trippstadter Landschaft. Solche Baumpersönlichkeiten sind ein besonders zu wahrendes Kulturgut.
Von jeher sind Bäume dem Menschen Symbole des Lebens, der Geborgenheit und des Schutzes gewesen. In einer zeit der bedrohten Mit und Umwelt sind sie auch Ausdruck des Beharrens, der Hoffnung und vor allem der Freude am Wachsen und Gedeihen. Auch aus unserer Sprache sind solche Bäume nicht mehr hinweg zu denken. So kennen wir den Lebensbaum, den Maibaum, den Tanzbaum, die alte Dorflinde, den Stammbaum und den Christbaum.
Unsere Gemeinde kann mit Recht stolz auf ihren Altbaumbestand sein. Die altehrwürdigen Zerreichen im Trippstadter Schlosspark, die mächtige Kastanie und ihr direkter Nachbar die alte Roteiche vorm Trippstatder Schloss und die wunderschöne alte Buche vor der katholischen Kirche prägen das harmonische Dorfbild von Trippstadt.
Entlang der Trippstadter Feldwege finden sich einige ältere Birn- und Apfelbäume die unsere Kulturlandschaft hier aufs besondere prägen und ihr ein landschaftstypisches Gesicht geben.
Bäume helfen uns dabei eine Landschaft erst richtig zu erkennen und Liebzugewinnen weil sie etwas authentisches darstellen und die natürliche Schönheit einer Landschaft besonders hervorheben. Sie sind ein wichtiger Aspekt des touristischen Landschaftserlebnisses und dienen einer harmonischen Erholung in einem Fremdenverkehrsort.
Das „besondere“ an solch alten Bäumen erkannten die alten Griechen schon sehr früh! Sie pflanzten an besonderen Orten Bäume die sie als genius loci bezeichneten, also als „Geist dieses Ortes“. In unsere heutige Sprache übersetzt bedeutet dies nichts anderes als ein besonderer harmonischer Platz in der Landschaft. Sind sie doch Gewähr für das vielzitierte Naturerlebnis das die Menschen heute so dringend benötigen.
Es sind viele Gründe die dafür sprechen die alten Bäume der jeweiligen Landschaft zu erhalten. Neben dem landschaftsästhetischen und den kulturellen Gründen sind es vor allem psychologische und gesundheitliche, die durch tiefenökologische und nachhaltigkeitsstrategische Argumente ergänzt werden. Vor allem in unserer Zeit die sich ja nicht nur in der Verschandelung der sichtbaren Natur widerspiegelt sondern vor allem der „unsichtbaren“ Umweltkatastrophen, nämlich der Ozonlöcher und Klimaerwärmung. Hier tragen Bäume eine besondere Schutzaufgabe für das leben auf unserem Planeten. So wissen wir schon lange das ein Baum die Strahlungsintensität der Sonne reduziert und uns dadurch vor Hautschäden schützt. Bäume sind Staub- und Schadstofffilter. So ist zum Beispiel das Staubfangvermögen unserer Trippstadter Dorflinden pro Quadratmeter Blattfläche rund fünf mal höher als das von mächtigen Stadtplatanen. Auch die große Buche vor der katholischen Kirche in Trippstadt sorgt bestens für uns. Wenn dieser Baum im Lichte photosynthetisch aktiv ist, gibt er etwa genau soviel Sauerstoff an die Atmosphäre ab wie er an Kohlendioxid aus dem Luftraum zur Bindung in organischen Molekülen aufnimmt. Diese große Buche setzt am Tag ungefähr 7000 Liter Sauerstoff frei. Das ergibt etwa 35 Kubikmeter sauerstoffreiche Atemluft- genug um den Tagesbedarf von über 50 Menschen sicherzustellen. Ohne diese ausgleichende und regenerierenden Leistungen der Bäume gäbe es auf Dauer kein höheres Leben in der jetzigen Form auf unserem Planeten. Doch solche Laubbäume dämpfen auch den Verkehrslärm und im Sommer produzieren sie besonders viel Sauerstoff und sorgen somit für angenehme Luftfeuchte und Kühle in unserer Gemeinde.
So sind Bäume Symbole für viele Dinge und der türkische Dichter Nazim Hikmet schrieb zu Recht:
Leben
Einzeln und frei wie ein Baum
Und brüderlich wie ein Wald
Das ist unsere Sehnsucht.
In diesem Sinne sind uns Bäume auch Lehrmeister für unser tägliches Sein in der Gesellschaft. Jeder einzelne Baum ist ein Ökosystem und wenn wir diese „Sprache der Bäume“ verstehen können wir von diesem Ökosystem mit seinen vielfältigen Verflechtungen nur Lernen und vor allem profitieren in einem Ganzheitlichen Sinne.
hukwa
Mittwoch, 8. Juni 2011
Geführte Heilkräuter Wanderungen
Zeichnung: Ute Knieriemen-WagnerAus den Tiefen der Natur - Vortrag und Exkursion - Heilpflanzen einst und jetzt
Mit Hans Wagner, Naturphilosoph, Künstler und Geomant und Erik Kaspar, Apotheker
Jeweils sechs heimische Heilpflanzen stehen im Mittelpunkt der Exkursionen. Bei der Wanderung durch die Trippstadter Natur erfahren wir interessantes und Wissenswertes über die Mythologie dieser Heilpflanzen, ihre medizinische Anwendung in der Volksheilkunde um dann in die moderne Heilpflanzenkunde einzudringen.
Die Reihe dieser Pflanzenexkursionen baut auf einer ganzheitlichen Sicht der Heilpflanzenkunde auf, die natürlich von den Stoffen und Wirkstoffen der jeweiligen Pflanzen ausgeht aber dabei noch den Versuch unternimmt, den Gesamtkomplex einer Heilpflanze zu erfassen und deren Wirksamkeit zu erläutern.
Inhalt der Führungen:
Heilpflanzen in der freien Natur erkennen und bestimmen
Ihre Heilsubstanzen und deren Wirksamkeit
Die Heilpflanze bei Hildegard von Bingen und Paracelsus
Die Heilpflanze aus tiefenökologischer Sichtweise
Wann:
Die Führungen finden jeweils Mittwochs- und Samstagsnachmittags von 14.00 bis 17.00 Uhr statt.
Wo:
Trippstadter Wald und Umgebung. Treffpunkt bei Anmeldung!
Kosten:
Pro Teilnehmer 10,- Euro, für Gruppen pauschal 60,00 Euro
Voranmeldung!
Bitte auf gutes Schuhwerk und Wetterangepasste Kleidung achten!
Jeder haftet für sich selbst!
Hans Wagner
Telefon: 0 63 06 – 23 64
E-Mail: hukwa@gmx.de


